Archiv für Januar 2010

Schneeschuhtour Lambacher Hütte und Sandling-Umrundung

Mittwoch, 27. Januar 2010

Wie bereits in der letzten Woche bei der Schneeschuhwanderung auf das Karleck scheinen sich die Mittwoche (oder heißt es Mittwöche oder Mittwochs) schön langsam als die wettermäßig schönsten Werktage heraus zu kristallisieren.

Und so wie letzten Mittwoch gab es auch heute einen eher schwachen Wetter-Start mit einem starken Finale (obgleich so stark wie vor einer Woche war es nicht). Die Wolkendecke am frühen Morgen hatte aber auch ihr Gutes. Denn so gab es bei uns “nur” -8°C, die Spitzenwerte in Österreich lagen demgegenüber bei wirklich frostigen -28°C im niederösterreichischen Gars am Kamp.

Mich zog es heute in das Tote Gebirge, eine Gebirgsgruppe, die ich seit der Wandertour auf den Stubwieswipfel jetzt schon fast genau 2 Monate nicht mehr besucht habe.

In der kleinen zur Gemeinde Altaussee zählenden Ortschaft Lupitsch im nordwestlichsten Zipfel der Steiermark etwas östlich vom Pötschenpaß startete ich meine Schneeschuhrunde um den Sandling entgegen dem Uhrzeigersinn mit der Überlegung, so bei Aufreissen der Wolkendecke immer in der Sonne wandern zu können.

Das Tourengebiet der Sandling-Umrundung

Das Tourengebiet der Sandling-Umrundung

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Im untersten Abschnitt folge ich dem markierten Wanderweg nach Oberlupitsch und dort weiter Richtung Ausflugsgasthof Sarsteinblick. Die erste halbe Stunde Gehzeit könnte man sich sparen, wenn man direkt zum Gasthof bzw. zu der etwas davor liegenden, freigeschaufelten Parkfläche hinauf fährt.

Ein Stück führt mich meine Route jetzt auf einem Forstweg zu einigen stillgelegten Bergwerksstollen, die ich bereits im Zuge meiner Sandling-Besteigung am 16.09.2006 kennengelernt hatte.

Nach einer kurzen Waldpassage erreiche ich die Pisten des Sandling-Schigebietes, wo ich danach trachte, dem Schi-Trubel (einige Schulklassen) möglichst rasch den Rücken kehren zu können.

Alsbald wird es wieder beschaulicher und in trauter Zweisamkeit führen Schi- und Schneeschuhspuren zur Sandlingalm, wo sich gerade 2 Schitourengeher bei einer der Hütten zur Rast niederlassen. Ich folge der Schispur Richtung Westen zur Landesgrenze Steiermark-Oberösterreich und ziemlich genau entlang dieser südwestwärts zur Hinteren Sandlingalm (Pitzingalm).

Hier schaffe ich es, mich innerhalb kurzer Zeit gleich zweimal zu verirren, zunächst weil ich einer verlockenden Schneeschuhspur Richtung Jagdhütte Grabenbachalm folge und beim 2. Mal, als ich lieber auf einem bequemen Forstweg bleiben möchte, als wieder im Wald die Spurarbeit bei Einsinktiefen bis zu 30 cm zu übernehmen.

Im frostigen Schatten erreiche ich schließlich die Vordersandlingalm, von wo ich dann noch zur Lambacher Hütte aufsteige, wo aus Bad Goisern bzw. St. Agatha entlang der Wintermarkierung ein ausgeprägter Trampfelpfad von Schitourengehern und Schneeschuhwanderern herauf kommt.

Nach kurzer Stärkung steige ich wieder zur Vordersandlingalm ab, wo just in diesem Augenblick die Sonne für wenige Minuten den Almboden mit dem darüber aufragenden Sandling in bestes Licht tauchte.

Vordersandlingalm und Sandling

Vordersandlingalm und Sandling

Der Abstieg entlang der ausgesprochen guten Wintermarkierung (ident mit Sommermarkierung) in einer deutlichen Schneeschuhspur bereitete großes Vergnügen. Den letzten Abschnitt gings wieder über die Straße zurück zum Ausgangspunkt beim Gasthof Wies´n in Lupitsch.

Weitere Informationen zur Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhe – Meine Lieblings-Modelle

Sonntag, 24. Januar 2010

Nach ausgiebigen Test meiner neuesten Schneeschuh-Errungenschaft – dem Tubbs Flex Alp – habe ich die Top-3-Listen meiner persönlichen Schneeschuh-Lieblingsmodelle wieder einmal überarbeiten müssen. Und zwar sowohl bei den Allrounder- als auch bei den Alpin-Modellen.

Vom ersten Augenblick an (Schneeschuhtest im Karl unter dem Kammspitz) war mir der Tubbs Flex Alp sympathisch und mit jedem der folgenden Einsätze ist er mir mehr ans Herz gewachsen.

Und nach meinem systematischen und strukturierten Bewertungssystem hat sich jetzt auch unabhängig jeglichen Bauchgefühls die großartige Leistungsfähigkeit dieses neuesten Tubbs-Modells bestätigt.

Bei den Allrounder-Modellen belegt der Tubbs derzeit Platz 2, bei den Alpin-Modellen errang er hauchdünn den ersten Platz.

Tubbs Flex Alp und MSR Denali Evo Ascent - die Schneeschuh-Spitzenmodelle im hochalpinen Gelände

Tubbs Flex Alp und MSR Denali Evo Ascent - die Schneeschuh-Spitzenmodelle im hochalpinen Gelände

Ob er diese Position beibehalten kann oder sie an den knapp Zweitplatzierten und Langzeitführenden in dieser Disziplin - den MSR Denali Evo Ascent - wieder abgeben muß, soll demnächst ein direkter Vergleichstest im exponierten, hochalpinen Steilgelände zeigen.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtour Rohrauer Größtenberg

Sonntag, 24. Januar 2010

Das zu den Oberösterreichischen Voralpen zählende Sengsengebirge kannte ich bislang nur von einem Besuch im Sommer, als Ingrid und ich am 12.07.2009 eine Wander-Rundtour über den höchsten Gipfel dieser Gebirgsgruppe - den Hohen Nock – absolvierten und dabei auch noch die Gipfelnachbarn Seekopf (Seehagelmauer) und Hagler mitnahmen.

Am Samstag, den 23.01.2010 wollte ich auch winterliche Eindrücke aus diesem weit in den Norden vorgelagerten Ausläufer der Alpen gewinnen. Als Tourenziel hatte ich mir den Rohrauer Größtenberg auserkoren.

Die Lage der Wanderregion in Österreich

Die Lage der Wanderregion in Österreich

Die Anfahrt zum Ausgangspunkt beim Koppengut ist fast ident mit jener zum Hohen Nock. Von Windischgarsten nach Rading. Jetzt aber nicht ins Rettenbachtal hinein fahren, sondern noch ein Stück geradeaus bis zum Parkplatz vor dem Gehöft Koppen (ca. 600).

Wanderregion Sengsengebirge

Wanderregion Sengsengebirge

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Der Weg führt mich zunächst links am Bauernhof vorbei über die geräumte Forststraße nordwestwärts bis zu einer markanten 180°-Kehre. Hier halte ich mich – der Sommermarkierung zum Saubachgut folgend – geradeaus. Es folgt ein steiles Waldstück. Wer hier Probleme hat, könnte den Waldaufschwung zwar am langgezogenen Forstweg umgehen, ich sehe es aber als gute Eingewöhnung und Vorbereitung auf die Schlüsselstellen der Tour, die weiter oben beim Steilstück auf den Brettstein warten.

Die Forststraße wird einige Male gequert, der Ausblick ist bescheiden, und deshalb möchte man diesen Tourabschnitt einfach schnell hinter sich bringen. Bei einer Höhe von etwa 900 Meter erhält man Ausblick über die freien, flachen Wiesen beim Saubachgut.

Bis hierher war ich im kalt-feuchten Nebel unterwegs, bald aber zeigten sich die ersten sonnenbestrahlten Baumwipfel und hin und wieder gab der Wald den Blick über die nebelverhangenen Täler frei.

Die Nebel lichten sich

Die Nebel lichten sich

Die Wanderrichtung dreht nun zunächst nach Norden, später nach Nordosten. Durch den Wald, über Hohlwege, einige Male auch Forstwege überschreitend, hält man sich am besten bis zu einer Höhe von ca. 1.130 Meter immer an die Sommermarkierung. Hier wählt man aber jetzt die Route direkt durch den Wald in gerader Linie bergwärts, bis man auf die Forststraße gelangt, die in der Folge zur Kogleralm führen würde.

In direkter Falllinie steigt man aber – wieder über steilen Wald – auf den Brettstein auf. Immer wieder erfordern umgestürzte Bäume gelegentlich einige, kleinere Umwege, es ist aber nicht so, dass man sich im Dickicht verfangen würde.

Viele umgestürzte Bäume im Wegverlauf

Viele umgestürzte Bäume im Wegverlauf

Vom Brettstein führt die weitere Route nun fast eben bzw. sogar ganz leicht fallend nach Osten, ehe es über eine von weitem sichtbare, namenlose Erhebung wieder aufwärts geht. Am Plateau dieser Erhebung angekommen, dreht die Route wieder mehr nach Norden.

Der Weg wird wegen der nicht unbeträchtlichen, aber grundlosen, Schneemassen in den ausgedehnten Latschenfeldern zunehmend mühsam.

Durchschnittliche Einsinktiefen von 20 bis 30 cm im lockeren Pulverschnee erfordern entsprechende Spurarbeit. Kraftraubender und lästiger ist aber das abrupte Einbrechen in den Latschen – an einer Stelle kann ich mich nur mehr im letzten Augenblick abstützen, als ich bis zu den Achseln in einem Schneeloch (Felsspalte?) verschwinde.

Einige Male muß ich wieder ein Stück zurück, um eine bessere Durchschlupfmöglichkeit zu finden. Für Schneeschuhe wäre etwas mehr und vor allem gut gesetzte Schneeauflage wünschenswert, mit Tourenschi würde ich hier derzeit um viel Geld nicht gehen wollen, zumal auch immer wieder Steine und Felsen ganz knapp unter der Schneeoberfläche liegen.

Die Latschenfelder erfordern vorausschauendes Gehen und eine Portion Leidensfähigkeit

Die Latschenfelder erfordern vorausschauendes Gehen und eine Portion Leidensfähigkeit

Obwohl ich 2 Mal mittelernst mit dem Gedanken des Umkehrens gespielt habe, bin ich dann doch endlich auf den Gipfel des Rohrauer Größtenberg gelangt (die Aufstiegszeit getraue ich mich aber nicht zu nennen).

Statt einem Gipfelkreuz wartet ein Wegweiser am höchsten Punkt.

Wegweiser statt Gipfelkreuz am Rohrauer Größtenberg

Wegweiser statt Gipfelkreuz am Rohrauer Größtenberg

War es beim mühsamen Aufstieg in der Sonne recht warm, so blies mir jetzt am Gipfel kalter Wind um die Nase.

Dennoch ließ ich mich davon nicht abhalten, die äußerst sehenswerten Landschafts-Impressionen mit dem weitläufigen Nebelmeer im Norden und den prächtigen Gipfeln des Toten Gebirges und der Ennstaler Alpen im Süden sowie den Gipfelnachbarn des Sengsengebirges im Osten und Westen visuell und fotografisch einzufangen und zu genießen.

Ausblick nach Osten zum Hohen Nock

Ausblick nach Osten zum Hohen Nock

Der Abstieg – zumeist in der Aufstiegsspur – ging trotz einiger “Schnee-Einbrüche” und “Ausrutscher” auf geringer Schneedecke im Steilwald jetzt deutlich einfacher und rascher vonstatten.

Hinweis:

Abweichungen von der von mir skizzierten Route sollten nicht unternommen werden, da sich a) in der Gruben im Nationalpark Kalkalpen ein sensibles Wild-Rückzugsgebiet befindet und b) etliche Spalten und Dolinen bzw. einige lawinengefährdete Hänge abseits der Winter-Route gefährlich werden können.

Fazit:

Die Wintertour auf den Rohrauer Größtenberg bietet herrliches, weitläufiges und einsames Schneeschuhgelände. Einsteigern würde ich diese Schneeschuhwanderung allerdings nicht empfehlen. Neben einer guten konditionellen  Konstitution ist in den Steilwaldabschnitten auch Schneeschuh-Übung erforderlich und bei geringeren Schneehöhen sollte man in den Latschenfeldern neben der Fähigkeit des “Geländelesens” auch eine gehörige Portion Leidensfähigkeit mitbringen.

Aktuelle Schneehöhen:

  • Koppen bis Saubachgut: 1 bis 3 cm Neuschnee (in Summe nicht mehr als 5 cm)
  • Saubachgut bis Brettstein: 5 bis 10 cm neuer Pulverschnee (in Summe bis zu 20 cm)
  • Oberhalb vom Brettstein: Einsinktiefen 20 bis 30 cm im lockeren Pulverschnee. Gesamtschneehöhe stark schwankend, aber kaum Grund.

Weitere Informationen zu dieser Tour:

Tourenstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Schneeschuhtour Karleck und Kleiner Bosruck

Sonntag, 24. Januar 2010

Nachdem ich vor einigen Tagen bei meinem krückenbewehrten Spaziergang auf der Ardningalm so schöne Einblicke auf die Südseite der Karleckrunde erhalten habe, war es heute an der Zeit, diesem ganzjährig empfehlenswerten Wandergebiet einen Besuch abzustatten.

Dieses Mal aber wollte ich auf der oberösterreichischen Seite starten und dieses Mal wollte ich es mit Schneeschuhen versuchen.

Für Mittwoch, den 20.01.2010 war im gesamten österreichischen Bergland strahlender Sonnenschein angekündigt, also nahm ich mir kurzerhand frei. Allerdings erkannte ich bei der Anfahrt auf der Ennstal Straße Richtung Osten nach Liezen um exakt 07:40 Uhr beim Anblick der Lichtstimmung am Himmel, dass es wohl so schnell nicht schön werden würde. Zu oft schon hatte ich die Erfahrung gemacht, dass solche Lichtverhältnisse zumindest noch einen halben Tag Bewölkung bedeuten würde.

Von Liezen ging es über den Pyhrnpaß nach Spital am Pyhrn. Von hier folgte ich der Beschilderung zur Bosruckhütte bzw. zur Dr. Vogelgesang-Klamm. Die etwa 3 Kilometer lange Bergstraße war gut geräumt und angenehm befahrbar.

Beim ersten Parkplatz stellte ich mein Auto ab, um der Beschilderung über eine kleine Brücke zu den Hütten der Ochsenwaldalm hinauf zu folgen. Die Auffahrt wäre aber auch bis zur Bosruckhütte hinauf möglich gewesen.

Auf angenehmen Wiesenhängen erreicht man in weiterer Folge eine kleine, mit Satelittenschüssel ausgestattete Hütte – das Eisenerzer Hütterl. Weiter oben auf den freien Hängen erkennt man am Waldrand bereits die Ochsenwaldkapelle – das nächste Zwischenziel.

Bei der Ochsenwaldkapelle

Bei der Ochsenwaldkapelle

Der Ausblick über das Tal zwischen Spital am Pyhrn und Windischgarsten war auf Grund der noch immer vorherrschenden starken Bewölkung nicht allzu berauschend.

Eine Schispur führt mich nun der Sommermarkierung entlang in den Wald hinein. Es wird zwar stellenweise etwas steiler, aber nie schwierig. Einige Male eine Forststraße querend erreicht man nach dem Waldabschnitt die Wiesen der Arlingalmen.

Weniger geübte Geher sollten von hier den südwestlich gelegenen Arlingsattel ansteuern, ich wollte aber heute unbedingt wieder einmal einen neuen Gipfel kennenlernen und hielt mich deshalb südwärts, wo ich einen baumfreien, namenlosen Sattel erreichte. Bis hierher handelt es sich um einfaches Schneeschuhgelände (nach der Schwierigkeitseinstufung meines Schneeschuhtourenführers Bewertung BLAU).

Der Aufstieg auf das Karleck in östlicher Richtung gestaltet sich in der Folge aber schwieriger. Bis zu einem halben Meter grundloser, neuer Pulverschnee und dementsprechende Einsinktiefen erforderten einige Anstrengungen.

Die mühsame Spurarbeit wurde mir aber durch das zunehmend freundlichere Wetter versüßt und innerhalb kurzer Zeit sind ab etwa 11:00 Uhr die grauen Wolken einem blauen, freundlichen Himmel gewichen. Die Sonne verbreitete milde Temperaturen.

Gipfelkreuz und Gipfelbuch am aussichtsreichen Karleck

Gipfelkreuz und Gipfelbuch am aussichtsreichen Karleck

Schließlich erreichte ich das Gipfelkreuz am Karleck. Ein Blick in das Gipfelbuch zeigte, dass ich heuer erst der 4. Besucher am Gipfel war (zumindest von jenen, die sich auch im Buch verewigen). Nach kurzer Stärkung stieg ich wieder ab, wobei ich mich jetzt aber direkter am Grat hielt. Als ich nach steilem Abstieg über die Nordseite schließlich wieder zu meiner Aufstiegsspur gelangte, sah ich, dass ein Schitourengeher meine Spur zerstört hat ;-) (stört mich zwar nicht im Geringsten, dieser Vorwurf wird aber gerne von [weniger geübten oder weniger konditionsstarken] Schitourengehern den Schneeschuhwanderern gemacht).

Zurückgekommen im namenlosen Sattel steuerte ich jetzt einen Hochsitz an, um den Hügel oberhalb der Arlingalmen Richtung Arlingsattel zu umgehen, als ich plötzlich Rufe zu vernehmen glaubte. Durch das Stirnband gehörmäßig aber etwas gehandicapt, konnte ich die Rufe zunächst nicht einordnen und dachte an die – meine Schneeschuhspur zerstörenden – Schitourengeher, die wohl bei der Abfahrt ihre Freude haben dürften.

Nach abermaligen Rufen, wollte ich es auch nicht ausschließen, dass mich hier ein Jäger aus der Ferne darauf aufmerksam machen wollte, dass ich mich seinem Hochstand näherte.

Schließlich aber glaubte ich so etwas Ähnliches wie “Yeti” zu vernehmen, und beim “Servas” war ich mir schließlich ganz sicher. Jetzt konnte ich auch oben am Karleck eine “rote Jacke mit Kopf” erkennen.

Der Detektiv in mir kombinierte:

  • a) Da oben ist jemand, der mich kennt (meinen Gipfelbucheintrag hat er ja gelesen)
  • b) Ich befinde mich in der Wanderregion Spital am Pyhrn
  • a + b = c: Unter normalen Umständen müßte das der Alpenötzi sein.

Ich schaute dem Schitourengeher fasziniert zu, wie er seine eleganten Schwünge über den nordseiten Steilhang setzte, da er aber dann Richtung Tal abzufahren schien, setzte ich meine Querung Richtung Arlingsattel fort.

Wenig später aber schon vernahm ich ein “klapp-klapp-klapp” hinter mir, bald gefolgt von der Frage: “Was machst DU in meinem Revier“. Wie bereits vermutet – es war der Alpenötzi (Herfried). Nach freudiger Begrüßung setzten wir unseren Aufstieg zum nahen Arlingsattel gemeinsam fort. Fast synchron klickten unsere Digitalkameras. Die Landschaftsszenerie kann man einfach mit “Herrlich” beschreiben. Mächtig und eindrucksvoll reckt und streckt sich der Bosruck in den Himmel.

Vom Arlingsattel führten einige Schispuren auf den östlich gelegenen Hügel. Herfried-Alpenötzi erklärte mir, dass dies der Kleine Bosruck sei. In meinen Karten zwar namentlich nicht erwähnt, vertraute ich aber seiner Bestätigung, dass es sich dabei um einen eigenständigen, vollwertigen Gipfel handelt. Und den konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Nach wenigen Minuten standen wir oben am Gipfel, der von 2 Tafeln mit der Höhenbeschriftung 1.466 Meter gekennzeichnet wurde. Ein Gipfelkreuz hätte es hier auch einmal gegeben, erzählte mir Herfried. Die Arlingalmen-Bauern und die Jäger ließen es aber nur eine Woche stehen. Naja …. (ohne Worte).

Intensiv wird der imposante Bosruck fotografiert

Intensiv wird der imposante Bosruck fotografiert

Gemeinsam stiegen / fuhren wir wieder zurück zum Arlingsattel (1.425), dann trennten sich unsere Wege. Herfried entschwand Richtung Norden, ich stieg auf den mäßig steilen Almhängen Richtung Süden (Ardningalm) ab. Die Schneeverhältnisse waren hier völlig verschieden zur Nordseite. Hatte ich es am Vormittag überwiegend mit herrlich-lockerem Pulverschnee zu tun, wartete nun auf den sonnenbestrahlten Südhängen feucht-patziger Schnee auf mich.

Das Abfahrtsvergnügen der drei Schitourengeher, die gerade von der Ardningalm Richtung Arlingsattel aufstiegen, dürfte sich deshalb wohl in Grenzen gehalten haben. Und sobald die Sonne die Hänge nicht mehr so gut erreichte, bildete sich rasch Bruchharsch.

Bei einer Höhe von knapp über 1.200 Meter Seehöhe erreichte ich eine Almstraße, die mich in der Folge ostwärts zur Bacheralm führte. Prächtige Ausblicke auf den Scheiblingstein in den Haller Mauern, den Pleschberg etwas weiter südlich, aber auch in die Admonter Reichensteingruppe machten die Wanderung äußerst kurzweilig.

Unverspurtes Wiesengelände bei der Bacheralm

Unverspurtes Wiesengelände bei der Bacheralm

Ab der Bacheralm gilt es, einen langgezogenen Hang auf einen Waldrücken östlich des Karleck zu queren und auf der anderen Seite zum Pyhrgasgatterl (1.308) abzusteigen. Das Rohrauerhaus – etwas weiter nördlich gelegen – habe ich auf Grund der im Vergleich zur Südseite drastisch merkbaren Kälte nicht mehr aufgesucht.

Der Große Pyhrgas zeigte sich im letzten Tageslicht in imposanten Farben – Alpenglühen würde man das in Heimatfilmen wohl nennen.

Der Große Pyhrgas in den letzten Sonnenstrahlen

Der Große Pyhrgas in den letzten Sonnenstrahlen

Einige Schispuren führten im schattigen Graben hinunter Richtung Bosruckhütte. Etwas später traf ich auf eine geräumte Alm-/Forststraße mit gut begehbarer Schneefahrbahn. Bei der Bosruckhütte machten sich gerade zwei Einkehrer auf ihre “Brettln”, um zum nahen Parkplatz abzufahren, während zwei Schneeschuhwanderer ihrem gastronomischen Genuß zustrebten.

In wenigen Minuten hatte ich wieder mein Auto erreicht und voll mit positiven Eindrücken trat ich meine Heimfahrt an.

Weitere Links zu dieser Tour:

Tourstatistik im Tourenbuch
Alle Tourenfotos im Tourenalbum

Infos beim Alpenötzi

Natürlich hat Alpenötzi diese kurzzeitige Gemeinschaftstour zum Arlingsattel und auf den Kleinen Bosruck in seinem Bergblog ebenfalls dokumentiert.

Nur eines lieber Herfried: Wenn ich Dich frage, wie lange ich für die Karleckrunde brauchen würde, bitte künftig nicht Deine schnellen, sportlichen Gehzeiten als Maßstab heranziehen. Denn ich schaffe es ganz locker, Deine Vorgaben zu verdoppeln ;-)

Und noch etwas: Meine heute “vergessene” Maut für den Eintritt in Dein Wandergebiet wird natürlich nachgeholt :)

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian