Archiv für die Kategorie „Bergwandern“

Wandertour Hansenalm – Erzherzog-Johann-Hütte

Montag, 5. April 2010

Die heutige Wanderung könnte im ersten Wort genauso gut auch Schneeschuhtour oder Schitour lauten. Dass es letztlich “nur” eine Wandertour geworden ist, hängt damit zusammen, dass wir eigentlich nur für eventuelle Schitouren im Umfeld von St. Nikolai im Sölktal schauen wollten, wie weit sich die Schneedecke auf der Sölkpaßstraße bereits zurückgezogen hat.

Bis zur Mautneralm ist die Sölkpaßstraße bereits aper

Bis zur Mautneralm ist die Sölkpaßstraße bereits aper

Auf ebendieser Straße wanderten wir an unserem Hochzeitstag (4.4.) gen Süden an der Hansenalm vorbei bis zur Mautneralm, wo einige Autos von Schitourengehern abgestellt waren. Und ab hier beginnt auch die meist geschlossene Schneedecke – nur von einigen aperen Stellen unterbrochen.

Die Route war durch ein Schidoo präpariert und von etlichen Schispuren sowie einigen Schneeschuh- und Fußspuren gezeichnet.

Herrlicher Talschluß zwischen Schafdach, Hochstuboben und Hornfeldspitze

Herrlicher Talschluß zwischen Schafdach, Hochstuboben und Hornfeldspitze

Eigentlich sollte laut Wetterprognosen der gestrige Tag der wettermäßig schönste Tag des Osterwochenendes werden. Aber heute am Ostersonntag war es um nichts schlechter. Im Gegenteil, die Sicht war sogar klarer als am Vortag.

Zusammengefasst: Alles in allem ein sehr schöner Osterspaziergang. Von St. Nikolai über die Hansenalm bis zur Mautneralm auf trockener Straße, danach auf überwiegend trittfester Schneeunterlage.

Die obligatorische Lawine kurz vor der Erzherzog-Johann-Hütte ist übrigens heuer (noch) nicht abgegangen.

Bei der Erzherzog-Johann-Hütte

Bei der Erzherzog-Johann-Hütte

Erfahrungsgemäß dauert die Schnee-Saison nördlich des Sölkpaßes noch gut und gerne bis Anfang Mai. Für Interessierte nachfolgend einige Tourentipps:

Weitere Informationen zu dieser Wandertour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Goferhütte und Ardningalm – Ich bin reich

Sonntag, 17. Januar 2010

Gesundheitsstatus:

8 Tage hat meine Zwangspause wegen Knieschmerzen gedauert.

8 Tage mag nicht viel klingen für jemanden, der dem Wandern nicht sonderlich zugetan ist.

8 Tage sind aber eine Ewigkeit für jemanden, der dem “Wandervirus” verfallen ist.

8 Tage sind im Sommer schon eine lange Zeit – im Winter aber kann eine solche Pause schier unerträglich werden.

Nachdem ich mich eine Woche nur auf Krücken halbwegs schmerzfrei fortbewegen konnte, habe ich am Donnerstag, den 14.01.2010 endlich wieder auf diese Hilfsmittel verzichten können.

Zwar war ich immer noch ein “Humpelstilzchen” und nach einiger Zeit spürte ich ein leichtes Ziehen an der Knie-Innenseite, aber es war schon sehr erbaulich, nicht mehr auf die Geh-Unterstützung meiner “Vorderläufe” angewiesen zu sein.

Spaziergänge:

Das prächtige Schönwetter ließ mich nun nicht mehr länger im Büro bzw. der warmen Stube verweilen und so wollte ich den Freitag, den 15.01.2010 für eine kleine Wanderung nutzen. Sollte mein Arzt hier mitlesen: Es war selbstverständlich nur ein leichter, äußerst schonender Spaziergang ;-) (exakt Ihre Anweisungen befolgend).

Mir fehlte einerseits die Bewegung und andererseits das Fotografieren in alpiner Umgebung. Mir fehlte die frische Luft und die vielfältigen Sinneseindrücke der Natur, so wie es Wander- und Schneeschuhführerin Sabina in unserem Interview so treffend formuliert hatte.

Wenn ich schon “nicht richtig” abseits von Wegen würde wandern können, wollte ich mir zumindest ein neues Tourengebiet aussuchen, welches ich noch nicht kannte aber schon längere Zeit besuchen wollte.

Die Wahl fiel auf den Forstwegaufstieg zur Goferhütte mit dem Ausgangspunkt nahe dem Gesäuseeingang, kaum 8 Kilometer östlich von Admont.

Zunächst bin ich 1 Kilometer zu früh bei der falschen Forststraßenabzweigung abgefahren, was mir in der Folge einige Unanehmlichkeiten mit dem Auto einbringen sollte. Diese Forstwegroute hätte aber in ein Winterruhegebiet östlich des Geißenbaches geführt, welches es natürlich unbedingt zu meiden gilt!

Also wieder raus aus der Ausweiche, die ich als Parkplatz auserkoren hatte. Leider hatte ich den zwar nicht allzu hohen, aber weichen und die Reifenprofile verklebenden Schnee nicht berücksichtigt und mußte kurz “vor und zurück schaukeln” um dann mit etwas Gas wieder rauszukommen. Etwas zuviel Gas. Das Auto nicht voll beherrschend landete ich mit der rechten Autoseite im tiefen Graben. Ein Scheppern der Karosserie (vom Auto) ließ mir vor meinem inneren Auge eine gehörige Reparaturrechnung aufleuchten, im Endeffekt war ich aber froh, dass ich – neuerlich mit ordentlich Gas – das Auto wieder aus diesem Loch herausgebracht hatte.

Kurze Begutachtung nach dem Auto-Ausrutscher: Hinten unten alles ordentlich zerkratzt, ein Licht gesprungen. Also nix Tragisches. Weiterfahrt problemlos und ohne hörbare Pannenanzeichen.

1,2 Kilometer und wenige Minuten später stand ich am richtigen Ausgangspunkt bei der Bushaltestelle Gesäuse – Gofergraben.

Mit 1,5 Stunden Gehzeit is die Goferhütte angeschrieben. Eine Zeit, die ich heute bei weitem überboten habe. Aber da ich mich ja selbst als “Anti-Sportler” bezeichne, bereitet mir das absolut kein Kopfzerbrechen. Der Forstweg führt an einem verschlossenem Schranken und wenig später an einer kleinen Wildfütterungsstelle vorbei und zieht zunächst geradeaus südwärts.

An der ersten ausgeprägten Rechtskehre enden die Autospuren im Pulverschnee – nur etwa 3 Zentimeter hat es in Talnähe.

Über etliche Kehren arbeitet sich der Forstweg in der Folge unschwierig nach oben. Der harte Boden und die wenigen Zentimeter Pulverschnee, die in der Folge mit zunehmender Seehöhe ebenfalls leicht und kontinuierlich anstiegen (bis etwa 15 Zentimeter im Bereich der Goferhütte) waren einfach ideal, um mit den Krücken gefahrlos und schmerzfrei weiter zu kommen.

Für den Fall der (eisigen) Fälle habe ich mir sicherheitshalber aber ohnehin “Steigeisen” auf die Krücken montiert. Diese lassen sich bei Bedarf hochklappen, um auch in der Wohnung keine ungewollten “bleibenden Eindrücke” zu hinterlassen. Im Freien werden sie direkt unter den Boden der Krückstoppels geklappt.

Steigeisen in hochgeklapptem Zustand (für die Wohnung)

Steigeisen in hochgeklapptem Zustand (für die Wohnung)

Krücken-Steigeisen im Winter-Einsatz

Krücken-Steigeisen im Winter-Einsatz

Trotz des etwas “unflüssigen” Gehstiles war die heutige Wanderung – Pardon: der heutige Spaziergang – ein unbeschreiblicher Genuß, denn abgesehen vom Muskelkater in den Armen und Schultern sowie in den Brustmuskeln war ich schmerzfrei.

Die frostigen Temperaturen im Gesicht – beim Start zeigte das Auto-Außenthermometer -13°C - vermittelten mir wieder das Gefühl des Lebens. Ein heißer wärmender Tee zubereitet mit klarem, sauberen Wasser. Die Luft war frisch und einfach herrlich. Später, beim Rückweg, als die Sonne sich abschnittsweise einen Weg auf die Forststraße bahnen konnte, begannen die Singvögel des Waldes wunderbare Lieder zu trällern und tirilieren.  Einige Gämse im Wald und den umliegenden Felsen – unaufgeregt ausweichend. Das Glitzern des Schnees, kleine Lawinchen aus den Bäumen. Herrlich. Ich konnte es mir leisten, an einem Werktag bei besten Wetterverhältnissen, freiwillig und ohne Notwendigkeit im Wald herum zu streifen. Ich war sehr dankbar über diesen Reichtum.

Deshalb wollte ich an diesem schönen Wandertag auch nach meiner Rückkehr von der Goferhütte zum Auto nicht gleich wieder nach Hause fahren, sondern entschied mich, von Ardning noch zur Ardningalm aufzufahren.

War meine vormittägliche Wanderung in nördlicher Exposition eher von Schatten geprägt, sollte mich jetzt auf den Südhängen der Ardningalm unter den Felswänden des Bosruck die Sonne verwöhnen.

Etwas oberhalb von Ardning warnt ein Hinweisschild, die Ardningalmstraße ohne Schneeketten nur auf eigene Gefahr zu befahren.

Beim Parkplatz unterhalb der Ardning Alm Hütte verstauten 3 Schitourengeher gerade ihre Tourenschi. Die zahlreichen Spuren im Schnee bewiesen, dass die freiliegenden Almwiesenhänge der Ardningalm bei Schneeschuhwanderern, Fußgängern, Schitourengehern und Hunden gleichermaßen beliebt sind.

Natürlich hätte ich nur allzu gerne dem Karleck mit seinem Gipfelkreuz einen Besuch abgestattet, meine Kondition und die Krücken erlaubten mir heute aber keine längeren Abweichungen von den stark begangenen und damit gut gespurten Almwegen, aber zumindest dem Wegweiser zum Almmuseum wollte ich folgen.

Gut gespurte Almwege unter den Südwänden des Bosruck

Gut gespurte Almwege unter den Südwänden des Bosruck

Wegweiser zu Pfarrerhuette / Almmuseum

Wegweiser zu Pfarrerhuette / Almmuseum

Nachdem ich bei den Almhütten beim Almmuseum auf einer von der Sonne gut gewärmten Bankerl ein kurzes, entspannendes Schläfchen gehalten habe, machte ich mich wieder auf den Heimweg.

Den Wandertag hat mein Knie sehr gut vertragen und keinerlei Verschlechterung der Beschwerden gebracht. Für meine Seele war dieser Tag ohnehin bester Balsam.

Reichtum:

Am Ende des Tages war ich mehr als zufrieden und konnte mich am Abend noch einmal entspannt über die schönen Foto-Impressionen freuen. Und auch jetzt – bei einem Glas frischen, sauberen Wasser kam mir in den Sinn: “Ich bin reich“.

Weitere Touren im Tourengebiet um die Ardningalm:

Die bisherigen Wintertouren starteten in Mühlau nahe Hall bei Admont:

Schitour auf den Pleschberg
Schneeschuhtour auf den Scheiblingstein in den Haller Mauern

Sommerwanderung von der Ardningalm über den Bosruck

 

Weitere Informationen zu diesen Touren:

Goferhütte
Tourenstatistik im Tourenbuch
Tourenfotos im Tourenalbum

Ardningalm
Tourenstatistik im Tourenbuch
Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Gleinkersee – Dümlerhütte – Stubwieswipfel

Samstag, 5. Dezember 2009

Der Wandertag am 29. November – dem 1. Adventsonntag 2009 – gestaltete sich sehr durchwachsen, und zwar wirklich vom Anfang bis zum Ende.

Begonnen hat alles mit einem nur wenig berauschenden Blick aus dem Fenster. Eigentlich war für heute strahlender Sonnenschein prognostiziert. Die Spätherbstlandschaft zeigte sich aber Grau in Grau. Nun gut, der Nebel würde wohl aufgehen und darüber der Sonne am blauen Himmel zum Durchbruch verhelfen.

Denn ein bißchen wärmende Sonne würden wir heute auf den Gipfeln gut brauchen können, waren doch neben dem wolkenlosen Himmel auch starke Winde vorhergesagt, die in den Tälern als Föhn für der Jahreszeit nicht entsprechende Tagestemperaturen sorgen sollten.

Durch ein ungewöhnlich langes Frühstück versuchten wir den Start etwas hinauszuzögern. Vielleicht zeigt sich ja doch bald die Sonne. Diese Trödelzeit sollte uns dann am Ende des Tages für einen weiteren Gipfel fehlen.

Gerade als die Ausrüstung gepackt und alles zum Aufbruch vorbereitet war, machte ich mit dem eigentlich gar nicht so schweren Rucksack eine unglückliche Dreh- und Beugebewegung und ein “kleines Brennerl” fuhr mir durch den unteren Rückenteil.

Es zog zwar in der Folge bei gewissen Bewegungsabläufen ein bißchen, aber ich dachte mir nichts weiter dabei.

Gespannt, ob sich das Wetter während der Anreise von einer freundlicheren Seite zeigen würde, fuhren wir in die ebenfalls noch nebelbedeckte Bezirkshauptstadt Liezen und von dort nordwärts über die Landesgrenze zwischen der Steiermark und Oberösterreich auf den Pyhrnpaß. Auf der anderen Seite bergab nach Spital am Pyhrn und weiter zu unserem Ausgangspunkt am Gleinkersee.

Die Lage des Wandergebietes in Österreich

Die Lage des Wandergebietes in Österreich

Das Tourengebiet südwestlich von Windischgarsten

Das Tourengebiet südwestlich von Windischgarsten

Die Rundtour zwischen Gleinkersee und Stubwieswipfel

Die Rundtour zwischen Gleinkersee und Stubwieswipfel

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Am großen, teilweise rutschig-vereisten Parkplatz beim Gleinkersee angekommen, zeigte sich beim Versuch, schwungvoll aus dem Auto auszusteigen, dass mein Rücken – knapp oberhalb des Gesässes – noch immer beleidigt war. Er (der Rücken) tat seinen Unmut ob der ignoranten Beachtung mit heftigen Ziehen kund, welches bis in den rechten Oberschenkel ausstrahlte.

Leicht gebeugt folgte ich mit meiner Liebsten einem kurz vor uns aufgebrochenen Wanderer-Paar, welches ebenfalls den Auftieg über den Gasthof Tommerl und durch den Präwald zur Dümlerhütte ins Auge gefaßt hatte.

Bis etwa 1.200 Meter Seehöhe schritten wir im aperen, laubbedeckten Wald aufwärts, nordseitenbedingt teilweise auf rutschiger Erde und über glitschige Steine.

Auch heute – wie zunehmend in letzter Zeit – meinte mein mittlerweile 4 Jahre altes GPS-Gerät, ein Eigenleben führen zu müssen. Oder ist das nur die bei vielen Eletrogeräten jedes Jahr um die Weihnachtszeit zu beobachtende Eigenart, dass sie zu unerklärlichen Ausfällen neigen, die sich dann pünktlich nach dem Jaheswechsel wieder auf ebenso spontane Art und Weise wieder legen, wie sie gekommen sind. So als würde ihnen ein zeitgesteuertes Programm innewohnen, welches den Besitzer oder seine Verwandten daran erinnern soll, dass es an der Zeit ist, ein Nachfolgeprodukt unter den wohlgeschmückten Weihnachstsbaum zu platzieren.

Ab dem Bereich der Tommerlalm gab es wenige Zentimeter Schnee auf einer dünnen Eisschicht. Im Aufstieg kein Problem, beim Abstieg muß man bei dieser Mischung allerdings etwas achtgeben.

Das Wanderer-Paar hatten wir bereits kurz nach dem Start überholt und so konnte ich meinen kreuzschmerzbedingten “Bücklingsstil” ohne Bedenken bis zur Dümlerhütte durchhalten. Nur kurz war aufrechter Gang angesagt, als uns ein Wanderer begegnete, der bereits wieder am Weg zurück ins Tal war.

Aufstieg zur Dümlerhütte

Aufstieg zur Dümlerhütte

Kurze Zeit sah es so aus, als ob sich die Wetterprognose bestätigen würde. Angenehm strahlte die Sonne vom blauen Himmel.

Von der Hütte folgten wir dem markierten Wanderweg, der über den sogenannten “Hals” zum Linzerhaus auf der Wurzeralm hinüber führt. Zunehmend zog jetzt aber Bewölkung auf und auch der Wind wurde immer heftiger und kälter.

Nach dem “Hals” verließen wir die zur Wurzeralm hinab führende Route und stiegen stattdessen auf den Stubwieswipfel auf. Zunächst über freie, mittelsteile, teilweise sumpfige Hänge, später durch schmale Latschengassen. Einige von der Wurzeralm herauf führende Fußspuren im Schnee wiesen uns den Weg zum Gipfelkreuz, wo uns heftiger Sturm in Empfang nahm. Die Hoffnung, dass sich das Wetter heute an die Prognose halten würde, war angesichts der dunklen Wolken nun endgültig verblasst.

Ausblick vom Stubwieswipfel zur Wurzeralm

Ausblick vom Stubwieswipfel zur Wurzeralm

Für den Abstieg wollten wir jetzt eine andere Route wählen, die zwar nicht markiert war, aber in den Karten als “punktiertes” Steiglein eingezeichnet war.

Über die Stubwiesalm und den Kaskeller erreichten wir wieder eine markierte Wanderroute, die auf den Seespitz hinauf führte. Angesichts der fortgeschrittenen Stunde (es würde kaum mehr eine Stunde Tageslicht geben) sowie meiner zunehmend heftiger werdenden Rückenschmerzen entschlossen wir uns schweren Herzens, diesen 2. Gipfel heute auszulassen.

Durch großflächiges Windwurfgebiet stiegen wir auf rutschigem Steiglein talwärts. Die wie Mikadostäbe oder Zahnstocher in der Gegend verstreut liegenden Bäume, welche eindrucksvoll die Urkraft des dafür verantwortlichen Sturmes zeigen, waren entlang des Wandersteiges zwar schon gut aufgearbeitet, wären wir aber in die Dunkelheit geraten, wäre wohl die Orientierung auch mit Stirnlampe nicht ohne Weiteres gelungen.

Viele Stolpersteine – im wahrsten Sinne des Wortes – erschwerten uns den Abstieg durch den Seegraben und wir waren sehr froh, gerade noch rechtzeitig bei Tageslicht den Gleinkersee zu erreichen und bereuten nun unseren Entschluss, den Seespitz auszulassen, überhaupt nicht mehr, hätte dieser Gipfel doch eine zusätzliche Wanderzeit von ca. 1,5 Stunden bedeutet.

Im letzten Tageslicht zurück im Tal.

Im letzten Tageslicht zurück im Tal.

Hier im Tal war von der windverursachten Kälte in größeren Höhen nun nichts mehr zu merken. Plus 9°C haben sämtliche Eispassagen auf der Straße zum Gleinkersee herauf weggeschmolzen.

Umso überraschter beobachteten wir das Auto-Außenthermometer, welches jetzt bei der Nachhausefahrt kontinuierlich fiel. Und kaum 12 Kilometer Luftlinie weiter südlich – jenseits des Pyhrnpasses – zeigte das Thermometer im nebelverhangenen Liezen nur noch 0°C (ob plus oder minus war schwer zu erkennen).

Mein Rücken hat mir die heutige Tour aber schwer übel genommen. Beim Nachhausefahren reichte bereits die unbedeutende Fußbewegung zum Kuppeln, um mir einen “elektrischen Schlag” quer über die ganze Kehrseite zu versetzen.

Zu Hause mühte ich mich aus dem Auto und nach Versorgung der Ausrüstung und Körperpflege machte ich einen schweren Fehler: Ich legte mich auf die Couch (als Kind hatten wir noch Diwan dazu gesagt, wahlweise könnte man es auch als Sofa bezeichnen – es ist gar nicht so leicht, den richtigen Begriff zu finden, wenn man auf Fremdwörter verzichten möchte).

An halbwegs elegantes und vor allem alleiniges Aufstehen war für diesen Tag fortan nicht mehr zu denken und die Fortbewegung gelang nur mehr mit Hilfe zweier Krücken. Mittlerweile (nach fast einer Woche) hat sich der “Hexenschuss” zwar etwas gelindert, an eine ausgewachsene Tagestour ist vorerst aber nicht zu denken.

Aber wie heißt es so schön: Der Schuss geht eh bald wieder weg – nur die Hex bleibt ;-) .

Andere Wandertouren in der Nachbarschaft:

Totes Gebirge:
Rundtour über Warscheneck, Liezener, Toter Mann und Rote Wand

Oberösterreichische Voralpen / Sengsengebirge:
Hoher Nock, Seekopf und Hagler

Ennstaler Alpen
Großer Pyhrgas

Weiterführende Links zu dieser Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch

Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Über den Säbelboden auf den Kammspitz

Montag, 23. November 2009

Als Gröbminger hat man es leicht – oder auch nicht – eine Antwort auf die Frage zu geben, auf welchen Berg man an einem Sonntag im Spätherbst wandern soll, wenn man einerseits lange ausschlafen möchte und nicht mehr als eine Halbtageswanderung unternehmen will, aber andererseits dennoch einen herrlichen Aussichtsgipfel erklimmen möchte.

Die Gröbminger haben es deshalb leicht, weil sie gleich von drei Hausbergen umgeben werden, die sich allesamt in wenigen Stunden ersteigen lassen und sie haben es deshalb nicht leicht, weil die Entscheidung für den einen oder anderen Gipfel mitunter schwierig werden kann.

Während der niedrigste der drei Gipfel, der lediglich 1.279 Meter hohe Freienstein durchaus einige ausgesetzte und mittels Drahtseilen gesicherte Felsstellen aufzuweisen hat, die dem weniger geübten Wanderer schon einmal den (Angst-)Schweiß auf die Stirn treiben kann, ist der bis über 1.800 Meter mit dem Auto befahrbare Stoderzinken (2.048) ein beliebtes Familienwanderziel mit herausragendem Ausblick über das Ennstal und in die Niederen Tauern sowie über das waldreiche Kemetgebirge bis zu den höchsten Dachsteingipfeln.

Nur wenige Schneefelder am Weg zum Kammspitz-Gipfel

Nur wenige Schneefelder am Weg zum Kammspitz-Gipfel

Der heimliche König der Gröbminger Hausberge ist aber der dem schwindelfreien Bergsteiger vorbehaltene Kammspitz (2.139), dessen steile aber weitgehend nicht allzu schwierige Anstiegsroute über die Südseite schließlich in einer kurzen fast senkrechten Felsstufe gipfelt.

Zum Schluß wird's steil und felsig

Zum Schluß wird's steil und felsig

Dass der aus dem Gröbminger Ortszentrum so schroff und abweisend wirkende Felsblock dennoch so viele Wanderer anzulocken vermag, verdankt er seinen Drahtseilen und den vielen Eisenbügeln, die den Aufstieg im letzten Felskamin entschärfen und auch für den Durchschnittswanderer zugänglich machen.

Mit Hilfe der Eisenbügel auf den Gipfel

Mit Hilfe der Eisenbügel auf den Gipfel

Bei der Anfahrt über Hofmanning ließen die vielen beim Ausgangspunkt zum Direktanstieg abgestellten Autos keinen Zweifel daran, dass wir heute am Gipfel nicht alleine sein würden. Durch unseren späten Aufbruch hielt sich der Rummel aber in Grenzen, der Großteil der Wanderer dürfte da schon wieder am Weg zurück ins Tal gewesen sein.

Da wir die Route über den Säbelboden wählten, sind wir in Summe kaum 10 Wanderern (die meisten Bekannte aus Gröbming) begegnet.

Im Gegensatz zu meiner Schneeschuhtour auf den Großen Knallstein am Vortag wehte heute in größeren Höhen die meiste Zeit unangenehmer Wind, was das Wandervergnügen aber nicht viel schmälern konnte.

Weitere Touren auf den Kammspitz:

Wanderrunde über die drei Gröbminger Hausberge: Kammspitz – Stoderzinken – Freienstein
Kammspitz Süd-Nord-Überschreitung
Wandertour im Dezember auf den Kammspitz
Im Spätherbst am Kammspitz
Kammspitz und Zirmel
Schlechtwetter am Kammspitz
Im Frühling am Kammspitz
Schneeschuhtour-Versuch auf den Kammspitz
Kamm-Überschreitung im August

Weitere Informationen zu dieser Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch

Alle Tourenfotos im Tourenalbum

 

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian