Archiv für Februar 2010

Schneeschuhtest Tubbs Flex Alp – MSR Denali Evo Ascent

Sonntag, 28. Februar 2010

Ich muß zugeben, dass es für mich noch bei keinem meiner Schneeschuh-Vergleichstests derart schwierig war, einen Sieger zu küren, wie beim heutigen “Duell der Alpin-Spezialisten” zwischen meinen neuen Tubbs Flex Alp und dem bisherigen Favoriten, dem MSR Denali Evo Ascent.

Deshalb möchte ich auch noch keine endgültige Entscheidung verfassen, sondern den heutigen Erfahrungsbericht als vorläufiges Urteil verstanden wissen.

Rein vom Leistungsumfang her hatte ich schon bisher in der Aufstellung meiner Schneeschuh-Top-Favoriten im Alpinbereich zwischen diesen beiden Modellen eine denkbar knappe Differenz von lediglich 0,05 Punkten zugunsten des Tubbs Flex Alp.

Da Ihr am Ende dieses Berichtes nicht viel schlauer sein werdet als an dieser Stelle, möchte ich mein Testergebnis im direkten Duell gleich vorwegnehmen: Wenn Ihr Schneeschuhe für den Einsatz im hochalpinen Gelände sucht, werdet Ihr mit keinem dieser beiden Modelle etwas falsch machen.

Es gibt für mich derzeit so gut wie keine entscheidend warhnehmbaren Vorteile für einen der beiden Kontrahenten, aber ich habe dennoch einen persönlichen Favoriten, der für mich eben den einen kleinen Tick vorne liegt:

Würde ich nur eines der beiden Modelle kaufen und müßte ich mich heute entscheiden, ich würde den Tubbs Flex Alp wählen.

MSR Denali Evo Ascent gegen Tubbs Flex Alp

MSR Denali Evo Ascent gegen Tubbs Flex Alp

Nun zu meinen Erkenntnissen und Erfahrungen im Detail, wobei ich mich allerdings auf jene wenigen Punkte konzentrieren möchte, wo ich bislang kleine Unterschiede feststellen konnte.

Die Schneeverhältnisse bei meinem direkten Vergleichstest waren bei der Schneeschuhtour auf den Tamischbachturm fast schon ideal, da wir auf nahezu alle denkbaren Schneeformen trafen:

  • Pulverschnee
  • Schwerer, feuchter und patziger Schnee
  • Harter Schnee
  • Bruchharsch
  • Windgangeln
  • Eiskruste

Bindungssystem:
Die Bindungssysteme – so unterschiedlich sie sein mögen – gehören für mich zu den besten, zuverlässigsten und einfachst bedienbaren, die es derzeit am Schneeschuhmarkt gibt. Einen winzigen Pluspunkt sehe ich hier für den Tubbs Flex Alp, weil ich noch eine Spur schneller aus dem Schneeschuh komme.

Anstollen:
Beim Anstollverhalten hat der MSR leicht die Nase vorne. Der Tubbs Flex Alp ist im Vergleich zu anderen Tubbs Modellen schon genial. Aber der MSR Denali Evo Ascent ist hier noch einen Tick besser.

Pulverschnee:
Im Pulverschnee gefällt mir wiederum der Tubbs Flex Alp etwas besser. Sowohl das angenehme Gefühl auf der Geraden als auch die Spurtreue im Abwärtslaufen über steilere Hänge.

Steigbügel:
Hier ist die Bedienbarkeit beim MSR-Modell dank der Gummilasche wieder angenehmer.

Beim Aufstiegsverhalten über Steilhänge konnte ich bislang noch keine erwähnenswerten Unterschiede feststellen.

Perfekte Zacken für den Einsatz auf harten Steilhängen

Perfekte Zacken für den Einsatz auf harten Steilhängen

Von der Form und Farbe her finde ich den Tubbs “schöner”, aber das sollte kein Kriterium sein. Eher schon der Preis, wo – wenn man sich am Standardpreis orientiert – der Tubbs Flex Alp mit 199,90 gegenüber dem MSR Denali Evo Ascent mit 239,90 die Nase vorne hat.

Also noch einmal das Endergebnis. Egal für welches der beiden Modelle Ihr Euch entscheidet - Ihr werdet für den Einsatz im (hoch)alpinen Gelände nichts falsch machen.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtour Ennstaler Hütte – Tamischbachturm

Sonntag, 28. Februar 2010

Nachdem ich in der nächsten Wintersaison mit Admont – Johnsbach ein neues Schneeschuhzentrum in meinen Schneeschuhtourenführer Zentral-Österreich aufnehmen möchte, wollten wir (die AlpenYetin und ich) heute einmal anschauen, ob man den Tamischbachturm auch im Winter mit Schneeschuhen machen könnte, denn vom Sommer kannte ich diesen Gipfel ja bereits, als ich ihn im Anschluß an den Klettersteig auf die Tieflimauer besucht hatte.

Über die Ennstal Straße B320 und in der Folge die Gesäusestraße B146 reisten wir auf teilweise recht gefährlich vereister Fahrbahn bei unangenehm blendeden und spiegelten Lichtverhältnissen in den kleinen Ort Gstatterboden, der zur Gemeinde Weng im Gesäuse zählt.

Zahlreiche Schibusse – vornehmlich mit niederösterreichischen (Amstetten), aber auch oberösterreischichen Kennzeichen kamen uns entgegen.

Gleich zum Beginn der Tour gab es einen “kleinen Schock”, als genau zeitgleich mit uns eine längere Kolonne an Autos ebenfalls in den Ort abbogen und sich die zahlreichen Gruppenmitglieder anschickten, sich auf die Schitour auf den Tamischbachturm vorzubereiten.

Ein “kleiner Schock” war dies deshalb, da wir ja sehr ruhesuchende und naturverbundene Wanderer sind, und wir schon einige Male eher weniger gute Erfahrungen mit größeren Wanderergruppen gemacht hatten (Lärm, Müll, Hektik). Von alledem  – das sei vorweggenommen – sollten wir heute allerdings verschont bleiben.

Über eine vereiste Straße stiegen wir zur lieblich gelegenen Kapelle hinauf und weiter im Wald – dem Sommerweg folgend bzw. teilweise auch entlang einer Straße - bis zu den eingezäunten Wiesen beim Gstatterbodenbauer.

Aufstieg zur Kapelle (am Nachmittag im strahlenden Sonnenschein)

Aufstieg zur Kapelle (am Nachmittag im strahlenden Sonnenschein)

Der Ausblick auf unser Tourenziel – den Tamischbachturm – war zur morgendlichen Stunde noch reichlich wolkengetrübt. Irgendwie hatten wir in letzter Zeit kein wirkliches Wetterglück, bzw. hielt sich das Wetter nicht an die vorteilhaften Prognosen (Siehe auch die letzte Schneeschuhwanderung zum Hochunters).

Mehr als 1.000 Höhenmeter von den Almen zum Tamischbachturm

Mehr als 1.000 Höhenmeter von den Almen zum Tamischbachturm

Bis zur Niederscheibenalm und Hörantalm folgten wir noch dem einfachen Almweg, dann geht es etwas steiler, aber nie schwierig in den Wald hinein. Die steilsten Waldpassagen werden durch angenehm begehbare Serpentinen entschärft, lediglich zwischen dem Butterbründl und einer Jagdhütte muß man über die steingemauerten Kehren etwas konzentrierter zu Werke gehen.

Hatte in tieferen Lagen der Regen des Vortages der Schneedecke gehörig zugesetzt so gab es ab etwa 1.300 Meter Seehöhe guten Pulverschnee, der allerdings oberhalb der Baumgrenze in patzige Beschaffenheit bzw. in Windgangeln und Windharsch überging.

Nach der Jagdhütte wird das Gelände wieder flacher und bald haben wir die Ennstaler Hütte (1.544) an der Waldgrenze erreicht, nachdem uns kurz zuvor die ersten Schitourengeher eingeholt haben.

Von der Ennstaler Hütte Richtung Osten

Von der Ennstaler Hütte Richtung Osten

Da diese in der Folge aber auf die anderen Gruppenmitglieder warteten, war es – wie schon im Waldgelände weiter unten – abermals an uns, die Spur im teilweise sehr schweren Schnee zu ziehen. Lediglich ein Schitourengeher, der nicht zur großen Gruppe gehörte, folgte unserer Anstiegsspur, die wir über den Westrücken auf den Tamischbachturm wählten.

Der Weg von der Ennstaler Hütte auf den so nah scheinenden Gipfel zieht sich in der Folge aber ganz schön in die Länge und auch der Tatsache, dass diese Tour knapp 1.500 Höhenmeter zählt, muß man auf den letzten Höhenmetern bis zum Gipfelkreuz durch langsamere Schritte Tribut zollen.

Trotz der scheinbaren Nähe zieht sich der Weg noch gehörig in die Länge

Trotz der scheinbaren Nähe zieht sich der Weg noch gehörig in die Länge

Schließlich stehen wir aber am höchsten Punkt des kalt umwindeten Tamischbachturm. Der Ausblick kann nur als phänomenal bezeichnet werden und die Fernsicht reichte heute bis in die Hohen Tauern zu Großglockner, Hohe Dock, Großes Wiesbachhorn und Hohem Tenn.

Beim Gipfelkreuz am Tamischbachturm

Beim Gipfelkreuz am Tamischbachturm

Die höchsten Dachsteingipfel schienen zum Greifen nahe zu sein, ganz zu schweigen von den benachbarten Gesäusbergen Lugauer, Hochzinödl und Planspitze, Hochtor (mit 2.369 Meter nicht nur der höchste Gipfel der gleichnamigen Gruppe sondern der gesamten Ennstaler Alpen) und Großer Ödstein. Weiter südwestlich folgt die Reichensteingruppe mit Admonter Reichenstein, Sparafeld, Admonter Kalbling und Riffel.

Ingrid vor grandioser Gebirgskulisse

Ingrid vor grandioser Gebirgskulisse

Der Ausblick im Westen wird beherrscht durch den dominanten Großen Buchtstein. Rechts neben dem Kleinen Buchstein spitzelt das Große Maiereck hervor, welches ich neben unserer Überschreitung auch bereits einmal mit Schneeschuhen besucht habe.

Lediglich die Gipfel weiter im Norden (sind nicht mehr viele vor dem oberösterreichischen und niederösterreichischen Flachland) sowie im Osten (Hochschwabgruppe) sind mir noch weniger geläufig, obwohl ich auch hier schon etliche große Gipfelnamen mit Schneeschuhen erwandert habe.

Aber im Wesentlichen endet (derzeit) mein Kerngebiet im Osten mit den Ennstaler Alpen.

Der kalte, schneidige Wind ließ uns nicht mehr länger im Gipfelbereich verweilen und so machten wir uns wieder auf den Rückweg. Die große Schitourengehergruppe kam uns beim Abstieg “feinsäuberlich aufgefädelt” entgegen. Bemerkenswerterweise konnte mir keiner der 3 von mir befragten Schifahrer erklären, wo sie denn abfahren wollten.

Alle “gehen bloß mit”.

Schitourengeher - wie auf einer Perlenkette aufgefädelt

Schitourengeher - wie auf einer Perlenkette aufgefädelt

Bei den heutigen Schneeverhältnissen waren Ingrid und ich mehr als froh, die Schneeschuhe gewählt zu haben. Die wirklich lohnenswerten Abschnitte dürften sich auf maximal 200 bis 300 Höhenmeter beschränkt haben.

Auch die meist wenig eleganten Abfahrtsspuren des Schitourengehers, der mit uns am Gipfel war, legten Zeugnis ab, dass der weiche, patzige Schnee (das “Koch” wie man bei uns zu sagen pflegt) in tieferen Lagen nicht sonderlich aufregend war. Dazwischen stellenweise Bruchharsch und ein paar Windgangeln.

Über den Anstiegsweg stiegen wir wieder zurück ins Tal.

Fazit dieser Tour: Der Tamischbachturm ist auch für Schneeschuhwanderer eine äußerst lohnenswerte Tour – allerdings nur bei günstigen Schneeverhältnissen ROT (sonst oberhalb der Ennstaler Hütte eher SCHWARZ).

Weitere Informationen zur Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtour Hocheck – Hochunters

Sonntag, 28. Februar 2010

Lange Zeit schon stand der Hochunters im nördlichen Dachsteingebirge nun schon auf meinem Tourenplan, auch wenn ich nicht wußte, ob überhaupt, und wenn ja, wie und wo man diesen Gipfel, südwestlich des Ödensees gelegen, am Besten und Einfachsten ersteigen könnte.

Am Donnerstag, dem 25.02.2010 war strahlender Sonnenschein prognostiziert und deshalb hatte ich mir für diesen Tag frei genommen. Aber wie so oft hielt sich heute das Wetter ärgerlicherweise nicht an die Vorhersage – zumindest nicht am Vormittag. Aber das konnte den Taten- und Wandererdrang bei Ingrid, mir und den Leihhunden Nico und Sammy nicht bremsen.

Etwas anders dürfte sich das Wetter mit leichtem Schneefall bzw. Regen am frühen Morgen kurz nach unserem Aufbruch beim Ödensee in der Gemeinde Pichl-Kainisch auf das Gemüt eines “eigenartigen” Schitourengehers ausgewirkt haben, der grußlos und mit raschem Schritt an uns vorbeizog.

Als er uns passiert hatte, wurde der Grund für sein (behandlungswürdiges?) Gehabe deutlich, als er uns anschnauzte, weil wir in “seiner” Spur gingen, an der er jetzt 14 Tage gearbeitet hatte. Also ganz ehrlich: Wenn ich in 14 Tagen nix Gscheiteres zusammenbring, würd ich es ganz lassen.

Abgesehen davon, dass in den Hohlwegen weiter oben im Wald die Spur ohnehin total zerfahren und damit unkenntlich war, sanken wir am Morgen kaum 5 Millimeter tief ein. Etwas anderes war es am Nachmittag beim Abstieg bei frühlingshaften Plusgraden, als der Schnee fast sichtbar schmolz. Die Laune dieses Sportlers möchte ich deshalb im Sommer nicht kennenlernen, wenn von “seiner hart erarbeiteten” Spur nichts mehr übrig bleibt.

Nun gut, trotz all dieser Vorkommnisse genossen wir das Wandern in der Natur. Bis zum Hocheck und noch ein Stückchen weiter folgten wir der Schimarkierung auf den Hirzberg, ein sehr schöner Winterberg, den wir als Ennstaler vor allem von der anderen (südlichen) Seite kennen.

Auf einer Höhe von etwa 1.700 Meter – kaum 300 Meter von der Wanderroute zur Königreichalm entfernt – verließen wir die Schiroute und hielten uns zunächst westwärts, zogen dann aber bald einen Rechtsbogen Richtung Norden.

Einige Male versinken wir tief in den Latschen

Einige Male versinken wir tief in den Latschen

Über nicht ganz einfach zu begehendes Gelände, an etlichen Klüften, Spalten, Dolinen und Felsabbrüchen vorbei – einige Male mitsamt den Hunden tief im Latschengestrüpp einsinkend – erreichten wir schließlich den Gipfel des Hochunters.

Das zerklüftete Gelände erfordert sorgfältiges und vorausschauendes Spuren

Das zerklüftete Gelände erfordert sorgfältiges und vorausschauendes Spuren

Noch immer war es stark bewölkt, allmählich gelang es der Sonne aber durch die Wolkendecke zu blinzeln. Diese Wetter- und damit verbunden “Lichtbesserung” (für die Fotos) sowie das Vorhandensein eines kleinen Gipfelbüchleins am eher selten besuchten Hochunters ließen in uns eine Hochstimmung aufkeimen.

Gipfelrastplatz am Hochunters

Gipfelrastplatz am Hochunters

Gemeinsam mit unseren Leihhunden genossen wir das mitgebrachte Obst (auch die Hunde lieben Äpfel) sowie die Aussicht über das weite Hügelgelände des Kemetgebirges.

Dem Anstiegsweg folgend kehrten wir in vielfachem Auf und Ab wieder zurück zum Hocheck. Von hier gings dann recht einfach – vorbei an den Hütten bei der “Schwarzen Rast” – durch den Wald zurück ins Tal. Der Schitourengeher war mittlerweile auch abgefahren, allerdings hat er nicht sonderlich Acht gegeben auf seine Spur.

Achja – ist ja “seine” Spur und mit der kann er ja machen, was er will.

Weitere Informationen zu dieser Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Sonstige Tourentipps vom Ausgangspunkt Ödensee:

Schitour Ausseer Zinken
Schneeschuhtour Ausseer Zinken

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

 

Schneeschuhtour Giglachsee – Vetternkar

Sonntag, 28. Februar 2010

Nachdem ich zur Zeit “zu nix mehr komme” und mittlerweile schon 10 Wandertouren mit meinen Fotoberichten im Rückstand bin (entspricht ca. 400 veröffentlichten Bildern, die allerdings zuvor aus etwa 4.000 Fotos ausgewählt werden wollen), möchte ich heute zumindest einige kurze Vorberichte zu den letzten Schneeschuhwanderungen Online stellen.

Am Beginn steht die letzten Sonntag, am 21.02.2010, absolvierte Schneeschuhtour von Rohrmoos-Obertal zum Giglachsee und noch ein Stück weiter ins Vetternkar.

Ingrid (die AlpenYetin) und meine Wenigkeit haben dabei wieder unsere Leihhunde Nico und Sammy mitgenommen, über die ich in den letzten Wochen schon so ausführlich berichtet habe.

Von Schladming fuhren wir in die Gemeinde Rohrmoos-Untertal hinauf. Vom Kreisverkehr geht´s Richtung Süden hinein in das Obertal bis zum Parkplatz Hopfriesen, wo bereits einige Autos abgestellt sind.

Während ich überlicherweise bei meinen Winter-Wanderungen von diesem Ausgangspunkt bereits sehr früh am Morgen bzw. nicht selten noch in dunkler Nacht startete, erlebte ich heute die Hold-Alm erstmals auch im strahlenden Sonnenschein.

Start bei der Hold-Alm in Rohrmoos-Obertal / Hopfriesen

Start bei der Hold-Alm in Rohrmoos-Obertal / Hopfriesen

Bald aber tauchten wir wieder in den Schatten des Waldes ein und folgten einer ausgeprägten Schneeschuhspur Richtung Süden entlang des Sommerweges parallel zum Giglachbach. Die Vermutung, die Schneeschuhwanderer vor uns könnten ebenfalls zum Giglachsee aufgestiegen sein, bestätigte sich aber nicht. Ihre Spur endete noch vor der Lackneralm bei einer kleinen Hütte im Wald.

Beim Almgelände, welches wir zuletzt im vergangenen August bei unserer Wanderung zum Landauer See besucht hatten, querten wir den Bach über eine schmale Brücke auf hohem Schneeband, welches vor allem Nico sichtlich einige Überwindung abverlangte.

Danach ging es weiter am Forstweg über stellenweise sehr steile Hänge, auf denen auch heute wieder deutliche Anzeichen von vorangegangenen Lawinenaktivitäten zu beobachten waren.

Moderater und sicherer wird das Gelände erst mit Passieren des Knappenkreuzes – hoch oben in einer Felsnische angebracht.

Vorbei beim Knappenkreuz (in einer Felsnische angebracht)

Vorbei beim Knappenkreuz (in einer Felsnische angebracht)

Dann noch eine kurze, etwas steilere, gut kupierte Stufe und man gelangt in das weitläufige, nahezu ebene Almgelände unterhalb der Giglachseen – für mich immer wieder der Inbegriff von idealem Schneeschuhterrain.

Weitläufiges, nahezu ebenes, ideales Schneeschuhgelände

Weitläufiges, nahezu ebenes, ideales Schneeschuhgelände

Nico, der weiter unten noch stellenweise die Führung und damit die Spuranlage übernommen hatte, hielt sich allmählich ebenfalls etwas zurück und somit folgten mittlerweile alle 3 Bergkameraden auf ihren 10 Beinen der von mir vorgegebenen Spur im Schnee.

Würde man eine Statistik über die heutige Spurarbeit erstellen, würde sie in etwa folgendermaßen aussehen:

  • AlpenYeti: 91 %
  • Nico: 7,5 %
  • Sammy: 1,5 %
  • AlpenYetin: –
Die AlpenYetin stapft hinterher.

Die AlpenYetin stapft hinterher.

Trotz Sonnenschein konnte keine rechte Erwärmung festgestellt werden, kalt pfiff der Wind über die freiliegenden Schneeflächen, was Sammy wieder einmal zu seinem mitleidhaschenden Winseln und seinem herzerweichenden Hundeblick veranlasste. Und wie so oft wurde dieses Verhalten nur dann vorgeführt (vorgetäuscht?), wenn er nicht die Spitze des Rudels übernehmen konnte.

Bei den Giglachalmhütten am Unteren Giglachsee suchten wir uns ein mehr oder weniger windgeschütztes Platzerl in der Sonne und genossen Bananen bzw. Hunde-Leckerlis.

Einigermaßen windgeschützt bei der Giglachalm

Einigermaßen windgeschützt bei der Giglachalm

Nach dieser Stärkung und Aufwärmung wanderten wir noch ein Stück hinauf ins Vetternkar, eingerahmt von einem herrlichen Gipfelkranz zwischen Rotmandlspitz, Sauberg und Vetternspitzen, die ich einmal durch die sehr steile Westrinne ebenfalls mit Schneeschuhen ersteigen habe, während ich ein anderes Mal von der Nordseite bei einer Schitour über Duisitzkarsee und Buckelkarseen aufgestiegen bin.

Im Süden ragt die formschöne und eindrucksvolle Schneepyramide der bislang von mir noch unbestiegenen Engelkarspitze in den dunkelblauen Himmel, südwestlich gefolgt von Hading und Freying, von denen vor allem der Zweitgenannte recht einfach aus dem Vetternkar erstiegen werden kann (Schitour am 05.04.2008).

Weiter im Westen thronen die Kalkspitzen, wobei vor allem die etwas niedrigere Steirische Kalkspitze (die Lungauer Kalkspitze ist mit 2.471 Meter 12 Meter höher) ob ihrer interessanten Gestalt den Blick und die Aufmerksamkeit des Wanderers auf sich zieht.

Im Norden wird der Almkessel duch den Höhenzug zwischen Kampspitze und Schiedeck abgeschlossen, der sich in der Folge – sanfter und einfacher verlaufend – noch über die Guschen und das Roßfeld und weiter bis zur Hochwurzen zieht.

Auch Nico und Sammy genießen die phantastischen, alpinen Eindrücke im Vetternkar

Auch Nico und Sammy genießen die phantastische, alpine Szenerie im Vetternkar

Der Wind nahm nun immer mehr an “Schneidigkeit” zu und so entschlossen wir uns auf einer Höhe von ca. 2.100 Meter wieder zur Umkehr. In einer größeren Schleife trafen wir wieder auf unsere Aufstiegsspur, in welcher sich der Abstieg in der Folge ungleich einfacher gestalten sollte.

Weitere Informationen zu dieser Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch

Alle Tourenfotos demnächst im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian