Archiv für Dezember 2009

Jahreswechsel

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Wie jeder Wechsel, wie jede Veränderung, bietet insbesondere der Jahreswechsel Anlaß, auf das vergangene Jahr zurück zu blicken und eine Vorschau in die nahe Zukunft zu werfen.

Tourenstatistik:

Was die Anzahl der Touren betrifft, war 2009 mit lediglich 78 Touren das “schwächste” Jahr seit 2003 (die letzten Wanderungen mit meinen “Leihhunden” sind da allerdings noch nicht berücksichtigt). Und auch die 666 Stunden, die ich im abgelaufenen Jahr wandernderweise in der Natur und auf den Bergen verbrachte sind eher nur im hinteren Bereich angesiedelt.

Der Blick auf die Höhenmeter zeigt aber, dass bei den über 110.000 Hm einige ganz große Tourenbrocken dabei gewesen sind, wobei mir von den Sommertouren vor allem meine einsamen und weglosen Plateauüberschreitungen im Toten Gebirge ganz besonders in Erinnerung geblieben sind:

Mitterberg – Hochplanberg und Hebenkas
Großer und Kleiner Hochkasten – Brandleck

Bergsteigerisch anspruchsvoller waren die Touren in den südlichen Schladminger Tauern, wo es mich heuer gleich 6 Mal hingezogen hat:

Hocheck – Gensgitsch – Leßhöhe
Gumma – Kreuzhöhe
Jägerspitz – Große Barbaraspitze
Karnereck – Kleines Gurpitscheck - Karneitschenhöhe
Wildseespitze – Blutspitze – Graunock

Die Krönung war natürlich die Tour über den Piendlsee auf das Kasereck.

Bei den Wintertouren lagen dieses Mal die Schneeschuhwanderungen mit 30 Touren gegenüber den lediglich 10 Schitouren ganz klar vorne.

Die mit mehr als 2.200 Höhenmeter längste und wohl auch anspruchsvollste Schitour führte mich dabei in die Ankogelgruppe auf Mandlkopf – Plattenkopf und Keeskogel. Aber auch die Route über die “Schwer” auf den Scheiblingkogel im Tennengebirge stand schon lange Zeit auf meinem Tourenplan.

Bei den Schneeschuhtouren jetzt besondere Schmankerl hervorzuheben, fällt mir angesichts der Fülle an großartigen Naturerlebnissen sehr schwer und die schönsten Touren-Empfehlungen finden sich ohnehin allesamt in meinem Schneeschuhtourenführer Zentral-Österreich (im eBook-Format als PDF-Datei erhältlich).

Fotografisch erfüllt mich mit besonderem Stolz mein erster Platz beim Fotowettbewerb des steirischen Lawinenwarndienstes.

Gesundheitlich lieferte 2009 eher ein zwiespältiges Bild:

Das Jahr begann mit einem nicht ganz unkomplizierten Beinbruch meiner Ingrid bei der Schneeschuhtour am Seeköpfl. Die noch immer im Fuß befindliche Eisenplatte soll im Laufe des Jahres 2010 heraus kommen.

Mitte des Jahres hat sich dann der AlpenYeti´sche Nachwuchs – unser Michael – beim Training für eines seiner Einrad-Downhill-Rennen den Oberarm bzw. die Schulter gebrochen. Die volle Bewegungsfähigkeit hat sich bis jetzt noch nicht eingestellt, er arbeitet aber eifrig daran.

Ende November ist schließlich bei mir ein hartnäckiger “Hexenschuß” vorstellig geworden. Im Vergleich zu den Verletzungen meiner beiden Liebsten aber harmlos.

Familiär gab es nach dem viel zu frühen und tragischen Abschied von meiner Schwester Elfi im Jahr 2007 eine weitere Prüfung zu bestehen, als am 23.12.2009 – einen Tag vor Weihnachten – mein Vater von einem kurzen, leidvollen Krebsleiden erlöst wurde.

Vorschau auf das Jahr 2010

Die auf meinen Webseiten präsentierten Fotos nähern sich schön langsam der runden Zahl von 18.000. Dadurch wird in den nächsten Wochen ein weiterer Zukauf von Speicherplatz erforderlich.

Wandertourentechnisch möchte ich im nächsten Jahr die wenigen noch verbliebenen Wandergipfel in meinem Kerngebiet besuchen. In der Außenzone möchte ich meine “Fühler” vor allem verstärkt in die Berchtesgadener Alpen, Ankogelgruppe, Salzkammergutberge, Oberösterreichische Voralpen und Seckauer Tauern ausstrecken.

Und ich denke, auch meine neuen Freunde Nico und Sammy werden mir im neuen Jahr viel Freude bereiten.

DANKE

Es ist mir heute auch ein besonderes Bedürfnis, mich zu bedanken.

Bei meinen Sponsoren, die mich mit Material-, Sach- und Geldspenden unterstützen und so den  Betrieb des mittlerweile doch schon recht großen und damit auch kostspieligen Tourenportals ermöglichen.

Bei meinen E-Book-Lesern, die sich auch  trotz der Tatsache, dass der Schneeschuhtourenführer Zentral-Österreich heuer wegen arbeitsmäßiger Überlastung doch nur in einer Beta-Version mit ca. 110 Touren auf 300 Seiten mit 550 Fotos zur Verfügung steht, nicht von einem Kauf abhalten ließen. Herzlichen Dank auch für die zahlreichen positiven Rückmeldungen :-)

Bei meinen Homepage-Besuchern, die mit durchschnittlich 60.000 Seitenaufrufen pro Monat für einen guten Werbewert meiner Seiten sorgen und damit wiederum den stetigen weiteren Ausbau unterstützen und die mich auch mit ihren Zuschriften immer wieder auf´s Neue motivieren, meine Tourendokumentationen zu veröffentlichen.

Ich wünsche Euch allen ein gutes neues, unfallfreies Jahr 2010 mit herrlichen Wandertouren und wertvollen Naturerfahrungen.

Und denkt bitte immer daran, was die Mutter vom “Kleinen Lord” im gleichnamigen Fernsehfilm sagt:

“Jeder Mensch sollte mit seinem Leben die Welt ein ganz klein wenig besser machen”

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Wandern mit Tieren: Auf den Hund gekommen

Dienstag, 29. Dezember 2009

Da ich seit nunmehr genau 1 Monat mit Rückenschmerzen zu kämpfen habe (aber ich werde sicher nicht nachgeben ;-) ), komme ich derzeit auch nicht so häufig in die Berge, obwohl die Schneeschuhverhältnisse in größeren Höhen schon recht gut wären.

Um dennoch regelmäßig in den Genuß frischer Luft zu gelangen und nicht fade in Tallagen herumstapfen zu müssen, habe ich mir nun “Leihhunde” organisiert, die mir auf meinen ausgedehnten Spaziergängen nicht nur gerne Gesellschaft leisten, sondern uns mit Ihren fröhlich-neugierigen und treuherzig-dankbaren aber dennoch gänzlich unterschiedlichen Charakteren viel Freude bereiten.

Ingrid mit Sammy und Nico im "winterlichen" Ennstal

Ingrid mit Sammy und Nico im "winterlichen" Ennstal

Der Große namens Nico ist ein Labrador Retriever mit über 30 Kilogramm Gewicht, und wenn er einmal in den Galopp übergeht, merkt man jedes Gramm davon (auch nicht gerade günstig für einen geplagten Rücken). Er ist die “Schnüffelnase” von den beiden und der Klügere, der immer nachgibt. Etwas ungestüm und sich seiner Kraft noch nicht richtig bewußt, aber sehr anhänglich und bei richtiger Behandlung folgt er (meist) sehr brav.

Auch wenn er auf den ersten Blick nicht so aussieht, ist Nico ist ein äußerst liebenswürdiger, zutraulicher und sehr freundlicher Hund, der alle Menschen und Tiere (und Schuhe) sehr lieb hat.

Nico beim nachdenklichen Dösen nach 3 Stunden Auslauf

Nico beim nachdenklichen Dösen nach 3 Stunden Auslauf

Der Kleine – ein Border Collie Mischling namens Sammy ist dagegen ein “Fliegengewicht”, aber auch ein großer “Lauser”, bei dessen treuherzigen Blick es aber sehr schwer fällt, ihm böse zu sein. 

Er ist der Dauerläufer der beiden und möchte immer eine Nasenspitze vor seinem “großen Bruder” sein.

Seine 2 großen Leidenschaften: Sein Herrchen zu ziehen und dafür Lob zu ernten (geht auch auf´s Kreuz) und sein Herrchen (oder Nico) etwas “reizen”, indem er Spielzeug bring, es aber nicht losläßt sondern lieber verfolgt wird und dann “furchteinflößend” knurrt, wenn man es ihm wegnehmen will.

Sammy beim Ausruhen nach 3 Stunden Laufarbeit

Sammy beim Ausruhen nach 3 Stunden Laufarbeit

Ich bin sicher, dass ich in den nächsten Monaten noch einiges über Sammy und Nico zu erzählen habe, darum habe ich heute auch die neue Kategorie “Tiergeschichten” eröffnet.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Interview mit Wander- und Schneeschuhführerin Sabina

Sonntag, 27. Dezember 2009

Nachdem seit meinem letzten Interview mit Ralf Stute bereits einige Zeit vergangen ist, habe ich heute wieder einmal die große Freude, ein weiteres Interview führen zu dürfen.

Der Jahreszeit entsprechend soll der Schwerpunkt dieses Mal zwar auf Winterthemen – genauer beim Schneeschuhwandern – liegen, aber im Sinne des “ganzheitlichen Wanderns” werden natürlich auch andere Themen zur Sprache kommen.

Alle Fotos (c) Sabina Haslinger

Alle Fotos von (c) Sabina Haslinger

Alle Fotos (c) von Sabina Haslinger. Foto bei der Vorstellung zur Verfügung gestellt von Wilfried (binunterwegs.blogspot.com).

Meine heutige Interviewpartnerin ist die ausgebildete Wander- und Schneeschuhführerin Sabina Haslinger.

ay: Hallo Sabina,
herzlichen Dank, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast.

Viele meiner Leser werden Dich vielleicht schon von Deiner Homepage  (eigentlich hast Du deren ja sogar zwei: In da Heh und  Wanderführerin) oder Deiner regen Teilnahme und aktiven Mitwirkung an diversen Wanderforen kennen.

Würdest Du Dich bitte trotzdem kurz vorstellen und uns etwas über Dich verraten?

Hallo Christian, danke für die Einladung zum Interview!

SabinaHm, was gibt’s über mich zu verraten… hier die Eckdaten: mein Name ist Sabina Haslinger, ich bin seit 2007 mit meinem Mann Ewald glücklich verheiratet, eine Katze, keine Kinder (an alle die fragen, die werden schon noch kommen :-) ) wir wohnen in unserem Haus in Ried/Trkr Oberösterreich.

Bei Fronius www.fronius.com bin als Angestellte 38,5h im Büro “sitzend”… daher verbringe ich meine Freizeit einfach gerne “bewegend” und bin im Sommer wie im Winter in den Bergen bzw. in der Natur unterwegs…

ay: Während ich als Spätberufener – wie übrigens viele andere Naturliebhaber auch – erst in „mittelalterlichen“ Jahren zum Wandern gefunden habe, scheint Dich der Bergvirus ja schon in jungen Jahren erfasst zu haben. Wie und wann hast Du zum Wandern gefunden?

Da waren meine Eltern “schuld“!

Als Kind wurde ich zumindest ein paarmal im Jahr zu Wanderungen mitgenommen – manchmal war ich mit Freude dabei, manchmal wurde ich, im wahrsten Sinne des Wortes “mitgeschleift” -
Das hat aber den Grundstein gelegt, dass mich das Wandern, nach der “ärgsten” Teenager-Zeit, ab ca 18 Jahren wieder interessiert hat!

Immerhin war ich, soweit ich mich erinnern kann, 2001 5mal im Jahr wandern! :-) Ja und das hat sich dann schnell gesteigert!

ay: Sabina, Du bist ja ausgebildete und geprüfte Wander- und Schneeschuhführerin. Könntest Du uns bitte etwas über diese Ausbildung erzählen (Dauer, Inhalte, Qualität).

Ja, ich bin über den Oberösterreichischen Berg- und Schiführerverband ausgebildete Wander- und Schneeschuhführerin. Was zumindest in OÖ einen großen Unterschied zu den anderen Ausbildungen zb. von VAVÖ macht, denn das Führen gegen Entgelt darf nur von über den Bergführerverband ausgebildeten Wanderführern gemacht werden!

Die Ausbildung bestand aus 2 Modulen (Sommer + Winter), wobei das Sommermodul 7 Tage dauert und das Wintermodul 5 Tage.

Ausbildungsinhalte sind natürlich Grundfertigkeiten, wie Tourenplanung, Orientierung, Kartenlesen, Wetterkunde, etc. Viele dieser Fertigkeiten bringen die Teilnehmer natürlich schon mit, diese werden aber im Kurs verfeinert. Auch stehen Pädagogische Inhalte wie Gruppendynamik oder die Vermittlung von Natur am Lehrplan.

Klarerweise wird im Winterkurs speziell auf die Tourenplanung im Schnee wert gelegt, da hier das Wissen um winterliche Gefahren wie Lawinen eine ganz große Rolle spielt… daher wurde auch speziell die LVS-Suche mehrmals geübt. Hier möchte ich aber auch anmerken, dass man natürlich in 5 Tagen nicht alles über Schnee und Lawinen lernen kann, da wird der Grundstein gelegt bzw. das Vorwissen erweitert und es liegt an den Personen selbst dieses Wissen noch zu vertiefen!

Zusätzlich ist im Kurs auch ein 8h Erste Hilfe Auffrischungskurs enthalten, denn in Notfällen muss gerade der Wanderführer Ruhe bewahren und Hilfe leisten können!

Weiters werden jährlich auch Weiterbildungen zu verschiedenen Themen vom Verband ausgeschrieben!

ay: Was hat Dich eigentlich dazu bewogen, diese Ausbildung zu absolvieren.

Eigentlich die Idee die eigenen Fertigkeiten zu verbessern und im gleichen Gedankengang auch später Führungen zu machen! Denn in meiner Firma waren ein Kollege und ich zu der Zeit dabei, eine Wandergruppe aufzubauen. Dort habe ich auch meine ersten Erfahrungen mit der Führung von Gruppen gemacht!

ay: Man kann jetzt also Deine Dienste als Wanderführerin und Wanderbegleiterin in Anspruch nehmen. Welchen Zielgruppen würdest Du die Obhut eines professionellen Wanderbegleiters besonders nahelegen, wer zählt zu Deinen Kunden, warum und von wem wird ein Wanderführer besonders in Anspruch genommen, was ist der Mehrwert einer Wanderung mit Führung. Hast Du für die Führung feste Tarife, oder ist das schwierigkeitsabhängig ?

Ja genau, mich und meine KollegInnen kann man für Führungen im Sommer wie im Winter in Anspruch nehmen.

Als Zielgruppe für mich sehe ich momentan eher Erwachsene, wobei KollegInnen auch bereits viele Wanderungen mit Kindern oder Jugendlichen unternommen haben.

Ich muss auch dazu sagen, dass hier das Augenmerk bereits mehr auf der Naturvermittlung liegt, als auf dem Ziel, einen Gipfel zu erreichen, denn dafür werden Wanderführer eher weniger in Anspruch genommen.

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Ich denke das liegt am “Zurück zur Natur“-Gedanken, der immer mehr vorherrscht und daher braucht es Leute die diese Natur “herzeigen” können!

Aus diesem Grund habe ich mich besonders heuer bei einigen Veranstaltungen weitergebildet. (80h Kräuterkurs, 1 Woche Hochgebirgsökologie und bin gerade dabei Kräuterpädagogin zu werden)

Zum Tarif kann ich dir sagen, dass es seitens des Bergführerverbandes einen Tagestarif gibt, der momentan mit EUR 150,–  festgesetzt wurde. Nach dieser Vorlage habe ich auch meine Tarife gestaltet.

ay: Hast Du spezielle Wander- und/oder Schneeschuhtipps für meine Leser ?

Richtige Berg oder Weg-tipps sind oft schwer zu geben, denn jeder ist verschieden und findet andere Gegenden und Wanderwege schön,
(mir persönlich gefällt das Tote Gebirge und die Gegend um den Wildensee total gut im Sommer, im Winter habe ich noch keine Lieblingsgegend ausgesucht ev. Hengstpass… Und ausserhalb OÖ hat’s mir in Osttirol und Südtirol recht gut in den Bergen gefallen!)

Daher hier allgemeine Tipps:
Beim Sommerwandern früh losgehen! In der Mittagshitze erst die Hälfte des Weges gemacht zu haben, lässt besonders oft Wander-Beginner am Vorhaben zweifeln! (Überanstrengung in der Sonne -> gefährlich) Geht man früh los und hat trotzdem den ganzen Tag Zeit, kann man ja die Zeit die man morgens weniger Schlaf bekommen hat, bei der Pause im Schatten eines Baumes verschlafen :-)

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Dass beim Schneeschuhwandern im Gebirge die Lawinensituation im Auge behalten werden muss ist klar… manchmal unterschätzen die Wanderer aber das umliegende Gebiet! Beispiel: Wanderung in der Ebene um einen See, ABER links und rechts davon gehen Bergwände hoch -> Lawinengefahr… auch bei leichten Wanderungen auf Forststraßen das umliegende Gelände beachten!

Auch nicht alleine einsame Solo-Schneeschuhtouren gehen, wer hilft, wenn was passiert?! Wer weiß bescheid?

Daher Sommer wie Winter Familienangehörigen oder dem Hotel Bescheid geben wohin man wandert und eventuell auch die Rückkehrzeit angeben, damit im Fall des Falles Hilfe alarmiert wird!

Wärend der Sommer oder Winterwanderungen genügend trinken und die Kleidung zwiebelförmig aufbauen… ist wohl auch ein allgemein bekannter Tipp, aber auf jeden Fall wichtig!

ay: Ich weiß zwar aus eigener Erfahrung, wie schwierig das ist, aber könntest Du versuchen, uns zu erklären, was für Dich die besondere Faszination des Wanderns ausmacht.

Für mich ist die Natur oder der Berg kein Sportgerät, für mich gehört einfach das Sehen, Hören und Spüren dazu…

Beim Gehen sieht man einfach viel mehr! Selbst beim Radfahren ist man schon zu schnell unterwegs und kann Blumen oder Tiere im Vorbeifahren nicht mehr richtig wahrnehmen.

Oder beim Wandern einfach hören, wie schön langsam der Lärm von den Straßen verschwindet, wie die Vögel im Wald zwitschern oder der Wind durch die Latschen streicht…

Und spüren lässt sich beim Wandern auch so viel, der Boden unter den Füßen, die Sonne oder die Schneeflocken im Gesicht… oder einfach die Anstrengung beim letzten kurzten steilen Stück bevor mit dem Blick ins Tal vom Gipfel, die Anstrengung mit einem Mal weggewischt wurde…

ay: Die Schneesaison ist heuer ja eher schleppend angelaufen. Dennoch hat es für Schneeschuhwanderer - - im Gegensatz zum Schitourengehen – bereits doch einige sehr schöne Verhältnisse gegeben.

Du selbst bist ja auch gleichermaßen sowohl geprüfte Wanderführerin als auch Schneeschuhführerin. Was ist Dir persönlich aus Wanderersicht eigentlich lieber: Sommertouren oder Schneetouren ? Hast Du eine Lieblingsjahreszeit (Frühling, Sommer, Herbst, Winter). In welcher Jahreszeit werden Deine Dienste als Wanderführerin eher in Anspruch genommen ?

Eine Lieblingszeit habe ich eigentlich nicht, dafür bin lieber ein “Schönwettergeher” und dann ist’s ja eigentlich in jeder Jahreszeit schön…

Obwohl auch eine Regenwanderung etwas für sich hat, denn Feuersalamander, beispielsweise, wird man an heißen Sommertagen sicherlich nicht so leicht finden :-) also kann auch Regen eine Wanderung zu etwas Besonderem machen!

Aber hier noch kurz was ich an den Jahreszeiten am liebsten mag:

Im Frühling mag ich am liebsten die Pflanzen, alles regt sich und das frische Grün tut nach dem Winter einfach gut! Ausserdem lassen sich aus vielen Kräutern leckere Dinge zubereiten!!!

Im Sommer liebe ich die Gipfelrast/Almrast – einfach in die Wiese legen und Seele baumeln lassen – herrlich!

Im Herbst hat es mir die traumhafte Aussicht über der Nebeldecke angetan! Drunter ist es grauslig nass-kalt und drüber gibt’s wärmende Sonnenstrahlen mit x-Kilometer Fernsicht – traumhaft!

Im Winter mag ich das leise dahinstapfen… das einsame Spuren ziehen in unberührtem Schnee… alles sieht wie eine Märchenlandschaft aus und ist ganz anders als in der warmen Jahreszeit!

Als Wanderführerin werde ich momentan öfter im Winter beansprucht, denn Scheeschuhtouren sind im Trend und die fachkundige Führung mit Naturinfos für viele Leute einfach interessant… und ich mache das auch gerne, weil es für mich selbst ein schönes Erlebnis ist, Leuten schöne Erlebnisse zu bereiten!
 

ay: Ich bin ja selbst auch begeisterter Schneeschuhwanderer und dabei werde ich häufig gefragt, warum ich mit Schneeschuhen unterwegs bin und nicht mit Tourenschi – obwohl ich aber beides gerne mache. Wie ist das bei Dir. Schneeschuhwandern und / oder Schitouren. Wenn beides, wo siehst Du Unterschiede und Gemeinsamkeiten.

P_schneeschuh_Karleck_200Schitour habe ich erst eine gemacht und da ist es mir eher schlecht als recht ergangen… schlechte Scheeverhältnisse und dazu noch mein mangelndes Tiefschneefahr-Könnnen… daher kann ich allen, denen es so geht wie mir, nur Scheeschuhe wärmstens empfehlen!

Ausserdem ist für Schitouren einzig der Berg interessant… wenn genügend Schnee liegt, kann ich auch zu Hause die Schneeschuhe anschnallen und über Felder und Wälder zum Lieblings-Gasthaus wandern oder ein Familien Mitglied besuchen… ich finde das auch einen Vorteil gegenüber dem Schi!

Besonders auch einfache Touren ohne hohe Steigungen sind auch für gemütlichere Wanderer machbar bzw. auch für Personen mit leichten Problemen des Bewegungsapparates… der Schnee dämpft und das Tempo kann ich selbst wählen… also halte ich diese Art der Bewegung im Winter auch für Gesund!
 

ay: Hast Du ein Lieblingsgebirge, Lieblingsberg, Lieblingsgebiet, Lieblingstour ….

Das Tote Gebirge mag ich sehr… da es sein Gesicht von Gr. Priel zum Schönberg total wandelt…

Und dann gibt’s noch das Maisenkögerl in Scharnstein, das ich jedes Jahr mindestens einmal besuche… das ist nicht weit und auch nicht hoch, aber jederzeit für mich machbar…

Aber wenn ich jetzt noch anfange weitere Berge oder Gegenden aufzuzählen werde ich nicht mehr fertig, denn im Salzkammergut finde ich die Kombination Berg+See klasse, der Nationalpark Kalkalpen ist für mich einfach zu erreichen und total vielschichtig, das Alpenvorland ist meist ruhiger als die beliebten hohen Gipfel und von den schönen Berggegenden ausserhalb von OÖ brauch ich gar nicht anzufangen…

ay: Wie man Deinem Blog entnehmen kann, bis Du ja auch Sängerin. Kann man die Sabina auch jodelnd in den Bergen antreffen ? (Gibt es dazu auch Ton-Dokumente)

Mich jodelnd in den Bergen… ?? Ob du’s glaubst oder nicht, ich hatte mich schon einmal für ein Jodelseminar interessiert, das habe ich dann aber doch nicht gemacht… aber im Chor singen wir durchaus Lieder, die einen einfachen Jodler als Refrain haben und manchmal ist mir durchaus nach Singen beim Wandern… aber eher kannst du mich Juchzen hören… Tondokument gibt’s davon aber noch keines :-)

ay: Dein Abschlußstatement ?

Da nehme ich das Gedicht von meinem Online-Tourenbuch – das habe ich einmal nach einer Wanderung verfasst und passt glaube ich für jede Naturerfahrung, egal ob am Berg oder in im Tal:

Waun i am Berg oben stehP_Maisenkoegerl_200
Und ins Tal obi seh,

dann gfrei ih mi auf amoi
und kau net glauben das ih wieda obi soi

Da herom ist so sche, is so stad
des is fir de Seel a echt wohltat

Rundumadum de schen Bleamö und Blia
Da juchtz oafoch mei Herzal vor Freid in mir

Geh ich wieda obi und bi wieda im Oitog drin
Wünscht i ma das i nu oben bin

Hob oba s’Herz volla schene Büda von Bergen und Bam
Do bin ih dann glickli, a waun ich sitz daun Daham!

 

 

ay: Liebe Sabina, mit vielen Deiner Aussagen sprichst Du mir zutiefst aus der Seele und sie spiegeln Deine enge Naturverbundenheit wieder.

Genau diese ganzheitliche Sicht und weniger der Sportgedanke sind es, die ich gerne als “Ganzheitliches Wandern im Einklang mit der Natur” bezeichne (mein Homepage-Motto).

Wer weiß, vielleicht hast Du mit Deinem Hinweis auf das “Lieblings-Gasthaus” jetzt auch ganz neue Schneeschuh-Interessenten angesprochen.

Beim einem oder anderen Punkt muß ich mich aber auch selbst an der Nase nehmen (z.B. “Solo-Schneeschuhtouren”).

Ich danke Dir allerherzlichst für das Interview und wünsche Dir auch weiterhin wunderschöne, erlebnisreiche, erfolgreiche und unfallfreie Wandertouren, alles Liebe und Gute und viel Freude an und in der Natur.

 

Für alle, die mehr über Sabina erfahren wollen, hier noch einmal die Internetadressen Ihrer liebvoll gestalteten und empfehlenswerten Webseiten:

http://wanderfuehrerin.blogspot.com/
http://indaheh.blogspot.com/

 Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Jubiläum 10.000 Kilometer

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Da wäre mir am Ende des auslaufenden Jahres 2009 nach meinen bisherigen Jubiläumstouren (1.000 Gipfelbesuche, 600 Wandertouren, 25 Gebirgsgruppen und 800 verschiedene Gipfel) ja beinahe noch fast ein weiteres Jubiläum entgangen.

Das zeigt vermutlich auch, wie wenig wichtig mir Rekorde sind, denn meine fast schon als penibel zu bezeichnenden Tourenstatistiken und Fotoberichte dienen in erster Linie meiner eigenen Erinnerung und mögen andererseits auch als Anregung für Bergkameraden und Naturliebhaber Verwendung finden.

10.000 Kilometer (in Worten: Zehntausend) bin ich in den letzten 6 Jahren gewandert.

Um ganz korrekt zu sein: 614 Kilometer habe ich radelnderweise auf meinem Moutainbike zurückgelegt. 

Naja, wenn wir schon dabei sind, könnte ich gleich eine detaillertere Aufstellung nach Wanderarten liefern:

  •  223,2 Kilometer mit Klettersteig-Beteiligung
  • 614 Kilometer – wie bereits erwähnt – nicht per Pedes, auch nicht per Mercedes sondern einfach per Mountainbike
  • 28 Kilometer mit Nordic Walking (diese Disziplin habe ich später aber dem Wandern zugeordnet)
  • 2.866,1 Kilometer auf Schitouren (also gehenderweise vielleicht etwas mehr als die Hälfte)
  • 1.937,5 Kilometer mit Schneeschuhen (ist zwar weniger als mit Tourenschi, dafür aber “ehrlicher erarbeitet”)
  • 27,5 Kilometer hätte ich an Spaziergängen anzubieten. Aber auch diese Disziplin habe ich später dem Wandern zugeordnet.
  • 4.315,3 Kilometer schließlich entfallen auf das Wandern im engeren Sinne, wobei ich hier aber nicht zwischen Wald- und Almwanderungen und anspruchsvollen Bergtouren bis zum 2.  (bzw. einmal bis zum 3.) Schwierigkeitsgrad unterscheide.

Ergibt in Summe 10.011,6 Kilometer (bei der vorletzten Tour hat es mit 9.999,4 km gerade nicht gereicht).

So, das soll es mit den Zahlenspielen auch schon wieder gewesen sein.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian