Archiv für Juni 2009

Wandertour auf Hocheck, Gensgitsch und Leßhöhe

Freitag, 19. Juni 2009

So ist das also, wenn man eine Wandertour in ein unbekanntes und kaum dokumentiertes Gebiet plant und dabei auch eine nirgends näher beschriebene Gratwanderung in Erwägung zieht: Das Gelände vor Ort sieht dann häufig doch anders aus, als man es in der spärlichen Literatur vorgefunden und dementsprechend am Reißbrett bzw. am PC vorausgeplant hat.

Anreise:

Tagwache um 4 Uhr morgens (ein Bekannter würde sagen “Nullvierhundert”, eventuell würde er in einem Anfall tollkühner Abkürzungsmanie auch nur von “Vierhundert” sprechen). Nach dem obligatorisch ausgiebigen Frühstück geht es zu Anfahrt ins salzburgerische Lungau, wobei ich das “Vergnügen” hatte, bei den noch immer bestehenden Ampeln im Umfeld von Schladming gleich zwei Mal eine unfreiwillige Wartepause einlegen zu müssen.

Weiter über Radstadt und Obertauern am Radstädter Tauern nach Mauterndorf. Nun Richtung Osten bis Mariapfarr und weiter nach Norden über Kraischaberg bis zum Schranken ins Lignitztal (ca. 1.390).

Aufstieg auf das Hocheck:

Im Bereich des Schrankens gibt es einige Autoabstellmöglichkeiten. Über den nur mäßig ansteigenden Almboden geht es auf der Schotterstraße an Zehnerhütte und Kocherhütte vorbei bis zu den Hinteren Lignitzalmen. Am Fahrverbot vorbei, das ab hier auch für Radfahrer gilt, geht es noch etwa 800 bis 900 Meter am ebenen Talboden Richtung Lignitzsee, bis man auf eine weiße Hinweistafel trifft, die den Weg Richtung Hocheck nach rechts hinein in den Wald anzeigt.

Im Wald, einen noch immer vorhandenen Lawinenkegel mit allerlei “Gerümpel” in seinem Umfeld passierend, erreiche ich eine größere strauchbewachsene Lichtung, die in eine zunehmend aufsteilende und sich nach oben hin verjüngende Grasrinne mündet. Das nicht immer deutlich ausnehmbare Steiglein (Markierungen auf den rechts begrenzenden Felsen) windet sich sehr steil bergan.

Am oberen Grabenende verläßt man diesen nach links – noch immer sehr steil und mitunter erdig-rutschig.

Etwas gemächlicher wird das Gelände erst oberhalb der Baumgrenze bei ca. 2.000 Meter Höhe. Die Markierungen sind nicht unbedingt üppig angelegt, aber für den erfahrenen Bergwanderer auf jeden Fall ausreichend – und einem Wandereinsteiger würde ich das Hocheck ohnehin nicht empfehlen. Neben den üblichen Rot-Weiß-Rot-Kennzeichnungen gibt es auch jede Menge hilfreicher Stoamandln, dessen Errichter bzw. Erneuerer (herzlichen Dank an dieser Stelle) sich am 17.05. als erster Besteiger im Jahre 2009 ins Gipfelbuch am Hocheck eintragen konnte. Mein Eintrag war übrigens erst der Dritte in diesem Jahr.

Bei einer Höhe von ca. 2.300 Meter bin ich zu übereifrig und steige zu hoch auf. Der Steig zieht hier aber nach links zu einem tiefen, markanten und noch immer schneeführenden Graben hinüber. Rechts der Schneerinne zieht das Steiglein über felsige Rippen und grasdurchsetzte, erdige Steilhänge. Bei Trittsicherheit und trockenen Verhältnissen bei entsprechend konzentriert gesetzten Schritten aber kein gröberes Problem.

Einmal habe ich kurz Schneeberührung, die Rinne hätte sich aber auch recht unschwierig bei maximal I-er-Kletterei umgehen lassen. Schließlich erreiche ich über den schottrigen Steig eine unscheinbare kleine Einschartung, wenige Meter südlich unterhalb des Gipfelkreuzes. Über den stachelgrasbewehrten Rücken gelange ich schließlich auf den höchsten, sehr aussichtsreichen Punkt.

Neben dem höchsten (Hochgolling) überblickt man von hier auch einige der markantesten (Kasereck) Gipfelerhebungen der Schladminger Tauern.

Weit im Norden erkennt man das Dachsteingebirge, im Westen grüßt der Großglockner aus den Hohen Tauern herüber. Im Osten überragen Preber und Roteck ihre Gipfelkameraden. Im Süden – jenseits von Mariapfarr und Tamsweg – beginnen die wesentlich sanfteren Nockberge.

Die Aufstiegszeit war um einiges kürzer als veranschlagt. Dennoch kam im böigen Wind am Gipfelkamm keine richtige Jausenstimmung auf und ich wollte möglichst rasch die große Unbekannte hinter mich bringen: Die ausgesetzte Gratwanderung hinüber zur Leßhöhe, wo ich beim Gipfelkreuz einige Wanderer erkennen konnte.

Die Schwierigkeitsbewertung für den Gratübergang vom Hocheck zur Leßhöhe im Alpenvereinsführer halte ich für definitiv falsch:

I (Stellen), Blockgrat. Gratlänge etwa 1500 m, 1 1/2 Std. Der Grat wird durchwegs begangen.

Die Felstürme, ausgesetzt und nach beiden Seiten über dunkle Felswände abfallend, sind mit Sicherheit schwieriger als I. Daneben sorgte auch noch der böige, starke Wind am Grat für zusätzliche Verschärfung und bei mir für ein mulmiges Gefühl.

Die ersten beiden Felsstufen überkletterte ich noch, wobei ich mich bei der zweiten schon einigermaßen überwinden mußte - hier schätzte ich die Schwierigkeiten auf II ein. Danach warteten aber noch einige größere Einschartungen und eine scharfe Gratschneide, so dass ich mir nach der Alpenvereinsbeurteilung sicher war, dass ich nicht mehr am richtigen Steig unterwegs war.

Also Abbruch und zurück zum Ausgangspunkt, wobei das Abklettern über den soeben bezwungenen Turm noch einmal eine Stufe fordernder war. Wenn es im Osten nicht funktioniert, probieren wir es halt westlich des Grates. Da ich in der Scharte zuvor ein Stoamandl entdeckt habe, könnte es hier richtiger sein. Also hinaus in die ausgesetzte Felsflanke, nicht so schwierig wie auf der Ostseite, allerdings steil abfallend. Aber schließlich stand ich auch hier an.

Das grundsätzliche Problem wären nicht die II-er, vielleicht II-III-er Stellen gewesen. Aber was, wenn ich mich gänzlich verhaut habe, und der einfache, dokumentierte I-er-Weg doch woanders verläuft und ich in noch schwierigere Situationen kommen würde, wo es kein Vor und kein Zurück mehr gäbe.

Also – hartnäckig, wie ich nun einmal bin – ein dritter Anlauf. Dieses Mal weiter nach Westen durch eine steile Rinne absteigend, versuchte ich irgendwo weiter unten einen vernünftigen Übergang zu finden. Aber auch hier wären einige sehr steile grasdurchsetzte Felsrippen sehr zeitaufwändig zu überwinden gewesen.

Der Wind tat sein Übriges, so dass es mir jetzt nach fast einer Stunde erfolgloser Übergangssuche reichte. Abstieg am Anstiegsweg zurück und hinab ins Lignitztal. Der Taleinschnitt hatte mir schon am frühen Morgen im Schatten sehr gut gefallen, aber kein Vergleich mit dem farbenkräftigen Grün und den bunten Alpenblumen, welche das großartige Almgelände mit den dutzenden wiederkäuenden Rindern jetzt um die Mittagszeit zu bieten hatte.

In dieses wunderschöne Tal werde ich (mindestens noch einmal) wiederkommen.

Eigentlich hatte ich ja jetzt schon eine vollwertige Bergwanderung hinter mir. Sollte ich es dabei belassen ?

Irgendwie verspürte ich aber noch zuviel Energie, wenngleich auch die Hitze die sich mit abnehmender Höhe ausbreitete, schön langsam Tribut forderte. Hatte es beim Start am Morgen erst +5°C, so zeigte das Thermometer jetzt um die Mittagszeit +23°C an. Auch der oben am Gipfel noch unangenehm kühle und alle Kleidungsreserven fordernde Wind war jetzt nur noch ein nicht mehr zu erfrischen vermögendes Lüfterl.

Aufstieg auf Gensgitsch und Leßhöhe:

Nein, ich konnte jetzt noch nicht nach Hause fahren. Nicht zuletzt würde ich dann noch einmal extra für diesen Gebirgszug anreisen müssen. Also kurzes Studium der Karte und neuer Plan: Über Hintergöriach wollte ich nun über die Ostseite auf Gensgitsch, Pollannock und Leßhöhe aufsteigen.

Nachdem ich mir zuvor den Temperaturen entsprechend luftigere Wanderbekleidung angezogen hatte, machte ich mich vom Parkplatz nahe dem Moargut auf den Weg. Zwischen den Hofgebäuden hindurch und weiter oben nach der Passierung eines Tores gleich nach links neben einem Bankerl durch den Wald hinauf (diesen schönen Weg habe ich mangels entsprechender Markierung erst beim Abstieg gefunden, beim Aufstieg bin ich noch ein bißchen durch den Wald geirrt).

Der Weg ist unüblich mit Rot-Gelb bzw. weiter oben auch mit Weiß-Rot-Weiß markiert und mit G6 beschriftet. Am oberen Ende vom “Moabergsteig” zeigt eine Tafel den Weg zur Gensgitschhütte über die Forststraße mit einer Dreiviertelstunde an. Unschwierig erreiche ich die Hütte und das darüber folgende Almgelände an der Baumgrenze bei ca. 1.800 Meter Höhe. Über sanfte, mäßig steigende Almmatten, gewinnt man hier nur langsam an Höhe. An Kühen und Pferden, sowie an einer Quelle (die mir beim Abstieg noch als “Lebensretter” dienen wird) vorbei - ein im Abstieg befindliches Wandererpaar begrüßend – erreiche ich schließlich das flache Plateau auf der Gensgitschhöhe mit dem hohen Gipfelkreuz.

Da ich abgesehen vom Frühstück um 04:00 Uhr morgens und einem Apfel und zwei Nektarinen knapp unterhalb der Gensgitschhütte heute noch nichts gegessen hatte, macht sich in mir eine leichte Schwäche bemerkbar. Ich muß mir eingestehen, dass ich auch nicht mehr der Jüngste bin, wenn mir kaum über 2.000 Höhenmeter nun schon Probleme bereiten.

Der Hauptgrund lag aber in meinem Flüssigkeitsmangel. Am Vormittag im kalten Wind hatte ich noch kaum getrunken. Jetzt aber im neuerlich Anstieg in der Nachmittagshitze kam ich mit dem Trinken nicht mehr nach – aber allzuviel Flüssigkeit hatte ich auch nicht wirklich mit mir (lediglich 2,5 Liter), und die, die ich hatte, war mittlerweile schon teemäßig warm.

Am Weg auf den (das ?) Pollannock überlegte ich erstmals, ob ich nicht doch wieder umdrehen sollte, zumal es nun schon fast halb 6 Uhr nachmittags war. Am Weiterweg zu einem namenlosen Vorgipfel südlich der Falterscharte mußte ich aber einmal eine Pause einlegen, und mich heute erstmals niedersetzen. Das Wurstbrot war auch kein richtiger Genuss, ich pickte mir zuerst einmal nur die wässrigen Essiggurkerln heraus, um meinen völlig ausgedorrten Mund etwas zu befeuchten. Ein Coca-Cola hatte ich mir ja bis jetzt noch komplett aufgespart. Und die Schlucke, abwechselnd mit Gier und mit Bedacht gesetzt, waren einfach wunderbar. Und mit den ersten “Rülpsern” kam neue Lebenskraft zurück.

Also weiter - hinab in die Falterscharte – und neuerlicher Anstieg auf das schon so nah scheinende Gipfelkreuz. Am Grat muß man aber noch einige Erhebungen und Felszacken umgehen, ehe man endgültig auf der grasbewachsenen Gipfelkuppe auf der Leßhöhe steht.

Eine Tafel am Gipfelkreuz weist den Weg 20 Meter weiter zu einem Marterl. Hier könnte sich auch das beim Kreuz fehlende Gipfelbuch befinden. Ich habe zwar kurz, aber nur oberflächlich gesucht, konnte aber nichts entdecken.

Noch ein Schluck warmes Mineralwasser. Nicht gleich hinunterschlucken, so kann man die herrliche Nässe länger im völlig ausgetrockneten Mund behalten und genießen. Ich denke mir nur, dass ich schon oft kältere Tee´s getrunken habe. Die Sonne steht schon tief, noch immer ist es aber heiß.

Ich mache mich gleich wieder auf den Rückweg. Und was mir jetzt passiert ist, erlebe ich höchstens alle paar Jahre einmal. Ich kann kaum mehr normale Schritte machen, schmerzhafte Krämpfe durchziehen meine Beine. Die Oberschenkel und auch die Waden. Rechts mehr als links. Sollte ich nur auf einem Bein zurück hüpfen ?

Ich mußte trinken, aber dann würde ich unmöglich bis zurück ins Tal auskommen. Gedanken von allen möglichen kalten Getränken durchschossen mein Gehirn. Ganz oben auf der Wunschliste standen dabei kaltes Bier und kühlender Radler. Aber auch einem Almdudler, einem Bitter-Lemon oder einem Mineral-Zitron wäre ich nicht abgeneigt. Wie herrlich wäre jetzt ein kalter Bergsee, in den ich meinen Kopf tauchen könnte. Da fiel mir wieder ein, dass ich beim Heraufkommen ja an einer Tiertränke vorbeigekommen bin. Ein Blick in die Karte: Ja, da war eine Quelle.

Sofort begann ich große Schlucke meines warmen Mineralwassers zu trinken. Beim Abstieg würde ich meinen Durst am Brunnen löschen. Mit dieser den ausgetrockneten Körper durchziehenden Flüssigkeit und mit der wieder erwachten Motivation ging es gleich leichter und in knapp einer Stunde und 10 Minuten stand ich wieder beim Gensgitsch-Gipfelkreuz.

Abstieg und kühlendes Nass:

Durch die untergehende Sonne wurde die Temperatur jetzt auch erträglicher.

Bei einer Höhe von 1.935 Meter stand ich endlich am so lange ersehnten Brunnen. Zuvor mußte ich noch 2 Stiere vertreiben, die mir den Platz an ihrer Tränke streitig machen wollten. Ich begutachtete die Stelle, an der das Wasser aus der Erde trat und über den steinigen Boden bzw. später über eine Holzrinne in den Brunnen geleitet wurde. Keinerlei Tier-Fäkalien oder sonstige sichtbare Spuren von Verunreinigung.

Noch einmal eine Sichtüberprüfung des in der leeren Plastik-Mineralwasserflasche aufgefangenen Quellwassers. Sah gut aus. Ein Testschluck. Heeeerrrrllliiiich. Eiskalt, erfrischend …. uuuiiii – ins Gehirn fahrend.

Ich legte Rucksack, Fotoapparat, Sonnenbrille und die Uhr ab und begann, mir Gesicht, Nacken und Arme mit dem herrlich-kühlen Gebirgsnaß zu waschen. Aus den Augenwinkeln beobachtete ich die beiden Stiere, die ihrerseits das Gleiche taten. Wir hatten eine auf Respekt und gegenseitigem Verständnis basierende Beziehung gefunden.

Kurzer Anruf bei der AlpenYetin, dass es doch wieder einmal ein bißchen später werden würde. Ich plante zumindest vor 23 Uhr zu Hause zu sein. In Summe hatte ich 2,5 Liter eiskaltes Quellwasser getrunken, bis mir der Bauch schwappelte (na gut, er schwappelt sonst auch schon ein bißchen ;-) ).

Jetzt hatte ich auch wieder ein bißchen Hunger und verleibte mir das “entgurkerlte” Wurstbrot ein.

Der Ausgleich meines Flüssigkeitsdefizites hat meine gewohnten Lebensgeister und Wanderenergien neu entfacht, und so brachte ich die restlichen 700 Höhenmeter zurück bis ins Tal im Laufschritt hinter mich. Die längsten Tage des Jahres mit bis zu 16 Sonnenscheinstunden erlaubten mir auch im etwas dunkler werdenden Wald ein Vorwärtskommen ohne Stirnlampe.

Die Heimfahrt:

Einen Teil des mitgenommen Quellwassers konnte ich jetzt ausschütten, den anderen Teil habe ich bei der Nachhausefahrt im Auto genossen, und war so auch überraschend frisch und überhaupt nicht müde. Zwischen Mandling und Schladming (beim Bahnschranken in die Forstau) mußte ich wegen einem Autounfall mit zahlreichen Blaulichtern von Feuerwehr, Polizei und Rotkreuzwagen ca. eine halbe Stunde warten.

Um den Ampeln in Schladming auszuweichen, fuhr ich diese Mal direkt durch den Ort. Eine Aktion, die mir so gut wie gar nichts gebracht hat, weil nach der Ostausfahrt wieder genau die gleichen Autos vor mir fuhren, wie bereits bei meiner Abzweigung an der Westabfahrt. 

Zwischen Schladming und Gröbming sorgte noch ein serbischer Autobus für etwas Abwechslung, da er sich in der endlosen Kolonne Auto für Auto vorhantelte, immer in jenen Situationen, wo das Überholen entweder durch Sperrlinien oder entsprechenden Verkehrszeichen verboten war (z.B. in Aich bei der Jet-Tankstelle, in der langgezogenen Assacher-Kehre) oder wo zumindest durch entgegenkommende Fahrzeuge für etwas Nervenkitzel gesorgt war (im Bereich von Haus).

Ein langer Wandertag – mit 2 ausgewachsenen Touren geht glücklich und unfallfrei (trotz des serbischen Autobusses) zu Ende.

Die Tourenfotos gibt es demnächst im Tourenalbum bei AlpenYetis Wanderseiten.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Tourennachbereitung am Beispiel Hocheck-Leßhöhe

Freitag, 19. Juni 2009

Nachdem ich in 2 früheren Beiträgen (Digitale Landkarten und GPS sowie Wetterinformationen) an Hand eines konkreten Beispieles (Bergwandertour Hocheck – Leßhöhe) beschrieben habe, wie ich meine Wandertouren vorbereite, möchte ich heute einige der Tätigkeiten erzählen, die ich nach dem Nachhausekommen zur Nach- und Aufbereitung der Wandertourendaten durchführe.

Einen Tourenbericht über die Wanderung an sich und warum dann vor Ort doch einiges anders gekommen ist, als geplant, werde ich Euch in einem separaten Beitrag schildern.

Schritt 1 – Fotos:

Im 1. Schritt übertrage ich die Fotos von der Speicherkarte auf das Notebook. Pro Wanderung fallen je nach Tourenlänge, Schönheit der Landschaft sowie Vielfalt der Eindrücke (Tiere, Blumen, Seen, etc.) durchschnittlich zwischen 300 und 500 Fotos an.

Das klingt jetzt einmal sehr viel, da ich aber in der Regel mit Belichtungsreihen arbeite und mich nicht nachträglich am Computer noch mit RAW-Entwicklung beschäftigen möchte, mache ich pro Auslösung grundsätzlich 3 verschieden belichtete Fotos. Bei besonderen Motiven aber durchaus auch 4 bis 5 Bilder, was durch die Belichtungsreihen schnell 12 bis 15 Fotos ergibt.

Schritt 2 – Statistikdaten:

Die Wartezeit der Foto-Übertragung überbrücke ich mit dem Ablesen der Daten meiner Suunto-Höhenmesser-Pulsuhr für meine Tourenstatistiken. Früher habe ich diese Daten auch noch auf den PC übertragen, aber die akribische Auswertung der Pulskurve ist eher etwas für Sportler und nicht für einen erklärten Anti-Sportler wie mich.

Folgende Daten sind dabei für mich von Interesse, die in runden Klammern notierten Werte schaue ich mir zwar an, notiert werden sie im Regelfall aber nicht:

  • Durchschnittspuls (Minimal- und Maximalpuls)
  • Tourdauer
  • Aufstiegs-Höhenmeter (Abstiegs-Höhenmeter nur bei unterschiedlichen Start-/Endpunkten)
  • Höchster Punkt
  • Startpunkt (Niedrigster Punkt nur bei Abweichungen vom Startpunkt)

Schritt 3 – GPS-Daten:

Im nächsten Schritt übertrage ich die GPS-Daten auf das Notebook, wobei ich die Track- und Wegpunktinformationen in 3 verschiedene Programme einlese und in 3 verschiedenen Formaten abspeichere.

  • a) AMap (OVL)
  • b) Kompass (GPX)
  • c) MapSource (GDB)

Neben den genauen Wegpunkten und  Wandertracks (die Bezeichnung “Route” steht im GPS-Jargon für eine etwas andere Art der Wegbeschreibung) liefern mir die GPS-Daten vor allem auch den Statistikwert der zurückgelegten Wegstrecke.

Schritt 4 – Fotoaufbereitung / Fotoauswahl

Der 4. Schritt ist einer der zeitaufwändigsten. Wie im 1. Schritt erklärt, fallen pro Wandertour ja doch einige hundert Fotos an, wobei sich viele davon ähneln.

Aber die Auswahl der Fotos ist ja nur ein Aspekt.

Für die Präsentation und Veröffentlichung der Bilder im Web ist es erforderlich, diese sowohl in Größe als auch in der Qualität zu “schrumpfen”, da einerseits der Speicherplatz etwas kostet, und andereseits die Downloadzeiten beim Ansehen der Tourenberichte noch in einem erträglichen Ausmaß gehalten werden sollen, wenn gleich heute bereits ein Großteil meiner Leser über einen schnellen Breitband-Zugang ins Internet verfügt.

Für diese Arbeiten habe ich mir ein günstiges, aber dennoch sehr effizientes und empfehlenswertes Programm gekauft, welches all diese Bildbearbeitungsschritte automatisiert und zuverlässig erledigt.

Neben der Verkleinerung der Fotos werden zusätzlich auch automatische Thumbs (kleine Vorschaubilder) erzeugt und das alles in einen ansehnlichen auf HTML-Seiten beruhenden Fotobericht verpackt, so wie ihr es bisher vom Tourenalbum auf AlpenYetis Wanderseiten gewohnt seid.

Zusätzliche Schmankerln, wie das Abpielen einer Diashow runden den Programmumfang ab.

Wer sich ebenfalls von den vielen Vorteilen dieser Software überzeugen will, findet im anschließenden Link weitergehende Informationen bzw. eine Bestellmöglichkeit: QIC-Webalbum

Die Generierung der Webseiten, die ich bisher einige Jahre lang nutzte, werde ich künftig aber durch ein Zusatzmodul des von mir selbst programmierten Programmes ATONIS abdecken, welches vor allem die vielfältigen Anforderungen an modernes Internetmarketing und Suchmaschinenoptimierung besser berücksichtigen soll.

Wer nicht darauf angewiesen ist, auf den Google-Suchergebnisseiten optimal platziert zu sein, ist aber mit QIC-Webalbum bestens bedient und vor allem bei den automatischen Bildaufbereitungsfunktionen, die ich auch weiterhin noch nutzen werde, habe ich zu diesem Preis und mit dieser einfachen Bedienung bis heute noch nichts in vergleichbarer Qualität gefunden.

So, jetzt aber wieder zurück zur eigentlichen Arbeit der Fotos-Auswahl:

Fotos-Auswahl mit QIC-Webalbum

Fotos-Auswahl mit QIC-Webalbum

Zunächst geht es darum, aus den 3 Fotos einer Belichtungsreihe das optimale zu finden. Wie bereits gesagt, wer sich lieber den (zeitlichen und speicherplatztechnischen) Aufwand mit RAW-Fotos antun will, muß natürlich immer nur ein Bild machen.

Allerdings hat die Belichtungsreihe noch einen weiteren Vorteil: Beim Wandern hat man häufig (ich zumindest) auch einen hohen Puls, der das ruhige, zitterlose Festhalten des Fotoapparates nicht immer gewährleistet. Bei einer Belichtungsreihe ist zumindest aber immer ein scharfes Foto dabei.

Wenn ich dann von jeder Belichtungsreihe das ansehnlichste Bild ausgewählt habe, geht es darum, zu entscheiden, ob dieses Foto auch letztendlich in den Tourenbericht Eingang finden soll, denn man sollte keinesfalls den beliebten Fehler machen, und zuviele ähnliche Fotos anbieten, die den Leser auf Dauer aber nur langweilen.

Außerdem soll sich ja eine Geschichte um die Wandertour entspinnen, die ein “rundes Bild” der Touren- und Wegverhältnisse gibt, die Orientierungunterstützung bietet, die auch die Umgebung und benachbarte Tourenziele zeigt, und die generell versuchen soll, die Stimmung und die Schönheit der jeweiligen Tourenregion zu vermitteln.

Sind die lohnenswertesten Bilder ausgewählt (und es ist wahrlich nicht leicht und einfach, hier immer die richtige Entscheidung zu finden), geht es darum, sie mit erklärendem Text zu versehen.

Auch diese Beschriftung ist mit dem weiter oben beschriebenen QIC-Webalbum einfach möglich, dennoch werde ich diese Funktionalität künftig auch über ATONIS mit Datenbankunterstützung abwickeln.

Zuletzt gilt es noch die fertigen HTML-Seiten mit Index-Seiten und Einzelfoto-Seite zu erstellen, eine Aufgabe, die das QIC-Webalbum (bzw. künftig ATONIS) automatisch erledigt.

Für all jene, die sich künftig dieser komfortablen Hilfe ebenfalls bedienen wollen, hier noch einmal der Link: QIC-Webalbum (und ja, ich erhalte ein paar Euro Provision, wenn Ihr es über diesen Link bestellt ;-) ).

Schritt 5 – Tourenstatistik

Die in früheren Schritten ermittelten Statistik-Werte trage ich nun in ATONIS ein, und lade die Daten mindestens 1 Mal im Monat in AlpenYetis Tourenportal hoch.

Schritt 6 – Gipfelgrafiken

Zur grafischen Veranschaulichung trage ich die entsprechenden Symbole in meine diversen Gipfelgrafiken ein.

Zum Einen gibt es ein “rotes Pünktchen” für die erstmalig besuchten Gipfel.

Alle besuchten Gipfel in Österreich

Alle besuchten Gipfel in Österreich

Zum Anderen wird die Gipfelgrafik nach meiner persönlichen Kategorieeinteilung im Landkartenausschnitt der entsprechenden Gebirgsgruppe eingezeichnet.

Alle bisher besuchten Gipfel in den Schladminger Tauern

Alle bisher besuchten Gipfel in den Schladminger Tauern

Und selbst, wenn man meint, bereits alle Gipfel in einem Gebiet zu kennen, ergeben sich fast bei jeder Bergwanderung wieder neue Ausblicke und Tourenziele, die ich mir gleich wieder vermerke.

Weitere Gipfelziele im Lungau

Weitere Gipfelziele im Lungau

Alle Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304

Am Beispiel der Schladminger Tauern fehlen mir ja nur mehr sehr wenige auf markierten Wanderwegen erreichbare Gipfel, ich konnte aber auch einen Blick auf den einen oder anderen nicht gekennzeichneten und steiglosen Berg erhaschen, der bei oberflächlicher Betrachtung eigentlich erreichbar sein müßte.

Rot eingekreist erkennt man übrigens das gestrige Wandergebiet.

Gestern sind mir da in erster Linie die markierten Wanderberge Gumma und Kreuzhöhe im Osten ins Auge gestochen. Ob ich mir allerdings das weiter nördlich liegende, sehr markante Kasereck zutrauen kann, wage ich noch zu bezweifeln (ist deshalb auch noch nicht als Gipfelziel eingezeichnet).

Ebenfalls markiert – und deshalb gelb eingezeichnet sind Karnereck und Kleines Gurpitscheck im äußersten Südwesten der Schladminger Tauern.

Diese beiden Gebirgeszüge werde ich wohl noch im Laufe dieses Sommers besuchen. Im Norden – über dem Lignitzsee – erkennt man den schwarz gekennzeichneten (weil nur unmarkiert erreichbaren) Graunock, mit dem ich mich auch noch näher beschäftigen möchte.

Und abgesehen von den Gipfeln gibt es in diesem äußerst lieblichen und reizvollen Gebiet nördlich von Mariapfarr auch noch zahlreiche weitere lohnende Alm- und See-Wanderungen – also noch genügend Wanderziele für die nächsten Jahrzehnte.

Zusammenfassend kann man sagen: Klingt nach viel Arbeit – ist es auch ;-) – aber es macht viel Freude.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Tourenplanung – Wanderwetter

Mittwoch, 17. Juni 2009

Nachdem ich im letzten Beitrag beschrieben habe, wie ich die Hocheck-Tour am 18.06.2009 mittels digitaler Landkarten und GPS am Notebook geplant habe, möchte ich hier anschließend auch gleich meine Vorgangsweise bei der Informationseinholung bezüglich der zu erwartenden Wetterverhältnisse schildern.

Die Vorgangsweise unterscheidet sich dabei etwas zwischen “Sommer-Wanderungen” und “Winter-Touren” mit Schneeberührung, da das Lawinenrisiko im Sommer ja i.d.R. kein Thema ist. Dafür ist in den warmen Monaten verstärkt auf die Gewittergefahr zu achten.

Grundsätzlich gilt mein 1. Blick derzeit immer dem ORF-Bergwetter im Internet. Hier erhalte ich einmal einen Überblick über die allgemein in Österreichs Bergen zu erwartenden Wetterverhältnisse.

Für Donnerstag, den 18.06.2009 wird folgende Prognose abgegeben – Zitat:

Im Großteil des Berglandes scheint von früh bis spät die Sonne. Nur wenige Quellwolken bilden sich im Lauf des Tages und nur auf den Bergen Vorarlbergs und Tirols sind einzelne Regenschauer und Gewitter am Nachmittag nicht ganz ausgeschlossen. Meist bleibt es den ganzen Tag über trocken. Die Fernsicht ist ausgezeichnet.

Wind
im Hochgebirge lebhafter Westwind, sonst meist nur schwacher bis mäßiger Wind

Mittagstemperaturen
1500m: 17 bis 22 Grad
2000m: 14 bis 18 Grad, von O nach SW
3000m: 5 bis 8 Grad

Im 2. Schritt suche ich bei Bergfex, ob es in der Nähe meines Tourenzieles eine entsprechende Wetterstation gibt. Dabei sollte man von der Österreich-Karte auf das entsprechend Bundesland wechseln, da hier mehr Stationen angezeigt werden.

Für den Fanningberg bei Mariapfarr im Lungau – von meinem geplanten Tourengebiet um das Hocheck über dem Lignitztal maximal 10 Kilometer Luftlinie entfernt – gibt es dabei morgen folgende Prognose:

Die Sonne scheint fast den ganzen Tag, Wolken gibt’s am ehesten in der Mittagszeit.

Tageshöchsttemperatur: 17°C am Berg und 23°C im Tal
Tagestiefsttemperatur: 6°C am Berg und 7°C im Tal

(Für den Berg gilt dabei 2.100 Meter Höhe, für das Tal 1.500 Meter Höhe).

An 3. Stelle liegt dann in der Informationsbeschaffung die Nachschau bei Wetter.at, und dort wieder speziell beim Bergwetter, wobei die Berge allerdings sehr rar gesät sind.

Für die nächstverzeichnete Bergstation bei Obertauern, etwa 13 Kilometer Luftlinie weiter westwärts auf 1.740 Meter Höhe liegend, ist den ganzen Tag über wolkiges Wetter mit geringem Wind angesagt. Dabei sollen die Temperaturen am Vormittag zwischen 3 und 15 Grad und zu Mittag zwischen 15 und 18 Grad liegen.

Für den Talort Mariapfarr wird ebenfalls wolkiges Wetter vorausgesagt, allerdings mit bis zu 24° Celsius natürlich deutlich wärmer.

Zusammenfassung:

Aus diesen Daten erwarte ich mir folgendes Wetter:

Beim Start bei der Hinteren Lignitzalm in 1.565 Meter Höhe dürfte es mit nur wenigen Grad im Plusbereich noch ziemlich frisch sein (also lange Hose anziehen, vor allem auch wegen eventueller feuchter Pflanzen im unteren Bereich). Auch am Vormittag wird mich nur die eigene Bewegung erwärmen, weil ich auf der sonnenabgewandten Westseite unterwegs bin.

Wenn ich dann um die Mittagszeit auf den Grat komme, hängt alles vom Wind ab. Die Lufttemperatur in 2.600 Meter Höhe dürfte so um die 10 Grad liegen. Ist es windstill, gibt es also gute Wandertemperaturen. Pfeift aber der Wind über den Kammverlauf, könnte es schon recht unangenehm werden, also doch eine zusätzliche Fleecejacke mitnehmen.

Im Großen und Ganzen aber ist die Wettereinschätzung für morgen auf Grund der doch recht einheitlichen Vorhersagen der einzelnen Informationsdienste weitgehend einfach.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Wandertourenplanung mit digitaler Landkarte und GPS

Mittwoch, 17. Juni 2009

Da ich für meine morgige Bergwandertour (am 18.06.2009) wieder einmal eine Route etwas abseits der markierten und häufig begangenen Wanderwege vorhabe, möchte ich an Hand dieses ganz konkreten Beispieles die Verwendung von digitalen Landkarten und eines GPS-Gerätes zur Tourenvorbereitung und Planung erklären.

Zunächst kurz ein Wort über digitale Landkarten:

Ich habe derzeit folgende digitale Kartenwerke im Einsatz:

  1. AMap Fly 4.0
  2. Kompass – Bundesländerkarten (Steiermark, Salzburg, Oberösterreich)
  3. Alpenvereinskarten Digital 2007

Und dazu noch die Topo Österreich für mein Garmin etrex Vista C.

Welche Karte ist aber jetzt eigentlich die empfehlenswerteste ?

Darauf eine Antwort zu geben, fällt mir sehr schwer, obwohl die Alpenvereinskarten bei mir nur in Sonderfällen zum Einsatz kommen, weil sie noch immer sehr viele “weiße Flecken” in Österreich haben, und das gerade in jenen Gebirgsteilen, in denen ich besonders häufig unterwegs bin (z.B. das Kemetgebirge am östlichen Dachsteinplateau oder das Tennengebirge). Auch wenn die Karten zugegebenermaßen so manche blumenhafte Ortsbeschreibung beinhalten, die ich sonst in keiner Karte entdecken konnte.

Die AMap und die entsprechende Kompass-Karte verwende ich dagegen eigentlich so gut wie bei jeder größeren Tourenvorbereitung in unbekannten Gefielden.

Jede dieser beiden Karten bietet für mich Vorteile und Nachteile, wobei die grundsätzlichen Planungsarbeiten, wie Höhenprofile rausrechnen und Streckenlängen vermessen bzw. den Track am PC vorzeichnen und auf das GPS-Gerät übertragen mit jeder dieser Karten möglich ist.

Kompass-Karten:

Vorteile:

+) Von den 3-D-Möglichkeiten finde ich die Kompass-Karten schon sehr gut.
+) Auch die eingezeichneten Schitourenrouten nutze ich gerne.
+) Das Überspielen der am PC gezeichneten Tracks auf das GPS-Gerät funktioniert sehr einfach und tadellos.

Nachteile:

-) Allerdings ist die Genauigkeit der Bundesländerkarten entlang der Landesgrenzen teilweise wirklich haarsträubend mangelhaft und die Routenmessung komplett falsch.

Beispiel: Im Bereich der Landesgrenze Oberösterreich/Steiermark im Gebiet Türkenkarscharte – Graßeckalm – Zoderberg werden aus 480 Höhenmeter in der Realität bei der Kompass-Oberösterreichkarte mehr als 5.200 Höhenmeter (also eine wundersame Höhenmeter-Vermehrung um fast das 11-fache ).

-) Generell ist die Planung bundeslandübergreifender Routen nicht sehr einfach (mehrere Kartenwerke erforderlich). Es gibt aber auch eine Österreichkarte, zu der ich allerdings nichts sagen kann, es heißt nur, sie sei wohl nicht so detailliert.
-) Der Track-Manager birgt von der Bedienbarkeit her noch starkes Optimierungspotential.

AMap

Die AMap habe ich schon am längsten im Einsatz und sie ist eigentlich auch meine Nummer 1.

Vorteile:

+) Ganz Österreich auf einer Karte (wie bereits geschrieben gäbe es bei Kompass aber auch eine Österreich-Version).
+) Laut meinen Erfahrungen genauer und zuverlässiger.

Nachteile:

-) Die Trackübertragung direkt aus der Software auf das GPS-Gerät ist mir noch nicht gelungen, mit einem kostenlos erhältlichen Tool namens „Garfile“ ist das aber kein Problem. Außerdem soll es ein Update des Kartenviewers geben, mit dem die Übertragung einwandfrei funktioniert (muß ich mir aber erst anschauen).

Fazit:

Ich verwende beide Karten gerne, weil sie sich gut ergänzen - müßte ich mich aber entscheiden ?

Nein, ich will beide  - aber jetzt zur Planung:

Für meine nächste Wanderung habe ich mir das Hocheck in den südlichen Schladminger Tauern vorgenommen, ein unmarkierter Gipfel mit Gipfelkreuz, der laut Alpenvereinsführer “Niedere Tauern” (von Peter Holl) aber ohne nennenswerte Klettereinlagen erreichbar sein soll (maximal kurze Stellen mit Schwierigkeitsgrad I).

Buchlink zu Amazon: Niedere Tauern. Ein Führer für Täler, Hütten und Berge

Auf Grund dieser Beschreibung möchte ich mir eine interessante Rundtour zusammenstellen, wobei ich im Verlauf der Gratüberschreitung 4 Gipfel “mitzunehmen” plane:

  • Hocheck (2.638)
  • Leßhöhe (2.490)
  • Pollannock (2.280)
  • Gensgitsch (2.279)

Das Tourengebiet liegt südlich der Landesgrenze Steiermark – Salzburg, also schon im salzburgerischen Lungau, nördlich von Tamsweg und Mariapfarr. Anreisen werde ich über Obertauern am Radstädter Tauern.

Das Tourengebiet im Lungau / Salzburg

Das Tourengebiet im Lungau / Salzburg

Starten möchte im im Lignitztal bei der Hinteren Lignitzalm.

Startpunkt bei der Hinteren Lignitzalm

Startpunkt bei der Hinteren Lignitzalm

Zunächst noch einige hundert Meter taleinwärts, ehe ein in der Karte punktiert erkennbares Steiglein über die Westhänge Richtung Hocheck führt. Vom Gipfel geht es am Grat südwärts, bis man auf der Leßhöhe wieder auf einen markierten Weg stößt.

Die geplante Rundtour im Überblick:

Die gesamte Rundtour im Überblick

Die gesamte Rundtour im Überblick

Diese Wanderroute (im GPS-Jargon exakter: Track) lade ich nun auf das GPS-Gerät. Auch wenn letztendlich, sofern vorhanden, die Markierung bzw. abseits davon die Natur den richtigen Weg vorgeben wird, habe ich dennoch jetzt einmal eine grundsätzliche Orientierungshilfe.

Zusätzlich habe ich in unbekannten Gebieten ohnehin auch immer eine durch die Technik nicht ersetzbare Papier-Landkarte mit, da mir diese einfach einen viel besseren Überblick bieten kann.

Für diese Tour habe ich mich für die Freytag&Berndt-Karte WK202 (Radstädter Tauern – Katschberg – Lungau) entschieden, weil diese im Gegensatz zu der das Hocheck-Wandergebiet ebenfalls abdeckende Karte WK201 (Schladminger Tauern – Radstadt – Dachstein) auch das Anfahrtsgebiet über Mauterndorf und Mariapfarr enthält.

Das Höhenprofil sagt etwa 1.680 Höhenmeter und 15,6 Kilometer voraus, was bei den beschriebenen Schwierigkeiten im Aufstieg und am Grat für mich eine Gehzeit inkl. Pausen zwischen 10 und 12 Stunden erwarten läßt.

Das Höhenprofil der Wandertour Hocheck-Leßhöhe-Gensgitsch

Das Höhenprofil der Wandertour Hocheck-Leßhöhe-Gensgitsch

Das Tourengebiet selbst habe ich bei einer Gratwanderung am 12.08.2008 zwischen Hundstein und Zechnerkarspitze bereits einmal in Augenschein genommen.

Kammverlauf Hocheck, Leßscharte, Leßhöhe, Pollanock

Kammverlauf Hocheck, Leßscharte, Leßhöhe, Pollanock

Der Aufstieg, links der Bildmitte, sieht zwar sehr steil aus, ich freue mich aber schon. Lassen wir uns überraschen.

Liebe Grüße – Dein / Ihr / Euer Christian

Sämtliche Kartenausschnitte: Landkartenausschnitte © BEV 2009, Vervielfältigt mit Genehmigung des BEV © Bundesamtes für Eich- und Vermessungswesen in Wien, T2009/52304