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Interview mit Wander- und Schneeschuhführerin Sabina

Sonntag, 27. Dezember 2009

Nachdem seit meinem letzten Interview mit Ralf Stute bereits einige Zeit vergangen ist, habe ich heute wieder einmal die große Freude, ein weiteres Interview führen zu dürfen.

Der Jahreszeit entsprechend soll der Schwerpunkt dieses Mal zwar auf Winterthemen – genauer beim Schneeschuhwandern – liegen, aber im Sinne des “ganzheitlichen Wanderns” werden natürlich auch andere Themen zur Sprache kommen.

Alle Fotos (c) Sabina Haslinger

Alle Fotos von (c) Sabina Haslinger

Alle Fotos (c) von Sabina Haslinger. Foto bei der Vorstellung zur Verfügung gestellt von Wilfried (binunterwegs.blogspot.com).

Meine heutige Interviewpartnerin ist die ausgebildete Wander- und Schneeschuhführerin Sabina Haslinger.

ay: Hallo Sabina,
herzlichen Dank, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast.

Viele meiner Leser werden Dich vielleicht schon von Deiner Homepage  (eigentlich hast Du deren ja sogar zwei: In da Heh und  Wanderführerin) oder Deiner regen Teilnahme und aktiven Mitwirkung an diversen Wanderforen kennen.

Würdest Du Dich bitte trotzdem kurz vorstellen und uns etwas über Dich verraten?

Hallo Christian, danke für die Einladung zum Interview!

SabinaHm, was gibt’s über mich zu verraten… hier die Eckdaten: mein Name ist Sabina Haslinger, ich bin seit 2007 mit meinem Mann Ewald glücklich verheiratet, eine Katze, keine Kinder (an alle die fragen, die werden schon noch kommen :-) ) wir wohnen in unserem Haus in Ried/Trkr Oberösterreich.

Bei Fronius www.fronius.com bin als Angestellte 38,5h im Büro “sitzend”… daher verbringe ich meine Freizeit einfach gerne “bewegend” und bin im Sommer wie im Winter in den Bergen bzw. in der Natur unterwegs…

ay: Während ich als Spätberufener – wie übrigens viele andere Naturliebhaber auch – erst in „mittelalterlichen“ Jahren zum Wandern gefunden habe, scheint Dich der Bergvirus ja schon in jungen Jahren erfasst zu haben. Wie und wann hast Du zum Wandern gefunden?

Da waren meine Eltern “schuld“!

Als Kind wurde ich zumindest ein paarmal im Jahr zu Wanderungen mitgenommen – manchmal war ich mit Freude dabei, manchmal wurde ich, im wahrsten Sinne des Wortes “mitgeschleift” -
Das hat aber den Grundstein gelegt, dass mich das Wandern, nach der “ärgsten” Teenager-Zeit, ab ca 18 Jahren wieder interessiert hat!

Immerhin war ich, soweit ich mich erinnern kann, 2001 5mal im Jahr wandern! :-) Ja und das hat sich dann schnell gesteigert!

ay: Sabina, Du bist ja ausgebildete und geprüfte Wander- und Schneeschuhführerin. Könntest Du uns bitte etwas über diese Ausbildung erzählen (Dauer, Inhalte, Qualität).

Ja, ich bin über den Oberösterreichischen Berg- und Schiführerverband ausgebildete Wander- und Schneeschuhführerin. Was zumindest in OÖ einen großen Unterschied zu den anderen Ausbildungen zb. von VAVÖ macht, denn das Führen gegen Entgelt darf nur von über den Bergführerverband ausgebildeten Wanderführern gemacht werden!

Die Ausbildung bestand aus 2 Modulen (Sommer + Winter), wobei das Sommermodul 7 Tage dauert und das Wintermodul 5 Tage.

Ausbildungsinhalte sind natürlich Grundfertigkeiten, wie Tourenplanung, Orientierung, Kartenlesen, Wetterkunde, etc. Viele dieser Fertigkeiten bringen die Teilnehmer natürlich schon mit, diese werden aber im Kurs verfeinert. Auch stehen Pädagogische Inhalte wie Gruppendynamik oder die Vermittlung von Natur am Lehrplan.

Klarerweise wird im Winterkurs speziell auf die Tourenplanung im Schnee wert gelegt, da hier das Wissen um winterliche Gefahren wie Lawinen eine ganz große Rolle spielt… daher wurde auch speziell die LVS-Suche mehrmals geübt. Hier möchte ich aber auch anmerken, dass man natürlich in 5 Tagen nicht alles über Schnee und Lawinen lernen kann, da wird der Grundstein gelegt bzw. das Vorwissen erweitert und es liegt an den Personen selbst dieses Wissen noch zu vertiefen!

Zusätzlich ist im Kurs auch ein 8h Erste Hilfe Auffrischungskurs enthalten, denn in Notfällen muss gerade der Wanderführer Ruhe bewahren und Hilfe leisten können!

Weiters werden jährlich auch Weiterbildungen zu verschiedenen Themen vom Verband ausgeschrieben!

ay: Was hat Dich eigentlich dazu bewogen, diese Ausbildung zu absolvieren.

Eigentlich die Idee die eigenen Fertigkeiten zu verbessern und im gleichen Gedankengang auch später Führungen zu machen! Denn in meiner Firma waren ein Kollege und ich zu der Zeit dabei, eine Wandergruppe aufzubauen. Dort habe ich auch meine ersten Erfahrungen mit der Führung von Gruppen gemacht!

ay: Man kann jetzt also Deine Dienste als Wanderführerin und Wanderbegleiterin in Anspruch nehmen. Welchen Zielgruppen würdest Du die Obhut eines professionellen Wanderbegleiters besonders nahelegen, wer zählt zu Deinen Kunden, warum und von wem wird ein Wanderführer besonders in Anspruch genommen, was ist der Mehrwert einer Wanderung mit Führung. Hast Du für die Führung feste Tarife, oder ist das schwierigkeitsabhängig ?

Ja genau, mich und meine KollegInnen kann man für Führungen im Sommer wie im Winter in Anspruch nehmen.

Als Zielgruppe für mich sehe ich momentan eher Erwachsene, wobei KollegInnen auch bereits viele Wanderungen mit Kindern oder Jugendlichen unternommen haben.

Ich muss auch dazu sagen, dass hier das Augenmerk bereits mehr auf der Naturvermittlung liegt, als auf dem Ziel, einen Gipfel zu erreichen, denn dafür werden Wanderführer eher weniger in Anspruch genommen.

blumetierstein_400

Ich denke das liegt am “Zurück zur Natur“-Gedanken, der immer mehr vorherrscht und daher braucht es Leute die diese Natur “herzeigen” können!

Aus diesem Grund habe ich mich besonders heuer bei einigen Veranstaltungen weitergebildet. (80h Kräuterkurs, 1 Woche Hochgebirgsökologie und bin gerade dabei Kräuterpädagogin zu werden)

Zum Tarif kann ich dir sagen, dass es seitens des Bergführerverbandes einen Tagestarif gibt, der momentan mit EUR 150,–  festgesetzt wurde. Nach dieser Vorlage habe ich auch meine Tarife gestaltet.

ay: Hast Du spezielle Wander- und/oder Schneeschuhtipps für meine Leser ?

Richtige Berg oder Weg-tipps sind oft schwer zu geben, denn jeder ist verschieden und findet andere Gegenden und Wanderwege schön,
(mir persönlich gefällt das Tote Gebirge und die Gegend um den Wildensee total gut im Sommer, im Winter habe ich noch keine Lieblingsgegend ausgesucht ev. Hengstpass… Und ausserhalb OÖ hat’s mir in Osttirol und Südtirol recht gut in den Bergen gefallen!)

Daher hier allgemeine Tipps:
Beim Sommerwandern früh losgehen! In der Mittagshitze erst die Hälfte des Weges gemacht zu haben, lässt besonders oft Wander-Beginner am Vorhaben zweifeln! (Überanstrengung in der Sonne -> gefährlich) Geht man früh los und hat trotzdem den ganzen Tag Zeit, kann man ja die Zeit die man morgens weniger Schlaf bekommen hat, bei der Pause im Schatten eines Baumes verschlafen :-)

P_Schattige_Rast_Loeckermoos_400

Dass beim Schneeschuhwandern im Gebirge die Lawinensituation im Auge behalten werden muss ist klar… manchmal unterschätzen die Wanderer aber das umliegende Gebiet! Beispiel: Wanderung in der Ebene um einen See, ABER links und rechts davon gehen Bergwände hoch -> Lawinengefahr… auch bei leichten Wanderungen auf Forststraßen das umliegende Gelände beachten!

Auch nicht alleine einsame Solo-Schneeschuhtouren gehen, wer hilft, wenn was passiert?! Wer weiß bescheid?

Daher Sommer wie Winter Familienangehörigen oder dem Hotel Bescheid geben wohin man wandert und eventuell auch die Rückkehrzeit angeben, damit im Fall des Falles Hilfe alarmiert wird!

Wärend der Sommer oder Winterwanderungen genügend trinken und die Kleidung zwiebelförmig aufbauen… ist wohl auch ein allgemein bekannter Tipp, aber auf jeden Fall wichtig!

ay: Ich weiß zwar aus eigener Erfahrung, wie schwierig das ist, aber könntest Du versuchen, uns zu erklären, was für Dich die besondere Faszination des Wanderns ausmacht.

Für mich ist die Natur oder der Berg kein Sportgerät, für mich gehört einfach das Sehen, Hören und Spüren dazu…

Beim Gehen sieht man einfach viel mehr! Selbst beim Radfahren ist man schon zu schnell unterwegs und kann Blumen oder Tiere im Vorbeifahren nicht mehr richtig wahrnehmen.

Oder beim Wandern einfach hören, wie schön langsam der Lärm von den Straßen verschwindet, wie die Vögel im Wald zwitschern oder der Wind durch die Latschen streicht…

Und spüren lässt sich beim Wandern auch so viel, der Boden unter den Füßen, die Sonne oder die Schneeflocken im Gesicht… oder einfach die Anstrengung beim letzten kurzten steilen Stück bevor mit dem Blick ins Tal vom Gipfel, die Anstrengung mit einem Mal weggewischt wurde…

ay: Die Schneesaison ist heuer ja eher schleppend angelaufen. Dennoch hat es für Schneeschuhwanderer - - im Gegensatz zum Schitourengehen – bereits doch einige sehr schöne Verhältnisse gegeben.

Du selbst bist ja auch gleichermaßen sowohl geprüfte Wanderführerin als auch Schneeschuhführerin. Was ist Dir persönlich aus Wanderersicht eigentlich lieber: Sommertouren oder Schneetouren ? Hast Du eine Lieblingsjahreszeit (Frühling, Sommer, Herbst, Winter). In welcher Jahreszeit werden Deine Dienste als Wanderführerin eher in Anspruch genommen ?

Eine Lieblingszeit habe ich eigentlich nicht, dafür bin lieber ein “Schönwettergeher” und dann ist’s ja eigentlich in jeder Jahreszeit schön…

Obwohl auch eine Regenwanderung etwas für sich hat, denn Feuersalamander, beispielsweise, wird man an heißen Sommertagen sicherlich nicht so leicht finden :-) also kann auch Regen eine Wanderung zu etwas Besonderem machen!

Aber hier noch kurz was ich an den Jahreszeiten am liebsten mag:

Im Frühling mag ich am liebsten die Pflanzen, alles regt sich und das frische Grün tut nach dem Winter einfach gut! Ausserdem lassen sich aus vielen Kräutern leckere Dinge zubereiten!!!

Im Sommer liebe ich die Gipfelrast/Almrast – einfach in die Wiese legen und Seele baumeln lassen – herrlich!

Im Herbst hat es mir die traumhafte Aussicht über der Nebeldecke angetan! Drunter ist es grauslig nass-kalt und drüber gibt’s wärmende Sonnenstrahlen mit x-Kilometer Fernsicht – traumhaft!

Im Winter mag ich das leise dahinstapfen… das einsame Spuren ziehen in unberührtem Schnee… alles sieht wie eine Märchenlandschaft aus und ist ganz anders als in der warmen Jahreszeit!

Als Wanderführerin werde ich momentan öfter im Winter beansprucht, denn Scheeschuhtouren sind im Trend und die fachkundige Führung mit Naturinfos für viele Leute einfach interessant… und ich mache das auch gerne, weil es für mich selbst ein schönes Erlebnis ist, Leuten schöne Erlebnisse zu bereiten!
 

ay: Ich bin ja selbst auch begeisterter Schneeschuhwanderer und dabei werde ich häufig gefragt, warum ich mit Schneeschuhen unterwegs bin und nicht mit Tourenschi – obwohl ich aber beides gerne mache. Wie ist das bei Dir. Schneeschuhwandern und / oder Schitouren. Wenn beides, wo siehst Du Unterschiede und Gemeinsamkeiten.

P_schneeschuh_Karleck_200Schitour habe ich erst eine gemacht und da ist es mir eher schlecht als recht ergangen… schlechte Scheeverhältnisse und dazu noch mein mangelndes Tiefschneefahr-Könnnen… daher kann ich allen, denen es so geht wie mir, nur Scheeschuhe wärmstens empfehlen!

Ausserdem ist für Schitouren einzig der Berg interessant… wenn genügend Schnee liegt, kann ich auch zu Hause die Schneeschuhe anschnallen und über Felder und Wälder zum Lieblings-Gasthaus wandern oder ein Familien Mitglied besuchen… ich finde das auch einen Vorteil gegenüber dem Schi!

Besonders auch einfache Touren ohne hohe Steigungen sind auch für gemütlichere Wanderer machbar bzw. auch für Personen mit leichten Problemen des Bewegungsapparates… der Schnee dämpft und das Tempo kann ich selbst wählen… also halte ich diese Art der Bewegung im Winter auch für Gesund!
 

ay: Hast Du ein Lieblingsgebirge, Lieblingsberg, Lieblingsgebiet, Lieblingstour ….

Das Tote Gebirge mag ich sehr… da es sein Gesicht von Gr. Priel zum Schönberg total wandelt…

Und dann gibt’s noch das Maisenkögerl in Scharnstein, das ich jedes Jahr mindestens einmal besuche… das ist nicht weit und auch nicht hoch, aber jederzeit für mich machbar…

Aber wenn ich jetzt noch anfange weitere Berge oder Gegenden aufzuzählen werde ich nicht mehr fertig, denn im Salzkammergut finde ich die Kombination Berg+See klasse, der Nationalpark Kalkalpen ist für mich einfach zu erreichen und total vielschichtig, das Alpenvorland ist meist ruhiger als die beliebten hohen Gipfel und von den schönen Berggegenden ausserhalb von OÖ brauch ich gar nicht anzufangen…

ay: Wie man Deinem Blog entnehmen kann, bis Du ja auch Sängerin. Kann man die Sabina auch jodelnd in den Bergen antreffen ? (Gibt es dazu auch Ton-Dokumente)

Mich jodelnd in den Bergen… ?? Ob du’s glaubst oder nicht, ich hatte mich schon einmal für ein Jodelseminar interessiert, das habe ich dann aber doch nicht gemacht… aber im Chor singen wir durchaus Lieder, die einen einfachen Jodler als Refrain haben und manchmal ist mir durchaus nach Singen beim Wandern… aber eher kannst du mich Juchzen hören… Tondokument gibt’s davon aber noch keines :-)

ay: Dein Abschlußstatement ?

Da nehme ich das Gedicht von meinem Online-Tourenbuch – das habe ich einmal nach einer Wanderung verfasst und passt glaube ich für jede Naturerfahrung, egal ob am Berg oder in im Tal:

Waun i am Berg oben stehP_Maisenkoegerl_200
Und ins Tal obi seh,

dann gfrei ih mi auf amoi
und kau net glauben das ih wieda obi soi

Da herom ist so sche, is so stad
des is fir de Seel a echt wohltat

Rundumadum de schen Bleamö und Blia
Da juchtz oafoch mei Herzal vor Freid in mir

Geh ich wieda obi und bi wieda im Oitog drin
Wünscht i ma das i nu oben bin

Hob oba s’Herz volla schene Büda von Bergen und Bam
Do bin ih dann glickli, a waun ich sitz daun Daham!

 

 

ay: Liebe Sabina, mit vielen Deiner Aussagen sprichst Du mir zutiefst aus der Seele und sie spiegeln Deine enge Naturverbundenheit wieder.

Genau diese ganzheitliche Sicht und weniger der Sportgedanke sind es, die ich gerne als “Ganzheitliches Wandern im Einklang mit der Natur” bezeichne (mein Homepage-Motto).

Wer weiß, vielleicht hast Du mit Deinem Hinweis auf das “Lieblings-Gasthaus” jetzt auch ganz neue Schneeschuh-Interessenten angesprochen.

Beim einem oder anderen Punkt muß ich mich aber auch selbst an der Nase nehmen (z.B. “Solo-Schneeschuhtouren”).

Ich danke Dir allerherzlichst für das Interview und wünsche Dir auch weiterhin wunderschöne, erlebnisreiche, erfolgreiche und unfallfreie Wandertouren, alles Liebe und Gute und viel Freude an und in der Natur.

 

Für alle, die mehr über Sabina erfahren wollen, hier noch einmal die Internetadressen Ihrer liebvoll gestalteten und empfehlenswerten Webseiten:

http://wanderfuehrerin.blogspot.com/
http://indaheh.blogspot.com/

 Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Interview mit Ralf Stute von www.via-ferrata.de

Freitag, 3. April 2009

Wer von Euch schon einmal im Internet nach Klettersteig-Informationen gesucht hat, dem ist sicher die Homepage www.via-ferrata.de bereits ein Begriff. Auch ich hatte diese Seite schon jahrelang bei mir verlinkt, ohne allerdings den Mann dahinter zu kennen.

www.via-ferrata.de

www.via-ferrata.de

Heute habe ich endlich die Ehre und Gelegenheit, mit dem “Macher” dieses äußerst informativen Klettersteig-Portals ein Interview führen zu dürfen. Sein Name: Ralf Stute.

ay: Hallo Ralf, es freut mich sehr, dass Du Dir die Zeit für ein Interview auf AlpenYeti´s Wanderblog genommen hast. Würdest Du Dich bitte meinen Lesern kurz vorstellen ?

Ralf Stute

Ralf Stute

Hallo liebe Outdoor-Sportler – mein Name ist Ralf Stute und ich bin seit über 20 Jahren begeistert in den Bergen unterwegs. Am 8.8.88 wurde ich dann auf einer gemeinsamen Tour mit meinem Vater auf die Alpspitze vom “Virus” Klettersteig infiziert. Seit diesem Tag gehören die Eisenwege zum festen Bestandteil meiner Bergausflüge. Doch führen mich meine Touren nicht nur in den Steilfels – klar, dass man als Franke auch gern in der heimischen Frankenjura klettert – sondern auch auf Bergwanderungen oder auf Hochtouren.

Ein Höhepunkt dieser Hochtouren war sicherlich die Besteigung des Großglockners bei traumhaften Bedingungen genau 20 Jahre nach der Alpspitztour… man darf gespannt sein wo ich am 8.8.2028 sein werde ;-)

ay: Welche Homepage(s) führst Du, seit wann, und was hat Dich dazu bewogen, damit zu starten ?

Seit Mitte der 90er betreibe ich mit via-ferrata.de das größte Klettersteig-Portal weltweit – vor ein paar Tagen wurde die neue Version der Seite relaunched und erstrahlt in modernen web2.0 look&feel.

Der damalige Anstoß war, dass ich auf der Suche nach Infos zum Thema “Via Ferrata” zu diesem Zeitpunkt keinerlei Informationen oder Tourenbeschreibungen von bestehenden Steiganlagen im www finden konnte. Die nahezu einzige Referenz zu diesem Zeitpunkt war “Hardcover” in Form des Klettersteig-Atlas von Eugen E. Hüsler. Dies bewog mich, meine Tourenbegehungen im Internet auf dem eigenes dafür kreierten Portal www.via-ferrata.de einer interessierten Gruppe zur Verfügung zu stellen. Die ganze Thematik ist relativ schnell zum Selbstläufer geworden, denn immer mehr Freunde, Bekannte, Internet-User haben mich angeschrieben und wollten dort auch Ihre Touren / Kommentare einstellen, so dass das Portal mit der Zeit sehr groß geworden ist.

Seit ein paar Tagen erstrahlt via-ferrata.de zudem in neuem Glanz und dies ist hier der erste offizielle Bericht dazu. Die Seite wurde moderner und noch interaktiver umgebaut und ermöglicht so einen absolut intuitiven Zugriff auf das Thema Klettersteige.

Auch das Forum, das mit über 2000 registrierten Usern, das größte in dieser Art zum Thema Klettersteige ist, wurde komplett neu gestaltet.

Daneben habe ich gegen Ende letzten Jahres eine interaktive Tourendatenbank aus der Taufe gehoben – unter www.tourendatenbank.com kann jeder seine Touren (sei es Spaziergänge, Wanderungen oder Klettertouren) einstellen. Ziel war es, keine Special-Interest-Seite – so wie es via-ferrata.de ist – anzubieten, sondern eine “allgemeine Toureninformationsseite” für Jedermann – sei es dem extremen Klettersteigler, aber auch dem Gemütlichkeitswanderer oder Fahrradfahrer. Diese Thematik und das Konzept wird bereits sehr gut angenommen!!

www.tourendatenbank.com

www.tourendatenbank.com

Neuerdings beinhaltet die Tourendatenbank auch eine Rubrik “aktuelle Tourenbedingungen“, in der jeder (ohne Anmeldung) in nur 1 Minute anderen aktuelle Bedingungen / Risiken einer Tour mitteilen kann. Mehr oder weniger das Konzept vom altbekannten Portal basislager.ch, das leider in der alten Form nicht mehr existiert, so dass ich nun hoffe, mit meiner Lösung diese Lücke (was Userfreundlichkeit und Optik anbelangt) schließen zu können. Wichtig ist hierbei, dass sich viele beteiligen und diese Rubrik zum Leben erwecken!!

ay: Was ist der Hauptinhalt Deiner Site ?

Ganz klar im Vordergrund stehen Tourenbeschreibungen mit vielen Fotos. Denn bekanntlich sagt ein Bild mehr als 1000 Worte.

Daneben haben wir ein großes Gemeinschaftsforum, das von vielen anderen bekannten Bergsport-Portalen ebenso eingebunden ist – z.B. gipfelguide.de, alpinisten.info, wanderpfa.de etc. – somit greift ein großer Teil der Bergsportler auf eine gemeinsame Plattform zu, was aktuell auf ziemlich jede Frage innerhalb eines Tages eine kompetente Rückantwort verspricht, da Experten aus allen möglichen Outdoor-Sportarten (aber Primär Klettersteigler) sich bei uns tummeln

ay:  Gibt es daneben noch weitere erwähnenswerte Nebeninhalte ?

  • - Definition der Schwierigkeitsgrade
  • - Ausrüstung
  • - GPS Viewer (mit diesem Tool können sich GPS-Nutzer nach einer Tool schnell und unkompliziert Ihren Track innerhalb von googlemaps anschauen)

ay: Werden die Daten nur von Dir alleine gepflegt, gibt es ein Team, oder sind die Daten für die allgemeine Öffentlichkeit frei verwaltbar ?

Wir haben ein sehr großes Team, ralf_trittklammerndem mittlerweile gut und gerne 50 Personen angehören. Diese sind auch zum Großteil in unserer Rubrik “Team” mit Fotos, Lieblingstouren, etc. abgebildet. Jedes Jahr machen wir zudem mindestens eine Gemeinschaftstour in den Alpen und treffen uns außerhalb der virtuellen Welt. Letztes Jahr waren wir bspw. Anfang Oktober in den Dolomiten unterwegs.

Jeder kann sich unserem Team anschließen – allerdings wollen wir keine “Eintagsfliegen”, sondern Personen, die sich regelmäßig bei uns einbringen (z.B. als Moderator im Forum, als Organisator von Unterkünften bei Gemeinschaftstouren, etc.).

ay: Welche Wanderarten (Almwandern, Bergwandern, Bergsteigen, Kajakfahren, Klettern, Klettersteige, Mountainbiken, Nordic Walking, Schitouren, Schneeschuhwandern, …) sind Deine Schwerpunktthemen ?

Mein Schwerpunkt liegt definitiv auf dem Thema “Klettersteige” – wie es auch der Portalname via-ferrata.de vermuten lässt, allerdings kann ich mich durchaus als Multi-Sportler bezeichnen, da ich auch gerne normale Bergtouren, Mountainbiken, Skitouren etc. mache.

ralf_seilbruecke

ay: Wieviele Touren beinhaltet Deine Homepage zur Zeit ?

Ein paar Hundert – aktuell wurden einige gelöscht und werden derzeit überarbeitet.

ay: In welchem geografischen Gebiet liegen Deine Hauptaktivitäten ?

Am liebsten bin ich in der Region Innsbruck – sprich Karwendel, Zillertal und Stubaital – unterwegs, da dieses Gebiet verkehrstechnisch für mich am schnellsten erreichbar ist. Absolutes Lieblingsgebirge sind natürlich die Dolomiten.

ay: Welche Ziele verfolgst Du mit Deiner Webpage ?

Offener Zugang von interessanten Tourinformationen für eine große Usergruppe!


ay: Ralf, lass uns kurz über ein anderes Thema sprechen. Der Aufbau und Betrieb einer Homepage kostet bekanntlich nicht nur immense Zeit, sondern verursacht ja auch Kosten. Versuchst Du Einnahmen mit Deiner Homepage zu erzielen ?

Ja,  wir sind immer auf der Suche nach geeigneten Sponsoren, sowohl aus der Sportindustrie als auch aus dem Tourismus. Wir können hier optimale Präsentationsmöglichkeiten mit einer absolut zielgerichteten Ausrichtung anbieten, so dass der Werbetreibende keinerlei Streuverluste bei uns hat (wie es z.B. bei Bannerschaltungen auf großen Seiten wie z.B. focus.de der Fall wäre). Aktuell bewerben wir beispielsweise bei uns zielgerichtet die Klettersteig-Veranstaltung “Via Ferrata Dachstein” oder auch die Video-Serie von “Real Adventure”. Ich hoffe, dass sich durch diesen Artikel der eine oder andere angesprochen fühlt und mit uns diesbezüglich Kontakt aufnimmt (v.a. im Schuhbereich mit LOWA, Hanwag oder Meindl sehe ich da noch Potential – wenn jemand von Euch einen guten Draht dorthin hat würde ich mich über eine Kontaktanbahnung freuen).

ay: Woher kommen Deine Besucher ? 

Nachdem die Seite deutschsprachig ist, kommen gut 90% der User aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Forum ist zweisprachig (englisch und deutsch).

ay: Als Webmaster und Entwickler ist man ja nicht nur mit dem Inhalt der Homepage beschäftigt, sondern muß sich ja auch um technische Belange kümmern. Kannst Du uns dazu einige Schlagworte liefern ?

Als Programmsprache verwende ich PHP. Für die Bekanntmachung meiner Seiten im Internet setze ich auf SEO und für die Analysen meiner Besucherstatistiken nutze ich Google Analytics.

 ay: Eine letzte Frage: Wo siehst Du Dich (Deine Site) in 3 Jahren ?

In 3 Jahren möchte ich mit meiner Seite auch das englischsprachige Publikum mit einer englisch-sprachigen Version des Portals ansprechen.

ay: Dein Abschlußstatement ?

An dieser Seite möchte ich mich bei allen bedanken, die gerne das Projekt via-ferrata.de (oder auch die tourendatenbank.com) besuchen und bereits wertvolle Informationen (Foreneinträge oder Tourenkommentare) hinterlassen haben.

DANKE – empfehlt uns weiter!

 

Alles Gute

Herzlichen Dank und Alles Gute

Lieber Ralf, auch ich sage ein herzliches Dankeschön, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Ich wünsche Dir auch weiterhin alles Gute und viele wunderschöne, unfallfreie Touren und natürlich viel Erfolg mit Deinen Projekten.

Schöne Grüße – Christian