Archiv für März 2010

Schneeschuhtour Kochofen

Sonntag, 28. März 2010

Auch heute wieder ein Wochenendtag, wo ich mir wegen der unsicheren Wetterprognose eigentlich keine Tour vorgenommen hatte. Aber bereits vom frühen Morgen an lachten die mit frischem Neuschnee bedeckten Berggipfel vor dem Hintergrund des blauen Himmels über die Nebelschwaden.

Kurzerhand habe ich am Vormittag also noch schnell 2 “Bergkameraden” zusammen gerufen bzw. diese “organisiert”. Dauerläufer Sammy und Kraftpaket Nico würden mich bei der heutigen Schneeschuhwanderung wieder begleiten.

Auffahrt auf der ca. 6 Kilometer langen Bergstraße von Moosheim (Gemeinde Michaelerberg) zum Michaelerberghaus. Der Niederschlag der letzten Nacht, der im Tal als starker Regen zu Boden ging, hat hier am Berg als frischer Neuschschnee seine weißen Spuren hinterlassen.

Ausgangspunkt Michaelerberghaus in 1.203 Meter Höhe

Ausgangspunkt Michaelerberghaus in 1.203 Meter Höhe

Teilweise war es im obersten Abschnitt auf der ungeräumten Fahrbahn gar nicht so einfach, das Auto von seinem “Wunsch nach Schlingern” abzuhalten. Jungfräulich zeigte sich der Weg Richtung Kochofen, aber auch die links und rechts abzweigenden Forstwege waren noch unverspurt – was sich am Nachmittag bei der Rückkehr vor allem Richtung Stiegleralm deutlich geändert haben sollte – jene Alm, die uns von unserer Silvester-Wandertour noch in guter Erinnerung war.

Steil startet der gut beschilderte Ziehweg Richtung Kochofen in den Wald hinauf, für die beiden Hunde aber kein Problem. Im Gegenteil – sie schienen es zu genießen, den hinter ihnen Keuchenden zu ziehen.

Aber nicht nur die Zugarbeit, vor allem der Neuschnee förderte eine Ausgelassenheit hervor, die ich in diesem Ausmaß bei den beiden bisher noch nicht gekannt hatte. Sie brachten den Weg im unteren Abschnitt fast durchwegs sich im Schnee wälzend hinter sich. Man sah es ihnen deutlichst an, wie sie das weiße Element nach einer 14-tägigen Abstinenz unten im aperen Tal genossen.

Über Nacht ist wieder kurzfristig der Winter eingekehrt

Über Nacht ist wieder kurzfristig der Winter eingekehrt

Bei der Weggabelung entschieden wir uns für die Route über das Loskögerl, zunächst noch kurz entlang eines Forstweges und später im mittelsteilen Wald bergan. Vom Pruggerer Galsterberg trieb der schwache Wind immer wieder Lautsprecherwortfetzen herüber – hier dürfte eine Sportveranstaltung in Gang gewesen sein.

Nach einer kurzen Flachpassage (hierher führt auch ein Forstweg) folgt ein weitere Aufschwung bis zu einer Höhe von ca. 1.700 Meter. Auch hier queren wir noch einmal einen Forstweg, den wir später bei der Rückkehr dann für den Abstieg gewählt haben.

Zuletzt folgen noch 200 Höhenmeter über einen schmalen Westrücken. Die ca. 5 cm Neuschnee fallen in dieser Region nicht weiter auf. Trotz Schneeschuhe breche ich bis über die Knie – teilweise auch bis zu den Hüften – in der bis zum Grund durchfeuchteten Schneedecke ein. Den Hunden geht es zwar ob ihres leichteren Gewichtes etwas besser, aber auch sie müssen sich sichtlich durch den schweren, patzigen Schnee plagen.

Und so sind wir alle drei froh, als wir wenige Meter unterhalb des Gipfels das steile Waldgelände verlassen und auf das recht ebene, baumfreie Gipfelplateau des Kochofen mit seinem hohen Gipfelkreuz treten.

Beim Gipfelkreuz am Kochofen

Beim Gipfelkreuz am Kochofen

Im Gegensatz zu den meisten meiner bisherigen Besuche hielt sich der Wind heute sehr in Grenzen. In der zwischenzeitlich durch die Wolkendecke blinzelnden Sonne war es sogar richtig mild. Zeitweise hatte es aber den Eindruck, als würde es gleich zu regnen beginnen.

Dunkle Wolken über dem Grimming

Dunkle Wolken über dem Grimming

Beim Abstieg folgten wir zunächst wieder 200 Höhenmeter unseren Aufstiegsspuren und hielten uns dann an die bereits zuvor erwähnte Forststraße. Auf ihr wechselten wir hinüber zur Markierung der alternativen Kochofen-Anstiegsroute über die Ostseite und folgten dem Wanderweg bis zur Weggabelung “Michaelerberghaus – Kochofen – Stein an der Enns – Kleinsölk”.

Einige “Wumm-Geräusche” mit schlagartig folgenden bis zu 50 Meter langen deutlichen Anrissstellen auf den mäßig steilen Schneehängen warnten vor der nicht zu unterschätzenden Lawinengefahr. Unten im Tal mochte man sich gar nicht richtig vorstellen, dass hier heroben am Berg nach diesem lange Zeit schneearmen Winter für Ende März noch solche großen Schneemassen liegen.

Wumm-Geräusche und lange Anrisse in der Schneedecke

Wumm-Geräusche und lange Anrisse in der Schneedecke

Über Forstwege und diese mehrmals durch den Wald abkürzend, gelangten wir wieder zurück zum jetzt am Nachmittag sehr gut besuchten Michaelerberghaus. Der Schnee des Vormittages mußte sich im Umfeld des Schutzhauses allerdings der kräftigen Frühjahrssonne geschlagen geben.

Weitere Informationen zur Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenbuch

Der Kochofen, zu meinen 3 meistbesuchten Wandergipfeln zählend, ist sicher nicht das Paradeziel über dem Ennstal, durch seine einfache Erreichbarkeit das ganze Jahr über aber ein lohnenswerter, eher einfacher und durchaus reizvoller Aussichtsberg, mit markierten Anstiegswegen aus verschiedenen Ausgangsorten und Himmelsrichtungen.

Der heutige Routenverlauf: Links bzw. unten die Aufstiegsroute über das Loskögerl, rechts bzw. oben die Abstiegsroute

Der heutige Routenverlauf: Links bzw. unten die Aufstiegsroute über das Loskögerl, rechts bzw. oben die Abstiegsroute

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Weitere Tourentipps im Umfeld des Kochofen:

Konditionsstarke Weitwanderer finden mit dem Übergang über den Lafenberg und den Dromeisspitz bis zum Spateck und eventuell sogar noch weiter bis zum Schusterstuhl oder Säuleck eine ausgewachsene Tagestour vor, bei der sich der Kreis mit der Rückkehr über die Schladminger Alm und Stiegleralm zum Michaelerberghaus wieder schließt.

 

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schitour Speikberg – Hirschberg

Donnerstag, 25. März 2010

Im 2. Anlauf ist es jetzt also gelungen: Der Gipfelbesuch am Hirschberg im nördlichen Dachsteingebirge.

Nun ist es ja nicht unbedingt so, dass der Hirschberg eine besondere Herausforderung darstellt oder ein Gipfelziel wäre, welches man unbedingt kennen und bestiegen haben müsste. Aber ein bißchen hat es mich schon gewurmt, dass ich den Gipfel bei meinem ersten Vorhaben am 09.07.2009 bei meiner Bergwanderung über die Obertrauner Landfriedalm nicht wie geplant mitmachen konnte.

Damals kam mir erstens der Pfalzkogel und zweitens sehr mühsames und kraftraubendes Latschen- und Dolinengelände dazwischen.

Heute aber sollte alles anders sein. Zum einen würde das zerklüftete Karstgelände auf harter Schneeoberfläche wesentlich einfacher begehbar sein, zum anderen habe ich mir nicht nur eine andere Route, sondern auch einen “unehrlichen” Aufstieg mit Seilbahnunterstützung ausgewählt.

Dabei würde ich sogar noch – quasi im Vorbeigehen – über 2 weitere Gipfel “drübersteigen”, die ich bereits von einer früheren Schitour auf den Speikberg mit meiner AlpenYetin kannte.

Doch schön langsam, der Reihe nach: Am Dienstag war ich noch unschlüssig. Für Mittwoch, Donnerstag und Freitag war Schönwetter mit milden Frühlingstemperaturen angesagt. Allerdings sollte es mit jedem Tag zunehmend “föhnwindiger” werden.

Und auch wenn es dann in den Tälern sehr warm werden kann, ist es im exponierten Berggelände durch den Dauerwind zumeist recht unangenehm kalt. Also war ich zunächst noch nicht richtig motiviert für eine Schi- oder Schneeschuhtour.

Und selbst am Mittwoch morgen, als mich der Wecker zur üblichen Arbeitsaufstehzeit weckte, ließ ich mir noch 10 Minuten mit einer Entscheidung Zeit. Aber beim 1. Blick auf den wolkenlosen Morgenhimmel und beim 2. Blick auf das leichte Minusgrade anzeigende Außenthermometer stand für mich fest: Heute würde es guten Firn geben – heute geht es rauf auf das Dachsteinplateau.

Allerdings nicht von meiner beheimateten Südseite, sondern über die Nordseite – und da gab es ja noch diesen einen Gipfel, der mir beim ersten Anlauf nicht vergönnt war.

Es ist keine Bildungslücke, den Hirschberg nicht zu kennen. Viele Einheimische kennen in diesem Gebiet selbst den Speikberg nicht, am ehesten ist noch der Krippenstein ob seiner leichten Erreichbarkeit mit der Gondel ein Begriff.

Und genau zwischen diesen Dreien wollte ich mich heute schitourentechnisch bewegen, obgleich dieses weitgehend ebene bwz. leicht hügelige Gebiet durchaus auch mit Schneeschuhen seinen Reiz hätte und relativ einfach bewältigbar wäre (sieht man von den nicht zu unterschätzenden Entfernungen ab).

Anfahrt in der Früh zunächst Richtung Osten auf der Ennstal Straße B320 bis Trautenfels. Die Sonne blendet durch die sich trotz Kratzen nur schleppend vom morgendlichen Eis befreienden Autoscheibe. Ab Trautenfels geht es dann besser. Nordwestwärts, zunächst östlich, später nördlich um den dominanten Grimming herum, bis Bad Aussee. Dann ist es über den Koppen Paß fast nur noch ein Katzensprung (naja, muß schon eine große sein) bis Obertraun, so die Paßstraße nicht wegen Lawinengefahr oder Bauarbeiten gesperrt ist, wie es bei der Anreise zu meiner Bergtour auf den Pfalzkogel der Fall war.

Obwohl fast 50 Minuten vor dem Start der ersten Gondel beim großen Parkplatz der Krippenstein-Seilbahn angekommen, war ich beileibe nicht der Erste. Überall kleinere und größere Grüppchen ihre Tourenschiausrüstung aus den Autos kramende, meist braungebrannte Freizeitsportler.

Die vor mir an der Kassa Wartenden kaufen alle die Rumplerkarte um 14,90 Euro, welche auch die Auffahrt mit den 2 Liften am Hunerkogel beinhaltet. Erst als ich mich nach einer alternativen Möglichkeit – beschränkt auf Strecke 1 und 2 auf den Krippenstein – erkundige und diese für 11,50 Euro bekomme, wollen auch andere noch umsatteln. Dumm gelaufen. Genau so dumm, wie einer unbekannten Schispur nachlaufen, ohne zu wissen, wohin sie führt. Bei einer Schneeschuhspur – wie bei meiner Schneeschuhwanderung um den Sandling – ist das natürlich etwas ganz anderes ;-)

Über die Wartezeit auf die Auffahrt der ersten Gondel möchte ich lieber nicht allzu viele Worte verlieren. Nur soviel: Ich weiß, warum ich bei meinen Wandertouren die Einsamkeit vorziehe. Es ist schon eigenartig, warum sich manche Zeitgenossen vor einem unfreiwilligen Publikum immer wieder richtig peinlich und unmöglich benehmen müssen, wenn sie in in einer Gruppe unterwegs sind. Lautstarkes “Schei…-Brüllen” über den ganzen Vorplatz, Rempeleien vor dem Durchgang zur Gondel, wenn die Anzahl der freien Plätze langsam herunterzählt von 38 auf 37 auf 36 … Und dann nervös draufkommen, dass die Kameraden noch gar nicht da sind und deshalb einmal alle anderen warten lassen ….

Da hilft nur eines: Augen zu und durch und oben am Plateau möglichst schnell hinaus in die Weite des Geländes am “Stoa”.

Bei der 2. Teilstrecke (man muß beim Schönberghaus einmal umsteigen) lautstarke Anzeichen, welches Wetter heute am Dachsteinplateau zu erwarten ist. Heftig zerrt der Wind an der Gondel – und er sollte sich heute den ganzen Tag über nicht legen.

Oben raus in die Sonne zu einem windgeschützten Platzerl. Abfahrtsbereitschaft herstellen. Die Schi- und Snowboardfahrer schwärmen in die verschiedensten Richtungen aus, Hundegebell dringt von der Lodge herüber. Die vor und auf ihren Hütten hockenden Huskies (Abkürzung: HHH) begrüßen – oder zumindest bebellen – die Ankömmlinge.

Die Huskies bei der Lodge am Krippenstein

Die Huskies bei der Lodge am Krippenstein

Die hart gefrorene Schneedecke beschleunigt die Abfahrt Richtung Südosten. Trotz einiger größerer Gegensteigungen verzichte ich vorerst auf die Steigfelle. Dadurch vergrößert sich zwar bei jedem Anstieg der Abstand zu den vor mir Wandernden (eine Dreigruppe nimmt meinen Weg zum Speikberg, sie fahren dann weiter Richtung Osten ab, eine große Gruppe Jugendlicher ist am Weg zum Heilbronner Kreuz), bei jeder Abfahrt aber hole ich dafür nicht nur mächtig auf, sondern irgendwann auch “über”.

Vom Schigebiet am Krippenstein zum Dachsteinplateau "Am Stein"

Vom Schigebiet am Krippenstein zum Dachsteinplateau "Am Stein"

Ab dem Heilbronner Kreuz – errichtet zum Gedenken an eine 13-köpfige Lehrer- und Schülergruppe aus der deutschen Stadt Heilbronn, die zu Ostern 1954 im Schneesturm umkam - dreht  die Gehrichtung nach Nordosten. Allmählich wird es erforderlich, die Felle auf die Schi zu ziehen. Ein kurzer Aufschwung und ich stehe am Niederen Speikberg (2.089).

Beim Heilbronner Kreuz - Wolkenlos, aber windig

Beim Heilbronner Kreuz - Wolkenlos, aber windig

Fast eben und ohne weitere Anstrengung geht es nordwärts auf den teils aperen Speikberg (1.215) mit provisorischem, kleinem Gipfelkreuzchen.

Es folgt eine etwas steilere, aber nicht allzu lange Abfahrt und neuerlich wartet ein Aufstieg – dieses Mal auf den Hirschberg. Ich erspare mir das neuerliche Anlegen der Felle und trage stattdessen die Schi über den hart gefrorenen Schneehang und durch kleinere Latschenfelder auf den abgeblasenen Südrücken. Diesem folge ich nun nach Norden bis zum höchsten Punkt.

Neben dem herrlichen Ausblick auf viele bekannte Gipfel und über freie Almflächen begeistert auch der Blick hinab ins Tal zum Hallstätter See.

Tiefblick zum Hallstätter See

Tiefblick zum Hallstätter See

Jetzt werde ich aber “unersättlich” und fahre bei besten Firnbedingungen bis zum Niederen Hirschberg und noch ein Stückchen weiter bis zu einer Seehöhe von etwa 1.845 Meter hinab, ehe ich mich zum Wiederaufstieg entschließe. Zunächst am Abfahrtsweg wieder zurück, den Speikberg jetzt aber ostseitig umgehend, gelange ich über gemächliche Hänge beim Niederen Speikberg wieder zurück zu meiner vormittäglichen Anstiegsspur. Am bekannten Weg zurück zum Heilbronner Kreuz, in der Folge aber einen Abstecher auf den (das?) Margschierf (2.080) einbauend.

Am Weg zurück in die Zivilisation

Am Weg zurück in die Zivilisation

Mit Annäherung an das Schigebiet am Krippenstein wird es wieder lauter. Eine Gruppe Jugendlicher macht Fotos von ihren kunstvollen und staubenden Schwüngen im Mittagsfirn. Die Huskies bei der Logde begrüßen – oder bebellen – die Ankömmlinge. Also alles wie am Morgen schon gehabt.

Ich gestatte mir nun noch einen Abstecher auf den Gifpel des Krippenstein, mit der lieblichen Kapelle nahe dem höchsten Punkt. Im Windschatten des Gotteshauses genehmige ich mir eine Obstjause, um mich für die Abfahrt auf der Piste ins Tal zu stärken.

Bei der Kapelle am Krippenstein

Bei der Kapelle am Krippenstein

Etliche gelb-schwarze Warntafeln machen auf das Verlassen des gesicherten Schigebietes und der damit verbundenen alpinen Gefahren aufmerksam. Allerdings bin ich mir nie ganz sicher, wo es denn nun wirklich gefährlicher ist.

Wie bereits erwähnt, fahre ich nun über die nur mäßig frequentierte Schipiste bei meist noch erstaunlich guten Schneeverhältnissen zurück zur Talstation in Obertraun.

Nebstbei sei erwähnt, dass ich bei dieser Tour die 1.100-Gipfel-Anzahl seit 01.01.2004 überschritten habe.

Weitere Informationen zu dieser Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Weitere Tourenziele im Umfeld des Krippenstein:

Wer sich näher für die historischen Ereignisse beim “Heilbronner Kreuz” interessiert, dem sei der Roman “Tod am Stein” von Peter Gruber empfohlen, den es z.B. bei Amazon zu bestellen gibt.


 Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schitour Schneetalalm – Schusterstuhl

Sonntag, 21. März 2010

Nach der gestrigen Schneeschuhwanderung im Salzburger Lungau habe ich mir für den heutigen Samstag, den 20.03.2010 nichts Größeres vorgenommen. Vor allem auch deshalb, da die Wettervorhersagen wieder etwas widersprüchlich waren.

Und tatsächlich war der erste Wettereindruck beim Aufwachen ein getrübter. Also würde ich ruhigen Gewissens einige Tourenaufbereitungen am PC vornehmen können. Auch wenn mein Webspace-Problem noch immer kein gelöstes war. Interessanterweise werden meine Anfragen um Speicherplatzerweiterung von meinem Internet-Hoster jetzt nicht nur schon seit 2 Monaten ignoriert, auch der Versuch, meinen Vertrag – wie vorgeschrieben – per Fax zu kündigen, schlug bei allen Versuchen in der letzten Woche wegen Unerreichbarkeit des Faxgerätes fehl.

Aber das ist wieder eine andere Geschichte ;-)

Lange saß ich jedenfalls nicht vor dem Computer, denn recht rasch lockerten die hochliegenden, dünnen Wolken am Vormittag auf und der zuvor trüb-trostlose Eindruck wich einem freundlich-schönen Frühlingstag, der auch die Singvögel zum Tirilieren animierte und mich in Aufbruchstimmung versetzte.

Wegen der vorgerückten Stunde wollte ich nicht zu weit anreisen, also wählte ich mir ein Tourenziel in meiner näheren Umgebung, bei dem ich auch etwaige Naßschneelawinen nicht zu fürchten bräuchte. Denn im Frühling sollte man Schi- und Schneeschuhtouren tunlichst noch vor Mittag beenden.

Heute entschied ich mich wieder einmal für die Tourenschi, bei dieser Gelegenheit wollte ich auch meine nagelneuen Colltex-Skifelle auf meinen Fischer X-Tralite testen, um bei den kommenden geplanten anspruchsvollen Schitouren in den Hohen Tauern bereits ausführliche Erfahrungen gesammelt zu haben.

Knapp vor dem Schranken ins Sattental, nicht unweit vom Gasthaus Winkler, stellte ich mein Auto ab. Ab dem verschlossenen Schranken weg kann man (noch) mit den Schiern starten.

Bis zur Weggabelung beim Leonhardkreuz war der Forstweg geräumt, die in den Reifenspuren leicht vereiste Straße erlaubte ein zügiges Vorwärtskommen. Der Weiterweg  bis zu den Sattentalalmen wurde zwar ein bißchen mühsamer, Dank einiger älterer Schispuren war der Weg aber selbst um die Mittagszeit bei +5° Celsius noch tragfähig.

Im Talschluß bei den Sattentalalmen

Im Talschluß bei den Sattentalalmen

Mühsamer wurde es dann allerdings  ab der Abzweigung vom Sattentalalm-Parkplatz über den Sattentalbach. Der recht flache Forstweg zieht in langgezogen Schleifen über den Kainachwald bergan.

Bruchharsch erschwerte das Vorwärtskommen. Durchschnittliche Einsinktiefen um die 10 bis 15 Zentimeter trieben mir bei der Spurarbeit im Sonnenschein den Schweiß auf die Stirn, richtig anstrengend wurde es aber im abschnittsweise vorkommenden Faulschnee, in dem ich bis zum Grund durchbrach.

Trotz dieser leichten Widernisse bestätigte sich für mich mein Standpunkt: Schitouren sind kräfte- und konditionsmäßig einfacher als Schneeschuhtouren. Bei der Abfahrts-Technik verhält es sich natürlich genau umgekehrt.

In schattigen Waldpassagen traf ich heute sogar kurzzeitig noch auf Pulverschnee, die Regel war aber – vor allem dann bei der Abfahrt – schwerer, feuchter Schnee.

Einsame Spur auf den freien Wiesen der Schneetalalm

Einsame Spur auf den freien Wiesen der Schneetalalm

Oberhalb der Schneetalalm durfte ich mich sogar am späteren Nachmittag noch über passablen Firn erfreuen. Die obersten 300 Höhenmeter am Nordwestrücken des Schusterstuhl sind allerdings schon gänzlich aper. Das erleichtert aber dafür den Aufstieg zu Fuß, weil man nicht im trügerischen Schnee zwischen Felsblöcken hängen bleibt.

Beim Gipfelkreuz – eigentlich aber schon 400 Höhenmeter früher – war es windig. Mit entsprechender Kleidung, die man selbst bei frühlingshaft milden Schitouren immer als Reserve mithaben sollte, aber kein Problem.

Beim Gipfelkreuz am Schusterstuhl (2.216)

Beim Gipfelkreuz am Schusterstuhl (2.216)

Mein Eintrag im Gipfelbuch war heuer erst der Dritte in diesem Jahr. Lediglich 2 Gruppen Anfang und Ende Februar haben sich 2010 schon verewigt.

Nach den obligatorischen Gipfelfotos ging es am abgeblasenen Rücken über Grasbüschel und Steinblöcke wieder zurück zum Schidepot auf etwa 1.960 Meter Höhe. Danach folgte die eigentlich überraschend passable Abfahrt bis zur Schneetalalm.

Tiefblick über den abgeblasenen Nordwestrücken zur Schneetalalm

Tiefblick über den abgeblasenen Nordwestrücken zur Schneetalalm

Von hier folgte ich wieder meiner Aufstiegsspur ins Sattental, was wegen der nur mäßigen Steigung der Forststraße mit einigem Schiebeaufwand verbunden war.

Über die Sattentalalmstraße hinaus zum Leonhardkreuz brach ich dann auf Grund der alten Spuren nicht mehr durch die Schneedecke, allerdings gestaltete sich das Anschieben hier etwas mühsam. Aussichtlos tief versanken die Tourenstöcke in der tief aufgeweichten Schneedecke.

Vom Leonhardkreuz bergab ging es – von der kurzen Geraden bzw. leichten Gegensteigung abgesehen – dann allerdings wieder sehr gut. Hier überholte ich 3 Schitourengeher, die wohl aus Richtung Schladminger Alm herunter gekommen sein dürften.

Über die vereisten Fahrzeugspuren ratterten die Schi nun rasant talwärts, man durfte nur nicht in die 1 bis 2 Zentimeter hohe Schneeauflage neben der Autospur gelangen, denn dann wurde man abrupt abgebremst.

Blick von der Schneetalalm auf den Schusterstuhl

Blick von der Schneetalalm auf den Schusterstuhl

Weitere Informationen zur Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtour Aignerhöhe – Gebreinspitze – Labspitze

Sonntag, 21. März 2010

Kommt es mir nur so vor, oder gibt es wirklich keine von frühmorgens bis spätabends durchgängig wettermäßig schönen Wandertage mehr mit klarer Sicht und strahlend blauem, wolkenlosen Himmel.

Heute wäre zwar ein solcher Tag vorhergesagt gewesen, deshalb habe ich mir auch extra frei genommen, doch wie so oft hielt sich auch heute das Wetter nicht an die Prognosen der Wetterfrösche.

Aber irgendwie finde ich es ja gar nicht so schlecht, dass sich die Natur nicht zu 100 Prozent vorher berechnen läßt, und noch beruhigender ist es, dass das Wetter kein “Wunschkonzert” ist und sich dementsprechend auch nicht beinflussen läßt.

Nun aber zur heutigen Tour:

Anreise von Norden über die Tauernautobahn A10 nach Zederhaus. Die Autobahn-Mautgebühr, welche bei einem Kassaautomaten zu bezahlen ist, beträgt nach wie vor wohlfeile 4,50 Euro (je Richtung).

Über die am frühen Morgen abschnittsweise vereiste Straße folge ich der Beschilderung Richtung Riedingtal bis zur Fahrverbotstafel in Wald. Noch ist der Parkplatz leer – oder fast leer – denn eine kleine Kärtner Gruppe hat ihre Tourenschi bereits etwas weiter oben beim Beginn der Schneefahrbahn abgeladen.

Der von zahlreichen Schispuren plattgebügelte Almweg an der Neuseßwirtalm vorbei läßt sich frühmorgens auch ohne Schneeschuhe bestens begehen, ohne auch nur den Ansatz des Hauches eines Millimeters einzusinken. Allerdings ist es mir in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit gelungen, in der blanken, harten und leicht vereisten Spur gehörig auszurutschen.

Bei der Muhreralm angekommen, ist es nun an der Zeit, die Schneeschuhe anzulegen. Die weiterführenden Schispuren teilen sich hier sternförmig in alle Richtungen auf – ich folge der Route nach Osten über das moderate Gelände an der Aigneralm vorbei auf die Aignerhöhe.

Bei der Muhreralm

Bei der Muhreralm

Von hier geht es entlang des stark überwechteten Rückens weiter nordostwärts Richtung Stampferwand, die ich zwar gerne ebenfalls bestiegen hätte, die Schneeverhältnisse mahnten mich aber zur Vernunft und Vorsicht. Unzählige Wumm-Geräusche wiesen auf die drohende Lawinengefahr hin, an etlichen Stellen konnte man bereits abgegangene Schneebretter und Nassschneelawinen beobachten.

Die Stampferwand habe ich heute ausgelassen. "Ich komm wieder, keine Frage".

Die Stampferwand habe ich heute ausgelassen. "Ich komm wieder, keine Frage".

Erst in den letzten Tagen waren wenige Kilometer Luftlinie entfernt bei Obertauern bei 2 Lawinenabgängen 2 Lawinentote zu beklagen.

Also spazierte ich lieber am annähernd flachen Gelände hinüber zur Gebreinspitze und von hier am Verbindungsrücken weiter zur Labspitze, die wir bereits einmal bei einer Schitour besucht hatten. Überhaupt waren mir viele der umliegenden, von Zederhaus aus erreichbaren Gipfel bereits von vorangegangenen Wintertouren oder Sommerwanderungen bekannt.

Auf der Aignerhöhe schien ein reges Kommen und Gehen (oder besser Abfahren) zu herrschen. Auch über die Trimmingeralm konnte ich einige Schitourengeher erkennen. Interessanterweise steuerten diese aber keinen Gipfel an, sondern fuhren auf halbem Wege wieder ein Stück zur Alm zurück, um dann neuerlich aufzusteigen.

Damit kehrt sich einer der Unterschiede zwischen Schitouren und Schneeschuhwanderungen im Frühjahr wieder um. Während ich normalerweise (im Hochwinter) davon spreche, dass bei Schneeschuhtouren “der Weg das Ziel” ist und auch das bloße Herumschweifen im Gelände schon viel Freude bereitet, strebt der klassische Schitourengeher eher einem bestimmten Ziel (meist ein Gipfel) zu, wo schöne Hänge auf die (bevorzugt Pulver-)Abfahrt warten.

Anders im Frühling bei Firnbedingungen. Hier erlebt man bei Schitourengehern (vor allem bei den Spätaufstehern unter ihnen) schon einmal, dass sie auf halber Strecke kehrt machen, um wenigsten wenige Höhenmeter in den Genuß des verlockenden Firns zu gelangen. 1 oder 2 Stunden später könnte die Sonne dem erhofften Abfahrtsvergnügen bereits einen Strich durch die Rechnung gemacht haben und man watet im “Schneesumpf” talwärts.

Abstiegsgelände von der Labspitze zu einer kleinen Hütte - dem Mankei-Bau (ca. Bildmitte)

Abstiegsgelände von der Labspitze zu einer kleinen Hütte - dem Mankei-Bau (ca. Bildmitte)

Von der Labspitze visiere ich in gerader Linie Richtung Westen ein kleines Hütterl nördlich der klassischen Schiroute auf die Labspitze an. Die aussichtsreiche Hütte ist mit der Aufschrift “Mankei-Bau 1998” gekennzeichnet. Hier dreht sich meine Wanderrichtung nach Südwesten und dem Verlauf einer Schispur folgend strebe ich der Trimmingeralm zu.

Auch hier wieder erhöhte Gefahrenanzeichen von Lawinenabgangsbereitschaft, weshalb ich aus Vorsichtsgründen lieber einige Umwege mache. Während die beiden (den Stock-Einsätzen nach zu urteilen) Schitourengeher über gefährlich eingewehte Hänge scheinbar problemlos drüber gefahren sind, flößen mir die Wumm-Geräusche und das fast 1 Meter tiefe Einsinken im Schwimmschnee gehörigen Respekt ein.

Ich halte mich daher liebe an einige teils abgewehte Geländerücken und stelle für mich die Theorie auf, dass Schneeschuhtouren nicht nur deshalb sicherer sind als Schitouren, weil man eher nicht so steile Hänge beschreitet, sondern auch weil man die Gefahr viel eher erkennt. Nämlich dann schon, wenn man am Rand eines eingewehten Hanges die ersten bedrohlichen Anzeichen wahrnimmt und nicht erst wenn man – vor allem bei der Abfahrt – sich schon mittem im Gefahrenhang befindet.

An der aussichtsreichen Trimmingeralm vorbei, die mir von der bereits vorhin erwähnten Schitour auf die Labspitze sowie auch von meiner Bergwanderung auf Hochfeind und Zwillingwand bekannt war, folge ich zunächst wieder den Schispuren.

Bei der Trimmingeralm. Links die Aignerhöhe, oberhalb der Bildmitte die Stampferwand, ganz rechts die unscheinbare Gebreinspitze.

Bei der Trimmingeralm. Links die Aignerhöhe, oberhalb der Bildmitte die Stampferwand, ganz rechts die unscheinbare Gebreinspitze.

Allerdings nur ein kurzes Stück, denn schon bald erspähe ich rechts unten im Wald eine freie Wiesenlichtung mit der lieblich gelegenen und liebevoll dekorierten Huberalm.

Von hier folge ich wieder einigen Schispuren im dichten Wald nördlich vom Kleinen Kesselbach talwärts. Auf dieser Route war ich mehr als froh über meine Schneeschuhe. Hier und bei den heutigen “Schneegatschbedingungen” mit Schi abfahren zu müssen, dürfte selbst für begnadete Schiathleten kein Vergnügen sein.

Unten im Tal traf ich wieder auf die Anstiegsroute von der Neuseßwirtalm zur Muhreralm, wo sich im Tagesverlauf eine große Nasschneelawine aus den Osthängen des Dürneck gelöst hatte und in einem Graben bis zum Almweg herunter kam und diesen ca. 2 bis 3 Meter hoch verschüttete.

Eine Nassschneelawine über den Almweg zwischen Neuseßwirtalm und Muhreralm

Eine Nassschneelawine über den Almweg zwischen Neuseßwirtalm und Muhreralm

Wenig später stand ich wieder beim Ausgangspunkt, wo mittlerweile (und trotz vorgerückter Stunde noch immer) etliche Autos parkten.

Weitere Informationen zur Tour:

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Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian