Archiv für die Kategorie „Schneeschuhtouren“

Schneeschuhwandern mit Hunden: Untere Plöschmitzalm

Freitag, 19. März 2010

Wieder Sonntag – dieses Mal der 14. März 2010. Wieder keine besonders guten Wetterprognosen. Oder richtiger: Erbärmlich miserable Wetterprognosen. Ein Wetter, bei dem man nicht einmal den sprichwörtlichen Hund hinausjagen würde.

Ich wagte es trotzdem. Sogar gleich mit 2 ihrer Art, nicht nur mit sprichwörtlichen, sondern mit solchen aus Fleisch und Blut.

Die Temperaturen wären eigentlich gar nicht so tief, der kräftige Wind bläst aber durch alle Poren und fegt den Schnee über die Forststraße, welche wir in ausholenden Serpentinen beschreiten.

Der kräftige Wind treibt Blätter über den schneebedeckten Boden, wodurch sich Sammy immer wieder herausgefordert fühlt, das “fliehende” Laub zu verfolgen.

Kräftiger Wind fegt über den Schnee

Kräftiger Wind fegt über den Schnee

Auch sonst war heute eine Spur mehr Zank und Keilerei zwischen den beiden Hunden – ich suchte die Schuld ebenfalls beim unangenehmen Wind.

Wegen ihm – dem Wind – machten wir auch wieder bei der Unteren Plöschmitzalm kehrt, denn ursprünglich plante ich eigentlich noch zumindest bis zur Oberen Plöschmitzalm aufzusteigen.

Tourenziel Untere Plöschmitzalm

Tourenziel Untere Plöschmitzalm

Spätestens zu Hause, als wir 3 uns dann gegenseitig die Gesichter leckten, war aber harmoniemäßig wieder alles eitel Wonne Sonnenschein.

Weitere Informationation zur Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Frühere Besuche bei der Plöschmitzalm:

Schneeschuhtour am 28.11.2004
Wandertour Gipfel der Unverschämtheit, Gasseneck und Tattermann am 28.05.2006

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhwanderung mit Hunden: Vockentalalm und Pleschnitzalm

Samstag, 13. März 2010

Sonntag, 07. März 2010 – gemischte Wetterprognosen.

Ursprünglich wollte ich mich heute ja an den Computer setzen, um endlich einmal die Fotos einiger älterer Touren aussortieren und aufbereiten zu können (auch wenn mir derzeit gerade der nötige Web-Speicherplatz fehlt).

Als dann aber zunehmend die Sonne beim Fenster herein- und auf mein Notebook-Display hinblendete und in mir steigende Unruhe aufkeimte, habe ich zu vorgerückter vormittäglicher Stunde schnell meine Wanderausrüstung zusammengepackt.

Von der Sonne und der damit im heimischen Wohnzimmer verbreiteten wohligen Wärme wollte ich mich aber nicht allzu sehr einlullen lassen, denn auf 2.000 Meter Seehöhe waren bis zu -15°C angesagt. Dazu noch kräftiger Wind, der durch den Windchill-Faktor den frostigen Eindruck noch gehörig verschärfen würde.

Also eher irgendwo in Talnähe bleiben – ein Plan, der auch durch die gerade wieder einmal nicht zu unterschätzende Lawinengefahr bestärkt wurde. Schließlich hatte es erst in den letzten Tagen bedauerlicherweise einen Lawinentoten in der näheren Nachbarschaft gegeben.

Durch die nur beschränkt zur Verfügung stehende Zeit wollte ich auch nicht zu weit zum Ausgangspunkt anreisen. Ich kramte in meinem gehirngespeicherten Wandertouren-Repertoire, überflog schnell meinen Schneeschuhtourenführer Zental-Österreich und bald ward das Tourenziel auserkoren:

Die Pleschnitzalm (Tour Nr. 11 im Band “Steiermark B / Schneeschuhregion Gröbming-Sölktäler“) sollte es werden. Eine einfache und einsame, aber landschaftlich doch reizvolle Schneeschuhroute, zu der ich auch ohne Weiteres meine neuen Bergkameraden Nico und Sammy mitnehmen konnte.

Also schnell ein kurzer Anruf – nein nicht bei den Hunden, sondern beim Herrl und Frauerl – und alles war geregelt. Kurze Anreise zur Abholung, wo mich die beiden bereits im Garten freudig erwarteten: Sammy mit einem Heulen, welches jedem Husky zur Ehre gereicht hätte und Nico mit einem Sprung aus dem Stand über den “Maschendrahtzaun” hinweg und auf mich hinauf.

Danach das übliche Prozedere mit der “Hundeverladung” in mein Auto und Anreise über Aich-Assach in die Gemeinde Gössenberg. Das ist übrigens auch jene Gemeinde, über die ich bereits einmal wegen deren “bemerkenswerten Wahlverhalten” berichtete (genau, das war jener Beitrag, wo ich über die Tatsache schrieb, dass den Grünen DER Wähler weggebrochen ist).

Das Tourengebiet in der Gemeinde Gössenberg südlich der Enns

Das Tourengebiet in der Gemeinde Gössenberg südlich der Enns

Der Routenverlauf über dem Ödensee entgegen dem Uhrzeigersinn

Der Routenverlauf über dem Bodensee entgegen dem Uhrzeigersinn

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Vom großen, nur von einer Handvoll Autos besetzten Parkplatz beim steirischen Bodensee brachen wir Drei auf. Zunächst ein kurzes Stück nordwärts auf der Anfahrtsstraße zurück, bald aber auf einem mit locker-flockigen Pulverschnee bedeckten, leicht steigenden Forstweg wieder Richtung Süden. Eine ältere, durch die Schneefälle der letzten Tage kaum mehr erkennbare Schispur wies den Weg.

Entgegen der Routenbeschreibung im Schneeschuhtourenführer folgten wir heute also nicht der zunächst parallel zum Tiefenbach verlaufenden Sommermarkierung ostwärts in den Wald hinauf. Von hier würden wir aber – über die Wiesenhänge auf der nördlichen Bachseite – wieder herunter kommen.

Wie üblich tobten sich Nico und Sammy zunächst einmal ordentlich aus, rannten um die Wette, nach vor und zurück, zankten im Spaß, manchmal auch mit einem Funken tierischen Ernstes.

Nico und Sammy schauen neugierig zum Bodensee hinunter

Nico und Sammy schauen neugierig zum Bodensee hinunter

Nach etwa 2 Kilometer östlich über dem Bodensee, auf dem die Freudenrufe (Freudenfreude oder Schadenfreude, das sei dahingestellt) der Eisstockschützen aus dem engen Talkessel bergwärts tönten, drehte sich die Wanderrichtung nun nach Südosten. Einige Kehren abkürzend stiegen wir über die auffällig kahlen Windwurfhänge höher zur verfallenen Hütte der Vockentalalm und zum Schluß noch einmal entlang der Forststraße bis zu deren Ende bei einer Jagdhütte.

Über steile, kahle Hänge zur Vockentalalm

Über steile, kahle Hänge zur Vockentalalm

Zunächst wollte ich eigentlich gleich wieder umdrehen und Richtung Pleschnitzalm weiter wandern, dann aber entschieden wir uns nach kurzer Abstimmung für den Aufstieg in das Kar, westlich von Scheibleck und Trifachkogel. Dort kamen wir auch bei jenem Unterstand vorbei, an dem ich bei meiner Rundwanderung über Pleschnitzzinken und Gamskarspitz (Schober) beim anspruchsvollen Abstieg vom Vockentalspitz im strömenden Regen Schutz suchte.

Aufstieg bis zum Karkessel unter Scheibleck und Trifachkogel

Aufstieg bis zum Karkessel unter Scheibleck und Trifachkogel

Wind und Frost bewogen uns aber bald wieder zur Umkehr, erst als wir schon wieder bei der Vockentalalm  unten waren, wurde das Kar vollends von strahlendem Sonnenschein durchflutet.

Bei der verfallenen Hütte der Vockentalalm

Bei der verfallenen Hütte der Vockentalalm

Über die ausschweifenden und verästelten Forststraßen auf den kahlen, steilen Windwurfhängen wanderten wir nun nordwärts. Obwohl jetzt grundsätzlich die Sonne die Oberhand behielt, waren wir durch ihren niedrigen Stand jetzt die längste Zeit erst wieder im Schatten.

Wie zum Spott zog sich die Sonne synchron zu unseren Schritten nordwärts zurück, so dass wir eigentlich ausschließlich im Schatten gehen mußten und der Frost zog jetzt am späteren Nachmittag merkbar an.

Gab es bei unserem Aufbuch in der Mittagszeit  beim Bodensee-Parkplatz noch “angenehme” -5°C , sollte es bei unserer Rückkehr um 17:00 Uhr schon auf -10°C abgekühlt haben. Deshalb sparten wir uns letztendlich die letzten Höhenmeter hinauf zur Pleschnitzalm und begnügten uns mit dem großartigen Ausblick auf Pleschnitzzinken und Scheibleck.

Herrlicher Ausblick auf den Pleschnitzzinken

Herrlicher Ausblick auf den Pleschnitzzinken

Stattdessen wechselten wir jetzt auf die andere Grabenseite, wo wir endlich in die Sonne gelangten, zu wärmen vermochte sie uns jetzt allerdings nicht mehr.

Nico versetzte mir einen kurzen Schreck, als er zu würgen und “speiben” begann. Erst zu Hause las ich in meinem Labrador-Retriever-Buch nach, dass alleine das Erbrechen kein Grund zur Besorgnis darstellt – und die Hunde einfach so ihre Leckerlis nicht ungern noch ein zweites Mal “genießen”. Als er schließlich alles wieder ratzeputz aufgefuttert hatte (ich gebe es zu – ich konnte nicht wirklich zuschauen) ging es fluxen Fußes weiter. Vielleicht war es auch der Schnee, den er immer wieder in schnappenden, gebissklappernden Happen zu sich nahm.

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Ohne weitere hervorhebenswerte Vorkommnisse erreichten wir schließlich wieder den Ausgangspunkt, von wo wir 3 durstigen Wanderer uns auf den Nachhauseweg machten.

Weitere Informationen zu dieser Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch

Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Frühere Schneeschuhtour Pleschnitzalm – Scheibleck

 

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtour Sonntagskogel

Mittwoch, 3. März 2010

Am vergangenen Wochenende bei unserer Schneeschuhwanderung auf den Tamischbachturm habe ich vom Gipfel aus das östliche Ende meines Wandertouren-Kerngebietes überblickt.

Heute war ich am anderen Ende des Kerngebietes in der entgegengesetzten Himmelsrichtung unterwegs. Von der Salzburger Gemeinde Annaberg-Lungötz wanderte ich über den Südanstieg auf den Sonntagskogel im Tennengebirge.

Eigentlich hatte ich diesen Gipfel bereits vorigen Winter auf meinem Schneeschuh-Tourenplan, als ich am 03.01.2009 vom Gehöft Quehenberger über die Nordseite aufsteigen wollte, mich dann aber etwas verstiegen habe und letztendlich auf der Gsenghöhe mit dem Berliner Kreuz gelandet bin.

Bereits sehr früh (um 05:30 Uhr) startete ich mit Stirnlampe bei einem großen Parkplatz in der Nähe eines Liftes im Lammertal. Der Ausgangspunkt war mir schon von einer früheren Wanderung vertraut, als ich am 22.07.2006 zu einer meiner bislang längsten Wandertouren in das Tennengebirge aufbrach, um über den Scharfen Steig auf 7 Gipfel aufzusteigen, darunter u.a. auch Fritzerkogel, Bleikogel und Hochkarfelderkopf.

Beim Aufbruch fielen noch einige Schneeflocken vom Himmel, in der letzten Nacht hatte es ca. 5 Zentimeter lockeren Pulverschnee geschneit. Der Mond bahnte sich aber immer wieder seinen Weg durch die Wolkendecke und ich war heute zuversichtlich, dass das vorhergesagte Schönwetter bald eintreten würde.

Bei Sonnenaufgang hatten sich die nächtlichen Wolken bereits weitgehend verzogen

Bei Sonnenaufgang hatten sich die nächtlichen Wolken bereits weitgehend verzogen

Kurz vor Sonnenaufgang hatten sich die Wolken dann tatsächlich großteils verzogen und auf halbem Wege auf einem Waldrücken zwischen der Forststraße und einer kleinen Jagdhütte begrüßte mich die Morgensonne.

Die Orientierung wurde mir durch einige ältere, ansatzweise sichtbare Schispuren erleichtert, das Spuren im Neuschnee blieb mir dadurch aber nicht erspart.

Die Tatsache, dass der Altschnee unter dem neuen Pulverschnee bereits in der Früh immer wieder einbrach, und so nicht gerade die einfachsten Schneeverhältnisse vorlagen, kam mir heute gerade recht, da ich wieder meine 2 Top-Schneeschuhmodelle für den alpinen Einsatz testen wollte.

Und die vielfältigen, variantenreichen Schneeverhältnisse von Pulver über Bruchharsch und von windgepresst über feste Kruste führten heute entgültig zu einer Entscheidung, welches Schneeschuhmodell (den Tubbs Flex Alp oder den MSR Denali Evo Ascent) ich heuer zu meinem Alpin-Sieger küre – doch dazu mehr in einem separaten Artikel.

Kleine Hütte an der Waldgrenze

Kleine Hütte an der Waldgrenze

Als ich die kleine Jagdhütte am unteren Ende des weiten Kares zum Hochkarfelderkopf erreichte, waren die umliegenden Gipfel im Tennengebirge alle gänzlich wolkenfrei und von einem dunkelblauen Himmel umgeben. Einzig eine kalte Brise wehte über die schneebedeckten Hügel im Kar.

Noch ist der Sonntagskogel nebelfrei

Noch ist der Sonntagskogel nebelfrei

Allmählich bildeten sich aber wieder Nebelansammlungen, zunächst nur kleine “Wattebäuschchen”, zunehmend aber dichtere und dunklere Wolken, die gerade in der Zeit am dichtesten wurden, als ich am Gipfel des Sonntagskogels stand, den man über den kurzen, leicht ausgesetzten Westgrat erreicht. Begrenzt auf der einen Seite durch eine ausgeprägte Wechte und  auf der anderen Seite durch einen abgeblasenen, grasbüschelbewachsenen Steilhang.

Nach kurzer Pause – der kalte Wind und Schneegrieseln aus dem feuchten Nebel waren nicht allzu verlockend – stieg ich am Anstiegsweg wieder ab.

Unterwegs kamen mir einzeln oder in kleinen Grüppchen etwa 10 Schitourengeher entgegen.

Im Wald unterhalb der Jagdhütte (ca. 1.600) sinkt man schon tief in den weichen Schnee ein, so dass ich froh war, auf einer Höhe von etwa 1.160 Meter wieder die Forststraße – und damit festen Boden unter den Füßen – zu erreichen.

Fazit dieser Tour: Großartige Landschaftsimpressionen !!

Weitere Informationen zu dieser Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtour Ennstaler Hütte – Tamischbachturm

Sonntag, 28. Februar 2010

Nachdem ich in der nächsten Wintersaison mit Admont – Johnsbach ein neues Schneeschuhzentrum in meinen Schneeschuhtourenführer Zentral-Österreich aufnehmen möchte, wollten wir (die AlpenYetin und ich) heute einmal anschauen, ob man den Tamischbachturm auch im Winter mit Schneeschuhen machen könnte, denn vom Sommer kannte ich diesen Gipfel ja bereits, als ich ihn im Anschluß an den Klettersteig auf die Tieflimauer besucht hatte.

Über die Ennstal Straße B320 und in der Folge die Gesäusestraße B146 reisten wir auf teilweise recht gefährlich vereister Fahrbahn bei unangenehm blendeden und spiegelten Lichtverhältnissen in den kleinen Ort Gstatterboden, der zur Gemeinde Weng im Gesäuse zählt.

Zahlreiche Schibusse – vornehmlich mit niederösterreichischen (Amstetten), aber auch oberösterreischichen Kennzeichen kamen uns entgegen.

Gleich zum Beginn der Tour gab es einen “kleinen Schock”, als genau zeitgleich mit uns eine längere Kolonne an Autos ebenfalls in den Ort abbogen und sich die zahlreichen Gruppenmitglieder anschickten, sich auf die Schitour auf den Tamischbachturm vorzubereiten.

Ein “kleiner Schock” war dies deshalb, da wir ja sehr ruhesuchende und naturverbundene Wanderer sind, und wir schon einige Male eher weniger gute Erfahrungen mit größeren Wanderergruppen gemacht hatten (Lärm, Müll, Hektik). Von alledem  – das sei vorweggenommen – sollten wir heute allerdings verschont bleiben.

Über eine vereiste Straße stiegen wir zur lieblich gelegenen Kapelle hinauf und weiter im Wald – dem Sommerweg folgend bzw. teilweise auch entlang einer Straße - bis zu den eingezäunten Wiesen beim Gstatterbodenbauer.

Aufstieg zur Kapelle (am Nachmittag im strahlenden Sonnenschein)

Aufstieg zur Kapelle (am Nachmittag im strahlenden Sonnenschein)

Der Ausblick auf unser Tourenziel – den Tamischbachturm – war zur morgendlichen Stunde noch reichlich wolkengetrübt. Irgendwie hatten wir in letzter Zeit kein wirkliches Wetterglück, bzw. hielt sich das Wetter nicht an die vorteilhaften Prognosen (Siehe auch die letzte Schneeschuhwanderung zum Hochunters).

Mehr als 1.000 Höhenmeter von den Almen zum Tamischbachturm

Mehr als 1.000 Höhenmeter von den Almen zum Tamischbachturm

Bis zur Niederscheibenalm und Hörantalm folgten wir noch dem einfachen Almweg, dann geht es etwas steiler, aber nie schwierig in den Wald hinein. Die steilsten Waldpassagen werden durch angenehm begehbare Serpentinen entschärft, lediglich zwischen dem Butterbründl und einer Jagdhütte muß man über die steingemauerten Kehren etwas konzentrierter zu Werke gehen.

Hatte in tieferen Lagen der Regen des Vortages der Schneedecke gehörig zugesetzt so gab es ab etwa 1.300 Meter Seehöhe guten Pulverschnee, der allerdings oberhalb der Baumgrenze in patzige Beschaffenheit bzw. in Windgangeln und Windharsch überging.

Nach der Jagdhütte wird das Gelände wieder flacher und bald haben wir die Ennstaler Hütte (1.544) an der Waldgrenze erreicht, nachdem uns kurz zuvor die ersten Schitourengeher eingeholt haben.

Von der Ennstaler Hütte Richtung Osten

Von der Ennstaler Hütte Richtung Osten

Da diese in der Folge aber auf die anderen Gruppenmitglieder warteten, war es – wie schon im Waldgelände weiter unten – abermals an uns, die Spur im teilweise sehr schweren Schnee zu ziehen. Lediglich ein Schitourengeher, der nicht zur großen Gruppe gehörte, folgte unserer Anstiegsspur, die wir über den Westrücken auf den Tamischbachturm wählten.

Der Weg von der Ennstaler Hütte auf den so nah scheinenden Gipfel zieht sich in der Folge aber ganz schön in die Länge und auch der Tatsache, dass diese Tour knapp 1.500 Höhenmeter zählt, muß man auf den letzten Höhenmetern bis zum Gipfelkreuz durch langsamere Schritte Tribut zollen.

Trotz der scheinbaren Nähe zieht sich der Weg noch gehörig in die Länge

Trotz der scheinbaren Nähe zieht sich der Weg noch gehörig in die Länge

Schließlich stehen wir aber am höchsten Punkt des kalt umwindeten Tamischbachturm. Der Ausblick kann nur als phänomenal bezeichnet werden und die Fernsicht reichte heute bis in die Hohen Tauern zu Großglockner, Hohe Dock, Großes Wiesbachhorn und Hohem Tenn.

Beim Gipfelkreuz am Tamischbachturm

Beim Gipfelkreuz am Tamischbachturm

Die höchsten Dachsteingipfel schienen zum Greifen nahe zu sein, ganz zu schweigen von den benachbarten Gesäusbergen Lugauer, Hochzinödl und Planspitze, Hochtor (mit 2.369 Meter nicht nur der höchste Gipfel der gleichnamigen Gruppe sondern der gesamten Ennstaler Alpen) und Großer Ödstein. Weiter südwestlich folgt die Reichensteingruppe mit Admonter Reichenstein, Sparafeld, Admonter Kalbling und Riffel.

Ingrid vor grandioser Gebirgskulisse

Ingrid vor grandioser Gebirgskulisse

Der Ausblick im Westen wird beherrscht durch den dominanten Großen Buchtstein. Rechts neben dem Kleinen Buchstein spitzelt das Große Maiereck hervor, welches ich neben unserer Überschreitung auch bereits einmal mit Schneeschuhen besucht habe.

Lediglich die Gipfel weiter im Norden (sind nicht mehr viele vor dem oberösterreichischen und niederösterreichischen Flachland) sowie im Osten (Hochschwabgruppe) sind mir noch weniger geläufig, obwohl ich auch hier schon etliche große Gipfelnamen mit Schneeschuhen erwandert habe.

Aber im Wesentlichen endet (derzeit) mein Kerngebiet im Osten mit den Ennstaler Alpen.

Der kalte, schneidige Wind ließ uns nicht mehr länger im Gipfelbereich verweilen und so machten wir uns wieder auf den Rückweg. Die große Schitourengehergruppe kam uns beim Abstieg “feinsäuberlich aufgefädelt” entgegen. Bemerkenswerterweise konnte mir keiner der 3 von mir befragten Schifahrer erklären, wo sie denn abfahren wollten.

Alle “gehen bloß mit”.

Schitourengeher - wie auf einer Perlenkette aufgefädelt

Schitourengeher - wie auf einer Perlenkette aufgefädelt

Bei den heutigen Schneeverhältnissen waren Ingrid und ich mehr als froh, die Schneeschuhe gewählt zu haben. Die wirklich lohnenswerten Abschnitte dürften sich auf maximal 200 bis 300 Höhenmeter beschränkt haben.

Auch die meist wenig eleganten Abfahrtsspuren des Schitourengehers, der mit uns am Gipfel war, legten Zeugnis ab, dass der weiche, patzige Schnee (das “Koch” wie man bei uns zu sagen pflegt) in tieferen Lagen nicht sonderlich aufregend war. Dazwischen stellenweise Bruchharsch und ein paar Windgangeln.

Über den Anstiegsweg stiegen wir wieder zurück ins Tal.

Fazit dieser Tour: Der Tamischbachturm ist auch für Schneeschuhwanderer eine äußerst lohnenswerte Tour – allerdings nur bei günstigen Schneeverhältnissen ROT (sonst oberhalb der Ennstaler Hütte eher SCHWARZ).

Weitere Informationen zur Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian