Archiv für Februar 2010

Schneeschuhe – Wald- und Wiesen-Modelle

Samstag, 20. Februar 2010

Bei den Anfragen um Kaufempfehlungen für Schneeschuhe, die ich immer wieder erhalte, wird mir auch regelmäßig die Frage gestellt, ob es denn wirklich das allerteuerste Modell sein müsse (bekanntlich ist ja der MSR Lightning Ascent – mein bevorzugtes Allrounder-Modell – mit knapp 300 Euro Kaufpreis auch einer oder sogar der teuerste Schneeschuh, der derzeit am Massenmarkt erhältlich ist).

Der Top-Allround-Schneeschuh: MSR Lightning Ascent

Der Top-Allround-Schneeschuh: MSR Lightning Ascent

Und ebenso regelmäßig antworte ich auf diese Frage mit der wenig hilfreichen Aussage “Ja und Nein bzw. Jein“ und ich stelle gleichzeitig diverse Gegenfragen über den geplanten Einsatzbereich.

Auf der anderen Seite stelle ich mir selbst bei den vielen Tests meiner Schneeschuh-Modelle auch jedes Mal die Frage – unabhängig von den Marketingaussagen und Zielgruppenvorstellungen der Hersteller – wofür könnte genau dieses Modell am besten geeignet sein. In welchem Gelände, bei welchem Schnee, für welche Wanderer-Zielgruppe könnte genau dieses bestimmte Schneeschuh-Exemplar die “ulitmative” Wahl sein.

Und – zugegeben – manches Mal frage ich mich auch, ob der Designer wirklich jemals Schnee aus eigener Erfahrung kennengelernt hat oder ihn nur von hübschen Hochglanzprospekten und Erzählungen kennt. So habe ich in meiner Sammlung auch zumindest ein Schneeschuh-Modell, welches ich guten Gewissens niemanden empfehlen könnte, weil es sowohl von der Leistung als auch vom Preis eigentlich nur bessere Alternativen gibt.

Bei einem zweiten Modell, welches ich ursprünglich auch in diese “Außenseiter-Schublade” stecken wollte, bin ich derzeit noch am Überlegen und im Zuge dieser Testbewertungen bin ich zum Schluß gekommen, dass eine Einteilung der Schneeschuhe in Alpin-Spezialisten und Allrounder-Modelle, wie ich sie beispielsweise bei meinen Schneeschuh-Toplisten vorgenommen habe, eigentlich nicht ganz ausreichend ist.

Deshalb möchte ich künftig auch die “Wald- und Wiesen-Modelle” verstärkt in meinen Schneeschuh-Testberichten berücksichtigen und in eine separate Rangliste einbeziehen.

Wodurch soll sich nun diese neue Schneeschuh-Kategorie auszeichnen und für wen soll sie gedacht sein?

Wie der Name schon sagt – und in Abgrenzung zu den beiden vorgenannten Kategoriegruppen – liegt der Haupteinsatzbereich dieser Schneeschuhmodelle im Wald- und Wiesengelände:

  • Also eher in Talllagen
  • Kürzere Touren mit maximal 2 bis 3 Stunden Gehzeit
  • in nicht allzu steilen Wäldern
  • Almgebiete mit einfacheren Zugangswegen
  • wo der Naturgenuß bei weitem wichtiger ist, als der sportliche Anreiz (was aber bei Schneeschuhwanderern ohnehin meist der Fall ist)
  • und in Summe meist nicht mehr als 5 bis 10 Touren pro Jahr unternommen werden
  • kein bis kaum Steilgelände
  • meist auch geringere Schneemengen bzw. eher Kontakt mit Steinen und/oder Wurzeln bzw. Dickicht knapp unterhalb der Schneeoberfläche

Für solche Touren eignen sich natürlich auch kostengünstigere Produkte bzw. wären die Ausstattungsmerkmale der Top-Modelle der  Allrounder- und noch viel mehr der Alpin-Klasse nicht nur überdimensioniert, sondern vielfach auch gänzlich ungeeignet.

Mit den Alpin-Spezialisten Tubbs Flex Alp oder MSR Denali Evo Ascent mit ihren ausgeprägten Harschkrallen bei geringer Schneeauflage durch den Wald zu pirschen, schadet nicht nur dem Schneeschuh selbst, sondern auch dem Wanderer (man bleibt hängen und kann stürzen, das Gehör wird beim Drüberkratzen und -schleifen über Steine und Felsen empfindlich belastet) und der Natur (Verletzen von Wurzeln, Latschen und anderen Pflanzen). Auch wenn Sie – so wie ich in letzter Zeit häufiger – mit Hunden spazieren gehen, werden es diese – so sie gerne dicht neben Ihnen laufen – zu schätzen wissen, wenn ihnen keine scharfen Kanten zu nahe kommen.

Selbst mit dem Allrounder-Spitzenreiter MSR Lightning Ascent mit seinem durchgängigen Zackenrahmen macht das keinen richtigen Spaß (damit ist es mir u.a. auch schon gelungen mehrere robuste Gamaschenpaare zu zerfetzen).

Auch robuste Haltbarkeit und absolute Zuverlässigkeit für stundenlange Wanderungen weit abseits jeglicher Zivilisation oder gar tagelange Schneeschuh-Expeditionen wird von diesen Wald- und Wiesenmodellen nicht unbedingt gefordert werden müssen.

Für die eher bescheidenen Ansprüche in den zuvor aufgezählten Einsatzbereichen möchte ich vor allem folgende 3 Hauptanforderungen als relevant hervorheben:

  • Einfache Bedienbarkeit
  • Günstiger Preis
  • Keine ausgeprägten Eisenkrallen

Unter diesen Gesichtspunkten habe ich jetzt einmal folgende Top-Modelle gekürt:

  • Tubbs Venture (ein Austauschmodell für meinen Tubbs Nordic, den ich bereits nach 3 Touren zu Schrott gegangen bin)
  • Atlas 1225 (weil ich ihn als Auslaufmodell zum Sonderpreis von 150 Euro erhalten habe – ansonsten wäre er für ein Wald- und Wiesenmodell mit über 200 Euro definitiv schon zu teuer) (dieses Modell liefert aber auch gute Werte als Allrounder und im Alpin-Einsatz)

Nun, welche Schneeschuhe aus meiner großen Kollektion bleiben jetzt über, für die ich adhoc keinen vernünftigen Kaufgrund wüßte?

Der Tubbs Moutaineer ist zwar kein schlechtes Modell. Aber für den Spitzenpreis von fast 300 Euro sehe ich aber doch einige empfehlenswertere oder zumindest gleichwertige und dann bei weitem kostengünstigere Modelle.

Der TSL 325 Explore Easy – für den ich eigentlich diese neue Schneeschuhkategorie als “Hilfsmaßnahme” eingeführt habe – hat mich mittlerweile aber in einigen Bereichen so geärgert und enttäuscht, dass ich mich mit ihm gar nicht mehr intensiver auseinandersetzen möchte.

Die Dämpfung beim Gehen ist eines der wenigen positiven Dinge, die ich über dieses Schneeschuhmodell schreiben kann. Die Bindung allerdings empfinde ich als krasse Fehlkonstruktion (einmal ist sie mir sogar schon im Tiefschnee aufgegangen, die Veränderung der Bindungsgröße unterwegs mit klammen Fingern kann sich rasch zum “Horrorszenario” entwickeln), das Anstollen unter der Bindungsplatte führt zu Verkrampfungen und ist ein Graus.

Zusammen mit dem GV824 zählt er zu den Enttäuschungen meiner Schneeschuhsammlung.

Zurück zu den Wald- und Wiesenmodellen und meine persönlichen Wünsche an diese: Kein Plastik und gutes Gehgefühl bei durchschnittlichen Schneeverhältnissen.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtour Plankeraualm – Plankeraueck – Hohe Sideln

Samstag, 20. Februar 2010

Traumwetter – Traumlandschaft – Traumtour

Viel mehr bräuchte man eigentlich gar nicht sagen, um diese Schneeschuhwanderung am Faschingsdienstag in das Tote Gebirge zu beschreiben.

Dabei war der Beginn dieser Tour zunächst alles andere als verlockend (ein Verfahrer und eisiger Frost): Zunächst hatte ich mich bei der Anfahrt von Bad Mitterndorf im steirischen Salzkammergut zu meinem geplanten Ausgangspunkt Richtung Kochalmbauer verfahren – ich war eine Straße zu weit westlich nach Norden abgebogen.

Aber kein Problem, schon bald hatte ich die richtige Straße (Kochalmstraße) gefunden, die – westlich am Lawinenstein (ein bekannter Schiberg über der Tauplitzalm) vorbei – Richtung Öderntal führt.

Etwa 1 Kilometer nach dem Kochalmbauer stelle ich das Auto an einem Umkehrplatz bei der Fahrverbotstafel (und Schranken) ab und folge der geräumten Forststraße - an der Albrechtshütte vorbei – etwa 2 Km bis zum Rechenplatz.

Die eisigen Temperaturen von -18° beim Start führten heute das erste Mal in diesem Winter dazu, dass mir beim Gehen neben dem Gesicht auch die Finger “einfroren”. Und so sah ich immer wieder sehnsüchtig auf höhergelegene Gebiete, wo die Sonne bereits ihre Kraft und Wirksamkeit entfalten konnte.

Endlich gelange ich in die wärmende Sonne

Endlich gelange ich in die wärmende Sonne

Ab dem Rechenplatz ist Spuren angesagt. Zunächst einige Meter am Forstweg Richtung Grundlsee, bald aber nordwärts ein kurzes Stück über einen Ziehweg und in der Folge über die nur mäßig steilen, weiten Hänge eines großen Schlages (Windwurfgebiet?) Richtung Nordosten bis zum Plankeraumoos, eine freie Waldlichtung mit kleiner Hütte.

Von hier über einen Waldrücken etwas mehr als 100 Höhenmeter hinauf zur Plankeraualm. Die Orientierung ist zwar nicht allzu schwierig – man paßt seine Route am besten jeweils dem einfachsten Geländeverlauf an, dennoch war ich froh, den Track schon zuvor auf dem PC aufgezeichnet und auf mein GPS-Gerät gespielt zu haben.

Plankeraualm

Plankeraualm

Nach einem kurzen Waldaufstieg dreht die Richtung nun nach Norden und in direkter Linie steige ich – die Waldgrenze überschreitend – auf das Plankeraueck auf, wo man mit faszinierenden Aus- und Tiefblicken (vor allem über den Grundlsee) belohnt wird.

Tiefblick vom Plankeraueck zum Grundlsee

Tiefblick vom Plankeraueck zum Grundlsee

Auch die weitere Gehrichtung ist jetzt ziemlich klar. Man hält über das reichlich zergliederte Hügelgelände der Hohen Sideln nach Osten zu – Im Hintergrund überragt von den eindrucksvollen Gipfeln um Weiße Wand, Plankermira und Hochweis.

Kurzzeitig etwas irritiert, ob ich angesichts der fast unzähligen Gämse in diesem Gebiet weiter wandern sollte, habe ich mich dann aber doch für den Aufstieg auf die höchste Erhebung der Hohen Sideln entschlossen, da die Gämse trotz meinem Vorbeikommen kaum Anstalten unternommen haben, sich überhaupt zu erheben, geschweige denn aufgeregt zu flüchten.

Der Ausblick vom höchsten Punkt (durch 2 Steinmandln gekennzeichnet) ist wirklich äußerst eindrucksvoll. Salzofen und Wildgößl, Elm und Rotgschirr, Hetzkogel sowie Feuertalberg im Norden, die bereits erwähnten Gipfel von Weißer Wand, Plankermira und Hochweiß in der östlichen Nachbarschaft, weiter südlich gefolgt von den bekannten und beliebten Wanderbergen Großes und Kleines Tragl.

Weiße Wand, Plankermira und Hochweiß

Weiße Wand, Plankermira und Hochweiß

Im Süden setzt sich der Gipfelkranz mit Sturzhahn, Traweng und Lawinenstein fort.

Im Westen liegt das Kampl, welches wir letztes Jahr im Rahmen einer Schneeschuhtour überschritten haben, weiter nördlich gefolgt vom Türkenkogel.

Im dunstigen Hintergrund besticht neben dem Ausblick auf den massiven Grimming natürlich vor allem das Panorama der Dachsteingipfel – zu jeder Jahreszeit ein äußerst lohnenswertes Wanderziel.

Von den vielen empfehlenswerten Wintertouren ist natürlich ganz besonders die sogenannte Rumplertour zu nennen.

Rumplertour (Gjaidstein-Umrundung) am 16.03.2007
Rumplertour (Gjaidstein-Umrundung) am 20.03.2006
Rumplertour (Gjaidstein-Umrundung) am 22.03.2005

Aber natürlich gibt es ein gutes Dutzend weiterer äußerst lohnenswerter Tourenziele – von einfach bis anspruchsvoll:

Hoher Trog – Mittlerer Ochsenkogel
Kleiner Gjaidstein - Niederer Ochsenkogel

Nach dem Schaugenuß mache ich mich wieder auf den Rückweg. Zunächst zurück zum Plankeraueck, wo ich in der Folge auf Schispuren von 2 Schitourengehern treffe, die es doch tatsächlich gewagt hatten, meine ästhetische Schneeschuhspur mit ihren profanen Bretteln zu zerstören ;-)

Einige kurze Wegvarianten lege ich im Umfeld der Plankeraualm und am Plankeraumoos ein, im Wesentlichen folge ich aber beim Abstieg wieder meinen Aufstiegsspuren. Die teilweise wenig elegant wirkenden Abfahrtsspuren der Schifahrer lassen darauf schließen, dass das Vergnügen kein duchgängiges gewesen sein muß.

Es hat zwar teilweise sehr schöne Pulverschneepassagen gegeben, im durchwachsenen Mischmasch von Bruchharsch und schwerem, patzigen Schnee auf den der Sonne zugewandten Hängen war ich aber dennoch froh, mich dann noch kurzfristig für die Schneeschuhe entschieden zu haben, denn lange Zeit überlegte ich heute auch den Einsatz der Tourenschi.

Bei der Rückkehr auf der Forststraße zum Ausgangspunkt lud gerade ein LKW-Fahrer in beeindruckender Präzision und Schnelligkeit mit seinem “Greifkran” schwere Baumstämme auf sein Gefährt.

Wenige Minuten später war ich dann beim Auto und eine herrliche Wandertour ging zu Ende.

Einsame Schneeschuhspur auf den Hohen Sideln

Einsame Schneeschuhspur auf den Hohen Sideln

Weitere Informationen zu dieser Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Wer ein weiteres, nicht minder empfehlenswertes Schneeschuhwanderziel im steirischen Salzkammergut sucht, dem kann ich nur die äußerst lukrative Schneeschuhtour vom Ödensee auf den Ausseer Zinken ans Herz legen.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtour Sonnenberg – Dürrenschöberl – Spießkogel

Samstag, 20. Februar 2010

Da die AlpenYetin derzeit eher den Faschingsveranstaltungen zugetan ist (es sei Ihr gegönnt), bin ich auch heute – wie schon bei den letzten Touren – alleine auf den Hund (oder genauer deren zwei) gekommen.

Von Selzthal starteten Nico, Sammy und ich in die Ennstaler Alpen. Auf Grund der noch immer vorherrschenden großen Lawinengefahr haben wir das fast bis zum Gipfel waldbedeckte Dürrenschöberl als Tourenziel auserkoren.

Die Route ist vom Ortszentrum aus gut beschildert und kann eigentlich nicht verfehlt werden. Alternativ kann man zwischen dem gehtechnisch einfachen, aber längeren Forstweg und dem etwas steileren und dafür etwas kürzeren Steig durch den Wald wählen.

Für den Aufstieg wählten wir erstere Variante, beim Abstieg entschieden wir uns großteils für die zweitgenannte Möglichkeit.

So wie am Vortag bei der Schneeschuh-Almwanderung zwischen Arzbergalm, Sulzkaralm und Aualm gab es auch heute wieder dichten Hochnebel, der sich langsam und allmählich durch die Kleidung fraß. Bei einer Höhe von etwa 1.200 bis 1.400 Meter wurde er besonders dicht und ich hatte die Hoffnung auf das vorhergesagte Schönwetter eigentlich schon aufgegeben, als unerwartet erste blaue Stellen vom Himmel schimmerten.

Im untersten Abschnitt – bis zur Beschilderung eines Liftes war die Forststraße gut geräumt. Dann folgte ein Abschnitt mit nicht allzu hoher Schneedecke. Der lockere Pulverschnee bereitete auch den Hunden keinerlei Probleme. Weiter oben nahm die Schneehöhe aber kontinuierlich zu, auf Grund der durchwegs vorhandenen Schneeschuh- und/oder Schispuren war das Vorwärtskommen aber kein Problem.

Mit Verlassen des Forstweges bei etwa 1.400 Meter Seehöhe wurde das Gelände im Wald etwas steiler, aber nie schwierig. Aus den verschiedenen Richtungen kamen uns jetzt Schitourengeher (Selzthal) und eine Schneeschuhwanderin (aus Rottenmann) nach oder entgegen (aus Richtung Frauenberg).

Der Ausblick über das weite Nebelmeer war sehr eindrucksvoll, das Licht war allerdings etwas diesig und die Fernsicht demnach nicht allzu deutlich ausgeprägt. Das konnte den Landschaftsgenuß in der angenehmen Sonne aber natürlich in keinster Weise trüben.

Da wir (oder zumindest ich) nicht schon gleich wieder in das benebelte Tal (angesichts der Faschingsveranstaltungen war dies wohl nicht nur auf das Wetter zutreffend) absteigen wollten, entschieden wir (oder ich), noch einen Ausflug hinüber zum Waldhügel des Spießkogel zu unternehmen.

Vom Dürrenschöberl zum Spießkogel

Vom Dürrenschöberl zum Spießkogel

Über weite, freie Wiesen und durch lichten Wald führt die Route unschwierig nach Osten – die eindrucksvollen, aus dem Nebel aufragenden Gesäuseberge vor Augen.

Nico und der Nebel. Im Hintergrund die Haller Mauern.

Nico und der Nebel. Im Hintergrund die Haller Mauern.

Nach kurzer Pause am Spießkogel treten wir wieder den Rückweg an. Zunächst am Anstiegsweg zurück zum Dürrenschöberl und durch den Wald zum Forstweg. In weiterer Folge suchen wir uns dann allerdings eine neue Route, das Spuren im tiefen Wald ist meist ziemlich anspruchsvoll. Das eine oder andere “Wumm-Geräusch” selbst im flacheren Gelände warnt eindringlich vor der Lawinengefahr.

Über den Hühnerkogel geht es weiter auf den Sonnenberg, den als “Gipfelzeichen” ein hoher Sendemast krönt.

Über die Route entlang des Waldsteiges steigen wir wieder hinab ins Tal.

Weitere Informationen zu dieser Tour:

Bereits am 21.01.2006 war ich mit Ingrid schon einmal im Zuge einer Schitour auf das Dürrenschöberl aufgestiegen.

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenbuch

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtour Arzbergalm – Sulzkaralm – Aualm

Samstag, 20. Februar 2010

Nachdem uns die letzte Schneeschuhwanderung vor wenigen Tagen von der zur Gemeinde Filzmoos zählenden Ortschaft Neuberg in die Salzburger Schieferalpen auf den aussichtsreichen Gerzkopf geführt hatte, sind wir am Samstag, dem 13.02.2010 bei annähernd gleichem Ausgangspunkt bei einer Almrundwanderung im Dachsteingebirge etwas tiefer im Tal geblieben.

Uns und wir? – Das waren neben mir, wie auch schon am vergangenen Montag, meine beiden “Leihhunde” Nico und Sammy.

Das Tourengebiet nördlich von Filzmoos

Das Tourengebiet nördlich von Filzmoos

 

Der Routenverlauf im Uhrzeigersinn: Arzbergalm - Sulzkaralm - Aualm

Der Routenverlauf im Uhrzeigersinn: Arzbergalm - Sulzkaralm - Aualm

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Vom Parkplatz Sonnenloipe folgten wir zunächst, an einigen Wohnhäusern vorbei, der Straße Richtung Norden bis zum Beginn eines ebenfalls weitgehend geräumten Forstweges zur Arzbergalm. Dank vieler Wegweiser ist die Orientierung sehr einfach.

Interessanter Schi-Zaun - im Hintergrund die Bischofsmütze

Interessanter Schi-Zaun - im Hintergrund die Bischofsmütze

Bis zur Arzbergalm handelte es sich um einen einfachen Spaziergang auf wenigen Zentimetern lockerer Pulverschneeauflage auf der geräumten Forststraße.

Aber der Arzbergalm in Richtung Sulzkaralm war aber Spurarbeit angesagt, wobei zu meiner Verwunderung anfangs Nico fast alleine die gesamte Spurarbeit übernahm, obwohl er bis über den Bauch im Schnee versank.

Nico spurt und Sammy hinterher

Nico spurt und Sammy hinterher

Vielleicht waren es neben seiner Schnüffelneugierde auch die Gämse in unserer Nähe, die ihn vorwärtstrieben. Diese ließen sich durch die 3-köpfige, 10-beinige Wanderergruppe aber nicht sonderlich beeindrucken, scheinbar wohl wissend, dass diese “langsamen Geschöpfe” keine Gefahr darstellen würden.

Einige Gämse kreuzen heute recht gelassen unseren Weg

Einige Gämse kreuzen heute recht gelassen unseren Weg

Von den vor allem vom “Spitzbuben” Sammy ausgehenden Neckereien zwischen den beiden Hunden habe ich in meinen früheren Wanderberichten bereits geschrieben. Nur gelegentlich, wenn es dem gutmütigen Nico wieder einmal zuviel wird, gibt es ein Geknurre.

Heute hat Sammy ein mir bereits von früheren Gemeinschaftswanderungen bekanntes Verhalten perfektioniert. Sammy weiß, dass es Nico nicht leiden kann, wenn der Kleine zu mir gelaufen kommt, um sich Lob abzuholen und dann dem Großen entgegen eilt, um ihm diese Tatsache im wahrsten Sinne des Wortes ins Gesicht zu reiben (tatsächlich stupst er ihn dabei mit der Schnauze an, als wolle er ihn verhöhnen).

Und nun die neue Finte von Sammy: Wenn Nico auf dieses Gehabe gereizt reagiert, stellt sich Sammy – scheinbar etwas Hochinteressantes witternd - konzentriert an den Wegrand und sieht gebannt in den Wald hinein. Sobald Nico verharrt und es ihm gleichtut, entfleucht der kleine Lauser blitzschnell und läßt Nico alleine sitzen.

Sobald sich der Große ebenfalls konzentriert verschwindet der Kleine und entkommt seiner gerechten Strafe

Sobald sich der Große ebenfalls konzentriert, verschwindet der Kleine und entkommt seiner gerechten Strafe

Ein Erlebnis hat mir heute aber gezeigt, dass das alles nur wirklich spielerische Neckereien sind, und sich die beiden Hunde im Grunde sehr lieb haben: In einer langezogenen Kehre bei der Weggabelung Aualm – Sulzkaralm hat sich Nico etwas von uns entfernt. Der kleine Sammy hat sich mittlerweile an meine Fersen geheftet, da er im tiefen Schnee nicht mehr imstande war, eigene Wege zu ziehen, und er folgte deshalb lieber meinen Schneeschuhspuren.

Als Nico bemerkte, dass wir schon sehr viel weiter waren, wollte er die Almwegserpentine abkürzen und direkt über einen steilen Hang zu uns herauf gelangen. Teilweise versank er aber im tiefen Schnee bis über den Kopf, so dass kurzzeitig gar nichts mehr von ihm zu sehen war.

Sammy begann daraufhin jämmerlich zu winseln und versuchte von oben eine Spur über den steilen Hang zu Nico hinunter zu legen. Schließlich mußte ich Nico zu Hilfe kommen und ihm den Weg über die Almwiese bahnen. Das Begrüßungsritual und Geschmuse zwischen den beiden Hunden war dann äußerst faszinierend zu beobachten. Sammy umarmte Nico richtiggehend, schleckte ihm den Schneestaub vom Kopf und hüpfte aufgeregt zwischen mir und Nico hin und her.

Nach Erreichung des höchsten Punktes des Almweges führt die Route wieder ein kleines Stück bergab zu der einsam und idyllisch gelegenen Hütte der Sulzkaralm.

Vom Kampl(brunn) kamen gerade 3 Schitourengeher wedelnder- und angesichts des tollen Pulverschnees auch  jodelnderweise herunter, um bei der Sulzkaralm die Felle zum Wiederaufstieg anzulegen.

Lange hielten wir uns nicht im Almgelände auf. Im Gegensatz zu Nico mit seiner wetter- und winterfesten “Garderobe” war Sammy mit seinem dünnen, langhaarigen Fell sichtlich kalt, was er mir bei jedem kurzen Stopp auch per Winseln mitteilte. Beim Rückweg war – und ich kenne ihn mittlerweile ja bereits gut – von dem mitleidheischenden Gehabe allerdings nichts mehr zu bemerken. Jetzt gab es ja bereits vorhandene Spuren und er konnte endlich wieder der erste in der Gruppe sein.

Über einen kleinen Sattel querten wir in der Folge Richtung Osten hinüber in das Gelände der Aualm. Hatte es beim morgendlichen Start noch so ausgesehen, als sollte die Wetterprognose stimmen (Sonne über den Bergen), wurde es im Tagesverlauf aber immer trüber, deshalb wollten wir den (noch langen) Weg zurück nach Neuberg einfach möglichst schnell hinter uns bringen.

Zunächst folgten wir von der Rettenegghütte einigen etwas eingeschneiten Schispuren zum Marcheggsattel, wo wir auf eine präparierte Langlaufloipe (eine Spur und daneben ein Skatingbereich) trafen. Entlang dieser Route ging es zurück zum Ausgangspunkt in Neuberg.

Weitere Schnee-Wanderungen in diesem Gebiet:

Schneeschuhwanderung auf den Gerzkopf
Von Filzmoos auf den Leckkogel (Schitour – Lawinengefahr beachten!)
Filzmoos – Hofalmen – Sulzenalm – Eiskarlschneid (Wintertour)
Filzmoos – Hofalmen – Sulzenalm – Eiskarlschneid (Wandertour über das Rinderfeld)
Bachlalm-Sulzenhals-Eiskarlschneid-Raucheck (Schneeschuhwanderung)
Eiskarlschneid – Tor (Schnee-Wanderung)
Losegg – Kamplbrunn (Schitour)

Weitere Informationen zu dieser Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian