Archiv für August 2009

Ochsenkogel – Hosskogel – Hohe Hosswand

Dienstag, 25. August 2009

Nach den “grünen”, wasserreichen Wanderungen in den Schladminger Tauern (u.a. Landauersee und Hohensee) stand heute wieder eine ausgedehnte Überschreitung in einem steinreichen Karstgebiet am Programm.

Unterwegs auf den Niederen Ochsenkogel

Unterwegs auf den Niederen Ochsenkogel

Es sollte dies nach den Gewalttouren auf den Tauernkogel, Bleikogel und Großen Breitstein im Tennengebirge sowie nach dem Ausflug von der Tauplitzalm in das zentrale Tote Gebirge auf Hochplanberg und Hebenkas in diesem August 2009 bereits die dritte Hochplateauüberquerung mit einer Distanz jenseits der 2.000 Höhenmeter und über 30 Kilometer werden.

Von den Landschaftseindrücken hat mich die heutige (24.08.2009) Bergtour im Dachsteingebirge über Niederen und Mittleren Ochsenkogel und auf Hoßkogel und Hohe Hoßwand am meisten begeistert, auch wenn ich merke, dass ich schön langsam zu alt für Monstertouren jenseits der 12 Stunden werde.

Aber jetzt der Reihe nach.

Das heutige Tourengebiet liegt im Südzipfel Oberösterreichs im Salzkammergut südwestlich vom Hallstätter See.

Die Lage des Tourengebietes im südlichen Oberösterreich

Die Lage des Tourengebietes im südlichen Oberösterreich

Das Tourengebiet im Österreich-Überblick

Das Tourengebiet im Österreich-Überblick

Die Anfahrt über das steirische Salzkammergut und den Pötschenpaß nach Bad Goisern und von hier südwärts nach Hallstatt lag mit 65 Minuten Fahrzeit fast in der von mir für mein innerstes Kerngebiet festgelegten Anreisezeit von maximal 1 Stunde.

Das Tourengebiet südwestlich vom Hallstätter See

Das Tourengebiet südwestlich vom Hallstätter See

In sternenklarer Nacht brach ich vom Parkplatz 2 auf 510 Meter Höhe in Hallstatt auf, weil ich nicht wußte, dass es 40 Höhenmeter weiter oben noch einen gebührenfreien “Bergsteiger-Parkplatz” gegeben hätte, bei dem ich mir neben der Parkgebühr von 6 Euro (für 24 Stunden) auch eine Anstiegszeit von etwa 30 Minuten erspart hätte.

Dafür traf ich hier auf einige Rehe, die sich auf den Wiesen mitten zwischen Häusern am westlichen Ortsrand tummelten.

Mein Routenverlauf im Überblick:

Hallstatt – Echerntal – Tiergartenhütte – Herrengasse – Wiesalm – Wiesberghaus – Keferfeldersteig – Niederer Ochsenkogel – Mittlerer Ochsenkogel – Hoher Trog – Hoßwandscharte – Hoßkogel – Hohe Hoßwand – Richtung Adamekhütte – Beim Kreuz – Radltal – Landneralm – Hallstatt

Im untersten Abschnitt zwischen Hallstatt bis etwa zum sehr sehenswerten Waldbach-Ursprung im Echerntal waren Aufstiegsroute und Abstiegsweg – umrahmt von den senkrecht aufstrebenden Felsen von Echernwand und Hirlatzwand – weitgehend ident.

Der Routenverlauf im unteren Bereich

Der Routenverlauf im unteren Bereich

Für den Aufstieg wählte ich dann die Route im Uhrzeigersinn über die Tiergartenhütte zum Wiesberghaus, während ich beim Abstieg von der Landneralm herunter kam.

Der Routenverlauf im Bereich der 4 Gipfel

Der Routenverlauf im Bereich der 4 Gipfel

Vom Wiesberghaus stieg in dann über den Keferfeldersteig zum Gipfelkreuz am Niederen Ochsenkogel auf. Über einen steinigen Grasrücken geht es weiter südwärts auf den Mittleren Ochsenkogel. Beide Gipfel kannte ich bereits von 2 Skitouren (Niederer Ochsenkogel am 26.02.2008 und Mittlerer Ochsenkogel am 09.03.2008).

Der nächste Abschnitt ist von einem leichten Ab und Auf zwischen Hohem Trog und Hoßwandscharte gekennzeichnet. Einige steilere und leicht ausgesetzte Felsstellen sind durch Drahtseile und Trittklammern entschärft.

Von der Hoßwandscharte steige ich zunächst auf den Hoßkogel auf, nach dem Abstieg zurück kommt sodann die Hohe Hoßwand “an die Reihe”, wo ich mich zu eine stärkenden Jause niederlasse und mir anschließend ein einstündiges Schläfchen gönne.

Derart gestärkt trat ich am Nachmittag in brütender Hitze meinen Abstieg an.

Abstieg von der Hoßwand über das Radltal nach Hallstatt

Abstieg von der Hoßwand über das Radltal nach Hallstatt

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Zunächst wanderte ich von der Hoßwandscharte auf bereits bekannten Pfaden (Wandertour Hoher Ochsenkogel – Niederes Kreuz am 05.08.2007) südwestwärts in Richtung Adamekhütte.

An einer Weggabelung westlich vom Schreiberwandeck dreht die Wanderroute dann nach Nordwesten, später nach Norden und zuletzt nach Westen. In leichtem Auf und Ab auf zwar unschwierigem, aber doch einige Konzentration erfordernden Weg gelangt man hinunter zu einer neuerlichen Weggabelung “Beim Kreuz” (ca. 1.700).

Durch zunehmend grüne, liebliche Wiesengräben steigt man hier noch einmal auf bis zu einem Sattel nordwestlich vom Beerwurzkogel, wo ich mich für eine letzte Jause niederlasse, die aber auf Grund der massiv einsetzenden Gelsen-Invasion nicht allzu lange ausfällt.

“Von nun an gings bergab” – über schmale Felsstufen und durch steilere, aber unschwierige Wiesengräben und ab einer Höhe von knapp über 1.500 Meter lange Zeit recht eben über feuchte Wiesenlichtungen, immer wieder unterbrochen von engeren Felsdurchschlupfen, die mich stellenweise an kleine Ausgaben der heimatlichen Notgasse erinnerten.

Im Bereich der Langwand verliert man endlich stärker an Höhe, als ein steiles, serpentinenreiches Waldsteigerl zur Landneralm hinunter führt. Von hier erreicht man auf einem breiten Waldweg - am rauschenden Waldbach-Ursprung vorbei, der urplötzlich aus einer Waldhöhle herausbricht – schließlich wieder den Anstiegsweg.

Teils auf schottriger, teils auf asphaltierter Straße gelange ich neben dem – eine erfrischende Gischt verbreitenden – Waldbach nun in der allmählich einbrechenden Dunkelheit wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Die Tour ist geprägt von karstigem Fels

Die Tour ist geprägt von karstigem Fels

Die Touren-Statistikdaten können im Tourenbuch nachgelesen werden, alle Fotos der Wanderung gibt es im Tourenalbum.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Landauersee und Knappenkreuz

Samstag, 22. August 2009

Nach dem Abschluß unserer “Lungau-Tournee” am Vortag brachte uns die Entspannungswanderung am 20.08.2009 zwar ebenfalls wieder in die Schladminger Tauern, der Ausgangspunkt im Rohrmooser Obertal war aber ein gänzlich anderer als am Vortag, auch wenn uns letztlich weniger als 5 Kilometer Luftlinie vom Wanderziel des Vortages auf den Graunock trennen sollten.

Ein heißer Tag war prognostiziert, deshalb wollten wir es uns heute nach ausgiebigem Ausschlafen an einem einsamen Bergsee gemütlich machen. Durch unseren etwas späteren Aufstieg am Vormittag sollte das Wanderziel tunlichst nordseitig liegen, damit wir nicht zu lange in der großen Hitze wandern müßten.

Die Wahl fiel letztlich auf den Landauersee, ein nur über nicht markierte Steiglein (wenn man sie findet ;-) ) erreichbares Gewässer auf halbem Weg zwischen Rohrmoos-Obertal und den Giglachseen.

Die Lage des Tourengebietes im Rohrmooser Obertal

Die Lage des Tourengebietes im Rohrmooser Obertal

Anreise über die derzeit baustellengeplagte Ennstal Straße B320 nach Schladming und von hier Richtung Süden über die weiten Kehren zum Kreisverkehr in der Gemeinde Rohrmoos-Untertal, von wo man der Beschilderung ins Obertal folgt.

Das Tourengebiet um den Landauersee

Das Tourengebiet um den Landauersee

Beim bereits sehr gut ausgelasteten Parkplatz Hopfriesen (ca. 1.060) starten wir am beschilderten Weg Richtung Ignaz-Mattis-Hütte.

Der Routenverlauf bei diesem Kurztrip ist schnell erklärt:

Rohrmoos-Obertal / Hopfriesen – Lackneralm – Landauersee – Knappenkreuz – Forstweg – Hopfriesen

Der Routenverlauf zum Landauersee

Der Routenverlauf zum Landauersee

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Kurz nach der Lackneralm verließen wir den markierten Wanderweg, um rechter Hand über eine ostseitig ausgerichtete Gras- und Strauchlichtung aufzusteigen. Laut Wanderkarte sollte hier ein unmarkiertes Steiglein verlaufen.

Ingrid vermeinte zwar im unteren Bereich einige Steinmandln erkannt zu haben, der Steig verlief sich aber spätestens nach der Hälfte des steilen Hanges in zunehmend dichterem und mühsamerem – ja fast undurchdringbarem  Gestrüpp.

Waren es die Haselnußsträucher oder die Disteldornen oder vielleicht die Brennessel oder das undefinierbare hüfthohe krautige und farnige Dickicht. Irgendetwas davon rief bei uns heftigen Juckreiz und vor allem an meinen Armen riesige, großflächig entzündete Pusteln hervor, die erst oben am Landauersee nach gründlichem Waschen wieder langsam abklangen. Weiter oben im Steilhang haben wir übrigens den Steig gefunden, der hier nach links in einen Walddurchschlupf hinein und hinauf führte.

Auf diesem bequem begehbaren Steig (zumindest im Gegensatz zu dem, was wir zuvor erlebt hatten) gelangten wir in der Folge unschwierig zu dem idyllischen Kessel, in dem neben dem Landauersee auch 2 kleine Hütten lieblich eingebettet lagen.

Einige Kühe hielten sich um den Zufluß im westlichen Uferbereich auf, wo wir uns in der Folge ebenfalls niederließen, da hier der See ein kleines Stück recht seicht und der Sand recht angenehm begehbar war.

Der in der unteren, beim See liegenden Hütte wohnende Senner war recht überrascht über die 2 Wanderer, die just hier an dieser Wasserstelle der Freikörperkultur huldigten, wo er mit seiner Angel ein wenig Abwechslung in seinen Speiseplan bringen wollte.

Ob die Erfolglosigkeit seines Unterfangens unserem Badevergnügen zuzuschreiben war (welches übrigens ob des eisigen Bergwassers ohnehin nur ein sehr kurzzeitiges war) oder in anderen Umständen begründet war, vermochte auch er uns nicht zu beantworten.

Erfrischendes Bergwasser im Landauersee

Erfrischendes Bergwasser im Landauersee

Nach geruhsamer Rast stiegen wir südseitig um den See herum und zum markierten Wanderweg hinauf, wo wir in weiterer Folge zum gar nicht so einfach erreichbaren Knappenkreuz aufstiegen.

Das Knappenkreuz in einer Felsnische

Das Knappenkreuz in einer Felsnische

Am Abstieg wählten wir dann eine Variante über die Forstwege, wo ich mir die Hänge etwas genauer ansehen wollte, wo im Winter gelegentlich größere Lawinen herunterkommen, da eine der Schneeschuhwanderungen meines “Schneeschuhtourenführers Zentral-Österreich” auch über diese Hänge verläuft.

Weiterführende Links
Statistikdaten im Tourenbuch
Fotobericht im Tourenalbum

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Lignitzsee – Graunock

Samstag, 22. August 2009

Nummer 7 und zugleich auch Abschluß der diesjährigen “Lungau-Festspiele” – zumindest was Bergwanderungen anbelangt.

Hatte ich mir in den letzten Jahren Gedanken darüber gemacht, dass ich ohne längeren Urlaubsaufenthalt unmöglich alle Wandergipfel der südlichen Schladminger Tauern im Salzburger Lungau besuchen könnte, ist es mir heuer doch in einer einzigen Wandersaison trotz jeweils separater Anreise gelungen, meine persönliche Gipfelliste aller nennenswerten Wandergipfel des Lungaus zu vervollkommnen (je nach Ausgangspunkt zwischen 1 Std. 15 Minuten und 1 Std. 30 Minuten Anfahrtszeit über Obertauern - beim Rückweg habe ich meist eine Route über den Sölkpaß gewählt, was zwar weniger Kilometer, aber längere Fahrzeit bedeutete).

Am 19.08.2009 stand der Graunock über dem Lignitzsee am Plan, nachdem ich zuvor bereits etliche andere See- und Berg-Ziele im Salzburger Lungau besucht hatte:

Das Tourengebiet auf den Graunock im Österreich-Überblick

Das Tourengebiet auf den Graunock im Österreich-Überblick

Von Mariapfarr reisten wir über Ortschaften mit so klingenden Namen wie Örmoos, Pürstlmoos, Zankwarn und Kraischaberg nordwärts zum Parkplatz vor dem Forststraßen-Schranken zu den Hinteren Lignitzalmen.

Das Tourengebiet nördlich von Mariapfarr

Das Tourengebiet nördlich von Mariapfarr

Der Ausgangspunkt auf 1.390 Meter Höhe ist damit ident mit jenem zur Tour auf das Hocheck (auch der Zustiegsweg verläuft auf der ersten Dreiviertelstunde auf der gleichen Route).

Der Routenverlauf im Detail (den untersten Abschnitt habe ich aus Platzgründen und wegen des ohnehin nicht verfehlbaren Almweges neben dem Lignitzbach nicht eingezeichnet):

Vordere Zehnerhütte – Hintere Lignitzalmen – Lignitzsee – Weite Scharte – Wildseespitze – Blutspitze (bis 2.595 von 2.626) – Am Südgrat auf den Graunock – Über den Südostrücken zum Lignitzsee – Am Anstiegsweg zurück

Der Routenverlauf zum Lignitzsee und über den Graunock

Der Routenverlauf zum Lignitzsee und über den Graunock

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Die Tour über das unschwierige Almgelände bis zum idyllisch eingebetteten Lignitzsee ist gut markiert, sehr einfach und auch für Familien ohne Weiteres durchführbar.

Der Graunock selbst ist nicht markiert, für den geübten, trittsicheren und schwindelfreien Wanderer bieten sich aber auch hier 2 Aufstiegsmöglichkeiten an, die wir zu einer Überschreitung verbunden haben.

Überschreitungsroute des Graunock-Gipfels

Überschreitungsroute des Graunock-Gipfels

Das obige Bild zeigt unsere Aufstiegsroute (rot=links) und Abstiegsroute (orange=rechts) auf den obersten ca. 450 Höhenmetern auf den Graunock.

Nach der Ersteigung der Weiten Scharte (ca. 2.315), die im obersten Abschnitt ziemlich steil wird, wollten wir zunächst auf die so gut wie gar nicht beschriebene Blutspitze aufsteigen.

Bei einer Höhe von etwa 2.595 von 2.626 Metern wurde uns das sehr steile, kombinierte felsig-grasige Gelände zu anspruchsvoll und wir wollten auch nicht unbedingt auf Biegen und Brechen herausfinden, wie dieser Gipfel zu seinem Namen kam.

Deshalb suchten wir im starken, böigen, kalten Wind im Umfeld der lediglich im Alpenvereinsführer “Niedere Tauern” von Peter Holl erwähnten Wildseespitze (2.543) ein windgeschütztes Jausenplatzerl.

Blick vom Graunock auf Hundstein (links) und Blutspitze (Zentrum)

Blick vom Graunock auf Hundstein (links) und Blutspitze (Zentrum)

Nach dem Abstieg zurück in die Weite Scharte sind wir nun am mäßig ausgesetzten Südgrat auf den Graunock aufgestiegen. Nur gelegentlich erfordern leichte Kletterstellen im I. Schwierigkeitsgrad den Einsatz der Hände.

Von einigen losen, ineinander gesteckten Holzstöcken am Gipfel, denen man mit etwas guten Willen die Form und Funktionalität eines Gipfelkreuzes nachsagen könnte, sind wir in der Folge am südöstlich ausgerichteten, direkt zum Lignitzsee hinunter ziehenden Rücken abgestiegen.

Etwas schottrig und steinig, im Wesentlichen bei Trockenheit mit etwas Konzentration aber passabel begehbar.

Beim Lignitzsee erlösten wir unsere Füße vorübergehend vom Schuhwerk, um ein bekömmliches Fußbad zu genießen.

Beim Lignitzsee mit Blick zur Lignitzhöhe

Beim Lignitzsee mit Blick zur Lignitzhöhe

Es ist übrigens eine böse Unterstellung, dass dieses Foto nach unserer Fußwaschung aufgenommen wurde.

Fisch beim Rückenschwimmen

Fisch beim Rückenschwimmen

Die Statistik-Daten können im Tourenbuch nachgelesen werden, den vollständigen Tourenbericht sowie alle Tourenfotos gibt es im Tourenalbum.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Mitterberg – Hochplanberg – Hebenkas

Samstag, 22. August 2009

Der Hebenkas, einer der - wenn nicht DER – abgelegenste und von allen Seiten am weitesten von jeglicher Zivilisation entfernte Berggipfel im zentralen Toten Gebirge stand schon einige Jahre auf meiner Wunschliste.

Bisher wußte ich aber nicht so richtig, wie ich ihn am besten angehen sollte. Sommer-Wanderberichte über die spalten- und dolinenreiche Geröll- und Karstwüste am Hochplateau des Toten Gebirges gab es kaum, viel eher traf ich auf Schilderungen von Winterbegehungen (und diesbezüglich hatte ich ohnehin schon reichlich eigene Erfahrungen) sowie auf Mutmaßungen, wie es im Sommer “da oben”  sein könnte.

Deshalb auch gleich vorweg: Vor der Durchschreitung dieses Zentralmassivs des Toten Gebirges im Sommer wird auf diversen Hinweistafeln gewarnt und abgeraten.

Warnung vor der Überschreitung des Toten Gebirges

Warnung vor der Überschreitung des Toten Gebirges

Was sich im Winter als ebene Fläche zeigt, schlimmstenfalls durch Windgangeln untergliedet, erweist sich im Sommer als Hürdenlauf über gerillte, erosionszerfressene Felsplatten bzw. über bröselige Steinfelder.

Etliche tiefe Gräben und ausgedehnte Latschenfelder – im Winter mit Schnee aufgefüllt und mit Schi direkt begehbar – erfordern im Sommer mitunter große Umwege. Die Felsen sind scharf und bereits nach kurzen Klettereien beginnen die Handflächen und Fingerspitzen zu brennen. Genauso wie die Fußsohlen, die sich über jedes weiche Wiesenfleckchen freuen, wenn man nach mehr als 16 Stunden Gehzeit wieder in das Ausgangsgebiet bei der Tauplitzalm zurückkehrt.

Rein von den Gehschwierigkeiten selbst – von den kurzen, einfachen Klettereinlagen abgesehen, die man aber auch alle umgehen könnte – handelt es sich bei dieser entlegenen, einsamen Trekkingtour eher um ein einfacheres Unterfangen, die beinahe unzähligen grausligen Dolinenschlünde, an deren Rändern man mehr oder weniger nah vorüberschreitet, sollten allerdings nicht zu sehr beeindrucken und mulmig machen.

Ebenso sollte man sich aus diesem Gebiet fernhalten, wenn man an einer Steinallergie leidet.

Stabiles Schönwetter und beste Sicht ist ebenso absolut unumgänglich wie die reichliche Mitnahme von Getränken.

Und auch wenn man diese karge, unwirtliche und fast unheimlich geräuscharme Mondlandschaft äußerst faszinierend und interessant findet (so wie ich es tue), wird man am Ende dieses langen Wandertages froh sein, auf der Tauplitzalm endlich wieder Kuhglocken und gelegentliches Lachen bei einer der Almhütten zu vernehmen.

Was es dafür zur Genüge in dieser Gegend gibt – viel mehr, als ich je zuvor gesehen habe – sind Gämse.

Unzählige Gämse am Hochplateau des Toten Gebirges

Unzählige Gämse am Hochplateau des Toten Gebirges

Eine dermaßen lange und strapaziöse Wanderung, die häufiger - zumindest den Gipfelbucheinträgen am Hebenkas nach zu schließen – mit einer Übernachtung am Hochplateau durchgeführt wird, erfordert einen frühen, einen sehr frühen, einen sehr sehr frühen Start, wenn man die Bergtour an einem einzigen Tag durchführen möchte.

Für mich als Langsamgeher bedeutete das, dass ich bereits um 2 Uhr morgens aufstehen mußte. Da war es natürlich von Vorgeil, dass ich mich am Vortag bei der Almwanderung zum Hohensee geschont hatte.

Das Tourengebiet im Österreich-Überblick

Das Tourengebiet im Österreich-Überblick

Über Trautenfels gelangte ich in das steirische Salzkammergut und von Bad Mitterndorf fuhr ich am geöffneten Mautschranken vorbei über die breite, gut ausgebaute Almstraße zum großen Parkplatz auf der Tauplitzalm (ca. 1.600).

Das Tourengebiet im steirischen Salzkammergut

Das Tourengebiet im steirischen Salzkammergut

Von hier wollte ich eine meiner längsten und größten Wandertouren im Jahre 2009 starten.

Die wenigen Besucher, die den Hebenkas sonst beehren, kommen zwar aus allen verschiedenen Richtungen, die mit Abstand häufigsten Besteiger kamen laut Gipfelbuch aber von Oberösterreich über das Wassertal oder Turmtal herauf.

Anstiege waren aber auch über Großen und Kleinen Hochkasten (mein Besuch des Großen Hochkastens im Anschluß an den Feuertalberg liegt nun auch schon mehr als 1 Jahr zurück) sowie vom Grundlsee über die Kalte Herberg und das Heibastal vermerkt.

Diese letztgenannte Route wollte ich mir dann im Abstieg hinüber zum Brunnkogel ansehen, den ich im Zuge einer Schitour auf Vorderen und Hinteren Ofenkogel sowie auf den Sonnleitstein - ebenfalls von der Tauplitzalm ausgehend - heuer bereits einmal besucht hatte.

Über das Mäuerltal wollte ich dann im Anschluß entlang der Ostseite von Weißer Wand und Plankermira wieder zurück zum Traglhals gelangen, von wo mich der markierte Wanderweg wieder hinab zu den Steirerseehütten und mit einem kurzen Gegenanstieg auf das Plateau der Tauplitzalm bringen würde.

Zunächst aber zurück zum Start: Der Mond war zwar heute bei weitem nicht mehr so groß und leuchtend wie bei meinem Vollmond-Start in das Tennengebirge auf Tauernkogel, Bleikogel und Großem Breitstein, die schmale Sichel spendete aber vor allem im Bereich des Ausgangspunktes um die Tauplitzalm auf der anfangs asphaltierten, später schottrigen Straße zu den Steirerseehütten ausreichend Licht, um größtenteils auf die Stirnlampe verzichten zu können.

Mein ungefährer Zeitplan sah vor, dass ich das erste gefährliche Dolinenfeld im Bereich um das Jungbauerkreuz bereits im Licht der Morgendämmerung erreichen sollte.

Für den Aufstieg auf den Hebenkas habe ich etwa 7 bis 8 Stunden eingeplant, und noch vor Einbruch der Dunkelheit am Abend wollte ich das Karstgebiet wieder hinter mir lassen.

Die ersten Sonnenstrahlen begrüßten mich im Umfeld des Schwaigbrunn, wo ich die markierte Route auf das Große Tragl verließ, um zunächst ein kurzes Stück den Schimarkierungen (hohe Stangen) Richtung Norden zu folgen.

Westlich der Brieglersberge und Kraxenberge wollte ich mich im weiteren Verlauf auf den Mitterberg durcharbeiten.

Von hier erreicht man über einen kurzen Abstecher den Hochplanberg, um später zum Vermessungszeichen am Hebenkas mit gleich 2 Gipfelbüchern aufzusteigen.

Abgesehen von den Anforderungen an den Orientierungsinn und die Kondition stellt der kurze, schmale Gratübergang zum Hochplanberg bzw. der Ausweicher über die westliche Felsflanke die einzige nennenswerte Schwierigkeit der Tour dar.

Routenverlauf auf den Hebenkas - Unterer Abschnitt

Routenverlauf auf den Hebenkas - Unterer Abschnitt

Routenverlauf auf den Hebenkas - Oberer Abschnitt

Routenverlauf auf den Hebenkas - Oberer Abschnitt

Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Während also im unteren Abschnitt Anstiegs- und Abstiegsweg identisch sind, habe ich oben am Plateau eine Überschreitungsrunde entgegen dem Uhrzeigersinn, zunächst von Süd nach Nord, dann von Ost nach West und wieder zurück nach Süd durchgeführt.

Weitere Tourendetails und alle Fotos findet Ihr im Tourenalbum, die Statistikdaten gibt es im Tourenbuch.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian