Archiv für die Kategorie „Schneeschuhe“

Schneeschuhe – Top-Modell: Die Entscheidung

Samstag, 6. März 2010

SNTM: Schneeschuhe Next Topmodel – Heute gibt´s die Entscheidung bei den Alpin-Spezialisten der Wintersaison 2009/2010.

alea iacta est: All jene, die in der Schule mit Latein gequält erfreut werden (wurden), sollten die Bedeutung dieser Wörter kennen, den Asterix-Lesern dürfte der Sinn aber wohl eher geläufig sein. Nein, das mit dem Cervisia ist wieder eine andere Geschichte. Notfalls könnt Ihr aber gerne bei Wikipedia nachlesen.

Die letzte Schneeschuhwanderung auf den Sonntagskogel im Tennengebirge war zwar bei weitem nicht die längste, aber doch eine der anspruchsvolleren der schön langsam im Ausklingen begriffenen Schneeschuhsaison 2009/2010.

Und die vielfältigen Variationen an Schneearten (Pulverschnee, patziger und feuchter Schnee, Bruchharsch, windgepresster Schnee, Einwehungen mit Triebschnee und natürlich auch Hartschneekrusten auf steileren Hängen) sowie auch große Temperaturunterschiede (von frühlingshaft warm um die Mittagszeit in Talnähe bis eisig im schneidigen Wind am nebelverhangenen Gipfel) brachten jetzt doch eine Entscheidung um den ersten Platz der Alpin-Spezialisten bei den diesjährigen Schneeschuh-Modellen: Und eigentlich eine deutlichere, als bei den letzten Vergleichstouren wie beispielsweise am Tamischbachturm in den Ennstaler Alpen anzunehmen war, wo ich mich ja noch nicht festlegen wollte.

Verschiedenste Schneearten und große Temperaturunterschiede verlangten den Schneeschuhen heute viel ab

Verschiedenste Schneearten und große Temperaturunterschiede verlangten den Schneeschuhen heute viel ab

Die Testkandidaten habe ich ja in den letzten Tagen bereits ausführlicher beschrieben:

Details zu den Testergebnissen wird es demnächst auf meiner Schneeschuh-Testseite geben, in diesem Artikel beschränke ich mich darauf, den Sieger zu küren.

And the winner is (wie es auch morgen in Los Angeles heißen wird):
Der Tubbs Flex Alp – letztlich doch noch mit einem größeren Abstand, als bei allen früheren Vergleichen anzunehmen war.

Angenehmeres Gehgefühl im lockeren Pulverschnee, dank der längeren und aggressiveren Zacken leicht bessere Griffigkeit auf Steilhängen, zumindest heute weniger Anstollen (umgkehrt war es bei der Tamischbachturm-Schneeschuhtour) sowie der mit ca. 40 Euro günstigere Preis geben für mich den Ausschlag für das Modell von Tubbs.

Ausgeprägte Eisenzacken sorgen für zuverlässigen Halt

Ausgeprägte Eisenzacken sorgen für zuverlässigen Halt

Die genial schnelle Öffnungsmöglichkeit der Bindung auch bei eisigen Temperaturen sowie die schönere Optik sind das Tüpfelchen oben drauf und runden das Bild eines würdigen neuen Spitzenmodells ab.

Der MSR hatte heute - vor allem in Talnähe - gröbere Probleme mit Stollenbildung

Der MSR (links) hatte heute - vor allem in Talnähe - gröbere Probleme mit Stollenbildung (rechts der Tubbs)

MSR muss aber nicht traurig sein. Der Rückstand ist wirklich minimal und verbessern kann man bei beiden Modellen noch etwas ;-) .

Überdies stellt MSR mit dem Lightning Ascent ja noch immer den überragenden Allrounder-Spitzenreiter.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtest Tubbs Flex Alp – MSR Denali Evo Ascent

Sonntag, 28. Februar 2010

Ich muß zugeben, dass es für mich noch bei keinem meiner Schneeschuh-Vergleichstests derart schwierig war, einen Sieger zu küren, wie beim heutigen “Duell der Alpin-Spezialisten” zwischen meinen neuen Tubbs Flex Alp und dem bisherigen Favoriten, dem MSR Denali Evo Ascent.

Deshalb möchte ich auch noch keine endgültige Entscheidung verfassen, sondern den heutigen Erfahrungsbericht als vorläufiges Urteil verstanden wissen.

Rein vom Leistungsumfang her hatte ich schon bisher in der Aufstellung meiner Schneeschuh-Top-Favoriten im Alpinbereich zwischen diesen beiden Modellen eine denkbar knappe Differenz von lediglich 0,05 Punkten zugunsten des Tubbs Flex Alp.

Da Ihr am Ende dieses Berichtes nicht viel schlauer sein werdet als an dieser Stelle, möchte ich mein Testergebnis im direkten Duell gleich vorwegnehmen: Wenn Ihr Schneeschuhe für den Einsatz im hochalpinen Gelände sucht, werdet Ihr mit keinem dieser beiden Modelle etwas falsch machen.

Es gibt für mich derzeit so gut wie keine entscheidend warhnehmbaren Vorteile für einen der beiden Kontrahenten, aber ich habe dennoch einen persönlichen Favoriten, der für mich eben den einen kleinen Tick vorne liegt:

Würde ich nur eines der beiden Modelle kaufen und müßte ich mich heute entscheiden, ich würde den Tubbs Flex Alp wählen.

MSR Denali Evo Ascent gegen Tubbs Flex Alp

MSR Denali Evo Ascent gegen Tubbs Flex Alp

Nun zu meinen Erkenntnissen und Erfahrungen im Detail, wobei ich mich allerdings auf jene wenigen Punkte konzentrieren möchte, wo ich bislang kleine Unterschiede feststellen konnte.

Die Schneeverhältnisse bei meinem direkten Vergleichstest waren bei der Schneeschuhtour auf den Tamischbachturm fast schon ideal, da wir auf nahezu alle denkbaren Schneeformen trafen:

  • Pulverschnee
  • Schwerer, feuchter und patziger Schnee
  • Harter Schnee
  • Bruchharsch
  • Windgangeln
  • Eiskruste

Bindungssystem:
Die Bindungssysteme – so unterschiedlich sie sein mögen – gehören für mich zu den besten, zuverlässigsten und einfachst bedienbaren, die es derzeit am Schneeschuhmarkt gibt. Einen winzigen Pluspunkt sehe ich hier für den Tubbs Flex Alp, weil ich noch eine Spur schneller aus dem Schneeschuh komme.

Anstollen:
Beim Anstollverhalten hat der MSR leicht die Nase vorne. Der Tubbs Flex Alp ist im Vergleich zu anderen Tubbs Modellen schon genial. Aber der MSR Denali Evo Ascent ist hier noch einen Tick besser.

Pulverschnee:
Im Pulverschnee gefällt mir wiederum der Tubbs Flex Alp etwas besser. Sowohl das angenehme Gefühl auf der Geraden als auch die Spurtreue im Abwärtslaufen über steilere Hänge.

Steigbügel:
Hier ist die Bedienbarkeit beim MSR-Modell dank der Gummilasche wieder angenehmer.

Beim Aufstiegsverhalten über Steilhänge konnte ich bislang noch keine erwähnenswerten Unterschiede feststellen.

Perfekte Zacken für den Einsatz auf harten Steilhängen

Perfekte Zacken für den Einsatz auf harten Steilhängen

Von der Form und Farbe her finde ich den Tubbs “schöner”, aber das sollte kein Kriterium sein. Eher schon der Preis, wo – wenn man sich am Standardpreis orientiert – der Tubbs Flex Alp mit 199,90 gegenüber dem MSR Denali Evo Ascent mit 239,90 die Nase vorne hat.

Also noch einmal das Endergebnis. Egal für welches der beiden Modelle Ihr Euch entscheidet - Ihr werdet für den Einsatz im (hoch)alpinen Gelände nichts falsch machen.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhe – Wald- und Wiesen-Modelle

Samstag, 20. Februar 2010

Bei den Anfragen um Kaufempfehlungen für Schneeschuhe, die ich immer wieder erhalte, wird mir auch regelmäßig die Frage gestellt, ob es denn wirklich das allerteuerste Modell sein müsse (bekanntlich ist ja der MSR Lightning Ascent – mein bevorzugtes Allrounder-Modell – mit knapp 300 Euro Kaufpreis auch einer oder sogar der teuerste Schneeschuh, der derzeit am Massenmarkt erhältlich ist).

Der Top-Allround-Schneeschuh: MSR Lightning Ascent

Der Top-Allround-Schneeschuh: MSR Lightning Ascent

Und ebenso regelmäßig antworte ich auf diese Frage mit der wenig hilfreichen Aussage “Ja und Nein bzw. Jein“ und ich stelle gleichzeitig diverse Gegenfragen über den geplanten Einsatzbereich.

Auf der anderen Seite stelle ich mir selbst bei den vielen Tests meiner Schneeschuh-Modelle auch jedes Mal die Frage – unabhängig von den Marketingaussagen und Zielgruppenvorstellungen der Hersteller – wofür könnte genau dieses Modell am besten geeignet sein. In welchem Gelände, bei welchem Schnee, für welche Wanderer-Zielgruppe könnte genau dieses bestimmte Schneeschuh-Exemplar die “ulitmative” Wahl sein.

Und – zugegeben – manches Mal frage ich mich auch, ob der Designer wirklich jemals Schnee aus eigener Erfahrung kennengelernt hat oder ihn nur von hübschen Hochglanzprospekten und Erzählungen kennt. So habe ich in meiner Sammlung auch zumindest ein Schneeschuh-Modell, welches ich guten Gewissens niemanden empfehlen könnte, weil es sowohl von der Leistung als auch vom Preis eigentlich nur bessere Alternativen gibt.

Bei einem zweiten Modell, welches ich ursprünglich auch in diese “Außenseiter-Schublade” stecken wollte, bin ich derzeit noch am Überlegen und im Zuge dieser Testbewertungen bin ich zum Schluß gekommen, dass eine Einteilung der Schneeschuhe in Alpin-Spezialisten und Allrounder-Modelle, wie ich sie beispielsweise bei meinen Schneeschuh-Toplisten vorgenommen habe, eigentlich nicht ganz ausreichend ist.

Deshalb möchte ich künftig auch die “Wald- und Wiesen-Modelle” verstärkt in meinen Schneeschuh-Testberichten berücksichtigen und in eine separate Rangliste einbeziehen.

Wodurch soll sich nun diese neue Schneeschuh-Kategorie auszeichnen und für wen soll sie gedacht sein?

Wie der Name schon sagt – und in Abgrenzung zu den beiden vorgenannten Kategoriegruppen – liegt der Haupteinsatzbereich dieser Schneeschuhmodelle im Wald- und Wiesengelände:

  • Also eher in Talllagen
  • Kürzere Touren mit maximal 2 bis 3 Stunden Gehzeit
  • in nicht allzu steilen Wäldern
  • Almgebiete mit einfacheren Zugangswegen
  • wo der Naturgenuß bei weitem wichtiger ist, als der sportliche Anreiz (was aber bei Schneeschuhwanderern ohnehin meist der Fall ist)
  • und in Summe meist nicht mehr als 5 bis 10 Touren pro Jahr unternommen werden
  • kein bis kaum Steilgelände
  • meist auch geringere Schneemengen bzw. eher Kontakt mit Steinen und/oder Wurzeln bzw. Dickicht knapp unterhalb der Schneeoberfläche

Für solche Touren eignen sich natürlich auch kostengünstigere Produkte bzw. wären die Ausstattungsmerkmale der Top-Modelle der  Allrounder- und noch viel mehr der Alpin-Klasse nicht nur überdimensioniert, sondern vielfach auch gänzlich ungeeignet.

Mit den Alpin-Spezialisten Tubbs Flex Alp oder MSR Denali Evo Ascent mit ihren ausgeprägten Harschkrallen bei geringer Schneeauflage durch den Wald zu pirschen, schadet nicht nur dem Schneeschuh selbst, sondern auch dem Wanderer (man bleibt hängen und kann stürzen, das Gehör wird beim Drüberkratzen und -schleifen über Steine und Felsen empfindlich belastet) und der Natur (Verletzen von Wurzeln, Latschen und anderen Pflanzen). Auch wenn Sie – so wie ich in letzter Zeit häufiger – mit Hunden spazieren gehen, werden es diese – so sie gerne dicht neben Ihnen laufen – zu schätzen wissen, wenn ihnen keine scharfen Kanten zu nahe kommen.

Selbst mit dem Allrounder-Spitzenreiter MSR Lightning Ascent mit seinem durchgängigen Zackenrahmen macht das keinen richtigen Spaß (damit ist es mir u.a. auch schon gelungen mehrere robuste Gamaschenpaare zu zerfetzen).

Auch robuste Haltbarkeit und absolute Zuverlässigkeit für stundenlange Wanderungen weit abseits jeglicher Zivilisation oder gar tagelange Schneeschuh-Expeditionen wird von diesen Wald- und Wiesenmodellen nicht unbedingt gefordert werden müssen.

Für die eher bescheidenen Ansprüche in den zuvor aufgezählten Einsatzbereichen möchte ich vor allem folgende 3 Hauptanforderungen als relevant hervorheben:

  • Einfache Bedienbarkeit
  • Günstiger Preis
  • Keine ausgeprägten Eisenkrallen

Unter diesen Gesichtspunkten habe ich jetzt einmal folgende Top-Modelle gekürt:

  • Tubbs Venture (ein Austauschmodell für meinen Tubbs Nordic, den ich bereits nach 3 Touren zu Schrott gegangen bin)
  • Atlas 1225 (weil ich ihn als Auslaufmodell zum Sonderpreis von 150 Euro erhalten habe – ansonsten wäre er für ein Wald- und Wiesenmodell mit über 200 Euro definitiv schon zu teuer) (dieses Modell liefert aber auch gute Werte als Allrounder und im Alpin-Einsatz)

Nun, welche Schneeschuhe aus meiner großen Kollektion bleiben jetzt über, für die ich adhoc keinen vernünftigen Kaufgrund wüßte?

Der Tubbs Moutaineer ist zwar kein schlechtes Modell. Aber für den Spitzenpreis von fast 300 Euro sehe ich aber doch einige empfehlenswertere oder zumindest gleichwertige und dann bei weitem kostengünstigere Modelle.

Der TSL 325 Explore Easy – für den ich eigentlich diese neue Schneeschuhkategorie als “Hilfsmaßnahme” eingeführt habe – hat mich mittlerweile aber in einigen Bereichen so geärgert und enttäuscht, dass ich mich mit ihm gar nicht mehr intensiver auseinandersetzen möchte.

Die Dämpfung beim Gehen ist eines der wenigen positiven Dinge, die ich über dieses Schneeschuhmodell schreiben kann. Die Bindung allerdings empfinde ich als krasse Fehlkonstruktion (einmal ist sie mir sogar schon im Tiefschnee aufgegangen, die Veränderung der Bindungsgröße unterwegs mit klammen Fingern kann sich rasch zum “Horrorszenario” entwickeln), das Anstollen unter der Bindungsplatte führt zu Verkrampfungen und ist ein Graus.

Zusammen mit dem GV824 zählt er zu den Enttäuschungen meiner Schneeschuhsammlung.

Zurück zu den Wald- und Wiesenmodellen und meine persönlichen Wünsche an diese: Kein Plastik und gutes Gehgefühl bei durchschnittlichen Schneeverhältnissen.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhe – Meine Lieblings-Modelle

Sonntag, 24. Januar 2010

Nach ausgiebigen Test meiner neuesten Schneeschuh-Errungenschaft – dem Tubbs Flex Alp – habe ich die Top-3-Listen meiner persönlichen Schneeschuh-Lieblingsmodelle wieder einmal überarbeiten müssen. Und zwar sowohl bei den Allrounder- als auch bei den Alpin-Modellen.

Vom ersten Augenblick an (Schneeschuhtest im Karl unter dem Kammspitz) war mir der Tubbs Flex Alp sympathisch und mit jedem der folgenden Einsätze ist er mir mehr ans Herz gewachsen.

Und nach meinem systematischen und strukturierten Bewertungssystem hat sich jetzt auch unabhängig jeglichen Bauchgefühls die großartige Leistungsfähigkeit dieses neuesten Tubbs-Modells bestätigt.

Bei den Allrounder-Modellen belegt der Tubbs derzeit Platz 2, bei den Alpin-Modellen errang er hauchdünn den ersten Platz.

Tubbs Flex Alp und MSR Denali Evo Ascent - die Schneeschuh-Spitzenmodelle im hochalpinen Gelände

Tubbs Flex Alp und MSR Denali Evo Ascent - die Schneeschuh-Spitzenmodelle im hochalpinen Gelände

Ob er diese Position beibehalten kann oder sie an den knapp Zweitplatzierten und Langzeitführenden in dieser Disziplin - den MSR Denali Evo Ascent - wieder abgeben muß, soll demnächst ein direkter Vergleichstest im exponierten, hochalpinen Steilgelände zeigen.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian