Archiv für die Kategorie „Tourentipp“

Tourentipp: Steirersee – Almkogel – Grosses Tragl

Samstag, 3. Oktober 2009

Nachdem uns der letzte Tourentipp zum Ahornsee und Grafenbergsee in das südliche Dachsteingebirge geführt hat, möchte ich heute ein Wandergebiet im südlichen Toten Gebirge vorstellen, welches eine Vielzahl äußerst sehenswerter Naturattraktionen und verschiedenste Tourvarianten bietet, die von sehr einfachen Familienspaziergängen bis zu anspruchsvollen Bergtouren reichen.

Geografische Lage:

Bundesland: Steiermark
Gebirgsgruppe: Totes Gebirge
Wanderregion: Steirisches Salzkammergut
Wandergemeinden: Bad Mitterndorf, Tauplitz
Ausgangspunkt: Tauplitzalm (ca. 1.600)

Die Lage des Wandergebietes in Zentral-Österreich

Die Lage des Wandergebietes in Zentral-Österreich

Das Tourengebiet im steirischen Salzkammergut

Das Tourengebiet im steirischen Salzkammergut

Der Routenverlauf von der Tauplitzalm zu Steirersee und Großem Tragl

Der Routenverlauf von der Tauplitzalm zu Steirersee und Großem Tragl

Der Routenverlauf zwischen Steirersee und Almkogel

Der Routenverlauf zwischen Steirersee und Almkogel

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Die Anfahrt:

Auf der Ennstal-Bundesstraße B320 aus Richtung Liezen oder Radstadt kommend bis zur Ampel in Trautenfels. Hier nordwärts in das steirische Salzkammergut abbiegen und östlich am mächtigen Grimming vorbei, kurz im Tunnel, der zum Schutz vor Lawinen errichtet wurde, nach Tauplitz und weiter nach Bad Mitterndorf.  Hier nun der Beschilderung der mautpflichtigen Alpenstraße auf die Tauplitzalm folgen (Normaltarif für 1 Auto mit maximal 5 Insassen etwa 10 Euro – Stand 2009).

Das Wandergebiet auf der Tauplitzalm

Auch dieses Wandergebiet entfaltet – wie die empfohlene Route zwischen Ahornsee, Grafenbergalm und Kufstein – im Herbst seinen besonderen Reiz, wobei aber die Tauplitzalm das ganze Jahr über als Wanderdestination empfohlen werden kann.

Lediglich im Winter zur Schisaison muß man ab dem Ausgangspunkt eine kurze Strecke das überlaufene und nicht gerade einsame (weil eben äußerst beliebte) Schi- und Langlaufgebiet hinter sich bringen. Über die zahlreichen Wintermöglichkeiten werde ich aber ein anderes Mal schreiben, heute wollen wir uns dem prächtigen “Herbst-Flair” zuwenden.

Von den vielen Wanderzielen und Wanderwegen im Umfeld der Tauplitzalm möchte ich heute vor allem drei herauspicken (am Schluß dieses Artikels findest Du dann weitere Tourenmöglichkeiten): Einen einfachen Almspaziergang zum lieblichen Steirersee, eine mittelschwere, etwas längere Alm- und Grasbergwanderung auf den Almkogel sowie die zwar gehtechnisch nicht allzu schwierige, aber an schaurigen Dolinenlöchern vorbeiführende Karstwanderung auf das Große Tragl.

Je nach Tourenziel wird man seine Aufbruchzeit früher oder später wählen.

Routenverlauf Steirersee

Tauplitzalm – Steirerseehütten – Steirersee (Umrundung möglich)

Schwierigkeit / Anforderungen: Einfach (BLAU)

Routenverlauf Almkogel

Tauplitzalm – Steirerseehütten – Steirersee – Schwarzensee – Leisthütte – Kamphütten – Evtl. Interhüttenalm (Abzweigung ist aber bereits kurz vorher) – Almkogel (2.116)

Schwierigkeit / Anforderungen: Mittelschwer / Sportlich (ROT)

Routenverlauf Großes Tragl

Tauplitzalm – Steirerseehütten – Steirersee – In den Karen – Jungbauerkreuz – Schwaigbrunn – Traglhals – Großes Tragl (2.179)

Schwierigkeit / Anforderungen: Laut Markierungstafeln Schwierig = SCHWARZ. Gehtechnisch aber kaum gröbere Probleme. Die Tour sollte allerdings nur bei gutem Wetter und besten Sichtverhältnissen durchgeführt werden, da man einige Male knapp am Rand tiefer Dolinenlöcher vorbei wandert.

 

Früher Start bei der Tauplitzalm

Früher Start bei der Tauplitzalm

Bereits das Überwandern der weitgehend ebenen Almhochfläche auf der Tauplitzalm auf einer Seehöhe von knapp über 1.600 Meter, die sich einfach über die mautpflichtige Alpenstraße von Bad Mitterndorf aus erreichen läßt, bietet mannigfaltige Landschaftsimpressionen.

Ein besonderer Augenschmaus offenbart sich am Ostende des Hochplateaus, wo eine Schotterstraße oder alternativ ein steiniger, aber breiter Wanderweg knapp 70 Höhenmeter zu den Steirerseehütten (~1.550) hinab führt.

Einen nicht übersehbaren Blickfang bildet dabei der Sturzhahn. Der Vergleich mit dem aufgeblähten Kamm eines stolzen Gockelhahnes ist augenscheinlich.

 

Der Sturzhahn nördlich der Steirerseehütten

Der Sturzhahn nördlich der Steirerseehütten

Bis hierher verlaufen die Wege aller drei Tourentipps noch ident: Möchte man nun auf das Große Tragl, wird man nach links abzweigen, um in der Folge den Sturzhahn an seiner rechten (östlichen Seite) zu umgehen.

Zum Steirersee (wie auch zum Almkogel) steigt man auf einfachem Steiglein noch einmal etwa 100 Höhenmeter tiefer und folgt hier einem schmalen Steiglein entlang des Südufers Richtung Osten.

Am Ostende des Sees gibt es ein kleines liebliches Inselchen.

Spiegelung von Traweng und Sturzhahn im Steirersee

Spiegelung von Traweng und Sturzhahn im Steirersee

Jene Wanderer, die den Steirersee als Tourenziel auserkoren haben, folgen für den Rückweg am einfachsten wieder der Zustiegsroute. Aber auch eine Umrundung des Sees ist vor allem bei Herbstfarben sehr lohnenswert. Dazu folgt man dem markierten Wanderweg zum Almkogel zunächst noch ein Stück Richtung Osten bis zu einem Sattel zwischen Steirersee und Schwarzensee. Von hier gelangt man linkshaltend nördlich um den Steirersee herum wieder zu den Steirerseehütten mit bestem Ausblick auf den Traweng (insofern nennt sich eine der Hütten auch Trawengerhütte – empfehlenswerter Einkehrpunkt).

Herbstliche Farbenpracht beim Rundweg um den Steirersee

Herbstliche Farbenpracht beim Rundweg um den Steirersee

Wer sich für den Almkogel als Tourenziel entscheidet, hat vom Steirersee einen zwar nicht sonderlich schwierigen, aber noch sehr weiten Weg vor sich. Dieses Gebiet hat zur Herbstzeit besonders farbenprächtige Reize zu bieten.

Wer sich aber bei den Steirerseehütten für den Aufstieg auf das Große Tragl entschieden hat, wandert alsbald in typischem, kargen Karstgelände mit unzähligen Rillen, kleineren und größeren Spalten und Löchern in den rauhen Felsen. Gelegentlich wird man auch auf Hinweise treffen, dass sich hier in längst vergangenen Zeiten ein Meer befand (versteinerte Meerestiere).

Warnschilder weisen darauf hin, exakt am markierten Weg zu bleiben, da links und rechts der Wanderroute nicht zu unterschätzende, dunkle, furchteinflößende Dolinenlöcher lauern, manche von ihnen mehrere hundert Meter tief.

Nach den ersten Schneefällen des Jahres gilt es – wie auch im Frühjahr bei Nachlassen der Schneedecken-Festigkeit – besondere Obacht walten zu lassen bzw. im Zweifelsfalle das Gelände eher zu meiden. Zur Erinnerung an einen besonders tragischen Todesfall (im wahrsten Sinne des Wortes) eines Schitourenwanderers namens Jungbauer, wurde in der Karstlandschaft “In den Karen” das sogenannte “Junbauerkreuz” errichtet.

Für all diejenigen, die Wandern nicht nur mit grünen Almwiesen und schattenspendenden Wäldern in Verbindung bringen, sondern auch einer steinigen “Mondlandschaft” etwas abgewinnen können (ich zähle mich auch dazu), finden hier eine äußerst faszinierende und wahrlich nicht alltägliche Berglandschaft vor.

Fotoberichte zu den beschriebenen Touren:

(Die zugehörigen Tourenstatistiken können im Tourenbuch nachgelesen werden)

Großes und Kleines Tragl
Sturzhahn, Löckenkogel, Kleines und Großes Tragl
Großes Tragl und Scheiblingtragl

Steirersee und Almkogel

Weitere Touren in diesem Tourengebiet

Sommer

Traweng
Hochweiß, Plankermira und Weiße Wand
Mitterberg, Hochplanberg und Hebenkas

Winter

Roßkogel
Großer und Kleiner Brieglersberg und Gr. Tragl
Kleiner und Großer Kraxenberg
Brunnkogel, Vorder und Hinterer Ofenkogel und Sonnleitstein
Grubstein und Gamsspitz

Bei der Rückkehr in die “Zivilisation” auf der Tauplitzalm empfiehlt sich übrigens ein kurzer Besuch in der netten, farbenfrohen Kapelle:

Farbenfrohe Kapelle auf der Tauplitzalm

Farbenfrohe Kapelle auf der Tauplitzalm

Bestes Wanderwetter und viel Freude beim Nachwandern dieser Touren.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Tourentipp: Ahornsee und Grafenbergsee

Mittwoch, 30. September 2009

Der September neigt sich dem Ende zu, im Großen und Ganzen habe ich alle meine Wanderziele, die ich mir für den heurigen Sommer vorgenommen habe, schon absolviert – und darüber hinaus auch noch viele mehr.

Der weitere Wandertourenverlauf im Herbst hängt nun natürlich ganz stark von der kommenden Wetterlage ab, so waren in den letzten 2 Jahren die ersten Schneeschuhtouren bereits im Oktober möglich, so z.B. 2008 auf den Pleschnitzzinken oder 2007 auf den Ahrnspitz, beide in den Schladminger Tauern gelegen.

Wie sich das Wetter in den kommenden Wochen auch entwickeln mag, ich freue mich schon auf die nächsten Touren – entweder stapfenderweise im Schnee, wie bei der Wanderung am 05.10.2008 auf die Eiskarlschneid oder durch prächtig gefärbte Herbstwälder, wie wenige Tage später, am 11.10.2008, durch das Sattental über die bereits schneebedeckten Goldlacken auf den Stierkarkopf.

Eine Tour hat sich in den letzten Jahren aber im Herbst als besonders lohnenswert heraus kristallisiert: Nämlich der Aufstieg von Weißenbach bei Haus in das südliche Dachsteingebirge zu Ahornsee und Grafenbergsee.

Der Ahornsee im südlichen Dachsteingebirge

Der Ahornsee im südlichen Dachsteingebirge

Zur Zeit ist es noch etwas zu früh, die herbstliche Verfärbung ist noch nicht weit genug fortgeschritten, aber diese Tour zwischen Gradenbachfall und Grafenbergalm gehört mittlerweile zu unseren jährlich fix eingeplanten Tourenzielen im Oktober.

Prächtige herbstliche Farbenkontraste

Prächtige herbstliche Farbenkontraste

Wie gelangt man zu diesem landschaftlichen Natur-Idyll ?

Ahornsee und Grafenbergsee - Lage in Österreich

Ahornsee und Grafenbergsee - Lage in Österreich

Das Tourengebiet um Ahornsee und Grafenbergalm

Das Tourengebiet um Ahornsee und Grafenbergalm

Der Routenverlauf zwischen Gradenbachfall und Grafenbergalm

Der Routenverlauf zwischen Gradenbachfall und Grafenbergalm

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Die Anfahrt:

Auf der Ennstal-Bundesstraße B320 aus Richtung Liezen oder Radstadt kommend bis zum östlichen Ende von Haus im Ennstal. Bei der Talstation des Hauser-Kaibling Schigebietes abzweigen und auf der Landesstraße nordwärts bis Weißenbach.

Hier rechts haltend Richtung Gradenbachtal bis zum Parkplatz vor dem Schranken kurz nach der Kneippanlage.

Ausgangspunkt der Wandertour Ahornsee - Grafenbergsee

Ausgangspunkt der Wandertour Ahornsee - Grafenbergsee

Routenverlauf:

Zunächst folgt man der kaum ansteigenden Schotterstraße bis zum Jagdhaus Gradenbach. Hier legt der Steig durch den Wald gleich ordentlich an Steilheit zu.

Weiter oben wird das Gelände am Fuße steiler Felswände wieder flacher, eine kurze Engstelle wird mit Hilfe von Seilsicherungen überwunden (nicht schwierig).

Schließlich erreicht man das breite, je nach Wetter der letzten Tage mehr oder weniger ausgetrocknete Flußbett des Gradenbaches.

Durch den an einen Westernfilm erinnernden Taleinschnitt erreicht man nach längerer, flacher Passage den Ahornsee, mit der kleinen Hütte an seinem Westufer. Viele kleine Fischlein tummeln sich im Wasser, des im Norden von steilen Felswänden umrahmten Bergsees.

Der Weiterweg zum nicht minder romantischen Grafenbergsee gestaltet sich einfach, die idyllischeren Jausenplatzerln findet man aber am Ahornsee.

Idyllische Lage am Grafenbergsee

Idyllische Lage am Grafenbergsee

Wem die Wanderung bis zu den Seen gehtechnisch noch zu wenig war, erreicht in kurzer Zeit die Grafenbergalm.

Von hier kann man auch nicht allzu schwierig (die Länge der Tour sollte man aber berücksichtigen) zum Gipfelkreuz am Kufstein aufsteigen. Hat man dieses Bergziel schon einmal erreicht, empfiehlt sich gleich der Abstieg über die Stornalm.

Auf diese Weise gelangt man in den Genuß einer sehr lohnenswerten Rundwanderung.

Falls Ihr die Tour nachwandert, wünsche ich Euch viel Freude, bestes Wetter und gutes Gelingen. Vielleicht treffen wir uns ja zufällig ;-) .

Nachfolgend noch einige Links zu Fotoberichten in diesem Gebiet:

Kufstein und Ahornsee
Ahornsee, Grafenbergalm und Hirnberg

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian