Artikel-Schlagworte: „Großsölktal“

Schitour Schafdach – Kammkarlspitz

Freitag, 9. April 2010

Nachdem wir uns am vergangenen Sonntag bei der Wandertour über die Hansenalm zur Erzherzog-Johann-Hütte die Schneeverhältnisse im nördlichen Umfeld des Sölkpasses angesehen und diese für gut befunden hatten, war es heute an der Zeit für eine der zum Wintersaison-Ausklang obligatorischen Schitouren im hintersten Winkl des Großsölktales.

In der Morgendämmerung fahre ich aus dem leicht nebeligen Ennstal südwärts nach St. Nikolai im Sölktal und noch ein kleines Stück weiter bis zum aperen Ende der Sölkpaßstraße bei der Mautneralm.

Sofort war klar, dass der Niederschlag am Ostermontag für frischen Schneenachschub gesorgt hatte. Ob das nun gut oder schlecht war, konnte am frühen Morgen noch nicht eindeutig gesagt werden. Ich folgte einer einsamen Schispur, die sich etwa 2 Zentimeter in den Neuschnee drückte.

Am Morgen war die Schneedecke nach einer sternenklaren Nacht und bei Starttemperaturen von -3°C noch gut gefroren, so dass ich kaum Spuren im Schnee hinterließ.

Trockene, kalte Luft nach leicht frostiger Nacht läßt die frisch eingeschneiten Gipfel herrlich erstrahlen

Trockene, kalte Luft nach leicht frostiger Nacht läßt die frisch eingeschneiten Gipfel herrlich erstrahlen

Eigentlich hatte ich mir heute gar kein bestimmtes Tourenziel auserkoren. Ich wollte mich kurzfristig vor Ort entscheiden und im Prinzip könnte es jeder der umliegenden Gipfel im Umfeld des Sölkpasses werden. Tischfeldspitze, Kammkarlspitz, Krautwasch, Hochstubofen, Hornfeldspitze oder Deneck. Der Zufall sollte entscheiden. Und dieser Zufall war eben die einsame Schispur.

Und die zog von der Erzherzog-Johann-Hütte zunächst kurz Richtung Winkleralm und dann in einer weiten, nach rechts ausholenden Schleife auf das steile Schafdach. Für den Anstieg am gefrorenen Harschdeckel waren die Harscheisen sehr nützlich.

Ausblick vom Schafdach

Ausblick vom Schafdach

Zu meiner Freude gab es im Gegensatz zu meinem ersten Besuch (Schneeschuhtour auf das Schafdach am 07.05.2005) heute auch ein Gipfelbuch. Wobei “Buch” fast etwas zu hochgestochen klingt. Eigentlich ist es nur ein Schulheft. Ich könnte jetzt im Nachhinein gar nicht mehr sagen, ob ein liniertes oder “glattes”. Kariert war es, so glaube ich mich erinnern zu können, aber nicht. Sei´s wie´s sei – den Bergsteiger freut es ;-)

Weniger erfreulich war der kalte Wind am mittleren Vormittag. Umso erfreulicher aber der traumhafte Fernblick.

Der markante Hochstubofen wird über den Grat auf der rechten Seite erstiegen

Der markante Hochstubofen wird über den Grat auf der rechten Seite erstiegen

Die Abfahrt auf den sehr steilen Westhängen war durchrüttelt. Meist war die Schneedecke hartgefroren, stellenweise gab es aber auch windgepresste, weichere Einlagerungen, die einen weniger guten Schifahrer schon etwas zu fordern vermochten.

Nach etwa 500 Höhenmeter Abfahrt lege ich die Felle noch einmal zum neuerlichen Aufstieg an. Dieses Mal wollte ich meinen Lieblingsberg im östlichen Gipfelkranz über der Sölkpaßstraße ansteuern. Den Kammkarlspitz. Hatte ich noch kurz zuvor am Schafdach ziemlich gefroren, heizte mir jetzt die Mittagssonne kräftig ein. Auch spürte ich wohl auch schon die bisher zurückgelegten Höhenmeter. Am Ende des Tages sollte der Höhenmesser insgesamt 1.600 Aufstiegshöhenmeter anzeigen.

Wegen der nur mehr geringen Schneemenge und der noch stabilen Schneedecke konnte ich den Kammkarlspitz heute viel direkter angehen, als bei meinen bisherigen Besuchen, wo ich jeweils weiter nach rechts ausgeholt habe. Der “elastische” Bruchharsch beim Aufstieg sollte sich bis zur Abfahrt in schmierigen Firn umgewandelt haben.

Am Gipfel angekommen, vermisste ich zunächst das Gipfelkreuz. Dieses fand ich liegend unter dem Schnee vor. Ich habe es zwar kurz aufgerichtet, aber der nicht sonderlich stabil erscheinende Zustand ließ es mich wieder niederlegen, damit es nicht von kräftigen Windstößen über die östlichen Steilwände hinab geweht werden konnte. In der Gipfelbuchkassette fand sich leider kein Schreibzeug vor, und so sehr ich den Gipfel schätze, um aber meinen Namen mit Blut zu ritzen, war er mir es dann doch nicht wert. Zumindest nicht mein eigenes und sonst war heute ja niemand mit.

Nach der Abfahrt machte ich bei der Mahdfeldhütte Halt – ebenfalls ein obligatorischer Zwischenstopp bei meinen Frühjahrstouren. Wobei “Zwischenstopp” schon eine mittelgroße Untertreibung darstellt, angesichts eines fast 2-stündigen Schläfchens. Beim Fertigmachen für den Rückmarsch fielen mir in der weichen Wiese einige “Eisenspitzen” ins Auge, die sich bei näherer Betrachtung als eine Handvoll scharfer Patronen erwiesen.

Patronen bei der Mahdfeldhütte verstreut

Patronen bei der Mahdfeldhütte verstreut

Falls wider Erwarten ein Jäger hier mitlesen sollte – ich habe sie fein säuberlich und gut sichtbar auf den Tisch platziert.

Die Abfahrt zur Erherzog-Johann-Hütte (zunächst mußte ich noch einmal 100 Höhenmeter aufsteigen, was ich der Faulheit halber ohne Felle in moderaten Querungen erledigte) gestaltete sich zwiespältig. Rasanter in schattigen Abschnitten und abrupt bremsend, sobald man in die Sonne kam.

Weiter unten auf der Straße war überwiegend Handarbeit angesagt. Schiebenderweise erreichte ich wieder den Ausgangspunkt.

Weitere Informationen zur Tour:

Bundesland: Steiermark
Tourenregion: Großsölktal
Wandergemeinde: St. Nikolai im Sölktal
Ausgangspunkt: Mautneralm
Gebirgsgruppe: Rottenmanner und Wölzer Tauern

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Weitere Winter-Touren um den Sölkpaß:

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Wandertour Hansenalm – Erzherzog-Johann-Hütte

Montag, 5. April 2010

Die heutige Wanderung könnte im ersten Wort genauso gut auch Schneeschuhtour oder Schitour lauten. Dass es letztlich “nur” eine Wandertour geworden ist, hängt damit zusammen, dass wir eigentlich nur für eventuelle Schitouren im Umfeld von St. Nikolai im Sölktal schauen wollten, wie weit sich die Schneedecke auf der Sölkpaßstraße bereits zurückgezogen hat.

Bis zur Mautneralm ist die Sölkpaßstraße bereits aper

Bis zur Mautneralm ist die Sölkpaßstraße bereits aper

Auf ebendieser Straße wanderten wir an unserem Hochzeitstag (4.4.) gen Süden an der Hansenalm vorbei bis zur Mautneralm, wo einige Autos von Schitourengehern abgestellt waren. Und ab hier beginnt auch die meist geschlossene Schneedecke – nur von einigen aperen Stellen unterbrochen.

Die Route war durch ein Schidoo präpariert und von etlichen Schispuren sowie einigen Schneeschuh- und Fußspuren gezeichnet.

Herrlicher Talschluß zwischen Schafdach, Hochstuboben und Hornfeldspitze

Herrlicher Talschluß zwischen Schafdach, Hochstuboben und Hornfeldspitze

Eigentlich sollte laut Wetterprognosen der gestrige Tag der wettermäßig schönste Tag des Osterwochenendes werden. Aber heute am Ostersonntag war es um nichts schlechter. Im Gegenteil, die Sicht war sogar klarer als am Vortag.

Zusammengefasst: Alles in allem ein sehr schöner Osterspaziergang. Von St. Nikolai über die Hansenalm bis zur Mautneralm auf trockener Straße, danach auf überwiegend trittfester Schneeunterlage.

Die obligatorische Lawine kurz vor der Erzherzog-Johann-Hütte ist übrigens heuer (noch) nicht abgegangen.

Bei der Erzherzog-Johann-Hütte

Bei der Erzherzog-Johann-Hütte

Erfahrungsgemäß dauert die Schnee-Saison nördlich des Sölkpaßes noch gut und gerne bis Anfang Mai. Für Interessierte nachfolgend einige Tourentipps:

Weitere Informationen zu dieser Wandertour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtour Klafterseen – Grosser Knallstein

Sonntag, 22. November 2009

Bei den heurigen spätherbstlichen Schneeverhältnissen in den Bergen ist es nicht unbedingt einfach, sich für eine bestimmte Tourenart zu entscheiden. Schitouren sind derzeit noch kaum ein Thema und bei anspruchsvolleren Felsrouten gilt es die Hangausrichtung ganz besonders zu beachten, da in den Schattseiten doch gefährliche Schneefelder liegen können.

Für meine Lieblingstouren – ausgedehnte und “tagesausnutzende Wander-Expeditionen” bieten sich derzeit vor allem Schneeschuhe an. Und bei Schneeschuhtouren spielt auch die Schneegrenze und die Schneehöhe nicht unbedingt eine so große Rolle, da man die Schneeschuhe bei aperen Verhältnissen sehr einfach am Rucksack verstauen kann.

Die Entscheidung für die Tourenart war also gefallen: Eine Schneeschuhtour sollte es heute am Samstag, den 21.11.2009 bei hervorragenden Wetterverhältnissen werden.

Als Tourengebiet hatte ich mir die nördlichen Schladminger Tauern auserwählt. Und zwar wollte ich im hinteren Großsölktal in der kleinen Ortschaft St. Nikolai im Sölktal starten und auf den Großen Knallstein aufsteigen.

Die Lage des Großen Knallstein in Österreich

Die Lage des Großen Knallstein in Österreich

Das Tourengebiet westlich von St. Nikolai im Sölktal

Das Tourengebiet westlich von St. Nikolai im Sölktal

Der Routenverlauf über Kaltherberghütte und Klafterseen zum Gipfel

Der Routenverlauf über Kaltherberghütte und Klafterseen zum Gipfel

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Mit dem Großen Knallstein war das Tourenziel insofern gut gewählt, als das Gelände durch seine ostseitige Ausrichtung beim Aufstieg überwiegend in der wärmenden Sonne lag.

Der unterste Wegabschnitt war großteils aper. Erste nennenswerte Schneefelder gab es im Bereich der Kaltherberghütte (1.608). Die Schneeschuhe angelegt habe ich aber erst nach der nächsten Geländesteilstufe beim Unteren Klaftersee (1.884).

Beim Unteren Klaftersee mit Blick auf den Gr. Knallstein

Beim Unteren Klaftersee mit Blick auf den Gr. Knallstein

Zunächst habe ich noch versucht, einer einsamen, gefrorenen Fußspur im Schnee zu folgen, die Schrittlänge des Wanderers, der die Route nur im Abstieg beschritt, war mir aber für den Aufstieg zu groß, und da ich bei jedem dritten oder vierten Schritt im Harschdeckel einbrach, griff ich auf die Unterstützung meiner MSR Denali Evo Ascent zurück – meine bevorzugten Schneeschuhe auf steileren Hängen, die sich in meinen bisherigen Schneeschuh-Vergleichstests als Alpinsieger behaupten konnten.

Die letzten etwa 340 Höhenmeter legte ich über den abgeblasenen und weitgehend aperen Südostrücken am Wandersteig bzw. über trockene, braune Grasbüschel und Blockgestein wieder auf Bergschuhen zurück. Wer jetzt nachgerechnet hat, wird feststellen, dass das Schneeschuhgelände nicht allzu viele Höhenmeter aufwies. Aber vor allem im Abstieg war ich mit ihrer Unterstützung ungleich schneller.

Über den aperen Südostrücken auf den Vorgipfel

Über den aperen Südostrücken auf den Vorgipfel

Die Fernsicht war etwas getrübt, das Wetter aber vom Feinsten, zudem wehte kaum Wind. Beim Abstieg  wanderte ich auf Grund der vorgerückten Stunde dann überwiegend im um diese Jahreszeit bereits früh hereinbrechenden Schatten.

Im Umfeld der Kaltherberghütte hat ein Jäger mit seinen krachenden Schüssen die stille Idylle des Waldes kurzzeitig unterbrochen und wohl auch mindestens einem Tier das Leben genommen.

Der Große Knallstein ist mit 2.599 Meter Höhe zwar einer der höchsten Wandergipfel der nördlichen Schladminger Tauern, kann vom konditionsstarken Wanderer aber relativ unschwierig erreicht werden.

Weitere Touren auf den Großen Knallstein:

Wandertour im Sommer: Über die Kaltherbergalm auf den Großen Knallstein

Gratwanderung im Herbst: Über Mittereck und Seekarlspitz auf den Großen Knallstein

Touren auf Nachbargipfel:

Wandertour auf Karlspitz und Kleinen Knallstein

Schneeschuhtour auf den Schönwetter - diese Tour soll aber wegen des “Wintereinstandsgebietes für Gemsen” nicht mehr nachvollzogen werden !

Weitere Informationen zu dieser Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch

Alle Tourenfotos im Tourenalbum

 

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian