Heilbronner Kreuz

Nachdem das derzeitige instabile Wetter ohnehin nicht zum Wandern einlädt, arbeite ich weiter mit Nachdruck an meinen Schneeschuhtourenführer-eBooks, wobei der Oberösterreich-Teil, der in der 1. Ausgabe 2009 vorerst nur aus der Region Gosau-Hallstatt bestehen wird, spätestens Ende dieser Woche abgschlossen sein sollte.

Eine der Touren wird auch zum Heilbronner Kreuz auf der Karsthochfläche “Am Stein” führen.

Das gleichermaßen faszinierende wie auch karge, weitläufe Hochplateau haben wir bisher bereits 2 Mal auf unseren Wandertouren besucht, ein Mal im Winter im Zuge unserer Tour auf Speikberg und Zwölferkogel und einmal im Sommer bei unserem Aufstieg direkt aus dem Tal aus Obertraun über den Däumelkogel.

Bei der Gelegenheit habe ich auch wieder ein bißchen im sehr empfehlenswerten Roman “Tod am Stein” geblättert, den ich bei Amazon mit den maximal möglichen 5 Sternen folgendermaßen bewertet habe:

Der Schriftsteller Peter Gruber, der seine Sommermonate als Almhirte im weitläufigen und einsamen östlichen Dachsteingebirge unweit des Unglücksortes verbringt, erzählt in seinem auf wahren Begebenheiten basierenden Roman eines der schrecklichsten Bergunglücke am Dachstein, als eine aus der deutschen Stadt Heilbronn stammende Schulklasse mit ihren Lehrern (insgesamt 13 Personen) am Karsthochplateau “Am Stein” während der Osterfeiertage 1954 im unerwartet hereingebrochenen und ungewöhnlich heftigen Schneetreiben erfriert.

Die daraufhin folgenden Suchaktionen, an die sich auch heute noch viele ältere Einheimische erinnern können, waren die größten in der österreichischen Alpingeschichte. 400 bis 500 Helfer, Bergretter und Gendarmen waren damals im Einsatz.

Die Toten konnten erst in mehreren Schüben Tage später geborgen werden. Bis zum Fund der letzten 2 Leichname vergingen sogar mehr als 6 Wochen.

Letztendlich sind die Annahmen über die tatsächlichen Vorkommnisse und Gründe für die Tragödie an jenem schicksalhaften Gründonnerstag und Karfreitag 1954 in Peter Grubers Geschichte nur Spekulation.

Was damals wirklich geschah, konnte nie geklärt werden. Aber so oder ähnlich, wie es im Roman beschrieben ist, könnte es sich zugetragen haben.

Historischer Fakt ist: Die ersten Anzeichen einer unvermutet und rasch aufziehenden Schlechtwetterfront wurden ebenso ignoriert, wie Warnungen von Einheimischen.       

Am Ende bleiben 13 Tote, die in den enormen Schneemassen des jungen Frühlings erfroren sind.

Wer das gleichermaßen faszinierende wie auch karge, weitläufige Karstgelände “Am Stein” kennt, wird wohl umso mehr von der Erzählung in seinen Bann gezogen.

Ich jedenfalls habe das Buch fast in einem Zug verschlungen und habe, obwohl ich das Gebiet bereits kannte, kurz später eine Wanderung zum sogenannten Heilbronner Kreuz, das zum Gedenken an das Unglück errichtet wurde, unternommen – und zwar ohne Seilbahnunterstützung direkt aus dem Tal, von Obertraun startend, entlang der vermuteten Route der 10 Schüler und 3 Lehrer.

Nach “Notgasse” und “Schattenkreuz” ein weiteres, äußerst empfehlenswertes Werk von Peter Gruber, in dem er einmal mehr die einsame und mystische, häufig harte und manchmal eben auch unbarmherzige Hochgebirgslandschaft zwischen dem steirischen Ennstal und dem Salzkammergut als eine der Hauptakteure in seine Erzählung einbindet.

Peter Gruber versteht es aber auch hervorragend, die Gefühls- und Gedankenwelt eines vom “Bergvirus” infizierten Naturliebhabers zu beschreiben, der andere Menschen auf den “Ruf der Berge” neugierig zu machen versteht.

Eines der fesselndsten Bücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe.

 

Wer dieses Buch noch nicht kennt, sich aber dafür interessiert, findet bei Amazon weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten.


So jetzt gehts aber wieder weiter bei meiner Arbeit.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

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