Archiv für die Kategorie „Schneeschuhtouren“

Schneeschuhtour Matillenalm – Hangofenhütte

Montag, 5. April 2010

Die heutige Schneeschuhwanderung am Karsamstag sollte uns zur Matillenalm – auch Mathildenalm genannt – führen. Ursprünglich hatte ich mir für heute ja eine größere Schitour vorgenommen. Die nach den letzten starken Schneefällen wieder etwas angespannte Lawinensituation in den Hohen Tauern ließ mich aber in den Niederen Tauern bleiben.

Und nach den wenig verlockenden Schneeverhältnissen bei der gestrigen Schneeschuhtour zur Keinprechthütte habe ich heute die Schneeschuhe vorgezogen. Dabei habe ich es in dieser schön langsam ausklingenden Winter-Saison 2009/2010 das erste Mal bereut, nicht die Tourenschi gewähl zu haben.

Über die kleine steirische Gemeinde Öblarn fuhren wir südostwärts in den langgezogenen Graben des Walchentales, wo knapp vor dem Gasthof zum Bergkreuz nach rechts eine Forststraße abzweigt (Fahrverbot) und über einige Kehren und an so mancher Abzweigung vorbei, im Wesentlichen aber immer knapp östlich des Matillenbaches bergwärts führt.

Das Tourengebiet südlich von Öblarn

Das Tourengebiet südlich von Öblarn

Der Routenverlauf Matillenalm - Hangofenhütte entgegen dem Uhrzeigersinn

Der Routenverlauf Matillenalm - Hangofenhütte entgegen dem Uhrzeigersinn

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Anfangs noch aper bzw. nur von wenigen Zentimetern Schnee bedeckt, wächst die Schneehöhe am Forstweg bald recht stark an. Weiter oben fressen sich tiefe Traktorfurchen in Alt- und Neuschnee.

Bei einer Höhe von etwa 1.200 Meter Höhe quert der Forstweg den Matillenbach, in etwas “unruhigem” Gelände im Bachbett über Baumstämme turnend steigen wir höher. Hier würde sich eher empfehlen, über den freien Schlag rechts des Bachbettes aufzusteigen und weiter oben wieder auf die andere Bachseite zu queren.

In der Folge wird der Wald zunehmend steil. Oberhalb von etwa 1.300 Meter Seehöhe lassen es mich perfekte Pulverbedinungen auf meist tragfähiger Altschneedecke bereuen, heute nicht doch die geplante Schitour unternommen zu haben.

Nico und Sammy genießen den frischen Pulverschnee

Nico und Sammy genießen den frischen Pulverschnee

Gelegentlich breche ich aber durch die Schneedecke und Nico eilt dann meist fürsorglich zu mir, um Nachschau zu halten, ob es mir gut geht. Ein Verhalten, welches ich auf schon früher einige Male bei ihm beobachten konnte. Im Umfeld einiger älterer, eingeschneiter Schispuren steigen wir – teilweise auch etwas mühsamer – höher, bis wir schließlich einen lichteren und weniger steilen Waldabschnitt erreichen.

Hier verlassen wir die Schiroute und queren nach links – Richtung Westen – weitgehend eben hinüber, bis wir das schöne, freie, idyllische Almgelände der Matillenalm unter uns überblicken. Bei der rustikalen Bank vor einer der Almhütten lasse ich mich nach Jausenstärkung für mich und “meine Mannen” zu einem erholsamen Schläfchen in der herrlichen Mittagssonne nieder.

Tiefblick zur Matillenalm

Tiefblick zur Matillenalm

 

Gelegegentlich werde ich dabei aus dem Dösen gerissen, wenn mir einmal eine große, rauhe Zunge und dann wieder eine kleine, glatte, spitze Zunge im Ohr herumleckt. Gerüchte, wonach ihr mir wieder einmal die Ohren putzen sollte, sind natürlich nur boshafte Unterstellungen ;-)

Wenn sie gerade einmal nicht an mir herumlecken wecken mich die beiden auch mit ihren Streitereien um den einen oder anderen Ast, den es feinsäuberlich zu zerlegen gilt. Natürlich hat es Sammy immer auf den Holzscheit abgesehen, den Nico gerade bearbeitet. Gibt dieser ihn “kampflos” her, verliert der Kleine aber wieder sehr rasch das Interesse.

Holz kann ja soooo verlockend sein

Holz kann ja soooo verlockend sein

Dann hat sich Sammy darauf spezialisiert, mit Zweigen im Maul ganz nah an mir vorbei zu stolzieren und mich dabei mit dem Ast zu berühren. Wenn ich dann danach fasse, läuft er schadenfroh davon um sich kurz darauf wieder anzuschleichen.

Heute habe ich auch eine neue Verhaltensweise bei Nico beobachten können, die mir bei unserer gestrigen Schneeschuhwanderung zur Keinprechthütte zum ersten Mal aufgefallen war, als wir Sammy verloren und wieder gefunden hatten. Nico bestraft oder provoziert Sammy, indem er ihn mehr oder weniger unsanft mit der kräftigen Nase schubst, was das Leichtgewicht schon einmal aus der Spur bringen kann. Sammy reagiert mit dem bekannten Zwicken. Bis jetzt hatte ich immer geglaubt, dass die Ranglereien allein von Sammy ausgingen. Hatte ich mich da getäuscht, oder war das nur das Bestrafungsverhalten, welches  mir seit Nicos und meiner Suche nach dem verschwundenen Sammy auffiel?

Nach mehr als einer Stunde – die Zeit ist wie im Flug vergangen – machen wir uns wieder auf den Weg. Über einen kleinen Lawinenkegel steigen wir auf einem steileren Hang auf den Ansatz des nach West bzw. Südwest ziehenden Rückens Richtung Gumpeneck.

Noch knapp 350 Höhenmeter auf das Gumpeneck

Noch knapp 350 Höhenmeter auf das Gumpeneck

Ihm folgen wir bis auf eine Höhe von ca. 1.870 Meter, wo es in einer größeren Mulde zunächst leicht bergab und drüben wieder mäßig ansteigend bergan geht. Der Himmel hat sich mittlerweile aber verschleiert, und der Wind trug ebenfalls nicht unbedingt dazu bei, sich dem Gipfel des Gumpeneck noch weiter zu nähern. Zumal ich Nico auch am schmäleren Rückenabschnitt nun an die Leine nehmen mußte, weil er sich immer zu weit den senkrecht nach Süden abfallenden Felswänden näherte.

Nico beobachtet fasziniert die Schifahrer, die vom Hangofen bzw. Plöschmitzzinken herunter kamen

Nico beobachtet fasziniert die Schifahrer, die vom Hangofen bzw. Plöschmitzzinken herunter kamen

Die Schifahrer, die drüben in der Ferne gelegentlich vom Plöschmitzzinken herabkamen, hatten es ihm angetan. Das hügelige Kar zu unseren Füßen sollte aber sehr gut mit Schneeschuhen bewältigbar sein. Also kehrten wir wieder um und suchten uns einen halbwegs gemächlichen Abstieg zu dem anfangs noch schmalen Bacheinschnitt, der weiter unten zur Matillenalm hinabfließt.

Schispuren Richtung Plöschmitzzinken. Ganz rechts auf Höhe der Bildmitte jene kleine Hütte, die wir nun ansteuern.

Schispuren Richtung Plöschmitzzinken. Ganz rechts auf Höhe der Bildmitte jene kleine Hütte, die wir nun ansteuern.

Bald aber weitet sich das herrliche Kar und gemütlich wandern wir den zahlreichen Wedelspuren entegen, die aus der Nordseite des Kühofenspitz herabkamen und Richtung Plöschmitzzinken wieder aufstiegen. Diesen Aufstiegsspuren folgten wir ein Stück lang, bis wir zu einer kleinen Hütte (vermutlich eine Jagdhütte) bei einer Höhe von knapp über 1.900 Höhenmeter gelangten.

Im Kar Richtung Kühofenspitze

Im Kar Richtung Kühofenspitze

Hier ist es Nico im Vorauslaufen gelungen, einen Knochen aus dem frei gewehten Hüttenumfeld zu graben und genüßlich zu benagen, solange ich noch nicht bei ihm war. In letzter Zeit schafft er es bei aperen Stellen immer öfter, Knochen oder abgenagte Tierschädel auszubuddeln. Auf mein Schimpfen reagierte er zuerst beleidigt, was sich aber nach einige Leckerlies schnell legte.

Der Wind hier heroben wurde immer kräftiger und unangenehmer und so stiegen wir bald wieder ab. Ein kurzes Stück folgten wir zunächst wieder unserem Aufstiegsweg und dann weiter Richtung Osten wo wir in der Folge  bald auf die Schispuren vom Plöschmitzzinken trafen.

Abstieg zur Hangofenhütte

Abstieg zur Hangofenhütte

Ihnen folgten wir nun – an der Hangofenhütte vorbei – eine Geländestufe tiefer ins Englitztal. Ab hier leitete uns die kurvenreiche Forststraße an den dunklen Höhleneingängen bei der Weißen Wand vorbei hinab ins Walchental, wo wir kurz nach dem Gasthof zum Bergkreuz wieder unseren Ausgangspunkt erreicht haben.

Weitere Informationen zur Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Frühere Touren im Umfeld der Hangofenhütte:

Von einer Schneeschuhtour Richtung Hangofen am 07.02.2004 habe ich leider keine Fotos, dafür umso schönere von der Schitour auf Plöschmitzzinken und Hangofen.

Auch bei einer langen Wandertour mit Gratüberschreitung vom Gumpeneck über die Kühofenspitze zum Hangofen habe ich dieses Gebiet bereits besucht.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtour Neualm – Keinprechthütte

Sonntag, 4. April 2010

Untertitel: Hundewanderung mit eineinhalb Schrecksekunden.

Am heutigen Karfreitag sollte uns die Tour wie schon letzten Sonntag bei der Schneeschuhwanderung auf den Kochofen in die nördlichen Schladminger Tauern führen. Neben der Freude, wieder mit meinen Leihhunden Nico und Sammy (sprich Niko und Sämmi) unterwegs sein zu dürfen, sollte die heutige Schnuppertour vor allem Aufschluß über die aktuellen Schneeverhältnisse liefern, da ich für den Karsamstag eine anspruchsvollere Schitour plante.

Aufbruch in Rohrmoos-Obertal beim Parkplatz Hopfriesen, wo bereits einige Autos abgestellt waren. Die mit ca. 1 cm Neuschnee bedeckte Forststraße Richtung Eschachalm verriet, dass heute schon einige Schitourengeher unterwegs waren. Allerdings mußten sie ihre Schi am Schranken vorbei mindestens eine halbe Stunde lang tragen, ehe die Schneedecke hoch genug wurde.

Wie schon am Kochofen wälzten sich Nico und Sammy auch heute wieder überschwänglich im Pulverschnee, während die Vormittagssonne angenehme Wärme spendete.

Sammy und Nico wälzen sich im Neuschnee

Sammy und Nico wälzen sich im Neuschnee

Bei der Eschachalm überholte uns ein Schitourengeher, der mit seinen Langlaufschi zum Duisitzkarsee aufsteigen wollte. Das am Vormittag noch frisch eingeschneite Almgelände sollte sich am Nachmittag bei der Rückkehr bereits wieder als grüne-braune Wiese zeigen.

Bei der frisch eingeschneiten Eschachalm

Bei der frisch eingeschneiten Eschachalm

Für den Aufstieg zur Keinprechthütte wählten wir die Variante über den Forstweg. Dazu folgten wir zunächst noch ein Stück der Route Richtung Duisitzkarsee ehe wir nach einer 180°-Kehre scharf nach links abzweigten. Die Schitourengeher Richtung Neualm haben sich allesamt für die Route über den Waldsteig entschieden. Weiter oben, bei einer Seehöhe von etwa 1.375 Meter trafen wir dann auf ihre Aufstiegsspuren. Ab hier konnten sie auf der Forststraße endlich ihre Schi anlegen, im Wald war die Schneehöhe definitiv zu gering.

Wegen der weichen Schneedecke – trotz der letzten recht kalten Tage wurde der Schnee nicht mehr richtig hart – legten wir eine eigene Spur parallel zu den Schispuren an, um diese nicht völlig zu zertreten. Diese Schneeverhältnisse luden nicht gerade zu der geplanten Schitour am nächsten Tag ein, zumal es da auch noch wesentlich wärmer werden sollte (ein Irrtum, wie sich bei der Schneeschuhwanderung auf die Matillenalm in den nördlichen Wölzer Tauern heraustellen sollte).

Feucht und patzig präsentierte sich also der Schnee – zumindest bis zur Neualm auf einer Höhe von knapp über 1.600 Meter Höhe. Erst darüber wurden die Verhältnisse besser und oberhalb der Keinprechthütte herrschten trotz oder auch durch die fast 20 Zentimeter Neuschnee prächtige Schiverhältnisse, wie auch die 3 Schitourengeher bestätigten, die gerade von den Vetternspitzen abgefahren waren und bei der Neualam angesichts des ab hier schweren und stumpfen Schnees gerade eifrig am Wachseln waren.

Bereits etwas früher hatten wir 2 junge tschechische Pärchen überholt, die zur Keinprechthütte aufsteigen und im dortigen Winterraum übernachten wollten, nachdem sie für der Ignaz-Mattis-Hütte oberhalb der Giglachseen keinen Schlüssel bekommen hatten.

Noch waren Wetter und Ausblick prächtig

Noch waren Wetter und Ausblick prächtig

Allmählich begann sich der Himmel einzutrüben und das Wetter sollte sich heute leider auch nicht mehr wesentlich bessern. Eine kurze (oder eigentlich gar nicht ganz so kurze) Schrecksekunde gab es oberhalb der Neualm, als Sammy plötzlich verschwunden war. Auf das Pfeifen und Rufen, welches ihn gewönlicherweise sofort zum freudigen Anbrausen veranlaßte, gab es zunächst keine Reaktion, keinen Laut …

Bis plötzlich 4 oder 5 Mal jämmerlich winselndes Bellen zu vernehmen war, welches mir ehrlich gesagt, Angstschauer über den Rücken jagte. Angst um den kleinen Sammy, der in seiner ungestümen Neugier irgendwo in ein Loch oder in einen der Bachläufe gefallen sein könnte.

Ich rief nach Sammy und auch der ansonsten stumme Nico ließ sich zu einem lauten, tiefen Bellen hinreißen. Er schien meine Angst zu bemerken und trabte sofort in Richtung des vorhin zu vernehmenden Heulens von Sammy. Aber alles war nun still. Kein Laut mehr. Wir stiegen auf den steilen Waldhang. Hier gab es etliche Felsblöcke mit tiefen Spalten an ihren Rändern.

Sollte Sammy hier irgendwo hineingefallen sein. So klein er auch sein mag, so ist er doch ein “wilder Hund”, der es liebt, von Hindernissen hinabzuspringen. Hier war aber nichts zu finden. Also noch einmal zum Ausgangspunkt. Welche Spuren aber waren nun von Nico und welche von Sammy. Normalerweise unterscheiden sich die Spuren ganz deutlich. Hier die kleinen Tapser von Sammy und dort die großen Bärentatzen von Nico.

Bei dem feuchten, schweren, patzigen Schnee waren die Unterschiede aber schwer auszumachen. Noch einmal in den Wald hinauf. Rufen, Pfeifen – keine Reaktion. Ich machte mir Vorwürfe, überlegte noch einmal. Wir dürfen nicht zuviele verwirrende Spuren machen. Warum meldet er sich nicht neuerlich durch Bellen. Auch Nico wird sichtlich nervöser. Schnüffelt, sucht, schaut, hört – Nichts.

Wieder hinab zum Bachlauf, wo ich ihn zuletzt gesehen hatte. Hier mußte ich nämlich extra für ihn eine eigene Route suchen, da er sich nicht über den zuvor gewählten Übergang traute.

Hier führten seine Spuren weg. Waren das überhaupt seine? Meine würden es sicher nicht sein. Dann hinauf da unter einem Baum hinein. Bei tiefem Schnee zieht er die aperen Stellen unter den Bäumen vor, um kraftschonender vorwärts zu kommen. drüben führt die Spur wieder raus …..

Und da sehe ich ihn plötzlich: Sammy steht kaum 2 Meter unterhalb des Waldrandes vor dem letzten Baum, den wir gerade untersucht haben und scheint uns interessiert zu beobachten. Auf mein erleichtertes Ausrufen seines Namens kommt er endlich angelaufen – keine Verletzungen – alles bestens. Die Wiedersehensfreude war groß, die Begrüßung innig.

Falls ich bis jetzt ein schmutziges Gesicht gehabt haben sollte – jetzt war ich auf jeden Fall sauber. Normalerweise bin ich auf Sammys und Nicos Liebesbezeugungen mit fest zusammengepressten Lippen vorbereitet. In der Euphorie des Wiedersehens war ich jetzt aber wohl etwas zu unaufmerksam und konnte deshalb einen “Zungenkuss” nicht mehr vermeiden.

Gemeinsam stapften wir jetzt wieder weiter, Sammy sollte heute aber den ganzen weiteren Aufstieg bis auf wenige Ausnahmen immer an meinen Fersen kleben. Ich glaube, auch für ihn war das ein ziemlicher Schreck. Das Gewinsel-Geheule-Gebell führe ich darauf zurück, dass er einfach Angst hatte, weil er uns aus den Augen verloren hat.

Die zweite Schrecksekunde – weil ich es aber vorausgesehen hatte, zähle ich sie nur halb – ergab sich etwas später, als bei einer der wenigen Ausnahmen Sammy wieder einmal vorauslief und dabei einen zugeeisten Bachlauf querte. Während er problemlos über das trügerische Eis tänzelte, brach der mit 35 Kilogramm wesentlich schwerere Nico durch die dünne Schicht ein. Das Wasser war aber nicht allzu tief und Labrador Retriever sind im Grunde ohnehin Wasserratten.

Nico ist gerade im Eis eingebrochen, Sammy möchte ihm helfen

Nico ist gerade im Eis eingebrochen, Sammy möchte ihm helfen

Für Sammy ein passabler Übergang, Nico war aber zu schwer

Für Sammy ein passabler Übergang, Nico war aber zu schwer

Aber diese zwei Erlebnisse führten dazu, dass ich in der Folge sehr folgsame und brave Hunde an meiner Seite hatte ;-)

Leider schloss sich die Wolkendecke nun vollends, die Sicht war dementsprechend nicht die beste, die Aussicht sowie die Alpineindrücke etwas gedämpft. Die Temperaturen waren aber recht angenehm.

Durch das herrliche Tal Richtung Talschluß und nach rechts hinauf zur Keinprechthütte

Durch das herrliche Tal Richtung Talschluß und nach rechts hinauf zur Keinprechthütte

Bei der tief eingeschneiten Keinprechthütte angekommen, gönnten wir uns eine kurze Pause und Jause und betrachteten die Wedelspuren, die über das Steilgelände aus Richtung Vetternspitzen herunter führten. Danach stiegen wir mit einer kleinen Variante wieder ab zur Neualm und am Anstiegsweg mit einigen Waldabkürzungen entlang der Sommermarkierung wieder zurück zur Eschachalm und hinaus zum Ausgangspunkt.

Noch viel Schnee bei der Keinprechthütte

Noch viel Schnee bei der Keinprechthütte

Der Schnee auf den Almwiesen war mittlerweile schon wieder geschmolzen.

Weitere Informationen zu dieser Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
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Frühere Touren im Umfeld der Keinprechthütte:

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtour Kochofen

Sonntag, 28. März 2010

Auch heute wieder ein Wochenendtag, wo ich mir wegen der unsicheren Wetterprognose eigentlich keine Tour vorgenommen hatte. Aber bereits vom frühen Morgen an lachten die mit frischem Neuschnee bedeckten Berggipfel vor dem Hintergrund des blauen Himmels über die Nebelschwaden.

Kurzerhand habe ich am Vormittag also noch schnell 2 “Bergkameraden” zusammen gerufen bzw. diese “organisiert”. Dauerläufer Sammy und Kraftpaket Nico würden mich bei der heutigen Schneeschuhwanderung wieder begleiten.

Auffahrt auf der ca. 6 Kilometer langen Bergstraße von Moosheim (Gemeinde Michaelerberg) zum Michaelerberghaus. Der Niederschlag der letzten Nacht, der im Tal als starker Regen zu Boden ging, hat hier am Berg als frischer Neuschschnee seine weißen Spuren hinterlassen.

Ausgangspunkt Michaelerberghaus in 1.203 Meter Höhe

Ausgangspunkt Michaelerberghaus in 1.203 Meter Höhe

Teilweise war es im obersten Abschnitt auf der ungeräumten Fahrbahn gar nicht so einfach, das Auto von seinem “Wunsch nach Schlingern” abzuhalten. Jungfräulich zeigte sich der Weg Richtung Kochofen, aber auch die links und rechts abzweigenden Forstwege waren noch unverspurt – was sich am Nachmittag bei der Rückkehr vor allem Richtung Stiegleralm deutlich geändert haben sollte – jene Alm, die uns von unserer Silvester-Wandertour noch in guter Erinnerung war.

Steil startet der gut beschilderte Ziehweg Richtung Kochofen in den Wald hinauf, für die beiden Hunde aber kein Problem. Im Gegenteil – sie schienen es zu genießen, den hinter ihnen Keuchenden zu ziehen.

Aber nicht nur die Zugarbeit, vor allem der Neuschnee förderte eine Ausgelassenheit hervor, die ich in diesem Ausmaß bei den beiden bisher noch nicht gekannt hatte. Sie brachten den Weg im unteren Abschnitt fast durchwegs sich im Schnee wälzend hinter sich. Man sah es ihnen deutlichst an, wie sie das weiße Element nach einer 14-tägigen Abstinenz unten im aperen Tal genossen.

Über Nacht ist wieder kurzfristig der Winter eingekehrt

Über Nacht ist wieder kurzfristig der Winter eingekehrt

Bei der Weggabelung entschieden wir uns für die Route über das Loskögerl, zunächst noch kurz entlang eines Forstweges und später im mittelsteilen Wald bergan. Vom Pruggerer Galsterberg trieb der schwache Wind immer wieder Lautsprecherwortfetzen herüber – hier dürfte eine Sportveranstaltung in Gang gewesen sein.

Nach einer kurzen Flachpassage (hierher führt auch ein Forstweg) folgt ein weitere Aufschwung bis zu einer Höhe von ca. 1.700 Meter. Auch hier queren wir noch einmal einen Forstweg, den wir später bei der Rückkehr dann für den Abstieg gewählt haben.

Zuletzt folgen noch 200 Höhenmeter über einen schmalen Westrücken. Die ca. 5 cm Neuschnee fallen in dieser Region nicht weiter auf. Trotz Schneeschuhe breche ich bis über die Knie – teilweise auch bis zu den Hüften – in der bis zum Grund durchfeuchteten Schneedecke ein. Den Hunden geht es zwar ob ihres leichteren Gewichtes etwas besser, aber auch sie müssen sich sichtlich durch den schweren, patzigen Schnee plagen.

Und so sind wir alle drei froh, als wir wenige Meter unterhalb des Gipfels das steile Waldgelände verlassen und auf das recht ebene, baumfreie Gipfelplateau des Kochofen mit seinem hohen Gipfelkreuz treten.

Beim Gipfelkreuz am Kochofen

Beim Gipfelkreuz am Kochofen

Im Gegensatz zu den meisten meiner bisherigen Besuche hielt sich der Wind heute sehr in Grenzen. In der zwischenzeitlich durch die Wolkendecke blinzelnden Sonne war es sogar richtig mild. Zeitweise hatte es aber den Eindruck, als würde es gleich zu regnen beginnen.

Dunkle Wolken über dem Grimming

Dunkle Wolken über dem Grimming

Beim Abstieg folgten wir zunächst wieder 200 Höhenmeter unseren Aufstiegsspuren und hielten uns dann an die bereits zuvor erwähnte Forststraße. Auf ihr wechselten wir hinüber zur Markierung der alternativen Kochofen-Anstiegsroute über die Ostseite und folgten dem Wanderweg bis zur Weggabelung “Michaelerberghaus – Kochofen – Stein an der Enns – Kleinsölk”.

Einige “Wumm-Geräusche” mit schlagartig folgenden bis zu 50 Meter langen deutlichen Anrissstellen auf den mäßig steilen Schneehängen warnten vor der nicht zu unterschätzenden Lawinengefahr. Unten im Tal mochte man sich gar nicht richtig vorstellen, dass hier heroben am Berg nach diesem lange Zeit schneearmen Winter für Ende März noch solche großen Schneemassen liegen.

Wumm-Geräusche und lange Anrisse in der Schneedecke

Wumm-Geräusche und lange Anrisse in der Schneedecke

Über Forstwege und diese mehrmals durch den Wald abkürzend, gelangten wir wieder zurück zum jetzt am Nachmittag sehr gut besuchten Michaelerberghaus. Der Schnee des Vormittages mußte sich im Umfeld des Schutzhauses allerdings der kräftigen Frühjahrssonne geschlagen geben.

Weitere Informationen zur Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenbuch

Der Kochofen, zu meinen 3 meistbesuchten Wandergipfeln zählend, ist sicher nicht das Paradeziel über dem Ennstal, durch seine einfache Erreichbarkeit das ganze Jahr über aber ein lohnenswerter, eher einfacher und durchaus reizvoller Aussichtsberg, mit markierten Anstiegswegen aus verschiedenen Ausgangsorten und Himmelsrichtungen.

Der heutige Routenverlauf: Links bzw. unten die Aufstiegsroute über das Loskögerl, rechts bzw. oben die Abstiegsroute

Der heutige Routenverlauf: Links bzw. unten die Aufstiegsroute über das Loskögerl, rechts bzw. oben die Abstiegsroute

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Weitere Tourentipps im Umfeld des Kochofen:

Konditionsstarke Weitwanderer finden mit dem Übergang über den Lafenberg und den Dromeisspitz bis zum Spateck und eventuell sogar noch weiter bis zum Schusterstuhl oder Säuleck eine ausgewachsene Tagestour vor, bei der sich der Kreis mit der Rückkehr über die Schladminger Alm und Stiegleralm zum Michaelerberghaus wieder schließt.

 

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtour Aignerhöhe – Gebreinspitze – Labspitze

Sonntag, 21. März 2010

Kommt es mir nur so vor, oder gibt es wirklich keine von frühmorgens bis spätabends durchgängig wettermäßig schönen Wandertage mehr mit klarer Sicht und strahlend blauem, wolkenlosen Himmel.

Heute wäre zwar ein solcher Tag vorhergesagt gewesen, deshalb habe ich mir auch extra frei genommen, doch wie so oft hielt sich auch heute das Wetter nicht an die Prognosen der Wetterfrösche.

Aber irgendwie finde ich es ja gar nicht so schlecht, dass sich die Natur nicht zu 100 Prozent vorher berechnen läßt, und noch beruhigender ist es, dass das Wetter kein “Wunschkonzert” ist und sich dementsprechend auch nicht beinflussen läßt.

Nun aber zur heutigen Tour:

Anreise von Norden über die Tauernautobahn A10 nach Zederhaus. Die Autobahn-Mautgebühr, welche bei einem Kassaautomaten zu bezahlen ist, beträgt nach wie vor wohlfeile 4,50 Euro (je Richtung).

Über die am frühen Morgen abschnittsweise vereiste Straße folge ich der Beschilderung Richtung Riedingtal bis zur Fahrverbotstafel in Wald. Noch ist der Parkplatz leer – oder fast leer – denn eine kleine Kärtner Gruppe hat ihre Tourenschi bereits etwas weiter oben beim Beginn der Schneefahrbahn abgeladen.

Der von zahlreichen Schispuren plattgebügelte Almweg an der Neuseßwirtalm vorbei läßt sich frühmorgens auch ohne Schneeschuhe bestens begehen, ohne auch nur den Ansatz des Hauches eines Millimeters einzusinken. Allerdings ist es mir in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit gelungen, in der blanken, harten und leicht vereisten Spur gehörig auszurutschen.

Bei der Muhreralm angekommen, ist es nun an der Zeit, die Schneeschuhe anzulegen. Die weiterführenden Schispuren teilen sich hier sternförmig in alle Richtungen auf – ich folge der Route nach Osten über das moderate Gelände an der Aigneralm vorbei auf die Aignerhöhe.

Bei der Muhreralm

Bei der Muhreralm

Von hier geht es entlang des stark überwechteten Rückens weiter nordostwärts Richtung Stampferwand, die ich zwar gerne ebenfalls bestiegen hätte, die Schneeverhältnisse mahnten mich aber zur Vernunft und Vorsicht. Unzählige Wumm-Geräusche wiesen auf die drohende Lawinengefahr hin, an etlichen Stellen konnte man bereits abgegangene Schneebretter und Nassschneelawinen beobachten.

Die Stampferwand habe ich heute ausgelassen. "Ich komm wieder, keine Frage".

Die Stampferwand habe ich heute ausgelassen. "Ich komm wieder, keine Frage".

Erst in den letzten Tagen waren wenige Kilometer Luftlinie entfernt bei Obertauern bei 2 Lawinenabgängen 2 Lawinentote zu beklagen.

Also spazierte ich lieber am annähernd flachen Gelände hinüber zur Gebreinspitze und von hier am Verbindungsrücken weiter zur Labspitze, die wir bereits einmal bei einer Schitour besucht hatten. Überhaupt waren mir viele der umliegenden, von Zederhaus aus erreichbaren Gipfel bereits von vorangegangenen Wintertouren oder Sommerwanderungen bekannt.

Auf der Aignerhöhe schien ein reges Kommen und Gehen (oder besser Abfahren) zu herrschen. Auch über die Trimmingeralm konnte ich einige Schitourengeher erkennen. Interessanterweise steuerten diese aber keinen Gipfel an, sondern fuhren auf halbem Wege wieder ein Stück zur Alm zurück, um dann neuerlich aufzusteigen.

Damit kehrt sich einer der Unterschiede zwischen Schitouren und Schneeschuhwanderungen im Frühjahr wieder um. Während ich normalerweise (im Hochwinter) davon spreche, dass bei Schneeschuhtouren “der Weg das Ziel” ist und auch das bloße Herumschweifen im Gelände schon viel Freude bereitet, strebt der klassische Schitourengeher eher einem bestimmten Ziel (meist ein Gipfel) zu, wo schöne Hänge auf die (bevorzugt Pulver-)Abfahrt warten.

Anders im Frühling bei Firnbedingungen. Hier erlebt man bei Schitourengehern (vor allem bei den Spätaufstehern unter ihnen) schon einmal, dass sie auf halber Strecke kehrt machen, um wenigsten wenige Höhenmeter in den Genuß des verlockenden Firns zu gelangen. 1 oder 2 Stunden später könnte die Sonne dem erhofften Abfahrtsvergnügen bereits einen Strich durch die Rechnung gemacht haben und man watet im “Schneesumpf” talwärts.

Abstiegsgelände von der Labspitze zu einer kleinen Hütte - dem Mankei-Bau (ca. Bildmitte)

Abstiegsgelände von der Labspitze zu einer kleinen Hütte - dem Mankei-Bau (ca. Bildmitte)

Von der Labspitze visiere ich in gerader Linie Richtung Westen ein kleines Hütterl nördlich der klassischen Schiroute auf die Labspitze an. Die aussichtsreiche Hütte ist mit der Aufschrift “Mankei-Bau 1998” gekennzeichnet. Hier dreht sich meine Wanderrichtung nach Südwesten und dem Verlauf einer Schispur folgend strebe ich der Trimmingeralm zu.

Auch hier wieder erhöhte Gefahrenanzeichen von Lawinenabgangsbereitschaft, weshalb ich aus Vorsichtsgründen lieber einige Umwege mache. Während die beiden (den Stock-Einsätzen nach zu urteilen) Schitourengeher über gefährlich eingewehte Hänge scheinbar problemlos drüber gefahren sind, flößen mir die Wumm-Geräusche und das fast 1 Meter tiefe Einsinken im Schwimmschnee gehörigen Respekt ein.

Ich halte mich daher liebe an einige teils abgewehte Geländerücken und stelle für mich die Theorie auf, dass Schneeschuhtouren nicht nur deshalb sicherer sind als Schitouren, weil man eher nicht so steile Hänge beschreitet, sondern auch weil man die Gefahr viel eher erkennt. Nämlich dann schon, wenn man am Rand eines eingewehten Hanges die ersten bedrohlichen Anzeichen wahrnimmt und nicht erst wenn man – vor allem bei der Abfahrt – sich schon mittem im Gefahrenhang befindet.

An der aussichtsreichen Trimmingeralm vorbei, die mir von der bereits vorhin erwähnten Schitour auf die Labspitze sowie auch von meiner Bergwanderung auf Hochfeind und Zwillingwand bekannt war, folge ich zunächst wieder den Schispuren.

Bei der Trimmingeralm. Links die Aignerhöhe, oberhalb der Bildmitte die Stampferwand, ganz rechts die unscheinbare Gebreinspitze.

Bei der Trimmingeralm. Links die Aignerhöhe, oberhalb der Bildmitte die Stampferwand, ganz rechts die unscheinbare Gebreinspitze.

Allerdings nur ein kurzes Stück, denn schon bald erspähe ich rechts unten im Wald eine freie Wiesenlichtung mit der lieblich gelegenen und liebevoll dekorierten Huberalm.

Von hier folge ich wieder einigen Schispuren im dichten Wald nördlich vom Kleinen Kesselbach talwärts. Auf dieser Route war ich mehr als froh über meine Schneeschuhe. Hier und bei den heutigen “Schneegatschbedingungen” mit Schi abfahren zu müssen, dürfte selbst für begnadete Schiathleten kein Vergnügen sein.

Unten im Tal traf ich wieder auf die Anstiegsroute von der Neuseßwirtalm zur Muhreralm, wo sich im Tagesverlauf eine große Nasschneelawine aus den Osthängen des Dürneck gelöst hatte und in einem Graben bis zum Almweg herunter kam und diesen ca. 2 bis 3 Meter hoch verschüttete.

Eine Nassschneelawine über den Almweg zwischen Neuseßwirtalm und Muhreralm

Eine Nassschneelawine über den Almweg zwischen Neuseßwirtalm und Muhreralm

Wenig später stand ich wieder beim Ausgangspunkt, wo mittlerweile (und trotz vorgerückter Stunde noch immer) etliche Autos parkten.

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Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian