Schitour Schneetalalm – Schusterstuhl

21. März 2010

Nach der gestrigen Schneeschuhwanderung im Salzburger Lungau habe ich mir für den heutigen Samstag, den 20.03.2010 nichts Größeres vorgenommen. Vor allem auch deshalb, da die Wettervorhersagen wieder etwas widersprüchlich waren.

Und tatsächlich war der erste Wettereindruck beim Aufwachen ein getrübter. Also würde ich ruhigen Gewissens einige Tourenaufbereitungen am PC vornehmen können. Auch wenn mein Webspace-Problem noch immer kein gelöstes war. Interessanterweise werden meine Anfragen um Speicherplatzerweiterung von meinem Internet-Hoster jetzt nicht nur schon seit 2 Monaten ignoriert, auch der Versuch, meinen Vertrag – wie vorgeschrieben – per Fax zu kündigen, schlug bei allen Versuchen in der letzten Woche wegen Unerreichbarkeit des Faxgerätes fehl.

Aber das ist wieder eine andere Geschichte ;-)

Lange saß ich jedenfalls nicht vor dem Computer, denn recht rasch lockerten die hochliegenden, dünnen Wolken am Vormittag auf und der zuvor trüb-trostlose Eindruck wich einem freundlich-schönen Frühlingstag, der auch die Singvögel zum Tirilieren animierte und mich in Aufbruchstimmung versetzte.

Wegen der vorgerückten Stunde wollte ich nicht zu weit anreisen, also wählte ich mir ein Tourenziel in meiner näheren Umgebung, bei dem ich auch etwaige Naßschneelawinen nicht zu fürchten bräuchte. Denn im Frühling sollte man Schi- und Schneeschuhtouren tunlichst noch vor Mittag beenden.

Heute entschied ich mich wieder einmal für die Tourenschi, bei dieser Gelegenheit wollte ich auch meine nagelneuen Colltex-Skifelle auf meinen Fischer X-Tralite testen, um bei den kommenden geplanten anspruchsvollen Schitouren in den Hohen Tauern bereits ausführliche Erfahrungen gesammelt zu haben.

Knapp vor dem Schranken ins Sattental, nicht unweit vom Gasthaus Winkler, stellte ich mein Auto ab. Ab dem verschlossenen Schranken weg kann man (noch) mit den Schiern starten.

Bis zur Weggabelung beim Leonhardkreuz war der Forstweg geräumt, die in den Reifenspuren leicht vereiste Straße erlaubte ein zügiges Vorwärtskommen. Der Weiterweg  bis zu den Sattentalalmen wurde zwar ein bißchen mühsamer, Dank einiger älterer Schispuren war der Weg aber selbst um die Mittagszeit bei +5° Celsius noch tragfähig.

Im Talschluß bei den Sattentalalmen

Im Talschluß bei den Sattentalalmen

Mühsamer wurde es dann allerdings  ab der Abzweigung vom Sattentalalm-Parkplatz über den Sattentalbach. Der recht flache Forstweg zieht in langgezogen Schleifen über den Kainachwald bergan.

Bruchharsch erschwerte das Vorwärtskommen. Durchschnittliche Einsinktiefen um die 10 bis 15 Zentimeter trieben mir bei der Spurarbeit im Sonnenschein den Schweiß auf die Stirn, richtig anstrengend wurde es aber im abschnittsweise vorkommenden Faulschnee, in dem ich bis zum Grund durchbrach.

Trotz dieser leichten Widernisse bestätigte sich für mich mein Standpunkt: Schitouren sind kräfte- und konditionsmäßig einfacher als Schneeschuhtouren. Bei der Abfahrts-Technik verhält es sich natürlich genau umgekehrt.

In schattigen Waldpassagen traf ich heute sogar kurzzeitig noch auf Pulverschnee, die Regel war aber – vor allem dann bei der Abfahrt – schwerer, feuchter Schnee.

Einsame Spur auf den freien Wiesen der Schneetalalm

Einsame Spur auf den freien Wiesen der Schneetalalm

Oberhalb der Schneetalalm durfte ich mich sogar am späteren Nachmittag noch über passablen Firn erfreuen. Die obersten 300 Höhenmeter am Nordwestrücken des Schusterstuhl sind allerdings schon gänzlich aper. Das erleichtert aber dafür den Aufstieg zu Fuß, weil man nicht im trügerischen Schnee zwischen Felsblöcken hängen bleibt.

Beim Gipfelkreuz – eigentlich aber schon 400 Höhenmeter früher – war es windig. Mit entsprechender Kleidung, die man selbst bei frühlingshaft milden Schitouren immer als Reserve mithaben sollte, aber kein Problem.

Beim Gipfelkreuz am Schusterstuhl (2.216)

Beim Gipfelkreuz am Schusterstuhl (2.216)

Mein Eintrag im Gipfelbuch war heuer erst der Dritte in diesem Jahr. Lediglich 2 Gruppen Anfang und Ende Februar haben sich 2010 schon verewigt.

Nach den obligatorischen Gipfelfotos ging es am abgeblasenen Rücken über Grasbüschel und Steinblöcke wieder zurück zum Schidepot auf etwa 1.960 Meter Höhe. Danach folgte die eigentlich überraschend passable Abfahrt bis zur Schneetalalm.

Tiefblick über den abgeblasenen Nordwestrücken zur Schneetalalm

Tiefblick über den abgeblasenen Nordwestrücken zur Schneetalalm

Von hier folgte ich wieder meiner Aufstiegsspur ins Sattental, was wegen der nur mäßigen Steigung der Forststraße mit einigem Schiebeaufwand verbunden war.

Über die Sattentalalmstraße hinaus zum Leonhardkreuz brach ich dann auf Grund der alten Spuren nicht mehr durch die Schneedecke, allerdings gestaltete sich das Anschieben hier etwas mühsam. Aussichtlos tief versanken die Tourenstöcke in der tief aufgeweichten Schneedecke.

Vom Leonhardkreuz bergab ging es – von der kurzen Geraden bzw. leichten Gegensteigung abgesehen – dann allerdings wieder sehr gut. Hier überholte ich 3 Schitourengeher, die wohl aus Richtung Schladminger Alm herunter gekommen sein dürften.

Über die vereisten Fahrzeugspuren ratterten die Schi nun rasant talwärts, man durfte nur nicht in die 1 bis 2 Zentimeter hohe Schneeauflage neben der Autospur gelangen, denn dann wurde man abrupt abgebremst.

Blick von der Schneetalalm auf den Schusterstuhl

Blick von der Schneetalalm auf den Schusterstuhl

Weitere Informationen zur Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtour Aignerhöhe – Gebreinspitze – Labspitze

21. März 2010

Kommt es mir nur so vor, oder gibt es wirklich keine von frühmorgens bis spätabends durchgängig wettermäßig schönen Wandertage mehr mit klarer Sicht und strahlend blauem, wolkenlosen Himmel.

Heute wäre zwar ein solcher Tag vorhergesagt gewesen, deshalb habe ich mir auch extra frei genommen, doch wie so oft hielt sich auch heute das Wetter nicht an die Prognosen der Wetterfrösche.

Aber irgendwie finde ich es ja gar nicht so schlecht, dass sich die Natur nicht zu 100 Prozent vorher berechnen läßt, und noch beruhigender ist es, dass das Wetter kein “Wunschkonzert” ist und sich dementsprechend auch nicht beinflussen läßt.

Nun aber zur heutigen Tour:

Anreise von Norden über die Tauernautobahn A10 nach Zederhaus. Die Autobahn-Mautgebühr, welche bei einem Kassaautomaten zu bezahlen ist, beträgt nach wie vor wohlfeile 4,50 Euro (je Richtung).

Über die am frühen Morgen abschnittsweise vereiste Straße folge ich der Beschilderung Richtung Riedingtal bis zur Fahrverbotstafel in Wald. Noch ist der Parkplatz leer – oder fast leer – denn eine kleine Kärtner Gruppe hat ihre Tourenschi bereits etwas weiter oben beim Beginn der Schneefahrbahn abgeladen.

Der von zahlreichen Schispuren plattgebügelte Almweg an der Neuseßwirtalm vorbei läßt sich frühmorgens auch ohne Schneeschuhe bestens begehen, ohne auch nur den Ansatz des Hauches eines Millimeters einzusinken. Allerdings ist es mir in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit gelungen, in der blanken, harten und leicht vereisten Spur gehörig auszurutschen.

Bei der Muhreralm angekommen, ist es nun an der Zeit, die Schneeschuhe anzulegen. Die weiterführenden Schispuren teilen sich hier sternförmig in alle Richtungen auf – ich folge der Route nach Osten über das moderate Gelände an der Aigneralm vorbei auf die Aignerhöhe.

Bei der Muhreralm

Bei der Muhreralm

Von hier geht es entlang des stark überwechteten Rückens weiter nordostwärts Richtung Stampferwand, die ich zwar gerne ebenfalls bestiegen hätte, die Schneeverhältnisse mahnten mich aber zur Vernunft und Vorsicht. Unzählige Wumm-Geräusche wiesen auf die drohende Lawinengefahr hin, an etlichen Stellen konnte man bereits abgegangene Schneebretter und Nassschneelawinen beobachten.

Die Stampferwand habe ich heute ausgelassen. "Ich komm wieder, keine Frage".

Die Stampferwand habe ich heute ausgelassen. "Ich komm wieder, keine Frage".

Erst in den letzten Tagen waren wenige Kilometer Luftlinie entfernt bei Obertauern bei 2 Lawinenabgängen 2 Lawinentote zu beklagen.

Also spazierte ich lieber am annähernd flachen Gelände hinüber zur Gebreinspitze und von hier am Verbindungsrücken weiter zur Labspitze, die wir bereits einmal bei einer Schitour besucht hatten. Überhaupt waren mir viele der umliegenden, von Zederhaus aus erreichbaren Gipfel bereits von vorangegangenen Wintertouren oder Sommerwanderungen bekannt.

Auf der Aignerhöhe schien ein reges Kommen und Gehen (oder besser Abfahren) zu herrschen. Auch über die Trimmingeralm konnte ich einige Schitourengeher erkennen. Interessanterweise steuerten diese aber keinen Gipfel an, sondern fuhren auf halbem Wege wieder ein Stück zur Alm zurück, um dann neuerlich aufzusteigen.

Damit kehrt sich einer der Unterschiede zwischen Schitouren und Schneeschuhwanderungen im Frühjahr wieder um. Während ich normalerweise (im Hochwinter) davon spreche, dass bei Schneeschuhtouren “der Weg das Ziel” ist und auch das bloße Herumschweifen im Gelände schon viel Freude bereitet, strebt der klassische Schitourengeher eher einem bestimmten Ziel (meist ein Gipfel) zu, wo schöne Hänge auf die (bevorzugt Pulver-)Abfahrt warten.

Anders im Frühling bei Firnbedingungen. Hier erlebt man bei Schitourengehern (vor allem bei den Spätaufstehern unter ihnen) schon einmal, dass sie auf halber Strecke kehrt machen, um wenigsten wenige Höhenmeter in den Genuß des verlockenden Firns zu gelangen. 1 oder 2 Stunden später könnte die Sonne dem erhofften Abfahrtsvergnügen bereits einen Strich durch die Rechnung gemacht haben und man watet im “Schneesumpf” talwärts.

Abstiegsgelände von der Labspitze zu einer kleinen Hütte - dem Mankei-Bau (ca. Bildmitte)

Abstiegsgelände von der Labspitze zu einer kleinen Hütte - dem Mankei-Bau (ca. Bildmitte)

Von der Labspitze visiere ich in gerader Linie Richtung Westen ein kleines Hütterl nördlich der klassischen Schiroute auf die Labspitze an. Die aussichtsreiche Hütte ist mit der Aufschrift “Mankei-Bau 1998” gekennzeichnet. Hier dreht sich meine Wanderrichtung nach Südwesten und dem Verlauf einer Schispur folgend strebe ich der Trimmingeralm zu.

Auch hier wieder erhöhte Gefahrenanzeichen von Lawinenabgangsbereitschaft, weshalb ich aus Vorsichtsgründen lieber einige Umwege mache. Während die beiden (den Stock-Einsätzen nach zu urteilen) Schitourengeher über gefährlich eingewehte Hänge scheinbar problemlos drüber gefahren sind, flößen mir die Wumm-Geräusche und das fast 1 Meter tiefe Einsinken im Schwimmschnee gehörigen Respekt ein.

Ich halte mich daher liebe an einige teils abgewehte Geländerücken und stelle für mich die Theorie auf, dass Schneeschuhtouren nicht nur deshalb sicherer sind als Schitouren, weil man eher nicht so steile Hänge beschreitet, sondern auch weil man die Gefahr viel eher erkennt. Nämlich dann schon, wenn man am Rand eines eingewehten Hanges die ersten bedrohlichen Anzeichen wahrnimmt und nicht erst wenn man – vor allem bei der Abfahrt – sich schon mittem im Gefahrenhang befindet.

An der aussichtsreichen Trimmingeralm vorbei, die mir von der bereits vorhin erwähnten Schitour auf die Labspitze sowie auch von meiner Bergwanderung auf Hochfeind und Zwillingwand bekannt war, folge ich zunächst wieder den Schispuren.

Bei der Trimmingeralm. Links die Aignerhöhe, oberhalb der Bildmitte die Stampferwand, ganz rechts die unscheinbare Gebreinspitze.

Bei der Trimmingeralm. Links die Aignerhöhe, oberhalb der Bildmitte die Stampferwand, ganz rechts die unscheinbare Gebreinspitze.

Allerdings nur ein kurzes Stück, denn schon bald erspähe ich rechts unten im Wald eine freie Wiesenlichtung mit der lieblich gelegenen und liebevoll dekorierten Huberalm.

Von hier folge ich wieder einigen Schispuren im dichten Wald nördlich vom Kleinen Kesselbach talwärts. Auf dieser Route war ich mehr als froh über meine Schneeschuhe. Hier und bei den heutigen “Schneegatschbedingungen” mit Schi abfahren zu müssen, dürfte selbst für begnadete Schiathleten kein Vergnügen sein.

Unten im Tal traf ich wieder auf die Anstiegsroute von der Neuseßwirtalm zur Muhreralm, wo sich im Tagesverlauf eine große Nasschneelawine aus den Osthängen des Dürneck gelöst hatte und in einem Graben bis zum Almweg herunter kam und diesen ca. 2 bis 3 Meter hoch verschüttete.

Eine Nassschneelawine über den Almweg zwischen Neuseßwirtalm und Muhreralm

Eine Nassschneelawine über den Almweg zwischen Neuseßwirtalm und Muhreralm

Wenig später stand ich wieder beim Ausgangspunkt, wo mittlerweile (und trotz vorgerückter Stunde noch immer) etliche Autos parkten.

Weitere Informationen zur Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhwandern mit Hunden: Untere Plöschmitzalm

19. März 2010

Wieder Sonntag – dieses Mal der 14. März 2010. Wieder keine besonders guten Wetterprognosen. Oder richtiger: Erbärmlich miserable Wetterprognosen. Ein Wetter, bei dem man nicht einmal den sprichwörtlichen Hund hinausjagen würde.

Ich wagte es trotzdem. Sogar gleich mit 2 ihrer Art, nicht nur mit sprichwörtlichen, sondern mit solchen aus Fleisch und Blut.

Die Temperaturen wären eigentlich gar nicht so tief, der kräftige Wind bläst aber durch alle Poren und fegt den Schnee über die Forststraße, welche wir in ausholenden Serpentinen beschreiten.

Der kräftige Wind treibt Blätter über den schneebedeckten Boden, wodurch sich Sammy immer wieder herausgefordert fühlt, das “fliehende” Laub zu verfolgen.

Kräftiger Wind fegt über den Schnee

Kräftiger Wind fegt über den Schnee

Auch sonst war heute eine Spur mehr Zank und Keilerei zwischen den beiden Hunden – ich suchte die Schuld ebenfalls beim unangenehmen Wind.

Wegen ihm – dem Wind – machten wir auch wieder bei der Unteren Plöschmitzalm kehrt, denn ursprünglich plante ich eigentlich noch zumindest bis zur Oberen Plöschmitzalm aufzusteigen.

Tourenziel Untere Plöschmitzalm

Tourenziel Untere Plöschmitzalm

Spätestens zu Hause, als wir 3 uns dann gegenseitig die Gesichter leckten, war aber harmoniemäßig wieder alles eitel Wonne Sonnenschein.

Weitere Informationation zur Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Frühere Besuche bei der Plöschmitzalm:

Schneeschuhtour am 28.11.2004
Wandertour Gipfel der Unverschämtheit, Gasseneck und Tattermann am 28.05.2006

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhwanderung mit Hunden: Vockentalalm und Pleschnitzalm

13. März 2010

Sonntag, 07. März 2010 – gemischte Wetterprognosen.

Ursprünglich wollte ich mich heute ja an den Computer setzen, um endlich einmal die Fotos einiger älterer Touren aussortieren und aufbereiten zu können (auch wenn mir derzeit gerade der nötige Web-Speicherplatz fehlt).

Als dann aber zunehmend die Sonne beim Fenster herein- und auf mein Notebook-Display hinblendete und in mir steigende Unruhe aufkeimte, habe ich zu vorgerückter vormittäglicher Stunde schnell meine Wanderausrüstung zusammengepackt.

Von der Sonne und der damit im heimischen Wohnzimmer verbreiteten wohligen Wärme wollte ich mich aber nicht allzu sehr einlullen lassen, denn auf 2.000 Meter Seehöhe waren bis zu -15°C angesagt. Dazu noch kräftiger Wind, der durch den Windchill-Faktor den frostigen Eindruck noch gehörig verschärfen würde.

Also eher irgendwo in Talnähe bleiben – ein Plan, der auch durch die gerade wieder einmal nicht zu unterschätzende Lawinengefahr bestärkt wurde. Schließlich hatte es erst in den letzten Tagen bedauerlicherweise einen Lawinentoten in der näheren Nachbarschaft gegeben.

Durch die nur beschränkt zur Verfügung stehende Zeit wollte ich auch nicht zu weit zum Ausgangspunkt anreisen. Ich kramte in meinem gehirngespeicherten Wandertouren-Repertoire, überflog schnell meinen Schneeschuhtourenführer Zental-Österreich und bald ward das Tourenziel auserkoren:

Die Pleschnitzalm (Tour Nr. 11 im Band “Steiermark B / Schneeschuhregion Gröbming-Sölktäler“) sollte es werden. Eine einfache und einsame, aber landschaftlich doch reizvolle Schneeschuhroute, zu der ich auch ohne Weiteres meine neuen Bergkameraden Nico und Sammy mitnehmen konnte.

Also schnell ein kurzer Anruf – nein nicht bei den Hunden, sondern beim Herrl und Frauerl – und alles war geregelt. Kurze Anreise zur Abholung, wo mich die beiden bereits im Garten freudig erwarteten: Sammy mit einem Heulen, welches jedem Husky zur Ehre gereicht hätte und Nico mit einem Sprung aus dem Stand über den “Maschendrahtzaun” hinweg und auf mich hinauf.

Danach das übliche Prozedere mit der “Hundeverladung” in mein Auto und Anreise über Aich-Assach in die Gemeinde Gössenberg. Das ist übrigens auch jene Gemeinde, über die ich bereits einmal wegen deren “bemerkenswerten Wahlverhalten” berichtete (genau, das war jener Beitrag, wo ich über die Tatsache schrieb, dass den Grünen DER Wähler weggebrochen ist).

Das Tourengebiet in der Gemeinde Gössenberg südlich der Enns

Das Tourengebiet in der Gemeinde Gössenberg südlich der Enns

Der Routenverlauf über dem Ödensee entgegen dem Uhrzeigersinn

Der Routenverlauf über dem Bodensee entgegen dem Uhrzeigersinn

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Vom großen, nur von einer Handvoll Autos besetzten Parkplatz beim steirischen Bodensee brachen wir Drei auf. Zunächst ein kurzes Stück nordwärts auf der Anfahrtsstraße zurück, bald aber auf einem mit locker-flockigen Pulverschnee bedeckten, leicht steigenden Forstweg wieder Richtung Süden. Eine ältere, durch die Schneefälle der letzten Tage kaum mehr erkennbare Schispur wies den Weg.

Entgegen der Routenbeschreibung im Schneeschuhtourenführer folgten wir heute also nicht der zunächst parallel zum Tiefenbach verlaufenden Sommermarkierung ostwärts in den Wald hinauf. Von hier würden wir aber – über die Wiesenhänge auf der nördlichen Bachseite – wieder herunter kommen.

Wie üblich tobten sich Nico und Sammy zunächst einmal ordentlich aus, rannten um die Wette, nach vor und zurück, zankten im Spaß, manchmal auch mit einem Funken tierischen Ernstes.

Nico und Sammy schauen neugierig zum Bodensee hinunter

Nico und Sammy schauen neugierig zum Bodensee hinunter

Nach etwa 2 Kilometer östlich über dem Bodensee, auf dem die Freudenrufe (Freudenfreude oder Schadenfreude, das sei dahingestellt) der Eisstockschützen aus dem engen Talkessel bergwärts tönten, drehte sich die Wanderrichtung nun nach Südosten. Einige Kehren abkürzend stiegen wir über die auffällig kahlen Windwurfhänge höher zur verfallenen Hütte der Vockentalalm und zum Schluß noch einmal entlang der Forststraße bis zu deren Ende bei einer Jagdhütte.

Über steile, kahle Hänge zur Vockentalalm

Über steile, kahle Hänge zur Vockentalalm

Zunächst wollte ich eigentlich gleich wieder umdrehen und Richtung Pleschnitzalm weiter wandern, dann aber entschieden wir uns nach kurzer Abstimmung für den Aufstieg in das Kar, westlich von Scheibleck und Trifachkogel. Dort kamen wir auch bei jenem Unterstand vorbei, an dem ich bei meiner Rundwanderung über Pleschnitzzinken und Gamskarspitz (Schober) beim anspruchsvollen Abstieg vom Vockentalspitz im strömenden Regen Schutz suchte.

Aufstieg bis zum Karkessel unter Scheibleck und Trifachkogel

Aufstieg bis zum Karkessel unter Scheibleck und Trifachkogel

Wind und Frost bewogen uns aber bald wieder zur Umkehr, erst als wir schon wieder bei der Vockentalalm  unten waren, wurde das Kar vollends von strahlendem Sonnenschein durchflutet.

Bei der verfallenen Hütte der Vockentalalm

Bei der verfallenen Hütte der Vockentalalm

Über die ausschweifenden und verästelten Forststraßen auf den kahlen, steilen Windwurfhängen wanderten wir nun nordwärts. Obwohl jetzt grundsätzlich die Sonne die Oberhand behielt, waren wir durch ihren niedrigen Stand jetzt die längste Zeit erst wieder im Schatten.

Wie zum Spott zog sich die Sonne synchron zu unseren Schritten nordwärts zurück, so dass wir eigentlich ausschließlich im Schatten gehen mußten und der Frost zog jetzt am späteren Nachmittag merkbar an.

Gab es bei unserem Aufbuch in der Mittagszeit  beim Bodensee-Parkplatz noch “angenehme” -5°C , sollte es bei unserer Rückkehr um 17:00 Uhr schon auf -10°C abgekühlt haben. Deshalb sparten wir uns letztendlich die letzten Höhenmeter hinauf zur Pleschnitzalm und begnügten uns mit dem großartigen Ausblick auf Pleschnitzzinken und Scheibleck.

Herrlicher Ausblick auf den Pleschnitzzinken

Herrlicher Ausblick auf den Pleschnitzzinken

Stattdessen wechselten wir jetzt auf die andere Grabenseite, wo wir endlich in die Sonne gelangten, zu wärmen vermochte sie uns jetzt allerdings nicht mehr.

Nico versetzte mir einen kurzen Schreck, als er zu würgen und “speiben” begann. Erst zu Hause las ich in meinem Labrador-Retriever-Buch nach, dass alleine das Erbrechen kein Grund zur Besorgnis darstellt – und die Hunde einfach so ihre Leckerlis nicht ungern noch ein zweites Mal “genießen”. Als er schließlich alles wieder ratzeputz aufgefuttert hatte (ich gebe es zu – ich konnte nicht wirklich zuschauen) ging es fluxen Fußes weiter. Vielleicht war es auch der Schnee, den er immer wieder in schnappenden, gebissklappernden Happen zu sich nahm.

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Ohne weitere hervorhebenswerte Vorkommnisse erreichten wir schließlich wieder den Ausgangspunkt, von wo wir 3 durstigen Wanderer uns auf den Nachhauseweg machten.

Weitere Informationen zu dieser Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch

Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Frühere Schneeschuhtour Pleschnitzalm – Scheibleck

 

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian