Archiv für Januar 2010

Schneeschuhwanderung zur Stuhlalm

Sonntag, 17. Januar 2010

Nachdem es mir bei meinen gestrigen Winterwanderungen in den Ennstaler Alpen so gut gegangen ist und auch für heute noch bestes Winterwetter prognostiziert war, wollten Ingrid und ich diesen Tag für eine einfache Almwanderung nutzen.

Aber heute wollte ich einen Schritt weiter gehen und versuchen, auf Schneeschuhen durch die Winterlandschaft zu stapfen, sofern es mir mein Knie nach der Verletzungspause gestatten würde.

Über die Ennstal Bundesstraße fuhren wir Richtung Westen zur Tauern-Autobahn und dort bei der Ausfahrt Eben im Pongau baustellenbedingt in einem “interessanten” Rund- und Verwirrkurs ab und über Niedernfritz, das in diesen Monaten wohl eher nicht viel Sonne abbekommt und St. Martin am Tennengebirge nach Annaberg-Lungötz.

Etwa 1 Kilometer nördlich vom Ortszentrum von Annaberg folgen wir der Straße ins Schigebiet Dachstein/West bei Astau bis zum Gehöft Pommer, wo ein Parkplatz – zumindest an diesem Samstag – genug Raum für die erholungssuchenden Wintersportler und Naturliebhaber bietet.

Im Gegensatz zu den 3 Schitourengehern, die nahezu zeitgleich mit uns starten und die nahegelegenen, freien Wiesenhänge oberhalb vom Ebnerlehen ansteuern, halten wir uns an die Forststraße bzw. den Almweg, der uns zwar nicht geradewegs, sondern in vielen Kehren, dafür aber unschwierig und auch mit steigeisenbewehrten Krücken bewältigbar zur Stuhlalm hinauf führen würde.

Das zwischen 1.000  und 1.500 Meter Seehöhe gelegene Wandergebiet kann mit für diesen Winter verhältnismäßig großen Schneemengen aufwarten und so war ich mit den Krücken recht froh, dass schon etliche Spuren von Schitourengehern, Schneeschuhwanderern und Fußgängern vorhanden waren, die ein zu tiefes Einsinken der bereits auf die größte Länge eingestellten Krücken verhinderte.

Der lockere Pulverschnee bot – insbesondere auch beim Abstieg – großes Wandervergnügen. Auf intensiv sonnenbestrahlten Hängen wurde der Schnee aber auch schon ein bißchen patzig.

Der untere Wegabschnitt führt durchwegs durch dichteren Wald, immer wieder aber werden auch Ausblicke in die umgebende Gebirgswelt frei – insbesondere das Tennengebirge mit seinen vielen bereits bestiegenen Gipfeln zeigte sich von seiner besten Seite.

Ausblick zum Tennengebirge

Ausblick zum Tennengebirge

Eine ganz neue “Aussichtsdimension” erreicht die Wandertour dann aber oberhalb der Baumgrenze, wenn man den eindrucksvollen Felswänden des zum Dachsteingebirge zählenden Gosaukammes immer näher kommt.

Mit Donnerkogel (Klettersteig-Tour), Strichkogel (Schitour), Angerstein und Mandlkogel (Wandertour) reiht sich ein bekannter Gipfel an den anderen. Überragt werden sie alle zusammen aber vom höchsten und formschönsten Gipfel des Gosaukamms – der Großen Bischofsmütze, die Ingrid und ich am 26.10.2006 nur mit kletterseilsichernder Unterstützung meines Bruders Helmut in Angriff zu nehmen wagten.

Etwas weiter südlich wartet mit dem Kamplbrunn ein weiteres sehr lohnenswertes Winterziel, welches ich im Jänner 2008 mit Karl im Zuge einer Schitour besucht habe.

An diesen Ausführungen erkennt man, dass im Umfeld der Stuhlalm eine Fülle von Wanderzielen liegen, die den Besucher das ganze Jahr über zu erfreuen wissen.

Mit zunehmender Seehöhe und damit zunehmender Schneehöhe wurde das Wandern mit Krücken für mich jetzt zunehmend mühsamer. Am rechten (fiten) Fuß hatte ich mittlerweile einen Schneeschuh angelegt, weil es angenehmer war, wenn das andere (empfindlichere) Bein etwas tiefer stehen konnte, was im Schnee gut möglich war.

Die letzte Hangquerung zu den Hütten der Stuhlalm

Die letzte Hangquerung zu den Hütten der Stuhlalm

Für die letzte Hangquerung aus dem Wald heraus zur Stuhlalm benötigte ich aber “eine halbe Ewigkeit”, weil ich immer wieder teilweise 20 cm und mehr mit den Krücken im Schnee versank. Etwas besser ging es dann mit einem Tourenschistock, den ich zusätzlich noch mitgenommen hatte.

Und so war ich sehr froh, als wir endlich die Stuhlalm erreicht hatten, wo wir uns auf einem sonnigen Bankerl im Angesicht der Bischofsmütze gemütlich ausruhten und unsere Jause genossen, während einige Ballone aus Richtung Filzmoos über uns hinweg zogen.

Pause in der Sonne bei der Stuhlalm

Pause in der Sonne bei der Stuhlalm

Ballonverkehr über der Stuhlalm

Ballonverkehr über der Stuhlalm

Nach der Pause drehten wir im sanften Almgebiet noch einige Runden, um unsere Schneeschuhe – mittlerweile hatte ich beide angelegt – zu testen. MSR Denali Evo Ascent gegen Tubbs Flex Alp hieß das heutige Duell, welches auf Grund der Kürze der Tour allerdings keine seriösen Bewertungen zuläßt, zumal das Gelände auch nicht unbedingt die Stärken dieser beiden Alpin-Spezialisten fordern konnte.

Ich habe mich heute eigentlich deswegen für die Plastik-Alpin-Modelle entscheiden, weil ich ein unbeabsichtigtes Rutschen mit meinem noch nicht ganz ausgeheiltem Knie vermeiden wollte.

Aber trotz all meiner Vorbehalte gegen Plastik – diese beiden aus sehr weichen Kunststoff-Materialien hergestellten Schneeschuh-Modelle – machen wirklich viel Spaß. Selbst im bis zu 20 Zentimeter tiefen, lockeren Pulverschnee.

Beim MSR fiel im feuchteren Schnee geringfügig stärkeres Anstollen auf. Der Tubbs stollte zwar auch, aber nur außerhalb der gezackten Eisenkuven, während es beim MSR unter dem Fußballen der Fall war. Spätestens nach 3 bis 4 Schritten war der Schnee aber wieder abgefallen, um sich in der Folge neuerlich aufzubauen. Aber absolut kein Problem und Anlaß zur Kritik.

Schneeschuhe im Angesicht der Bischofsmütze: Tubbs Flex Alp und MSR Denali Evo Ascent

Schneeschuhe im Angesicht der Bischofsmütze: Tubbs Flex Alp und MSR Denali Evo Ascent

Wo ich aber heute bereits einen Pluspunkt für den Tubbs vermerken möchte: Rein äußerlich (Farbe und Form) gefällt mir der Tubbs besser als der MSR – aber das ist bei mir ein minimaler, eigentlich gar nicht existenter Bewertungspunkt.

Ingrid mag die Bindung des Tubbs lieber, weil sie schneller und einfacher zu schließen und wieder zu öffnen ist. Das ist zwar ein gutes Argument, dem ich ebenfalls zustimmen kann. Andererseits aber hat man bei der Bindung des MSR das Gefühl der besseren Stabilität und Sicherheit – ein Punkt, der insbesondere bei harten Steilhangquerungen ins Gewicht fällt.

Aber wie gesagt, bis jetzt ist das alles nur “Test-Geplänkel”. Die wirklich harten Funktions- und Materialtests stehen noch aus.

Eisenzacken gegen Eisenzacken. Beim Tubbs (links) wirken sie etwas bissiger. Ein Praxistest steht aber noch aus.

Eisenzacken gegen Eisenzacken. Beim Tubbs (links) wirken sie etwas bissiger. Ein Praxistest steht aber noch aus.

Nach ausgiebigem Genuß der außerordentlich sehenswerten Landschaft haben wir uns schließlich wieder auf den Rückweg gemacht, wobei wir uns dazu entschlossen haben, nun eine Abkürzung über die mittelsteilen, von vielen Schispuren zerfurchten Almhänge zu machen.

Impressionen vom Gosaukamm

Impressionen vom Gosaukamm

Abstieg über die freien Almhänge

Abstieg über die freien Almhänge

Mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages erreichen wir schließlich wieder unseren Ausgangspunkt beim Parkplatz nahe dem Gehöft Pommer.

Zwoa Kruckn a pulvriger Schnee - Juchee

2 Krücken a pulvriger Schnee - Juchee

Ein bis zwei Krücken und ein Tourenschistock sowie ein bis 2 Schneeschuhe haben mir heute die Tour erleichtert. Die 2. Krücke habe ich in der 2. Tourenhälfte am Rucksack verstaut. Sie haben mir heute wieder große Dienste erwiesen, weshalb ich diesen Bericht mit einem “gestohlenen und leicht abgewandelten” Zitat beenden möchte:

Zwoa Kruckn a pulvriger Schnee, Juchee!

Weitere Links zu dieser Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Goferhütte und Ardningalm – Ich bin reich

Sonntag, 17. Januar 2010

Gesundheitsstatus:

8 Tage hat meine Zwangspause wegen Knieschmerzen gedauert.

8 Tage mag nicht viel klingen für jemanden, der dem Wandern nicht sonderlich zugetan ist.

8 Tage sind aber eine Ewigkeit für jemanden, der dem “Wandervirus” verfallen ist.

8 Tage sind im Sommer schon eine lange Zeit – im Winter aber kann eine solche Pause schier unerträglich werden.

Nachdem ich mich eine Woche nur auf Krücken halbwegs schmerzfrei fortbewegen konnte, habe ich am Donnerstag, den 14.01.2010 endlich wieder auf diese Hilfsmittel verzichten können.

Zwar war ich immer noch ein “Humpelstilzchen” und nach einiger Zeit spürte ich ein leichtes Ziehen an der Knie-Innenseite, aber es war schon sehr erbaulich, nicht mehr auf die Geh-Unterstützung meiner “Vorderläufe” angewiesen zu sein.

Spaziergänge:

Das prächtige Schönwetter ließ mich nun nicht mehr länger im Büro bzw. der warmen Stube verweilen und so wollte ich den Freitag, den 15.01.2010 für eine kleine Wanderung nutzen. Sollte mein Arzt hier mitlesen: Es war selbstverständlich nur ein leichter, äußerst schonender Spaziergang ;-) (exakt Ihre Anweisungen befolgend).

Mir fehlte einerseits die Bewegung und andererseits das Fotografieren in alpiner Umgebung. Mir fehlte die frische Luft und die vielfältigen Sinneseindrücke der Natur, so wie es Wander- und Schneeschuhführerin Sabina in unserem Interview so treffend formuliert hatte.

Wenn ich schon “nicht richtig” abseits von Wegen würde wandern können, wollte ich mir zumindest ein neues Tourengebiet aussuchen, welches ich noch nicht kannte aber schon längere Zeit besuchen wollte.

Die Wahl fiel auf den Forstwegaufstieg zur Goferhütte mit dem Ausgangspunkt nahe dem Gesäuseeingang, kaum 8 Kilometer östlich von Admont.

Zunächst bin ich 1 Kilometer zu früh bei der falschen Forststraßenabzweigung abgefahren, was mir in der Folge einige Unanehmlichkeiten mit dem Auto einbringen sollte. Diese Forstwegroute hätte aber in ein Winterruhegebiet östlich des Geißenbaches geführt, welches es natürlich unbedingt zu meiden gilt!

Also wieder raus aus der Ausweiche, die ich als Parkplatz auserkoren hatte. Leider hatte ich den zwar nicht allzu hohen, aber weichen und die Reifenprofile verklebenden Schnee nicht berücksichtigt und mußte kurz “vor und zurück schaukeln” um dann mit etwas Gas wieder rauszukommen. Etwas zuviel Gas. Das Auto nicht voll beherrschend landete ich mit der rechten Autoseite im tiefen Graben. Ein Scheppern der Karosserie (vom Auto) ließ mir vor meinem inneren Auge eine gehörige Reparaturrechnung aufleuchten, im Endeffekt war ich aber froh, dass ich – neuerlich mit ordentlich Gas – das Auto wieder aus diesem Loch herausgebracht hatte.

Kurze Begutachtung nach dem Auto-Ausrutscher: Hinten unten alles ordentlich zerkratzt, ein Licht gesprungen. Also nix Tragisches. Weiterfahrt problemlos und ohne hörbare Pannenanzeichen.

1,2 Kilometer und wenige Minuten später stand ich am richtigen Ausgangspunkt bei der Bushaltestelle Gesäuse – Gofergraben.

Mit 1,5 Stunden Gehzeit is die Goferhütte angeschrieben. Eine Zeit, die ich heute bei weitem überboten habe. Aber da ich mich ja selbst als “Anti-Sportler” bezeichne, bereitet mir das absolut kein Kopfzerbrechen. Der Forstweg führt an einem verschlossenem Schranken und wenig später an einer kleinen Wildfütterungsstelle vorbei und zieht zunächst geradeaus südwärts.

An der ersten ausgeprägten Rechtskehre enden die Autospuren im Pulverschnee – nur etwa 3 Zentimeter hat es in Talnähe.

Über etliche Kehren arbeitet sich der Forstweg in der Folge unschwierig nach oben. Der harte Boden und die wenigen Zentimeter Pulverschnee, die in der Folge mit zunehmender Seehöhe ebenfalls leicht und kontinuierlich anstiegen (bis etwa 15 Zentimeter im Bereich der Goferhütte) waren einfach ideal, um mit den Krücken gefahrlos und schmerzfrei weiter zu kommen.

Für den Fall der (eisigen) Fälle habe ich mir sicherheitshalber aber ohnehin “Steigeisen” auf die Krücken montiert. Diese lassen sich bei Bedarf hochklappen, um auch in der Wohnung keine ungewollten “bleibenden Eindrücke” zu hinterlassen. Im Freien werden sie direkt unter den Boden der Krückstoppels geklappt.

Steigeisen in hochgeklapptem Zustand (für die Wohnung)

Steigeisen in hochgeklapptem Zustand (für die Wohnung)

Krücken-Steigeisen im Winter-Einsatz

Krücken-Steigeisen im Winter-Einsatz

Trotz des etwas “unflüssigen” Gehstiles war die heutige Wanderung – Pardon: der heutige Spaziergang – ein unbeschreiblicher Genuß, denn abgesehen vom Muskelkater in den Armen und Schultern sowie in den Brustmuskeln war ich schmerzfrei.

Die frostigen Temperaturen im Gesicht – beim Start zeigte das Auto-Außenthermometer -13°C - vermittelten mir wieder das Gefühl des Lebens. Ein heißer wärmender Tee zubereitet mit klarem, sauberen Wasser. Die Luft war frisch und einfach herrlich. Später, beim Rückweg, als die Sonne sich abschnittsweise einen Weg auf die Forststraße bahnen konnte, begannen die Singvögel des Waldes wunderbare Lieder zu trällern und tirilieren.  Einige Gämse im Wald und den umliegenden Felsen – unaufgeregt ausweichend. Das Glitzern des Schnees, kleine Lawinchen aus den Bäumen. Herrlich. Ich konnte es mir leisten, an einem Werktag bei besten Wetterverhältnissen, freiwillig und ohne Notwendigkeit im Wald herum zu streifen. Ich war sehr dankbar über diesen Reichtum.

Deshalb wollte ich an diesem schönen Wandertag auch nach meiner Rückkehr von der Goferhütte zum Auto nicht gleich wieder nach Hause fahren, sondern entschied mich, von Ardning noch zur Ardningalm aufzufahren.

War meine vormittägliche Wanderung in nördlicher Exposition eher von Schatten geprägt, sollte mich jetzt auf den Südhängen der Ardningalm unter den Felswänden des Bosruck die Sonne verwöhnen.

Etwas oberhalb von Ardning warnt ein Hinweisschild, die Ardningalmstraße ohne Schneeketten nur auf eigene Gefahr zu befahren.

Beim Parkplatz unterhalb der Ardning Alm Hütte verstauten 3 Schitourengeher gerade ihre Tourenschi. Die zahlreichen Spuren im Schnee bewiesen, dass die freiliegenden Almwiesenhänge der Ardningalm bei Schneeschuhwanderern, Fußgängern, Schitourengehern und Hunden gleichermaßen beliebt sind.

Natürlich hätte ich nur allzu gerne dem Karleck mit seinem Gipfelkreuz einen Besuch abgestattet, meine Kondition und die Krücken erlaubten mir heute aber keine längeren Abweichungen von den stark begangenen und damit gut gespurten Almwegen, aber zumindest dem Wegweiser zum Almmuseum wollte ich folgen.

Gut gespurte Almwege unter den Südwänden des Bosruck

Gut gespurte Almwege unter den Südwänden des Bosruck

Wegweiser zu Pfarrerhuette / Almmuseum

Wegweiser zu Pfarrerhuette / Almmuseum

Nachdem ich bei den Almhütten beim Almmuseum auf einer von der Sonne gut gewärmten Bankerl ein kurzes, entspannendes Schläfchen gehalten habe, machte ich mich wieder auf den Heimweg.

Den Wandertag hat mein Knie sehr gut vertragen und keinerlei Verschlechterung der Beschwerden gebracht. Für meine Seele war dieser Tag ohnehin bester Balsam.

Reichtum:

Am Ende des Tages war ich mehr als zufrieden und konnte mich am Abend noch einmal entspannt über die schönen Foto-Impressionen freuen. Und auch jetzt – bei einem Glas frischen, sauberen Wasser kam mir in den Sinn: “Ich bin reich“.

Weitere Touren im Tourengebiet um die Ardningalm:

Die bisherigen Wintertouren starteten in Mühlau nahe Hall bei Admont:

Schitour auf den Pleschberg
Schneeschuhtour auf den Scheiblingstein in den Haller Mauern

Sommerwanderung von der Ardningalm über den Bosruck

 

Weitere Informationen zu diesen Touren:

Goferhütte
Tourenstatistik im Tourenbuch
Tourenfotos im Tourenalbum

Ardningalm
Tourenstatistik im Tourenbuch
Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Zwangspause wegen Rückenbeschwerden und Knieschmerzen

Samstag, 9. Januar 2010

Jetzt ist also doch eingetreten, was ich bei Auftreten meiner ersten Rückenbeschwerden am 29.11.2009 kurz vor der Wandertour vom Gleinkersee zum Stubwieswipfel befürchtet hatte.

Mein Körper sendet mehr als deutliche Signale aus, dass er einmal eine Ruhepause von meinen zugegeben teilweise recht strapaziösen Wandertouren wünscht und eine Erholungsphase benötigt.

Die Rückenschmerzen, die mich einige Tage kaum vernünftig aufrecht gehen ließen, hatte ich zwar mit Hilfe von Schmerzmitteln binnen einer Woche im Griff, aber bei jedem der folgenden Spaziergänge mit unseren “Leihhunden”, die ich zur Schonung im Tal unternommen habe, sowie auf den Wanderungen und Schneeschuhtouren (Schneeschuhvergleichstest über den Säbelboden ins Karl unter dem Kammspitz, Schneeschuhtour Bürgerbergalm und Roßbrand bei Radstadt,  Hundewanderung von der Lend auf den Säbelboden, Wanderung mit den Hunden vom Michaelerberghaus zur Stiegleralm, Winterwanderung Brandalm – Große Wiesmahd, Schneeschuhtour von Weißenbach bei Haus Richtung Stornalm, Schneeschuhwanderung über die Schladminger Alm und Schneetalalm zu den Sattentalalmen) war mir eigentlich im Innersten bald klar, daß ich mich unbedingt etwas zurückhalten sollte.

Aber irgendwie redet man sich halt selbst ein, man dürfe nicht so wehleidig sein, und außerdem habe ich bei meinen teils sehr ausgedehnten 15 bis 20 Stunden dauernden Tages-Trekkingtouren auch schon die eine oder andere Strapaze ertragen.

Um den Jahreswechsel hat sich der Kreuzschmerz dann allmählich in die Leisten verlagert, so daß ich 2 Tage lang kaum in der Lage war meine Beine vernünftig zu heben. Nach 2 Tagen war aber alles wie weggewischt. Keinerlei Beschwerden – und ich fühlte mich wieder richtig fit. Abgesehen von dieser Steifigkeit im Rücken – aber es tat kaum weh.

Also natürlich wieder raus in die Natur. Schleichend begannen dabei leichte Beschwerden im linken Knie. Über einige Tage wurden sie zuehmend stärker. Beispielsweise war es mir beim Einsteigen ins Auto nicht mehr schmerzfrei möglich, die Schuhe zwecks Abklopfen des Schnees gegeneinander zu schlagen. Das Treppensteigen erforderte ebenfalls einige Überwindung. Aber schließlich möchte man ja kein “Weichei” sein.

Das Knie fühlte sich zwar – wie schon mein Rücken einige Wochen – etwas steif an. Was soll´s – das sind wohl die Wehwechen des “Alters” über die auch einige meiner wesentlich älteren Bergkameraden gelegentlich klagen. Damit muß man leben.

Bei unserer letzten Schneeschuhtour zur Schladminger Alm und Schneetalalm hatte ich bereits vom Start weg leichte Schmerzen in Rücken und Knie, richtig “häßlich” wurden sie dann beim Abstieg von der Schneetalalm ins Sattental (Hinweis für meine eBook-Leser des Schneeschuhtourenführers Zentral-Österreich:  Diese Schneeschuh-Rundtour verbindet übrigens die Touren 17 und 19/20 aus dem “Band Steiermark B Gröbming-Sölktäler 1. Ausgabe 2009″, ohne allerdings auf den Gipfel des Schusterstuhl aufzusteigen).

Zu Hause war mir die Fortbewegung dann nur noch mit Krücken möglich, die wir seit Ingrids Unfall am Seeköpfl praktischerweise schon zu Hause hatten.

Statt Tourenstöcke helfen mir derzeit Krücken

Statt Tourenstöcke helfen mir derzeit Krücken

Also einmal drüber schlafen, am nächsten Tag wird sicher alles wieder besser sein. Denkste.

Beim Aufstehen am folgenden Morgen fuhr mir beim Auftreten auf den linken Fuß ein stechender und ziehender Schmerz durch das Knie, der mich kurz frösteln ließ, um mir gleich danach den Schweiß auf die Stirn zu treiben.

OK – eventuell ist dieses Mal doch nicht alles über Nacht in Ordnung gekommen.

Aber mit ein bißchen Willenskraft, Überwindung und Anstrengung muß das doch funktionieren. Also noch einmal: Tief Luft holen, Konzentration, kein Schwächling sein, Aufsteigen.

S C H . . . . .

Niedersetzen, besser Niederfallen, zurück ins Bett. Ingrid schlummerte noch neben mir, da sie heute frei hatte.

Ich: “Du Schatz, kannst Du mich zum Doktor fahren. Ich brauche eine Salbe.”

Sie: “Gott sei Dank. Endlich. ”

Wochenlang hat sie auf mich eingeredet, dass ich die Ursachen meiner Beschwerden endlich abklären lassen soll. Aber als “harter Naturbursch” hat man so etwas nicht nötig. Das wird sich schon von selbst einrenken – im wahrsten Sinne des Wortes.

Aber ich muß zur Kenntnis nehmen, daß ich keine 43 3/4 mehr bin. Der Zahn der Zeit nagt auch an mir.

Der Aufenthalt bei meinem Hausarzt gestaltete sich sehr kurz – Überweisung zur ambulanten Behandlung im Krankenhaus Schladming. Ein Zusammenhang zwischen meinen Rückenbeschwerden und den Knieschmerzen ist aber eher auszuschließen.

Von der folgenden “Abwicklung” im Krankenhaus Schladming war ich mehr als positiv überrascht. Obwohl der große Wartesaal von einigen humpelnden, eingegipsten oder sonstwie malträtiert wirkenden Patienten belagert war (darunter auch einige Bekannte wie Toni mit seinem Knöchelbruch) ging die Untersuchung wirklich Ruckzuck.

Die befürchtete, langweilige Wartezeit blieb aus.

Wenige Minuten nach der Anmeldung hieß es schon: “Herr Suschegg – Untersuchungsraum 1″.

Eine junge Ärztin ließ sich meine Geschichte schildern, begutachtete das leicht geschwollene Knie. Die genaue Lage des Schmerzes war eindeutig zu lokalisieren und einzugrenzen. Sie äußerte bereits einen Verdacht, wollte aber zunächst durch ein Röntgen etwaige andere Verletzungen (die es bei mir im Knie ja nie gegeben hat) ausschließen.

Also mit den Krücken zurück in den Wartesaal. Kaum 3 Minuten später wurde mein Name bereits auf einem Monitor eingeblendet und forderte mich derart auf, in den Röntgenraum 10 zu kommen.

Ein junger Mann holte mich kurz darauf zum Röntgen. Vorderansicht und Profil.

Wiederum keine 5 Minuten später hieß es abermals: “Herr Suschegg – Untersuchungsraum 1″. Super, dachte ich bei mir: So macht Untersuchtwerden “Spaß”. Mit den Krücken bereits äußerst geübt, “sprintete” ich zur nächsten Untersuchung, um zum dritten Mal an diesem Morgen meine Hosen runter lassen zu dürfen.

Mit dem Knie ist laut Röntgenbild alles in Ordnung. Der Schmerz liegt an einer “typischen” Stelle, dort wo alle Muskeln des Oberschenkels zusammenlaufen. Einen Zusammenhang mit meinen Rückenschmerzen wollte auch sie nicht erkennen, ich dürfte wohl in den letzten Tagen und Wochen viel mehr gegangen sein, als es mein Körper gewohnt sei.

Nun – das Gegenteil war der Fall. Aber egal.

Ich vermute viel eher, daß ich in den letzten Wochen aus Angst vor weiterer Verschlimmerung meiner Rückenschmerzen etwas “schief” und mehr auf die Knie gestützt gelaufen bin. Auch Ingrid hatte in letzter Zeit das Gefühl, daß ich etwas verhaltener gegangen bin. So dürften wohl bisher etwas vernachlässigte Muskelpartien verstärkt zum Einsatz gekommen sein.

Diese Entzündung bei meinem Knie sei vergleichbar mit einem Tennisarm. Schonung, Schmerztabletten (mit Magenschutz), elastische Bandage und Eis lokal würden mir bald Linderung bringen (und taten und tun es auch). Den empfohlenen Topfen (als Wickel) werde ich mir aber wohl lieber essenstechnisch einverleiben (oder ihn per Weblog verbreiten ;-) ).

DSC08244_400_Knie

Einerseits erfreut, daß es nichts Schlimmes ist, andererseits ein bißchen wehmütig, weil gerade jetzt enorme Schneemassen vorhergesagt wurden, die ich natürlich lieber wandernderweise nutzen würde (als ich diese Zeilen schreibe, hat sich herausgestellt, dass sich das “Schneechaos” in unseren Regionen auf wenige Zentimeter beschränkt hat).

Aber gut. Der Köper will Ruhe. Also soll er sie auch bekommen. Das tatsächliche Wetter unterstützt mich derzeit dabei (und wie es aussieht, wird es das auch noch mindestens eine Woche lang tun).

Nach 3 Tagen geht es mir mittlerweile schon wieder recht gut. Voll belasten getraue ich mich das Knie zwar noch nicht (es zeigt mir deutlich und effizient, daß es noch Ruhe will) aber mit den Krücken und leichtem Auftreten kann ich schon beschwerdefrei durch die Wohnung “sausen”.

Arbeiten kann ich ohnehin ganz normal, da Kopf und Hände einwandfrei funktionieren, und mehr brauche ich für meinen Beruf nicht.

Auch an meiner Wander-Homepage und Tourenportal gilt es die eine oder andere “Unschärfe” auszubügeln (Programmierer-Deutsch für Programmfehler), sowie Unmengen an “Optimierungspotential” (Sprich: Ich sollte es endlich einmal halbwegs vernünftig machen).

Eventuell werde ich das Wochenende auch nutzen um mit meinen Hunde-Lieblingen Nico und Sammy etwas gegenseitige Fellpflege zu betreiben.

Dazu habe ich mich auch mit umfangreicher Literatur über “Labrador-Retriever” und “Border Collies” eingedeckt und kann dort jetzt nachlesen, was ich bei meinen eigenen Hunde-Studien in den letzten Wochen erfahren habe. Über die gänzlich unterschiedlichen Charaktere dieser beiden Hunderassen einerseits und über die allgemeine Verständigung “Hund – Mensch bzw. Mensch – Hund” andererseits (das möchte ich aber später einmal in einem separaten Artikel vertiefen).

Also, wie Ihr seht – so schnell wird mir nicht fad. Auch wenn ich jetzt einige Tage nicht in die Berge kann.

Sorgen um den AlpenYeti sind also nicht angebracht – dennoch herzlichsten Dank für all die netten Zuschriften.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuh-Rundtour Schladminger Alm – Schneetalalm – Sattental

Donnerstag, 7. Januar 2010

Nach der witterungsmäßig durchwachsenen bzw. eher unterdurchschnittlichen Sonntagswanderung Richtung Stornalm folgten am Montag und Dienstag 2 ausgezeichnete Schönwettertage – leider aber an Arbeitstagen.

Und pünktlich am Feiertag (Heilige 3 Könige) änderte sich das Wetter wieder auf “bescheiden”.

Also nahmen wir uns nichts Großes vor, was sicher auch meinen noch immer nicht vollständig abgeheilten Rückenbeschwerden, die mich seit mittlerweile 6 Wochen plagen (Bericht 1, Bericht 2) entgegen kommen würde.

Und bei einer “kleineren” Wanderung bis zu 6 Stunden würden wir auch wieder unsere “Leihhunde” Nico und Sammy mitnehmen können.

Auch heute wieder dabei: Sammy und Nico

Auch heute wieder dabei: Sammy und Nico

Ursprünglich hatten wir zwar die Schneeschuhwanderung auf die Hohe Trett im Auge, aber da wir uns beim Frühstück – wie schon öfters in den letzten Wochen – etwas verzettelt hatten, suchten wir uns kurzfristig etwas Kürzeres: Von Pruggern fuhren wir mit den Hunden auf den Pruggererberg hinauf und von dort Richtung Sattental am Gasthof Winkler vorbei.

Das Tourengebiet südlich der Enns über Pruggern

Das Tourengebiet südlich der Enns über Pruggern

Der Routenverlauf im Uhrzeigersinn

Der Routenverlauf im Uhrzeigersinn

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Zu unserer Überraschung erwarteten uns vor dem Schranken ins Sattental etliche Autos und sogar ein Kleinbus, was auf eine größere Veranstaltung schließen ließ. Und einige Neuankömmlinge konnten uns rasch über den Grund des ungewohnt starken Andranges ins Sattental aufklären: Ein Rodelrennen für Kinder und Erwachsene war des Rätsels Lösung.

Kurz überlegten wir, uns ein anderes – einsameres – Tourenziel auszusuchen, gaben dann aber doch dem Winseln der Hunde nach etwas Auslauf und “Erleichterung” nach.

Nachdem sich unsere Hunde im Zielraum des Rodelrennens euphorisch mit ihresgleichen bekannt gemacht haben, gingen wir außerhalb der Sicherheitsnetze der als Rodelbahn dienenden Forststraße taleinwärts, während Kinder und Jugendliche auf ihren zweikuvigen Rennboliden talwärts brausten.

Bald schon hatten wir das Rodelgelände hinter uns gelassen und erreichten in der Folge die Weggabelung beim Leonhardkreuz (ca. 1200), wo wir uns beim Aufstieg links halten. Herabkommen werden wir beim Ausklang unserer Schneeschuhtour über die andere – gerade aus führende – Route.

Zunächst kurz bergab und den Sattentalbach querend folgen wir dann der breiten Forststraße im skeletthaft wirkenden Windwurfgebiet hinauf zur Schladminger Alm.

Die Schneehöhe nimmt mit der Seehöhe zu, in den Auto- bzw. Traktorspuren läßt es sich aber auch für die Hunde angenehm laufen.

Äußerlich einem Fuchs gleichend erfreut sich Sammy an der winterlichen Pracht im Umfeld der Schladminger Alm.

DSC08106_400_Sammy_Fuchs

Vom Almgelände folgen wir nun einem Forstweg an einer neuen Jagdhütte vorbei auf eine große, freie, ebene Fläche.

Blick talauswärts bis zum Kammspitz

Blick talauswärts bis zum Kammspitz

Die Schneehöhe nimmt jetzt abseits der von den Autos gespurten Wege im Wald noch einmal sprunghaft zu und selbst Nico hat Mühe sich hier fortzubewegen. Sammy, der sonst immer die Nase vorne haben muß, hat es mittlerweile ohnehin aufgegeben, der Erste sein zu wollen.

Anfangs noch der Spur von Nico folgend hat er später gemerkt, dass die Schneeschuhspur vom “Leihherrchen” noch besser geeignet ist. Am liebsten würde er sich hinten auf meine Schneeschuhe setzen. Immer wieder springt er hinten auf mich drauf, als wollte er sagen: “Trag mich doch in Deinem Rucksack“. Oder ich bin ihm einfach nur zu langsam gegangen.

Nach der Querung eines mäßig steilen Waldstückes am auslaufenden Nordrücken des Schusterstuhl erreichen wir wieder offenes Gelände im Umfeld der Schneetalalm mit der schmucken Jagdhütte. Kurzzeitig erschwert Bruchharsch das Vorwärtskommen, wobei sich hier – im Gegensatz zum tiefen Pulverschnee vorher – Nico wieder sehr schwer tut.

Das Leichtgewicht Sammy kann fast durchwegs auf der Schneedecke laufen, ein Umstand, den er seinem großen Bruder natürlich wieder liebend gerne unter die Nase reibt und so einige kleinere Streitereien mit Knurren und “Zwicken” verursacht.

Schneeschuhspuren bei der Schneetalalm mit Ausblick auf den Schusterstuhl

Schneeschuhspuren bei der Schneetalalm mit Ausblick auf den Schusterstuhl

Am Forstweg gehen wir nun talwärts Richtung Sattentalalmen, mein Rücken strahlt zunehmend über die Leisten in die Knie aus. Jeder Schritt wird allmählich zur kleinen Tortur. Das Spuren muß ich jetzt ausschließlich Ingrid überlassen, die mir nun auch ihre Tourenstöcke überlassen hat (mit den Hunden nehme ich selbst keine Stöcke).

Sehr schmerzhaft ist jetzt jeder Schritt, Sammy bleibt immer wieder neben mir stehen und scheint Mitleid mit mir zu haben.

Und so bin ich mehr als froh, als wir bei Einbruch der Dunkelheit endlich wieder unser Auto nahe dem Gasthof Winkler erreicht haben.

Bei der Rückkehr in Pruggern können mich aber auch meine Schmerzen nicht daran hindern, die herrlichen Eisskulpturen, die nächstens mit verschiedenfärbigen Scheinwerfern beleuchtet werden,  zu bewundern.

Bizarre Eisgebilde ...

Bizarre Eisgebilde ...

... in verschiedenen Farben.

... in verschiedenen Farben.

Schon während der Wanderung, spätestens aber nach der Heimkehr war klar, dass mir mein Rücken – oder besser, meine gesamte “Karosserie” – diese Wanderung wieder sehr übel genommen hat.

Und als ich am nächsten Morgen mit dem linken Fuß keinen Schritt mehr machen konnte, ohne dass mir bohrende, stechende Schmerzen durch das linke Knie fuhren und damit abwechselnd Frösteln und Schweißausbrüche bei mir auslösten, mußte ich meiner Liebsten (der AlpenYetin Ingrid) zerknirscht recht geben, dass sich meine Beschwerden wohl nicht mehr von alleine legen werden und dass es höchste Zeit ist, die Ursache genauer abklären zu lassen.

Meine Erlebnisse beim Arzt und der anschließenden ambulanten Behandlung im Krankenhaus habe ich in einem separaten Artikel beschrieben.

Weitere Wintertouren in diesem Gebiet:

Schneeschuhtour Dromeisspitz – Spateck – Schusterstuhl
Schneeschuhtour und Schitour Schneetalalm – Schusterstuhl

 Weiterführende Links zu dieser Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian